Wenn Klein und Gross gemeinsam bergsteigen. Der SAC und das Familienbergsteigen

Vor fünf Jahren hat die SAC-Jugendkommission mit der Förderung des Familienbergsteigens (FaBe) auf Zentralverbandsebene begonnen. Nach den FaBe-Lager-angeboten und dem Aufbau einer Leiter-Zusatzausbildung steht heute vor allem das Schaffen von Familienangeboten auf Sektionsebene im Vordergrund.

Ziel der FaBe-Lager sind gemeinsame Erlebnisse und stufengerechte Ausbildung von Eltern und Kindern, was die Teilnehmenden zu eigenen Bergsportunternehmungen befähigen soll. Auf Sektionsebene können die Zielsetzungen und Formen anders aussehen. Vielleicht versucht man mit Familienklettern neue Mitglieder anzuwerben; man begeht mit Gross und Klein einen Klettersteig oder verbringt ein gemeinsames Wochenende in einer SAC-Hütte und macht einen Ausflug auf den Gletscher in der Nähe. Sind auch den Möglichkeiten und Ideen keine Grenzen gesetzt, so bleibt immer als oberstes Gebot, dass die Kinder als aktive Teilnehmer akzeptiert werden und nicht nur mangels Obhutmöglichkeit dabei sind. Die Kinder stehen im Mittelpunkt, und die Anlässe müssen aus ihrer Sicht heraus geplant werden.

Familienbergsteigen ist (auch) ein weiterer Schritt im viel zitierten « Wandel » des SAC, der sich als Männerclub 1978 für die Frauen und in der Folge für das Kinderbergsteigen mit einer entsprechenden Senkung des Eintrittsalters öffnete - und jetzt für die Familien. Eltern von kleinen Kindern ist es häufig nicht mehr möglich, im SAC aktiv zu sein; ja oft kehren sie dem Club sogar den Rücken, was sich u.a. in den Mitgliederzahlen der 25- bis 40-Jährigen zeigt. Diese Phase können Sektionen mit einem FaBe-Angebot für die ganze Familie attraktiv machen. Sind die Kinder dann grosser, können sich die Familienmitglieder persönlichen Bedürfnissen gemäss aufteilen: die Kinder im KiBe oder in der JO, die Eltern wie früher mit der Sektion. Eine Voraussetzung für die erfolgreiche Etablierung des Familienbergsteigens in den Sektionen ist sicher die Schaffung einer SAC-Mitgliedschaft für Familien oder für Kinder unter 10 Jahren. Hier ist der Zentralverband gefordert.

FaBe mit den gemeinsamen Aktivitäten für alle Familienmitglieder bedeutet auch gemeinsames Bergsteigen von Jung und Alt. Die Dreieckbe-ziehung von Kindern-Eltern-Leitung ist dabei die spezielle Herausforderung. Allen gerecht zu werden, niemanden zu über- oder unterfordern, für Kinder und Eltern die methodisch richtige Ausbildung zu bieten und geeignete Anwendungsmöglichkeiten zu organisieren sind pädagogische und organisatorische Aufgaben, mit denen FaBe-Verantwortliche konfrontiert werden.

Mit dem Angebot der Leiterausbildung, einer neu überarbeiteten Leiterdokumentation (für KiBe und FaBe gemeinsam) und einem Aus-tausch- und Informationsseminar zum Thema FaBe im Spätsommer möchten die Jugendkommission und die Geschäftsstelle allen Sektionen bei der Realisierung eines FaBe-Angebots zur Seite stehen.

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