Realisierte Hüttenprojekte - dank deiner Hilfe Die Spender machen es erst möglich

In den 152 SAC-Hütten übernachten jährlich rund 300'000 Personen. Zählt man die Tagesgäste hinzu sind es eine Million. Eine ganz schöne Menge angesichts der einfachen Infrastruktur in der Höhe. Umso wichtiger ist es, dass die beliebten SAC-Hütten erhalten, sanft erneuert und der Betrieb nachhaltig gestaltet werden. Auch die Instandhaltung der Zustiege und Hüttenwege ist zentral, damit alle Berggänger sicher und sorgenfrei eine SAC-Hütte besuchen können.

Dieser nötige Unterhalt und oftmals dringend benötigten Erneuerungen sind mit grossen Anstrengungen verbunden. 2017 konnten dank grosszügigen Spenden in den Hütten-Fonds drei wichtige Projekte realisiert werden:  

Medelserhütte. Wenn das Wasser von unten nach oben fliesst.

Die Wasser- und Energieversorgung der Medelserhütte war jahrelang eine grosse Herausforderung: Erst versiegte eine Quelle. Dann verschlammten ständig die oberirdisch gezogenen Rohre vom See «Lai Encarden». Weil der See unterhalb der Hütte liegt, musste das Wasser oft mit Notgeneratoren hochgepumpt werden. Das Wasser kam unzuverlässig und spärlich. Die Sonnenkollektoren auf dem Dach erschwerten den Hüttenbetrieb weiter: Die Winter auf über 2500 m.ü.M. sind lang, die Kollektoren oft eingeschneit. Das führte zu einer Entladung der Batterien.

Das neue Wasserversorgungssystem beseitigt diese Schwachstellen. Das Wasser wird anstatt oberirdisch, unterirdisch im See angezapft. Damit gehört getrübtes, schlammiges Wasser – und somit verstopfte Rohre – der Vergangenheit an. Zudem wurden die bisher sichtbaren Leitungsrohre eingegraben. Der Blick auf die wunderschöne Landschaft ist somit frei. Gleichzeitig wurde am Ausfluss des Sees eine Mikroturbine installiert, welche die Hütte mit Energie versorgt. So entladen sich die Batterien der Solaranlagen im Winter nicht. Besucher können also auch in den kalten Monaten sicher sein, eine warme Hütte anzutreffen, in der es an nichts fehlt. 

Ein paar Zahlen:
Länge der verlegten Rohre ca. 1150 Meter
Höhe der Hütte 2524 m.ü.M.
Anzahl Schlafplätze 55
Ø Übernachtungen seit 2010 (bis 2016) 2310 (Sommer 72%, Winter 28%)
Eigentümerin der Hütte Sektion Uto
Gesamtkosten des Projekts CHF 360'000.-
Daraus aus dem Hüttenfonds CHF 75‘000.-

Cabane du Mountet. Wenn Naturgewalten ihre Spuren hinterlassen

Wer von Zinal in die Cabane du Mountet will, muss das Couloir „Tsina de Vio“ durchqueren. Weil das Couloir stark steinschlag- und lawinengefährdet ist, wurde es mit einer Betongalerie überdacht. Die Galerie - Ende der 80er Jahre von der Armee erstellt - war aber in die Jahre gekommen. Kurz: Eine baufällige Ruine, die mit immer neuen Stützpfeilern notdürftig geflickt wurde. Stellenweise konnte sie Steine, Schnee und Wasser aber nicht mehr abhalten. Das Couloir, durch die Jahre ausgewaschen, wurde zudem breiter als die Galerie selber. Damit wurde die Querung zum Risiko, Wanderer waren auf dem Hüttenzustieg gefährdet. Eine Lösung musste her.

Und die kam in Form einer Hängebrücke: Denn die Felsqualität im Couloir ist schlecht, und die Gefahr von Lawinen und Steinschlag bleibt – eine neue Galerie zu bauen war daher sinnlos. Die Brücke benötigt im Gegensatz zu einer Galerie kaum Unterhalt und ist für eine halbe Ewigkeit gebaut. Das Beste daran: Wanderer können nun sorglos und entspannt zur Hütte aufsteigen und die Gefahren elegant „übergehen“. 

Ein paar Zahlen:
Errichtung der alten Galerie 1989 durch die Schweizer Armee
Länge der alten Galerie 11 m
Länge der neuen Hängebrücke 45 m
Höhenlage der Hängebrücke 2886 m.ü.M.
Anzahl Schlafplätze in der Cabane de Mountet 115
Ø Übernachtungen seit 2010 (bis 2016) 2548 (Sommer 77%, Winter 23%)
Eigentümerin der Hütte Section Diablerets
Gesamtkosten der Hängebrücke CHF 200'000.-
Daraus aus dem Hüttenfonds CHF 67'000.-

Lämmerenhütte. Wenn Regenwürmer die ARA ersetzen

Die Hütte thront auf der Walliser Seite des Gemmipasses, eingebettet zwischen dem Wildstrubel und dem Schwarzhorn. Sie ist ganzjährig gut erreichbar und Ausgangspunkt für viele Gipfelbesteigungen und Klettertouren. Aber auch ein beliebtes Ziel für Tageswanderungen. Das macht sie zu einer der meistbesuchten SAC-Hütten - über 6500 Gäste pro Saison zählt sie – Tendenz zunehmend.  

Das brachte die alte Hütte an ihre Kapazitätsgrenze. Der dringend benötigte Umbau verbessert die bescheidenen Verhältnisse für Gäste und Hüttenteam: Kleinere Schlafzimmer statt Massenschlag, angenehmerer Aufenthaltsraum, Geschirrspüler. Und die Infrastruktur wurde für die Zukunft gerüstet: Fotovoltaik, thermische Kollektoren, eine Wasserturbine und eine Gastherme versorgen die Lämmerenhütte auf über 2’500 Metern mit Energie und Warmwasser.

Und auch die Natur dankt: Die vielen Hüttenbesucher produzieren eine Menge Fäkalien. Das ungenügend gereinigte Abwasser versickerte rund um die Hütte. Die Flora um die Hütte veränderte sich, unangenehme Gerüche wehten um die Hütte. Zwar genügte die Infrastruktur den gesetzlichen Vorschriften. Doch für den SAC steht die Schonung der Umwelt an oberster Stelle. Darum saniert er in vielen Hütten die Abwasser-Reinigungssysteme. In der Lämmerenhütte kommt ein neues System zum Einsatz – ähnlich einem Komposthaufen. Nimmersatte Regenwürmer inklusive. Die eigens aus dem Flachland heraufgebrachten Tierchen verwandeln die Fäkalienhaufen in Humus.

Ein solcher Umbau auf dieser Höhe ist aufwendig und teuer: Während Monaten flogen Woche für Woche eine ganze Mannschaft an Arbeitern am Montag hoch und am Freitag wieder hinunter. Die Gesamtkosten des Projekts beliefen sich auf rund 2,5 Millionen Schweizer Franken.

Ein paar Zahlen:
Höhe der Hütte 2507 m.ü.M.
Anzahl Schlafplätze 96
Ø Übernachtungen seit 2010 (bis 2016) 6618 (Sommer 60%, Winter 40%)
Eigentümerin der Hütte Sektion Angenstein
Gesamtkosten des Projekts CHF 2'500'000.-
Daraus aus dem Hüttenfonds CHF 635'250.-