Hoch über dem Lac des Dix, auf rund 3000m, steht die Cabane des Dix. Sie wird die erste Schweizer Berghütte sein, die bei der Energieversorgung auf Wasserstoff-technologie setzt und eine hundertprozentige Energie-autarkie erreicht, frei von fossilen Brennstoffen. Das innovative Pilotprojekt der SAC-Sektion Monte Rosa wird 2020 betriebsbereit sein.

Wasserstoff-Batterien liefern ab Sommer 2020 in der Cabane des Dix anstelle eines Dieselmotors sauberen Strom. Damit setzt die SAC-Sektion Monte Rosa energietechnisch neue Massstäbe, wie sie dies schon 2010 beim Neubau der Monte Rosa Hütte getan hat.

Damit die Hütte energie-autonom betrieben werden kann, wird der bisher eingesetzte Dieselmotor durch Wasserstoff-Technologie ersetzt. Damit kann die Energie durch Wasserelektrolyse vor Ort produziert und gespeichert werden. Die gesamte Dachfläche von 240 Quadratmetern wird zur Stromproduktion genutzt. Zusätzlich werden 10 Quadratmeter thermische Kollektoren zur Warmwasserproduktion installiert.

Weshalb eine „H2-Hütte“?
In der unbewarteten Zeit wird mit den Photovoltaikpaneelen mehr Energie produziert als verbraucht. Mit dem bisherigen System kann die gewonnene Energie nur zum Teil gespeichert werden beziehungsweise geht verloren. Deshalb soll mit dem Strom, der während des Winters produziert wird, elektrolytisch Wasserstoff produziert und gespeichert werden. Vorteil dieser Methode ist, dass die Energie dichter gespeichert werden kann und beim Verbrennen des Wasserstoffs zur Stromerzeugung kein Abgas entsteht. So kann die Hütte über das ganze Jahr mit sauberem Strom betrieben werden, unabhängig vom Diesel-Generator. Sogar zum Kochen wird anstelle von Gas saubere Energie verwendet.

Innovatives Hütten-Projekt stösst auf grosses Interesse
In der aktuellen Diskussion um die Energiestrategie 2050 stösst der geplante Umbau auf grosses Interesse bei Behörden und möglichen Partnern. Dies ist auch notwendig, denn das rund 3,4 Millionen Franken teure Projekt kann nicht ohne externe Unterstützung realisiert werden.

Und wer weiss, vielleicht werden künftig weitere Hütten vom Pioniergeist des SAC profitieren und dem guten Beispiel folgen.