A. Ludwig: Über glaciale Erosion und über die Ursachen der Eiszeit

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der Eiszeit. Separatabdruck aus dem Jahrbuch 1905 der St. Gallischen naturwissenschaftl. Gesellschaft. Sr. Gallen 1906.

Aus einem Saulus wird ein Paulus, ein aufrichtiger Anhänger der Anschauung, daß die heutigen Formen des Alpengebirges und des Vorlandes allein auf Wirkung der Verwitterung und der Erosion des fließenden Wassers zurückzuführen seien, stößt auf manche Erscheinungen, speziell in der Nähe von St. Gallen, welche sich durch jene Faktoren nicht erklären lassen, wohl aber bei Annahme einer intensiven Erosion durch die eiszeitlichen Gletscher. Und so wird er ein ebenso überzeugter Anhänger der von manchen Geologen nur in sehr beschränkter Weise zugestandenen Gletschererosion, und vieles erscheint ihm jetzt ohne weiteres verständlich ( Dimensionen und Querprofile alpiner Täler, Flußablenkungen und Bifurkationen, manche Gipfelformen ). Der Verfasser setzt sich im weitern auseinander mit Penk und Brückner einerseits und Heß anderseits, und namentlich in der Frage der präglacialen Landoberfläche kommt er zu etwas andern Resultaten. Interessant ist die Hypothese, daß es für die Annahme, bezw. das Eintreten der Eiszeit einer Klimaänderung eigentlich gar nicht bedürfe, indem, die hohe Lage der einstigen Talböden ro ipso eine lokale Temperaturerniedrigung und, daraus folgend, eine stärkere Vergletscherung bedingt hätten. Die Erniedrigung des Gebirges durch die Glacialerosion hätte dann konsequenterweise ein Hinaufrücken der Schneegrenze, Abnahme der Vergletscherung und einen allmählichen Übergang in den heutigen Zustand nach sich gezogen. Die Interglacialzeiten wären dann besonders Zeiten der Ablagerung, die Vergletscherungen aber erhielten ihre speziellen Impulse durch Hebungen des Gebirges.B. Zeller.

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