Der Spinnen-Mensch

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Spinnen-Mensch 1

Edmond Pidoux, Lausanne

Im Verlauf von hundert Jahren hat der Alpinismus zumindest drei grosse Revolutionen erlebt: die Entwicklung des Skisportes — wobei dieser Abkömmling inzwischen weit grösser und kräftiger geworden ist als sein Stammvater -, das Vordringen in den Himalaya, das einer Wiederholung der Geschichte der Bezwingung der Alpen entspricht, jedoch in einem sowohl in der Flächenausdehnung als auch in der Höhe weit grösseren Massstab, und schliesslich das Klettern mit technischen Hilfsmitteln, das Schranken beseitigte und Unmögliches möglich werden liess.

Diese drei Revolutionen haben so viele Möglichkeiten eröffnet, dass der Begriff Alpinismus dadurch praktisch gesprengt wird. Wollte man heute ein vollkommener Alpinist sein, was würde das bedeuten? Man müsste alles ausüben, alles kennen, zumindest alles verstehen wollen; doch wenn man alles will, bringt man gar nichts fertig...

Erfolg! Dies ist das Schlüsselwort, selbst wenn man es nicht ausspricht. Auch der Berg kennt ja seinen : Es ist der Gipfel, zu dem er sich aufschwingt und durch den er würdig wird, einen Namen zu tragen.

Heute erleben wir nun eine vierte Revolution durch die bis vor kurzem noch ungeahnte Entwicklung des Felskletterns. Allerdings vermag der bisherige Begriff des Kletterns diesem neuen Sport, der seine Jugendblüte erlebt, nicht mehr gerecht zu werden; man spricht deshalb besser von Freiklettern. Damit gesellt sich zu einer neuen Leidenschaft auch eine neue ( Bruderschaft ) und eine besondere Sprache der ( Eingeweihten ).

Beim Freiklettern geht es nicht um den Gipfel, sondern um den , wobei das Mass 1 Der vorliegende Beitrag befasst sich vor allem in seinem zweiten Teil mit der Persönlichkeit des französischen Spitzenkletterers Patrick Edlinger. Die hier niedergelegten Gedanken entstanden denn auch unter dem starken Eindruck, den die neuesportlicheForm des Bergsteigens und dessen Hauptdarsteller in den beiden Filmen ( La Vie au bout des doigts ) und ( Opéra vertical » auf den Autoren, den bekannten Westschweizer Schriftsteller Edmond Pidoux, gemacht haben. ( Die Red. ) des Erfolges in der Art und Weise des Vorgehens und dem damit verbundenen ganz persönlichen Stil liegt. Es ist mit allen seinen Feinheiten und dem Hochgefühl, das es vermittelt, ein Klettern um des Kletterns willen: l' art pour l' art.

Der Vorteil der Klettergärten liegt in ihrer grossen Anzahl sowie darin, dass es sie fast überall gibt. Sie sind leicht von den Wohnge-bieten aus zu erreichen, manche sogar zu jeder Jahreszeit. Selbst die Holländer brauchen nur zwei Autostunden, um zu den Felsen der Maas zu gelangen; die Engländer haben ihre Granit- und Kalkriffe; andernorts gibt es Sandstein, Schiefer und Konglomerate ( Nagelfluh ). Solche Steilfelsen finden sich für jeden Geschmack und für alle Techniken, mit unzähligen Routen in allen Variationen und Möglichkeiten. Genug, um die ganze Freizeit in Anspruch zu nehmen, und für einige Spitzenkletterer wird die Auseinandersetzung mit dem Fels sogar zur einzigen Beschäftigung.

Wie alles Menschliche, enthält auch das Freiklettern viel Widersprüchliches. In einer Welt, wo der einzelne sich verloren fühlt, ist es Ausdruck des Bedürfnisses, sich selbst zu erkennen und zu bestätigen. In der Felswand setzt der Kletterer alle seine Fähigkeiten ein, äusserste Konzentration und auch äusserste Entspannung; zwei Anforderungen, die einander entgegengesetzt scheinen. Dann aber, noch erfüllt von seinem persönlichen Erleben, fühlt der Kletterer den Drang, seine Entdeckung eines neuen Freiraums bekannt zu machen. Damit setzt er jedoch das, was er für sich allein gewonnen hat, dem Ansturm der Massen aus. Der Andrang auf manche Felsen, darunter den schönsten, und das Gedränge werden unerträglich - sowohl für den Kletterer als auch für die Einwohner dieser Gebiete, die mit Verboten reagieren.

Auf die Freiheit folgen somit wieder Beschränkungen.

Es ist leicht, dieses Bedürfnis nach Veröffentlichung des Entdeckten als Eitelkeit anzu-prangern, die stets an allem, was wir sagen, denken und tun ihren Anteil hat. Aber weit we- Patrick Edlinger anlässlich einer Solobegehung sentlicher scheint mir dabei ein Gefühl der Solidarität: Man hat das Wagnis allein unternommen, doch - selbst wenn man sich dessen nicht bewusst ist - letztlich mit dem Ziel, dass andere folgen. Es ist nicht vorstellbar, dass man einen Weg zur Erweiterung der begrenzten menschlichen Möglichkeiten entdeckt-Deltasegeln, Surfen, gestern Skilaufen, heute Freiklettern - ohne nicht auch bald zu versuchen, andere dafür zu begeistern. Jeder ist auf irgendeinem Gebiet zum Entdecker und Anführer berufen. Darin ähneln wir jenen Zugvögeln, die wir in keilförmiger Formation, als ein Bild von Spitze und Masse zugleich, am Himmel sehen.

Wer hat nicht schon davon geträumt, an der Spitze zu stehen, und sei es auch nur im Café du Commerce?

Zunächst muss man einem andern folgen: Bewunderung führt zur Nachahmung. Doch bald gleitet das Nacheifern in einen Wettstreit über, der Wettstreit in Nebenbuhlerschaft und schliesslich in offene Feindschaft. Ist man nicht wachsam, so ist dieser böse Wandel vom Besten zum Schlimmsten unvermeidlich. Mehr als einmal habe ich, wenn ich Alpinisten von Rang und Namen sprechen hörte, unter der Härte ihres Urteils übereinander gelitten; ihres Urteils über Männer vom Format Bonattis, Rébuffats und Heckmairs, die ich bewundere. Doch ich habe dasselbe auch bei Künstlern, Musikern und Schriftstellern, ja selbst bei Philosophen und Predigern erlebt. Man begeistert sich gemeinsam, dann vergleicht man sich, wird eifersüchtig und tut sich - letzte Stufe des Wettstreits - gegenseitig in den Bann. Im Bewusstsein, dass der Wettstreit und damit das Bedürfnis, Hierarchien aufzustellen, zu unserer Natur gehören, möchte man ihn doch zumindest vom subjektiven Urteil unabhängig wissen. Chronometer und Massstab sollen als Schiedsrichter dienen, doch sie können nur Mengen messen, wo Qualität beurteilt werden sollte; damit kommt es zu der lächerlichen Situation - vor der man die Augen schliesst -, dass eine Hundertstels-sekunde oder einige Zentimeter auf tausend oder zweitausend Meter den Abstand zwischen dem glorreichen Ersten und jenem Zweiten bestimmen, dem man kaum mehr das Lebensrecht zugesteht.

Das heisst letztlich, von vornherein alles am Sport unberücksichtigt zu lassen, was ihn mit der Kunst verbindet. Ist dies aber nicht möglich, wie bei der Gymnastik und einigen Diszi- plinen des Schlittschuhlaufens, muss man sogleich wieder Parteilichkeit und chauvinistische Subjektivität feststellen, wenn nicht sogar einen Mangel an Sensibilität und gutem Geschmack der Schiedsrichter. Dies ist der Preis der Kunst und ihres höheren Gehalts.

Es ist bekannt, dass in der UdSSR versucht wird, die Kunst des Kletterns in steilen Felswänden durch chronometrisierte Schnelligkeitswettbewerbe zahlenmässig zu erfassen 2; die Sicherung erfolgt dabei durch ein unten über eine Winde laufendes Seil. Man kann fast sicher sein, dass diese Art des Wettkampfes sich am Ende durchsetzen wird. Sie entspricht einem Bedürfnis nach Sensationen: das Schauspiel ist gesichert, das Ergebnis unzwei-felbar, das Geld kann seine Rolle als Anreiz und Gewinn spielen und hat den Chauvinismus zum Partner.

Klettern als zukünftige olympische Disziplin?

Warum nicht? werden jene sagen, die - als Ausübende - den Gewinn durch die Finanzhilfe von Sponsoren in Betracht ziehen, oder -als Zuschauer - die Spannung des Kampfes und den Anteil am Ruhm der Sieger. Doch um unsere Ratlosigkeit, die wir das Freiklettern ebenfalls als echte Kunst ansehen, zu erhöhen, bleibt eine Tatsache unbestreitbar: die allgemeine Verbreitung, die Quantifizierung und die interessierte Ausübung tragen zur Entwicklung und Vervollkommnung jeder Kunstform bei. Hier gilt das gleiche Gesetz wie für den Dünger und die Rose. Es wäre vergebens, wollte man die Entwicklung in jenem besonderen Augenblick aufhalten, in dem das Neue noch frisch ist, die Begeisterung noch glühend und rein, wenig am äusseren Schein interessiert, voll auf das Wesentliche konzentriert und noch nicht durch Rivalitäten gestört.

Diese Betrachtungen habe ich nach meiner Begegnung mit dem Franzosen Patrick Edlinger niedergeschrieben, der sich voll dem Freiklettern widmet. Ich hatte beim Filmfestival von Les Diablerets3 ( La Vie au bout des doigts> gesehen, den Film, den ihm Antenne 2 gewidmet hat. In meinem Bericht in den ALPEN habe ich im Hinblick auf ihn von der ( Begabung einer menschlichen Spinne ) und von ( tänzerischer Freude ) gesprochen.

2 Heute lässt sich hier allerdings bereits eine gewisse Abwendung vom reinen Geschwindigkeitsklettern feststellen. Dafür wird dem Kriterium ( Schwierigkeit ) ein höherer Stellenwert beigemessen. ( Die Red. ) 31983. ( Die Red. ) Eine Fernsehsendung ermöglichte mir ein langes Gespräch mit dem Klettervirtuosen, dessen zweiter Film, ( Opéra vertical ), in der Schweiz seine Erstaufführung erlebte. Dabei hat ein, zwischen zwei Sequenzen in Grossaufnahme eingeschobenes Spinnennetz, den tieferen Gehalt meines Vergleichs bestätigt. Und der choreographische Charakter des Kletterns entstammt offensichtlich der Bühnen-kunst. Man sieht, wie der Kletterer mit dem Felsen eins wird, ihn deutet, Passage um Passage, wie ein Musiker, der eine Partitur beherrscht - oder von ihr beherrscht wird. Durch die einfühlende Berührung verschmilzt er sozusagen mit der Form und der Struktur des Gesteins, ja selbst mit seiner Farbe und seiner Temperatur. Wir sehen ein Spiel mit den Gesetzen des Gleichgewichts und der Kräfte. Danach versteht man nun auch die Überzeugung der Kletterer, mit diesem gefühlsbetonten Spiel etwas Neues, Eigenes geschaffen zu haben. Indem sie ihren Routen Namen geben, bezeugen sie ihre Vaterschaft und ihr unbedingtes Recht zu diesem Taufakt - nur bedauerlich für jene, die über ihre Benennungen lachen.

Das Gespräch mit Patrick Edlinger hat mir noch in weit höherem Masse als es durch das Bild möglich war, zum Verständnis seiner Art zu klettern - und zu leben - verholfen.

Der heute dreiundzwanzigjährige Patrick Edlinger wurde in Barcelonette geboren. Seine Eltern, selbst Alpinisten, haben ihm Verständnis entgegengebracht und ihn in der mit seinem vierzehnten Lebensjahr einsetzenden Leidenschaft ermutigt. Er erinnert sich seiner Anfänge und erkennt die Bedeutung eines Vorbildes in diesem Alter. Daraus ergibt sich auch sein Verantwortungsgefühl als Erwachsener gegenüber den Jungen. Es stimmt, dass der Fels den, der sich überschätzt, schnell wieder auf seinen Platz verweist. Edlinger erinnert sich an einen seiner jugendlichen Versuche, der in Panik endete. ( Du hast noch alles zu lernen ), hatte der Berg ihm damals klargemacht.

So hat er sich dann selbst in der hohen Schule des Kletterns ausgebildet und all seine Zeit dafür verwendet. Dies unter Verzicht auf andere Schulen und mögliche Studien. Doch wenn man in einer Disziplin Perfektion anstrebt, schreitet man zugleich im Gesamtbe-reich seiner Existenz voran. Die schöpferische Tätigkeit führt deshalb zu einer kulturellen Ausweitung und Vertiefung. Edlinger hat sich so zu einem Mann entwickelt, dessen ganzes Denken von Reife zeugt.

Heute widmet er während zehn Monaten des Jahres je fünf Stunden täglich dem Klet- Patrick Edlinger beim Strickleiter-training tern in den Calanques bei Marseille, im Verdon und andernorts. Und Hochgebirgstouren? Auch solche - mit hohem Schwierigkeitsgrad - unternimmt er; doch ihm genügen wenige, so wie ein Instrumentalvirtuose sich eilt, von den grossen Symphonien zur Kammermusik zurückzukehren, in der seine Musikalität am besten zum Ausdruck kommt.

Der Sonate entspricht in Patrick Edlingers Urteil das Klettern im Alleingang; es ist dies die schönste Form: mit blossen Händen, manchmal auch nackten Füssen, fast unbekleidet, um völlig mit dem Fels zu verschmelzen. Im Film erkennt man dank des Teleobjektivs, wie seine Finger die Griffe auf eine Art ertasten und erfassen, dass sie unter den Händen zu wachsen scheinen. Die Bewegungen, die der Fels ihm abverlangt, sind dabei so natürlich und vielfältig, dass ein völlig harmonischer Ablauf entsteht. Der Kletterer bestätigt mir dann auch:

Ein Urteil über unsere Zeit?

Der Titel des letzten Films des französischen Kletterers,

Wenn auch die ästhetische Dimension des Kletterns deutlich geworden ist, so muss man doch Edlinger nach der ethischen und philosophischen Dimension seiner Kunst fragen. Denn schliesslich hat sich da ein junger Mensch dem Klettern geweiht, wie man sich einer Religion hingibt, und er opfert alles für das, was ihm wesentlich erscheint und was die andern als völlig unnütz ansehen. Zweifellos kann er, wie viele Spitzensportler, dank der Unterstützung durch Sponsoren von dieser Tätigkeit leben. Aber haben wir da nicht wieder die ( Wechsler im Tempel )?

Edlinger ist sich des Risikos bewusst und auch der Eifersüchteleien, die ihm seine finanzielle Unabhängigkeit einträgt. Soll er sich unterkriegen lassen oder verbittern? Eine Herausforderung mehr, die es in Einsamkeit und Wachsamkeit anzunehmen gilt.

Doch das Altern, das unvermeidliche Nachlassen der Form?

Auf diese Frage ist Edlinger vorbereitet. Nein, er fürchtet sich nicht davor. Wenn das Alter kommt, wird das eine neue Erfahrung sein. Doch die Freude ist gleich für den, der beim 4. oder sogar beim 3. Schwierigkeitsgrad seine Höchstgrenze erreicht, wie für den andern, der über den 6. oder selbst über den 7. Grad hinaus gelangt. Vielleicht ist sie sogar grösser, wenn man sich mit niemandem mehr messen muss, sich auf sich selbst beschränken kann.

Jeder echte Alpinist wird für den Künstler-Kletterer, den uns die beiden Filme ( La Vie au Patrick Edlinger mit einem Seilkameraden in der letzten Länge der Route « Surveiller et punir ) ( Verdon, F ) bout des doigts ) und

Patrick Edlinger stellt das Leben, das er gewählt hat, nicht als Vorbild hin. Er findet dabei in der Freiheit - bzw. im Rahmen der ihr selbstauferlegten Beschränkungenden vollen Sinn seiner Existenz, jedenfalls vorläufig; denn er ist gescheit genug zu wissen, dass es andere Möglichkeiten und andere Inhalte des Lebens gibt - ebenso wie man Hunderte von Möglichkeiten finden kann, aus seinem Leben nichts zu machen.

Dies alles lautet in Edlinger Sätzen oder in solchen, die ich nach langen Gesprächen formuliert habe, etwa wie folgt:

- Das Leben geht so schnell vorüber! Man darf deshalb keinen einzigen Augenblick versäumen!

- Jeden Tag so leben, als sei er der einzige, zugleich erste und letzte.

- Achtung für jeden, der die gleiche Vorstellung von einem wagemutigen - nicht wag-halsigenLeben hat.

- Das Leben ist zu kostbar, als dass man mit ihm spielen dürfte. Spielen? Ja, so wie man ein Instrument spielt. Aber nicht ein dummes Glücksspiel.

- Allein in die Felswand einsteigen? Das ist die schönste Form des Kletterns. Aber niemals, ohne sicher zu sein, dass man es gut zu Ende führt, niemals, ohne vollkommen vorbereitet zu sein. Anders ist es nicht nur töricht, es ist falsch.

- Ein Risiko besteht trotz allem und immer. Das ist aber kein Grund, weitere Risiken auf sich zu nehmen.

- Klettern ist für mich heute das Wesentliche. Die Freude, die es mir bereitet, ist ein ausreichender Beweis für die Richtigkeit mei- ner Wahl. Es gibt andere Werte: Die Zeit wird sie mir bringen, und ich werde sie pflegen. Aber warum vorgreifen, wenn mich die Gegenwart reich beschenkt?

- Jeder hat seine Grenzen. Man ist stets im Vergleich zu andern Lebewesen -Vogel, Spinne - behindert. Die Freude liegt darin, zu den Grenzen seiner selbst und seines Reiches vorzustossen.

- Ich nehme schon im voraus das Alter an. Ich habe das Leben gewählt, und das Alter ist ein Teil von ihm. In eine Felswand einzusteigen bedeutet, von vornherein alle Passagen zu akzeptieren.

- Sich selbst akzeptieren, um sich zu übertreffen: das muss in jeder Situation möglich sein.

- Unvermeidbare Schwierigkeiten sich zu eigen machen, das heisst, alles von sich selbst fordern und nichts von den Umständen.

- Missgunst, Verleumdung, falsche Freunde, böswillige Kritik bedrohen jeden, der - im wörtlichen und im übertragenen Sinn -von den üblichen Wegen abweicht. Auch das muss man annehmen. Einsamkeit und wahre Freundschaft erhalten dadurch einen noch höheren Wert.

- Den Jungen nicht Illusionen vorspiegeln durch das Schauspiel des Erfolges, der eine Äusserlichkeit darstellt. Sie schulen, indem man ihnen den Sinn der von ihnen getroffenen Wahl klarmacht und auch die Disziplin, die sie fordert.

, wiederholt Patrick Edlinger gern. Aber weil er einer der unseren ist und in sich diese gemeinsame Menschlichkeit pflegt, ist er solidarisch. Darum hält er es nicht für verfehlt, sich in seinen Filmen zu zeigen. Schaustellung oder Zeugnis einer Lebensweise?

Ein wenig von beidem, gibt er ehrlich zu, ohne besonderen Gefallen daran zu finden. Doch in meinen Augen überwiegt das Zeugnis bei weitem, dieses verdient es, dass man lange darüber nachdenkt.

Aus dem französischsprachigen Teil. Übersetzt von Roswitha Beyer, Bern

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