In hohem Schnee vorwärts zu kommen, ist anstrengend. Wer auf einer Skitour schon einmal eine eigene Aufstiegsspur anlegen durfte, weiss wie kräftezehrend das ist. Den Wildtieren ergeht es nicht anders. Darum benötigen Wildtiere Schutz - und vor allem Ruhe. Deshalb sind Zugangsbeschränkungen im Winter eine sinnvolle Sache. Denn jede Störung und darauffolgende Flucht im Schnee raubt den Wildtieren wertvolle Energiereserven, die unter Umständen über Leben und Tod entscheiden.

Anders im Sommer: Die Lebensräume der Wildtiere sind dann viel grösser als im Winter. Das Futterangebot und die Rückzugsorte zahlreich. Eine Störung ist dann meist nicht existenziell. (Ausnahmen: Etwa bodenbrütende Vögel wie das Auer- und Birkwild.) Darum sind wir der Ansicht, dass Zugangsbeschränkungen im Sommer nicht nötig sind. Im Gegenteil: Sie sind kontraproduktiv. Denn unverhältnismässige Einschränkungen gefährden die Akzeptanz der Bergsporttreibenden für Naturschutzanliegen. 

Wildschutz

Der SAC wünscht sich, dass der Schutz auf national prioritäre Arten gelegt wird - wie etwa Auer- und Steinwild und weniger auf Schalenwild. Dies ist aus Biodiversitätssicht sinnvoll.

Eidgenössische Jagdbanngebiete und Wildruhezonen

Im 19. Jahrhundert wurde sämtliches Schalenwild in der Schweiz fast oder gänzlich ausgerottet. Zum Schutz des Wildes wurden eidgenössische Jagdbanngebiete (EJ) eingerichtet. Heute sind Überbestände vorhanden, die jedes Jahr bejagt werden müssen. 1991 wurde die Zielsetzung vom Jagdverbot zum Lebensraumschutz erweitert. Grossflächige Einschränkungen unter anderem für den Wintersport waren die Folge. Seit 2012 sind nur noch die Routen der swisstopo-Schneesportkarten erlaubt, obwohl viele traditionellen Routen dort gar nie eingetragen wurden. Mit der Umbenennung der eidgenössischen Jagdbanngebiete in Wildschutzgebiete geht diese Entwicklung weiter. 

 

Wintersport – Wildschutz – Wildruhezonen: Wir setzen uns seit Jahren dafür ein, dass dieses Themenfeld einer breiten Bevölkerung bekannt wird. Seit der Jahrtausendwende wurden besonders in Berggebieten zahlreiche Wildruhezonen ausgeschieden. Dieser Prozess geht weiter.

Wir erachten Wildruhezonen als geeignetes Lenkungsinstrument für ein naturverträgliches Nebeneinander von Wildtieren und Bergsportlern, wenn konkrete Konflikte bestehen. Und insbesondere, wenn gefährdete Arten geschützt werden sollen. Wir verstehen uns als Partner der Behörden und wollen bei der Diskussion um die Ausscheidung von neuen Wildruhezonen frühzeitig einbezogen werden.