(Zu) gewagter Sturz

Wahrlich, die heutige Technologie macht Wunder möglich. Sei es, was den fotografischen und ästhetischen Gesichtspunkt anbelangt, sei es, was die technische Beherrschung einer schwierigen Wand angeht: Man ist beeindruckt von der doppelten Leistung, von der die Aufnahme – die geschickte Überlagerung von einzelnen Bildern eines Sturzes in der Route « Super Moby » – auf dem Umschlag der ALPEN-Ausgabe 8/2009 zeugt. Man darf sich aber dennoch fragen, ob diese – sicherlich bewusste – Art, das Risiko eines Sturzes einzugehen, gut zu den Zielen des SAC passt, nämlich Freude beim Ausüben des Bergsports zu finden, aber dabei auch die unleugbaren Gefahren, die man eingeht, mit den nötigen Sicherheitsvorkehrungen zu meistern. Die gezeigte fotografische und akrobatische Leistung reiht sich ein in die lange Serie von Umschlagsbildern, die uns seit ein paar Jahren Momentaufnahmen aus der Extremkletterei oder von Sprüngen über Felsen mit Ski vorstellen.

Sicherlich muss diese Art von Leistung in Beziehung zu der oft markt-schreierischen Werbung gebracht werden, die die ALPEN überschwemmt. Warum aber will man mit Werbern, die Aufsehen erregen und verkaufen wollen, rivalisieren? Würde die Zeitschrift auf bescheidenere Dimensionen reduziert, könnte man auf solche in die Irre führenden Bilder verzichten. Ihr kennt die Risiken, die jene auf sich nehmen, die sich von auf die Fantasie einwirkenden Models verführen lassen; und ihr wisst, dass es bei einem Unfall die Mitglieder der Rettungsequipen sowie unser Versi-cherungssystem sind, die für die Folgen dieser willkürlichen Leistungen bezah-len. a Claude Calame, Lausanne ( ü )

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