"Wir kaufen Land, damit wir klettern können"

Petronella Grobler ist Präsidentin des Bergsteigerverbandes in Südafrika. Sie erklärt, warum der Club eigene Klettergebiete besitzt und wo die schönsten Felsen sind.

Welchen Stellenwert hat Bergsteigen in Ihrem Land?

In Südafrika sind Rugby und Fussball die populärsten Sportarten. Bergsteigen hat hingegen nur wenige, dafür treue Anhänger.

Was ist besonders beliebt bei Ihren Mitgliedern?

Südafrika eignet sich hervorragend für mehrtägige Trekkingtouren. Es gibt einige Hütten, doch viele übernachten draussen im Zelt. Daneben gibt es sehr gute Felsen zum Bouldern und Sportklettern.

Wo sind die besten Plätze?

Man sagt: Südafrika ist eine Welt in einem Land. Das gilt auch fürs Bergsteigen. Die wilden Drakensberge eignen sich für längere abenteuerliche Wanderungen mit anspruchsvollen Klettereien. Das westliche Kap besticht mit einer einzigartigen Blumenvielfalt und atemberaubenden Felsen. In den Zederbergen treffen sich die Boulderer. Und schliesslich kommen Sportkletterer in Waterval Boven voll auf ihre Kosten.

Was essen Sie typischerweise zum Picknick?

Wir lieben «Braai», das südafrikanische Barbecue! Auch auf Touren wird oft ein Feuer gemacht, Fleisch gegrillt und mit Brot und Karotten gegessen.

Wo haben Sie als Verband die grössten Schwierigkeiten?

Der Zugang zu Felsen ist in Südafrika ein grosses Thema. Die meisten Klettergebiete sind in Privatbesitz. Wir kaufen als Verband also Land, damit wir überhaupt klettern können. Das ist natürlich kostspielig. Und unsere Finanzen sind als kleiner Verband nicht rosig. Daher wollen wir künftig vor allem neue Mitglieder gewinnen – und zwar in allen Altersgruppen.

Bergsteigerverband Südafrika

Gründungsjahr: 1891

Anzahl Mitglieder: 4000

Mitgliederbeitrag: von 3 bis zu 70 Franken.

1 Liter Milch: 86 Rappen

50-Meter-Einfachseil: 146 Franken

Feedback