Mit deinen Wanderschuhen trittst du in die Stube der Pflanzen und Tieren ein. Dabei geniesst du viele Freiheiten: Du bestimmst die Tour, den Weg, deinen Rhythmus. Bei all diesen Entscheidungen solltest du immer daran denken, dass du ein privilegierter Gast in den Bergen bist.

Viele Tiere und Pflanzen leben in dieser Umgebung und kämpfen unter oftmals harschen Bedingungen ums Überleben. Viele von ihnen sind hochspezialisiert auf bestimmte Umgebungen und reagieren sensibel auf Eingriffe - wie etwa das Auerhuhn. Es braucht lichte, aber reich strukturierte Nadelwälder mit vielen Zwergsträuchern und Schutz vor Störungen. 

Knigge für Wanderer

Ein paar Tipps helfen dir, dich rücksichts- und respektvoll in der Natur zu bewegen. So kannst du viel dazu beitragen, dass du und alle Wanderer nach dir diese einmaligen Naturerlebnisse in alpiner Landschaftt auch in Zukunft geniessen können. 

1. Beachte Einschränkungen 
Beachte Informationstafeln zu Schutzgebieten.

2. Benutze bestehende Wege und Routen
Damit schonst du sensible Lebensräume für Pflanzen und Wildtiere. Respektiere Privatland und schliesse Weidegatter.

3. Fotografiere Blumen, statt sie zu pflücken
Pflanzen sehen in der freien Natur am schönsten aus. Sammle Beeren und Pilze massvoll und halte dich an Schontage.

4. Halte die Umwelt sauber
Nimm Abfall wieder mit ins Tal. Halte für die Notdurft gebührend Abstand zu Gewässern, decke Exkremente und Toilettenpapier zu. Papiertaschentücher oder gar Feuchttücher sind wegen der langen Verrottungsdauer ungeeignet.

Beachte ausserdem immer folgende Punkte:

Verantwortungsvolles und umweltfreundliches Verhalten gegenüber Natur und Mitwelt ist nicht auf die Tour beschränkt. Auch das Vorher und Nachher, die Planung, die Wahl des Verkehrsmittels und die Übernachtung gehören dazu und tragen wesentlich zum Gelingen der Tour bei.

5. Reise umweltverträglich an
Nutze die vielen Vorteile öffentlicher Verkehrsmittel. Falls es ohne Auto nicht geht: Fahrgemeinschaften bilden und Mobility oder Alpentaxi für Teilstrecken einsetzen.

6. Berücksichtige Fahr- und Parkverbote
Auf Waldstrassen gilt meist ein Fahrverbot. Vermeide wildes Parkieren - dieses ist ein Ärgernis für Landwirte und Grundeigentümer und kann Flurschaden anrichten.

7. Konsumiere lokal und schone Ressourcen
Übernachte vor Ort und kaufe lokal ein, um die Bergregionen zu fördern und die Ökobilanz deiner Tour zu verbessern. Gehe sparsam mit Wasser und Energie in den Gebirgsunterkünften um. Sie sind knapp!

8. Campiere, aber richtig
Wenn du im Freien übernachten möchtest, kläre vorgängig ab, ob es erlaubt ist. Lass nichts zurück ausser deinen Fussabdrücken. In unserem Merkblatt "Campieren und Biwakieren" findest du weitere wertvolle Tipps. 

9. Benutze bestehende Feuerstellen
Jede neue Feuerstelle zerstört Vegetation und Boden für Jahre. Beachte die aktuelle Waldbrandgefahr.

10. Führe deinen Hund an der Leine, insbesondere im Wald
Wildtiere flüchten vor frei laufenden Hunden und werden häufig von ihnen gejagt. Das bedeutet viel Stress für die Wildtiere.