Hoch hinaus mit dem Frauen-Expeditionsteam In Kirgistan besteigen die Nachwuchs-Bergsteigerinnen drei Fünftausender

Nach zweieinhalb Jahren Ausbildung im klassischen Bergsteigen reisten die sechs Frauen des SAC-Expeditionsteams für ihre Abschlussexpedition Anfang September nach Kirgistan. Im südwestlich gelegenen Pamirgebirge bestiegen die Nachwuchs-Bergsteigerinnen drei Fünftausender und eröffneten eine neue Kletterroute im Schwierigkeitsgrad 6c.

In die Gefühlswelt der Pioniere der Alpen eintauchen, aufbrechen ins Unbekannte, eigene Grenzen übertreffen. So lautete das erklärte Ziel von Ramona Volken (Brig VS), Rahel Schönauer (Appenzell AI), Lydiane Vikol (Lignières NE), Lisa Pfalzgraf (Feuerthalen ZH), Florence Nikles (Marly FR) und Anne Flechsig (Baden AG). Zur Krönung ihrer zweieinhalbjährigen Ausbildung im klassischen Bergsteigen suchten sich die sechs jungen Frauen zusammen mit Bergführerin Caroline George das Pamirgebirge im Südwesten Kirgistans für ihre Abschlussexpedition aus. Es ist die zweithöchste Bergkette der Erde und verglichen mit dem Himalaya touristisch noch kaum erschlossen.

Dem Himmel ganz nah

Bereits während des dreitägigen Trekkings ins Basislager, das auf 3‘100 m ü.M. am Minteke Fluss lag, tauchte das Team in die beeindruckende Bergwelt ein. Die Vorfreude auf die bevorstehenden Gipfel wuchs bei jedem zurückgelegten Meter. Auch die Magen-Darmbeschwerden, mit denen die jungen Frauen die ersten Tage zu kämpfen hatten, konnten dem nichts abbringen. Nach drei Tagen und 58 km erreichte das Team zusammen mit 18 Eseln und fünf Pferden, die den Grossteil des Gepäcks transportierten, sowie weiteren Eseltreibern und drei Köchen das Base Camp.

Dass zur Akklimatisation viel mehr als nur das Gewöhnen an die Höhe zählt, erklärt Bergführerin und Lead-Guide Caroline George:

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Du machst dich vertraut mit den Leuten, die mit dir reisen, musst dich an das Essen gewöhnen und ein «Zuhause» für die kommenden drei Wochen schaffen. Und du musst ein Gefühl für die Umgebung entwickeln: die Distanzen, die Höhen, die Bedingungen, die Abgeschiedenheit. All das gilt es zu berücksichtigen, um Entscheidungen zu treffen, die für die ganze Gruppe funktionieren.
Caroline George
Bergführerin und Lead-Guide

Als Erstes nahm das Team den «Chratzberg» auf 5‘127 m ü.M. (übersetzt aus dem Kirgisischen) in Angriff. Über Schuttfelder, einen kurzen Gletscher und noch mehr Schutt erreichten sie den ersten vereisten Grat. Danach ging es über mehrere Eisaufschwünge auf den ersten gemeinsamen Gipfel. Nur wenige Tage nach der Akklimatisationstour feierten die Frauen mit der Besteigung des «Min Teke» auf 5‘500 m ü.M. einen weiteren grossartigen Erfolg. Im Vorfeld hatte das Team nur spärliche Informationen zur Region. Der Gletscher schien zuerst unpassierbar und der Weg zum Gipfel bestand aus blankem Eis. Insgesamt benötigte das Team drei Tage für den Aufstieg.

 

Neue Kletterroute am «Peak Achu»

Nach den gemeinsamen Gipfelerlebnissen beschlossen die Frauen, in zwei separaten Gruppen aufzubrechen. Während Ramona und Anne gemeinsam den «Peak 3» und damit einen weiteren Fünftausender erfolgreich bestiegen, nahmen die anderen vier die 350 m steile Südwand des «Peak Achu» in Angriff und konnten dort bei perfekten Granitverhältnissen eine neue Kletterroute im Schwierigkeitsgrad 6c eröffnen.

Nach 30 Tagen kehrte das Team reich an Erfahrungen und ohne Verletzungen in die Schweiz zurück.

Ramona Volken
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Nicht nur aus bergsteigerischer Sicht war die Reise eindrücklich. Das Kulturelle hatte einen ebenso grossen Einfluss auf unser Abenteuer. Die Eseltreiber, der Austausch mit unseren Köchen, die sprachlichen Herausforderungen mit den Einheimischen, all das hat uns als Team stark zusammengeschweisst.
Ramona Volken
SAC-Expeditionsteam

Das Frauen-Team im Schweizer Fernsehen SRF

Sei dabei, wenn Rahel, Ramona, Lydiane, Anne, Lisa und Florence sich auf ihre erste gemeinsame Tour im Mont-Blanc-Gebirge begeben oder sich mit Rissklettern und der eher ungeliebten, aber vielleicht notwendigen Artif-Technik auseinandersetzen. Das Schweizer Fernsehen SRF begleitet das Damen-Team während ihrer Ausbildung auf Schritt und Tritt.
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