Deutsche Alpenzeitung | Club Alpin Suisse CAS
Soutiens le CAS Faire un don

Deutsche Alpenzeitung

Remarque : Cet article est disponible dans une langue uniquement. Auparavant, les bulletins annuels n'étaient pas traduits.

Alpine Majestäten. II., Heft 6-12. III., Heft 1-4. Vereinigte Kunstanstalten, München 1902/03.

Alpine Publikationen, die jährlich 12-24 Mal erscheinen, sollten eigentlich nur in ähnlich erscheinenden alpinen Zeitungen, nicht in Jahrbüchern besprochen werden, denn die letztern kommen mit ihren Besprechungen immer hintendrein, um so mehr, wenn sie, wie das unsrige, in der Mitte des nächstfolgenden Jahres erscheinen. Redaktoren und Verleger möchten doch die Kritik, namentlich aber die Empfehlung ihrer Werke, möglichst bald erscheinen sehen. Immerhin können wir über beide oben genannten Erscheinungen ein günstiges Urteil abgeben und hoffen, damit nicht zu spät zu kommen. Die Deutsche Alpenzeitung hat sich rasch zu einem angesehenen Organ dieser Gattung entwickelt und eine Reihe tüchtiger Mitarbeiter der Feder und des Stiftes gewonnen. Die hochalpinen Beschreibungen treten immer mehr in den Vordergrund, und es werden ganz hervorragende Leistungen in dieser Zeitung zum erstenmal veröffentlicht. Ich zitiere z.B. III. Ersteigung des Campanile basso ( Guglia di Brenta ), von L. Geisler; Zugspitze-Bettelwurf-Ellmauer-Halt, von A. Dessauer; Zsigmondyspitze, von H. Gruber; Die Ditta di Dio, von Günther v. Saar; Aus den Bergen des Gasterentals, von Th. Herzog; Vom Piz Buin und seinem Hofstaate, von Dr. K. Blodig; Erste Ersteigung des Habicht über den Nordostgrat, von Dr. A. Ampferer; Eine Besteigung der Pierre Cabotz, von Dr. J. Simon; Eine Besteigung der Dent Blanche, von Dr. Fritz Pflaum; Der neue Abstieg von der Zugspitze, von J. Hosp; Die Lamsenspitze im Karwendel, von A. Dessauer; Eine Traversierung des Finsteraarhorns, von G. Hasler; Auf die Königsspitze, von Heinz von Ficker; Neue Touren in der Geislergruppe, von Günther v. Saar; Das Totenkirchl und seine Traversierung, von E. Mœnnich; Drei Wintertage im Gotthardgebiet, von H. Hoek; Glocknerfahrten, von Alex. Dillmann; Cinque Torri, von A. Dessauer; Die Santnerspitze, von H. Seyffert. Daneben finden sich wissenschaftliche Aufsätze von Verdienst, wie: Die Alpen im Mittelalter, von Franz Ramsauer; Goethes Reise nach dem Mont Blanc und dem St. Gotthard, von Dr. C. Meurer; Bau und Einteilung der nördlichen Kalkalpen, von Hugo Gerbers; ein längerer Auszug aus Dr. C. Bœks Indischen Gletscherfahrten und eine Unmasse von kleinen nützlichen oder ergötzlichen Mitteilungen in den „ Alpinen Nachrichten ". Dies ist ungefähr der alpine Inhalt der 18 Hefte; er gefällt mir gut, und es ist dem Schriftleiter Eduard Lankes dazu zu gratulieren. Weniger befriedigt einstweilen noch der belletristische Teil. Der Dauerroman „ Unter dem Roten Adler " ist mit der Heirat des geprüften Paares in Heft 24 glücklich zu Ende gekommen. Von den zahlreichen Gedichten sind nur wenige gute, bei andern steht die Qualität in umgekehrter Proportion zur Länge, so in Assessor Maiers „ Fahrt zur Otto Mayrhütte ".

Die Illustration ist reichlich, in jedem Heft mehrere Kunstblätter in ganzseitigen, selbst doppelseitigen Autotypien und 20-30 Textbilder. Unter diesen sind ein paar „ arg moderne ", über die ich aber doch nicht den Stab brechen möchte, sie verraten immerhin ein sicheres Stilgefühl.

Kürzer kann ich mich fassen über die „ Alpinen Majestäten ", da ich die vornehme Güte dieser Publikation schon im letzten Jahrbuch, pag. 368/69, gebührend hervorgehoben habe und hierin keine Veränderung eingetreten ist. Feine Auswahl, große Mannigfaltigkeit und schöne Reproduktion der Sujets sind auch 1902 die Signatur dieses Bilderwerkes gewesen. Zu begrüßen ist, daß mit dem Februarheft von 1902 aus dem Titelbild die an den Beginn der Ansichtskartenpest erinnernden drei Schemen verschwunden sind. Mich hat auf dem frühern Umschlag immer der Jüngling gedauert, der dazu verurteilt war, die zwei alten Herren anzustarren, während die Dame ihm von hinten dabei zusah. Seit dem Dezemberheft 1902 genießt der gute Jüngling noch den Vorteil, daß in die Mitte des eine ( ideale ) Berggruppe darstellenden Bildes ein monatlich änderndes Medaillon geprägt ist, so daß er auch eine kleine Abwechslung hat. In Heft XII von 1902 gibt Ernst Platz eine Textübersicht der dargestellten Gegenden: Seealpen, Dauphinéhochalpen, Gran Paradiso, Mont-Blanc-Massiv, Walliser Alpen, Berner Alpen, Urner und Unterwaldner Alpen, Glarner Alpen, Berninagruppe, Bergamasker Alpen, Silvrettamassiv, Rhätikon u. s. w. durch die lange Reihe der Ostalpen hindurch. Eine beigegebene Karte von Prof. Rothpletz erläutert diese Einteilung des Gebirges. Von außeralpinen Gebieten sind vertreten Großbritannien und Irland, der Kaukasus und Madeira. Unter den 272 Ansichten des zweiten Bandes sind einige hervorragend schöne nach Aufnahmen von Terschak, Sella und der Photoglob Co. Zürich; aber ich muß es mir versagen, unter dem vielen Gelungenen das Gelungenste herauszusuchen, und will dies Vergnügen dem Beschauer überlassen, der jedenfalls nicht geprellt ist, wenn er für je 12 solche Hefte 12 Mk. anlegt. Über Jahrgang III das nächste Mal.

Redaktion.

Feedback