Mit Spass und Gleichgesinnten bessere Alpinisten werden | Schweizer Alpen-Club SAC

Mit Spass und Gleichgesinnten bessere Alpinisten werden Jugendorganisationen bieten Jugendlichen solide Skitourenausbildungen

Das Ziel der Jugendorganisationen (JO) ist klar: Jugendlichen eine gute und umfassende Ausbildung bieten, so dass sie danach selbstständig leichte Touren durchführen können. Was nebst einem grossen Lerneffekt garantiert ist, ist der Spassfaktor.

Viele Jugendorganisationen (JO) der Sektionen sind sehr aktiv und bieten den Jugendlichen attraktive und professionelle Angebote. Trainings, Touren, Ausbildung: Nebst viel Spass sollen die Jugendlichen dabei lernen, aufeinander Rücksicht zu nehmen und Verantwortung zu tragen. Ziel ist, dass sie selbstständig Touren planen und durchführen können, also zu verantwortungsvollen Alpinistinnen und Alpinisten heranwachsen. Besonders bei Jugendorganisationen (JO) im urbanen Raum sind Ski- und Hochtouren eher rückläufig. Der Skitouren-Lehrgang der JO Bachtel «Lernen, selbstständig auf Skitouren zu gehen» ist ein gutes Beispiel dafür, wie Einsteigerinnen und Einsteiger abgeholt werden und eine neue Kerngruppe für die Sportart gebildet werden kann. Nachfolgend schildern uns ein paar Jugendliche frisch von der Leber weg ihre Eindrücke.

Bildergalerie der Projektwoche der Sektion Bachtel

Einführungsabend

Einführungsabend: Endlich startet unsere Skitourenausbildung! Nebst dem Verteilen und Anpassen unserer Ausrüstung gab es auch genug Zeit sich kennenzulernen. Aufgrund unserer grossen Vorfreude und einigen eisbrechenden Spielen kamen wir sehr schnell super miteinander aus. Wir kochten sogleich den gemeinsamen Znacht, der perfekt gelungen ist. Satt und zufrieden lernten wir, wie der Rucksack optimal gepackt wird und bekamen nützliche Tipps dazu. Nach einer kurzen Einführung in die Tourenplanung ging der Abend auch schon zu Ende und alle erwarteten gespannt das nächste Wochenende.
Aline und Lena

Einsteigerskitour

Mitte Januar gingen wir auf eine Tagestour im Toggenburg für den ersten Praxistest des Materials. Die erste Herausforderung stellte das Anfellen dar. Ein frisch geklebtes Exemplar wollte sich nicht vom Plastik trennen lassen. Mit vereinten Kräften gelang das schliesslich doch, allerdings nicht ohne das Plastik ebenfalls in zwei Teile zu reissen. Danach ging es in vier Gruppen endlich los. Die eigentlich gemütliche Tour barg nicht nur für Teilnehmer Stolpersteine, auch Leiter kamen nicht ungeschoren davon. Ganz gemäss Vorführeffekt zeigte sich die umwerfende Wirkung von Spitzkehren. Mit wechselhaftem Wetter erreichten wir schliesslich unser Ziel und wurden sogar mit einem Blick zwischen den Wolken auf den Walensee belohnt. Nach einer Pause halfen uns die Skier die frisch eingeschneiten Steine wieder zu finden, und manch einer kam auf der Abfahrt in den Genuss eines ausgiebigen Schneebades. Schlussendlich kamen aber alle wohlbehalten im Talboden wieder an. Mit und trotz diversen neuen Geschichten und Erfahrungen war die kollektive Schlussfolgerung: Neuschnee macht Spass!
Livia
 

Lawinenausbildung

Lawinenausbildung: Alle waren pünktlich, ausser diejenigen, welche Tourenskiern mit Alpinskiern verwechselt haben. Im Bus nach Elm sahen wir rechts und links nur grüne Felder, so dass alle dachten: «Wo sollen wir denn da hochlaufen?». Weiter hinten im Tal gab es dann etwas mehr Schnee. Nach einem erfrischenden Mittagessen auf der Sonnenterrasse der Hütte teilten wir uns in fünf Gruppen auf, um an verschiedenen Posten zu schaufeln, zu sondieren, erste Hilfe zu leisten, Touren zu planen und Schneeprofile zu graben. Nach eiem 4-Gang-Abendessen mit Suppe, Salat, Risotto und Dessert und innigen Saucen-Diskussionen, spielten wir alle Karten. Es wurden verwirrende Kartentricks gezeigt und viel gelacht. Am Abend gegen 10 Uhr gingen alle völlig erschöpft ins Bett.
Sonntagmorgen, kurz nach sieben in der Früh: Als wir aus der Hütte traten, offenbarte sich uns eine gewaltige Bergkulisse. Hier dürfen wir unser neu gewonnenes Wissen vom Vortag in die Praxis umsetzen. Bereits passierten die ersten Tourengänger aus dem Tal die Skihütte. Viele von ihnen werden an diesem Tag den Gross Chärpf besteigen. Wir jedoch folgten nicht der «Touren-Autobahn», sondern begaben uns lieber auf die Suche nach Pulverschnee in den schattigen Hängen unterhalb der Hausstock-Nordwand. Der erste Aufstieg über einen mit Erlen bewachsenen Geländerücken war die ideale Gelegenheit, um unsere Spitzkehren-Technik in ungefährlichem Gelände zu verfeinern. Oben angekommen, legten wir eine kurze Pause ein, so dass die ganze Gruppe wieder zusammenfinden konnte. Leicht verschwitzt und fröstelnd kam uns die Idee, ein Schneeprofil zu graben. Aus der Aufwärmübung wurde letztendlich eine Repetition der V-Grabtechnik sowie eine aufschlussreiche Analyse des Schneedeckenaufbaus und der möglichen Lawinenprobleme. Den weiteren Verlauf der Tour nahmen wir wieder in kleineren Gruppen in Angriff. Da sich der erhoffte Pulverschnee unter einer gefrorenen Schneeschicht versteckte, mussten wir im Aufstieg und in der Abfahrt vorsichtig sein. Als Einsteiger profitierten wir umso mehr von diesen Schwierigkeiten, da wir so lernten, uns bei allen Schneebedingungen sicher zu bewegen. Nach kniffligen, rasanten und spassigen Abfahrten trafen wir uns schliesslich alle in Elm zu einer abschliessenden Jassrunde samt Apfelstrudel.
Julia und Samuel

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