Werner Munter wird Ehrenmitglied

«Schnee ist ein faszinierendes Material, das lässt mich nicht mehr los», sagte am Zentralfest ein sichtlich zufriedener Werner Munter dem Moderator Röbi Koller ins Mikrofon. Am Morgen hatte der inzwischen 66-Jährige vom SAC die Ehrenmitgliedschaft für besondere Leistungen im Bereich der alpinen Technik und Sicherheit erhalten. In seiner Laudatio ging der Bergführer Dres Schild auf die wechselvolle Geschichte des als « Lawinenpapst » bekannten Philosophen und Physikers mit dem SAC ein. Denn der Kontakt zwischen Munter und dem SAC habe, so Schild, stets auch Reibung verursacht, die Munter aber am Ende immer in positive Energie habe umwandeln können.

Seinem unermüdlichen Einsatz sei es zu verdanken, dass heute die 3x3x3- und die Reduktionsmethode zur Beurteilung der Lawinengefahr weit herum anerkannt sind. Zudem hat er in den 1960er-Jahren als Erster den Halbmastwurfknoten ( HMS oder auch VP ) als Seilsicherungsknoten für Kletterer entdeckt. Auf Englisch heisst der Knoten gar « Munter-Hitch ». Als junger Bergsteiger hat Munter sämtliche Nordwände in den Berner Alpen durchstiegen – nicht immer unfallfrei.

Diese Erfahrungen spornten ihn umso mehr an, sich mit Fragen der Sicherheit zu befassen. Seine Beharrlichkeit, Offenheit, aber auch seine zuweilen unorthodoxen Schlussfolgerungen lösten immer wieder starken Widerspruch aus. So lehnte der Bergführerverband – ebenfalls in den 1960er-Jahren – seinen Antrag um Mitgliedschaft ab. Dafür gab Munter etwa ab derselben Zeit den SAC-Tourenleitern Lawinenunterricht. In den 1980er-Jahren kam es auch hier zu Gegensätzen: « Die Mitarbeit mit dem SAC war aufgelöst, aber ein Jahr später war ich bereits vom SLF angestellt », erinnerte sich Munter an diese Turbulenzen. Diese hatten aber immer wieder auch einen positiven Effekt, weshalb Munter schloss: « Dem SAC sei gedankt !» Mit diesen versöhnlichen Worten bedankte er sich für die Ehrung. 1995 wurde er übrigens für seine Verdienste zum Ehrenbergführer des Schweizer Bergführerverbandes ernannt. 1997 erhielt er zudem den österreichischen Dietmar-Eybl-Sicherheitspreis.

Feedback