Wildruhezone Nesslenstock

2011 lagen im Kanton Obwalden die geplanten Wildruhezonen öffentlich auf. Der SAC hatte gegen 20 der 21 Perimeter nichts einzuwenden, verlangte jedoch eine Anpassung der Wildruhezone Nesslenstock, damit die Variantenabfahrt Tagweid (Sörenberg) weiterhin zumindest teilweise befahrbar bleibe. Eine komplette Sperrung der Tagweid beurteilte der SAC angesichts mehrerer angrenzender Wildruhezonen auf Luzerner Kantonsgebiet als nicht verhältnismässig.

Egoistisches Beschwerderecht

Im November 2013 hat das Verwaltungsgericht entschieden, dass es auf die Beschwerde des SAC mangels Beschwerdelegitimation nicht eintritt. Begründung: Der SAC benutze hier nicht sein ideelles Beschwerderecht gemäss Natur- und Heimatschutzgesetz (NHG), sondern ein «egoistisches Beschwerderecht». Mit anderen Worten: Das Verbandsbeschwerderecht gemäss NHG gelte formell nur, wenn es explizit für mehr Naturschutz eingesetzt werde. Wenn egoistische Interessen vertreten würden, gälten die gleichen Bestimmungen wie für jeden anderen Verein. Eine egoistische Beschwerde könne nur erhoben werden, wenn ein grosser Teil der Mitglieder (etwa ein Drittel) direkt betroffen sei und somit selbst auch Beschwerde führen dürfte. Dies werde bei einem nationalen Verband aber nie der Fall sein. Der Zentralverband ist von der Argumentation des Gerichts nur teilweise überzeugt: Der SAC ist nicht grundsätzlich gegen Wildruhezonen, sondern setzt sich für verhältnismässige Lösungen ein. Denn nur breit abgestützte, nachvollziehbare Einschränkungen des freien Zugangs haben Chancen auf Akzeptanz bei den Bergsportlern und stärken das Bewusstsein für Naturschutz, während undifferenzierte Verbote genau das Gegenteil bewirken können.

Von einem Gang ans Bundesgericht sieht der SAC ab, will diesen Fall allerdings genau analysieren und Lehren für die Zukunft ziehen. Bei regional bedeutenden Einschränkungen des freien Zugangs ist es wohl aussichtsreicher, wenn die lokalen Sektionen eine allfällige Einsprache einreichen, weil viele ihrer Mitglieder direkt betroffen sind. Zudem muss stärker mit den loka-len Bergführern zusammengearbeitet werden. Ziel des SAC ist es weiterhin, frühzeitig in die Ausscheidung von Wild­ruhezonen eingebunden zu werden und dort auch inhaltlich mitreden zu können.

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