Alpine Unglücksfälle 1907

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Nur die tödlich verlaufenen, mit dem Bergsport örtlich und ursächlich in Zusammenhang stehenden Unglücksfälle sind berücksichtigt, während alle nicht alpinistischen Mißgeschicke von Arbeitern, Militärs, Jägern, Schmugglern u. s. w. und alle bloßen „ Unfälle ", von den leichtesten bis zu den schwersten, weggelassen sind — dies im Gegensatz zur gleichen Statistik der M. D. Ö.A.V., welche demgemäß zu weit höherer Unglückszahl gelangt als der Referent.

Bei der Aufzählung der einzelnen Unglücksfälle sind, wie immer, die winterlichen Touren den subalpinen und hochalpinen vorangestellt.

So haben wir:

A. Im Winter.

121. April. Am Speer, einem vielbesuchten Aussichtsberge der Schweiz, stürzten beim Abstieg, als Opfer der winterlichen Verhältnisse, zwei Clubmitglieder der Sektion Uto, E. Kasser und O. Ägerter, über eine 100 m. hohe Wand ab. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 112; Alp. 1907, pag. 76.

2 ) 8. Dezember. Am Arlberg verunglückte, anläßlich einer in Gesellschaft ausgeführten Skitour, Dr. H. Hoffmann, indem er von einem plötzlichen Schneerutsch überdeckt wurde; Kopf voran wurde er, 1 m. tief nur, herausgegraben. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 296.

3 ) 25. Dezember. Am Schneeberg bei Wien ist der junge Tourist Bischofsky im Nebel und bei einbrechender Dunkelheit in der sogenannten Bockgrube tödlich abgestürzt und andern Tags von seinen Begleitern als Leiche geborgen worden. M. D. Ö.A.V. 1908, pag. 10.

B. Im Mittel-Vorgebirge.

125. April. Am Salève stürzten die zwei Jünglinge Bordier und Lagier tödlich über die „ Grande Paroi " ab. Alp. 1907, pag. 87.

212. Mai. An den Wänden des Gösing ( Niederösterreich ) ist anläßlich eines Kletterausfluges der 34jährige O. Pokorny infolge Fehltrittes tödlich abgestürzt. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 125, 141; Alp. 1907, pag. 110.

3 ) 26. Mai. Am Kl. Buchstein ( Gesäuse ) stürzte der junge F. Deutsch, der an einer entstellenden Krankheit litt, aus unbekannt gebliebener Ursache ( von gewisser Seite wird halbgesuchter Tod vermutet ) von den Felsen auf ein steiles Schneefeld ab, woselbst seine zerschmetterte Leiche zwei Tage später aufgefunden wurde. Seine Begleiter sollen sich bei dem Unfalle ziemlich unkorrekt benommen haben. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 141; Alp. 1907, pag. 110, 123, 130.

423. Juni. Am Totenkirchl im Kaisergebirge erlag, von einer Gesellschaft, die bei ungünstigem Wetter in der Höhe biwakieren mußte, der Kaufmann Großmann aus München der Erschöpfung. Alp. 1907, pag. 130.

5 ) 5. Juli. Am Grand Som ( Chartreuse ) stürzte von vier deutschen Studenten einer, namens Stempel, bei ungewöhnlichem Abstieg durch einen Kamin ab und verschied rasch darauf; die Bergung war eine recht schwierige. Alp. 1907, pag. 140.

6 ) 7. Juli. Am Kölleschroffen ist Hans Abrell tödlich verunglückt, indem er beim schwierigen Abstieg vom Übergang zur Köllespitze mit seinem Begleiter Betzmann in Nebel geraten und mehrmals abgeseilt, über Felsen abstürzte. Betzmann konnte nach zwei Nächten noch gerettet werden. M. D. Ö.A.V. 1907. pag. 178.

713. Juli. Am Dreispitz, Berner Oberland, verunglückte, infolge eines Krampfes, der junge Hans von Wyttenbach, der mit zwei Begleitern diese nicht gefährliche Sonntagstour unternommen hatte. Alp. 1907, pag. 130.

815. Juli. An den Cornettes de Bise ( Savoyen ) ist der junge Winzer Blanchet tödlich abgestürzt. Alp. 1907, pag. 130.

923. Juli. Am Predigtstuhl im Kaisergebirge stürzte im Botzongkamin der Alleingänger K. Werthmann aus München tödlich ab. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 180, 189; Alp. 1907, pag. 129, 153.

1023. Juli. An der Benedikten-Nordwand ist Lehrer Ullrich aus München als Alleingänger, beim Abkommen vom richtigen Weg, durch Ausbrechen eine Trittes, 100 m. abgestürzt und tot liegen geblieben. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 189, 200; Alp. 1907, pag. 141.

11 ) 24. Juli. Am Gantrist ( Stockhornkette ) ist der junge Rudolf Hostettler tödlich abgestürzt. Alp. 1907, pag. 141.

12 ) 28. Juli. Am Grossen Mythen glitt, beim Versuche mit einem Kameraden direkt aufzusteigen, der 26jährige Sattler Otto Intrau aus Erfurt aus und stürzte zu Tode. Alp. 1907, pag. 141.

13 ) 9. August. Am Fuß des Klein Schreckhorn auf dem Weg zwischen Bäregg und Schwarzegghütte ist der bergungewohnte Guido Gang, nur mit einem Bergstock versehen, tödlich abgestürzt; sein Begleiter hatte sich vorher von ihm getrennt. M. D. Ö A. V. 1907, pag. 200, 241; Alp. 1907, pag. 152.

1411. August. Am Plankenstein bei Tegernsee ist Sattler Woretz über die Nordwand abgestürzt. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 200; Alp. 1907, pag. 163.

1512. August. Am Zeiritzkampel ( Steiermark ) ist der Lehrer Kirschenhof er beim Versuche eines kürzern Abstieges tödlich verunglückt. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 200; Alp. 1907, pag. 164.

1618. August. Im Säntisgebiet stürzte von drei Touristen, die die Altenalptürme emporzusteigen versucht hatten, G. Wehinger in steilem Kamin infolge Ausbrechen eines Steines rücklings ab und verschied sofort an Hinterhauptsbruch. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 215; Alp. 1907, pag. 152.

1726. August. Am Hochtausing. einem steilen, mit Rasen durchsetzten Felsberge der Ennstaleralpen, ist die 37 jährige Malerin M. Gelmo aus Wien abgestürzt. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 215; Alp. 1907, pag. 174.

18 ) Im August. Am Mer de glace wurde Frl. Beyerink durch Steinschlag getötet; weitere Angaben fehlen. Alp. 1907, pag. 140.

19 ) Im August. Am Loher ( in Steiermark ) ist der 19jährige Alex. Weiß, als er wegen Müdigkeit seine Begleitschaft verließ, abgeirrt, in die Felsen geraten und tödlich abgestürzt. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 189; Alp. 1907, pag. 153.

201. September. Im Säntisgebiet ist der 19jährige Paul Ritter beim Übergangsversuch vom III. zum II. Kreuzberge, von zwei Kameraden begleitet, tödlich abgestürzt. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 215; Alp. 1907, pag. 163.

217. September. Am Herzogsfall in Kärnten ist der 18jährige Riehl tödlich verunglückt, M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 229.

22 ) 8. September. An der Benediktenwand in Oberbayern stürzte der 22jährige Techniker Hugo Mayer aus München an der Nordwand unterhalb des Kamins 150 m. ab zu Tode, vermutlich durch Ausgleiten auf glattem Felsen. M.D. Ö.A.V. 1907, pag. 229; Alp. 1907, pag. 189.

23 ) 9. September. Auf dem Racisce, in Krain, ist der Gymnasiast Kuhel aus Laibach über eine 60 m. hohe Wand zu Tode gestürzt. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 229.

2412. September. Am Scheffauerkaiser ist cand. vet. Fritz Hartmann aus München über die Nordwand abgestürzt, wie verlautet, infolge Ausbrechens eines Felsblockes. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 229; Alp. 1907, pag. 189.

2522. September. Am Totenkirchl im Kaisergebirge hat Lieut. Hans Rühl, ein tüchtiger Bergsteiger, durch Absturz das Leben verloren, und zwar bei Überkletterung des Südostgrates, infolge Versagens des Kletterschlusses. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 241; Alp. 1907, pag. 204.

26 ) 22. September. An der Benediktenwand ein dritter tödlicher Unglücksfall, indem der bergtüchtige Buchdrucker Max Bickel aus München, der mit zwei Gefährten die Nordwand zu erklettern versucht hatte, etwas unter dem Gipfel infolge Ausbrechens eines Rasenbüschels 150 m. tief abstürzte und als Leiche liegen blieb. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 241; Alp. 1907, pag. 204.

27 ) 30. Oktober. Am Sturzhahn, im Totengebirge, 1903 m ., ist Lehrer Osk. Szabo, ein sonst tüchtiger Bergsteiger, trotz Abratens alleingehend, bei ausgesetzter Kletterei, im Nebeltreiben, beim Absteigen, wohl durch Ausgleiten auf dem Gipfelgrat abgestürzt und als verstümmelte Leiche unter großen Mühen zu Tale gebracht worden. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 253; Alp. 1907, pag. 215.

C. Im Hochgebirge.

113. Juli. An der Meije ( Dauphiné ) sind die zwei sehr gewandten italienischen Alpinisten E. Maraschini und Prof. Fr. Bertani aus Mailand durch Zerreißen eines permanenten Seiles an der Grande Muraille tödlich abgestürzt, 400 m. hoch auf den Glacier des Etançons. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 179; Alp. 1907, pag. 130, 141.

214. Juli. Am Col du Géant ist, seinen zwei Führern vorauseilend, in schroffen, vereisten Felsen, vom gewohnten Abstieg abkommend, der 42jährige Amsterdamer Hochtourist Sillem Hank tödlich abgestürzt und von den Führern als zerschellte Leiche unter der Wand des Mont Fréty aufgefunden worden. M.D.Ö.A.V.. 1907, pag. 179; Alp. 1907, pag. 141.

314. Juli. Hohe Tauern; bei Überschreitung der Birnlücke erlagen die zwei norddeutschen Schwestern Zastra der Kälte und Übermüdung; es waren fünf Damen mit einem Führer im Neuschnee unterwegs. M.D.Ö.A.V.. 1907, pag. 178; Alp. 1907, pag. 130, 141.

416. Juli. An der Grohmannspitze ( Dolomiten ) stürzte beim dritten ungewöhnlichem Aufstieg der geführte Dr. E. Schneider, Arzt aus Berlin, in losgeseiltem Momente, auf einem mit Neuschnee bedeckten Band 80 Meter hoch tödlich ab. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 179, 215; Alp. 1907, pag. 141.

517. Juli. Am Mönchsjoch im Eislabyrinth stürzte der Lehramts-kandidat'K .0. Büchel in eine Gletscherspalte und wurde am 23. Juli von einer zweiten Rettungskolonne als Leiche geborgen. Er wagte sich, trotz Warnung, von der Station Eismeer allein in jenes Gebiet. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 180; Alp. 1907, pag. 129.

6 ) 21. Juli. Am Weisshorn bei Arosa ist Kaminfeger Leuenberger über eine steile Halde und eine Felswand abgestürzt. Alp. 1907, pag. 129.

7 ) 31. Juli. An der Aiguille Méridionale d' Arves ( Dauphiné ) stürzte von 4 bewährten Touristen der junge, tüchtige Arzt Dr. Rob. von Wyß an schwieriger Stelle, wohl infolge Ausbrechens eines Griffes, rücklings auf die große Platte unter dem Mauvais Pas, durch 2 Seile, an denen er festgehalten wurde, aufgehalten. Fraktur des Hinterkopfes verursachte den raschen Tod. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 200; Alp. 1907, pag. 139.

8Anfang August. An der Jungfrau, Rottalseite, verunglückten die drei Mitglieder des Vereins der Naturfreunde, Luzern: Lehmann, Biedermann und Lehmkuhl, wohl infolge des damaligen Unwetters; die Leichen konnten erst viel später geborgen werden. Die Touristen waren den Schwierigkeiten nicht gewachsen. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 200, 216; Alp. 1907, pag. 152.

93. August. Am Wetterhorn, zwischen den Zybachplatten und der Glecksteinhütte, stürzte Frau Töplitz aus Warschau von dem ausgesprengten Wege auf das unten liegende Grasband ab; Schädelbruch verursachte den Tod; sie war begleitet von ihrem Mann und zwei Walliser Führern. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 200; Alp. 1907, pag. 140.

105. August. Am Matterhorn wurde beim Abstieg von der Alten Hütte auf dem sogenannten neuen Weg Reg.Rat Dr. Kath durch Steinschlag getötet; er gehörte einer führerlosen Partie an. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 199, 216; Alp. 1907, pag. 140.

116. August, An der Ahornspitze ( Zillertal ) ist Oberfinanzrat F. Masiczek infolge Gewitters vom Wege abgekommen und vermutlich in der Dunkelheit über die Felswand abgestürzt. Ein Hirte fand die Leiche andern Tags. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 200; Alp. 1907, pag. 163.

128. August. Am Pizzo Bianco ( Bernina ) sind die 2 Alleingänger, aber bewährte Hochtouristen, A. Kind und Alb. Weber, bei Unwetter, infolge Brechens einer Wächte, auf den Tschiervagletscher abgestürzt und als Leichen geborgen worden. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 199; Alp. 1907, pag. 140.

138. August. An der Kleinen Bettelwurfspitze hatte sich in den Plattenhängen Otto Zaiser verstiegen, stürzte beim Abstiege 80 m. ab und war sofort tot. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 200.

148. August. In der Hohen Tatra am Simonturm ist von sechs Touristen der 20jährige Simon Wachter, infolge Verweigerns der Seilsicherung, auf ein Schneefeld abgestürzt, wo er zerschmettert liegen blieb. Alp. 1907, pag. 163.

159. August. An der Aiguille du Goûter ( Mont Blanc ) ist ein französischer Geistlicher, der in geführter Gesellschaft ging, vermutlich infolge Schwächezustandes und Auftretens auf losgeschmolzene Steine, dicht unter dem Gipfel, wo der steile Grat in ein Schneeplateau übergeht und abgeseilt wurde, 600 m. tief abgestürzt. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 200, 230; Alp. 1907, pag. 189.

1614. August. Am Matterhorn ist Hochalpinist Major Spörry, der mit zwei Begleitern den Berg traversierte, vom Unwetter zu Biwak gezwungen, andern Morgens den Folgen eines Blitzschlags, der Kälte und Anstrengung erlegen. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 200, 216; Alp. 1907, pag. 151.

1715. August. Am Monte Bagna ( Rocca del Nanda, 3229 m, Piémont ) ist die Dame Ada Costamagna, die den schwierigen Anstieg mit drei Ingenieuren unternommen hat, vom Schneesturm überrascht, der Kälte und Erschöpfung erlegen. M. D. Ö.A.V. pag. 200; Alp. 1907, pag. 153.

1822. August. An den Diable rets ist beim Abstieg im Nebel der 21jährige André Campiche über eine 150 m. hohe Felswand zu Tode gestürzt. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 215; Alp. 1907, pag. 152.

19 ) 26. August. Am Hundskehljoch ( Zillertal ) erlag beim sonst ganz ungefährlichen Übergang, infolge Schneesturms, von zwei Elsässer Touristen A. Folzer der Kälte, nachdem er seinen Begleiter Frühwald verloren hatte. Die Leiche wurde einige Tage später geborgen. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 215; Alp. 1907, pag. 174.

2028. August. Am Winklerturm ist der Alleingänger Assessor Dr. Bauer aus Posen, beim Einsteigen in einen schwierigen Riß, tödlich abgestürzt; er war nicht hinreichend klettergewandt; Übung und Fertigkeit fehlten ihm. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 215; Alp. 1907, pag. 163.

21 ) 28. August. Am Ankogel ist von zwei führerlosen, ungenügend ausgerüsteten Touristen Stadtbaumeister W. Siemering abgestürzt; die Leiche wurde nach zweitägigem Suchen gefunden und geborgen. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 215; Alp. 1907, pag. 174.

22 ) 8. September. Am Grossen Spannort ist von zwei Touristen, beim Überschreiten des Schloßberggletschers, infolge Bruches einer Wächte, U. Müller getötet worden, indem er unter einem Eisblock und Schnee begraben wurde; sein Begleiter Truninger, wenig verletzt, konnte sich frei machen und retten; sie hatten den gewohnten Weg verfehlt, waren ungenügend ausgerüstet und ortsunkundig. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 230; Alp. 1907, pag. 163, 174.

2318. September. Am Musterstein im Wettersteingebirge stürzte cand. ing. Ernst Bucher aus München, infolge Ausbrechens eines Steines, auf welchen er trat, tödlich ab. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 229.

2424. September. Am Langkofel ist Archivar Dr. Walzer, der mit A. Ortner zu spät aufgebrochen war, beim Ausweichen in die Felsen wegen Steinschlag und infolge Ausbrechens eines großen Blockes beim Sturze an Verblutung gestorben; das linke Bein war zertrümmert worden. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 241; Alp. 1907, pag. 203.

25 ) 30. Oktober. An der Sonnenspitze ( Mieminger-Gruppe ) ist Paul Hase, wie sein Begleiter Meidlein hochalpin ausgerüstet, wegen Wetter-Umschlag zur Umkehr gezwungen, auf steilem Rasen ausgeglitten und abgestürzt, so daß er nach einer Stunde seinen Verletzungen erlag. M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 265; Alp. 1907, pag. 215.

Die Alpen, bezw. der Bergsport forderte im Jahre 1907 insgesamt 62 Opfer ( 4 + 28 + 30 ) auf 55 Touren ( 3 + 27 + 25 ).

Winterliche Unglücksfälle sind trotz der außerordentlichen Zunahme der Winterexkursionen nur drei zu registrieren gewesen, und alle drei gehörten dem Mittelvorgebirge an, so daß das letztere Alpengebiet mit 28 Todesfällen auf 27 Touren dem hochalpinen Gebiete mit 30 Opfern auf 25 Touren ungefähr ebenbürtig ist.

Führer oder Träger sind 1907 keine verunglückt.

Von den 30 Hochtouristen waren 25 Alleingänger, bezw. Führerlose und fünf geführte Touristen.

Die Ostalpen figurieren mit 30, die Westalpen mit 8 und die Zentralalpen resp. die Schweiz mit 17 Fällen!

Elementare Gewalt ( Steinschlag, Nebel, Wetterumschlag, Lawinen, Schneesturm ) verursachte 15 der 55 Unglücksfälle; 8 blieben unaufgeklärt. Die Großzahl hätte verhütet werden können, wohl auch manche der durch elementare Gewalt verursachten.

Ausbrechen von Griffen und Tritten, Ausgleiten, Erschöpfung, Kälte, Wegabkürzung, Berguntüchtigkeit, Ortsunkenntnis, Abkommen vom Wege, Neuschnee forderten wieder viele Opfer; die Kletterschule erheischte deren 5. Vom weiblichen Geschlechte sind 5 Vertreterinnen verunglückt. 17 von den 62 Touristen waren junge Leute von kaum 20 Jahren!

Beim Edelweißsuchen und Blumenpflücken verunglückten 17 Personen.

An Touristenleichen sind gefunden worden: de Gaspari an der Civetta, Alp. 1907, pag. 164, M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 200; Taxer im Hagengebirge; Schönberg in der Tatra ( Svinica Spitze ), M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 180; Postbeamter Köchle in Vorarlberg ( Walsertal ), vermißt seit 5. September, am 21. Oktober 1907 gefunden, M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 266; Bullist an der Raxalpe von 1906 her, M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 253 — 254; Schütte im Spronsertal ( Meran ), M. D. Ö.A.V. 1907, pag. 189; Lt. Stöckl, 3. Juli 1907 am Fuße des Predigtstuhles, am 23. Oktober gefunden.

Vermißt sind: am Venediger seit 24. August der Träger Grabner und im Wettersteingebirge oder Karwendelgebirge tand. ehem. K. Bornemann.

Dr. W. Kürsteiner ( Sektion Bern ).

Dr. J. Jacot Guillarmod.

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