Eigerwand

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Von Konrad Erb.

Jäh schwingt die Riesenmauer sich zum Himmel, ob scharfen Gräten thront der stolze Gipfel und gleisst und lockt in silberhellem Licht. Hier hausen Schatten, schiessen finstre Runsen, durchflitzt von Steinen, Schnee und Eisgeschossen, abweisend wie des Orkus Höllengrund.

Sieh, junge Augen spähn empor und mustern jedwede Rinne, Kanzel, Rauhigkeit: Es muss ja gehnDann sind wir abgeschnitten. Dem kühnen Sieger fällt der Preis anheim. Das Wetter faul, ein Rückweg ausgeschlossen. Dann graben wir uns maulwurfhaft zur Höhe.

Sie brechen auf, von Jugendmut gespornt, sie winden sich empor, Ameisen gleich... Und Stift auf Stift dringt in den Felsenleib als Stütze für die Hand, den schwanken Fuss. Auf kargem Grund verbringen sie die Nacht. Der Riese lächelt: Menschlein, hüte dich!

Der Morgen graut: Auf, auf, zum frischen Kampf, Dem festen Willen trotzt kein HindernisUnd wilder stets bäumt sich der Berg empor, doch Stuf'um Stufe ringen sie ihm ab. Da knirscht er, lacht er höhnisch auf im Zorne: Steh, Wettergott, mir bei in meiner Not!

Die letzte Beiwacht... Hu, da rauscht 's hernieder, aus grauem Nebel flattern dichte Flocken und lagern drohend sich. Ich kann nicht mehr, Verklammt die Hand, zu Eis erstarrt das Blut! Der eine mahnt: Nimm diesen letzten Bissen! Wir zwingen 's sicher, unfern ist das Ziel...

Die Stunden schleichen. Graues Dämmerlicht. Und Schnee und Nebel greifen fester zu, den Willen lähmend und das Herzblut saugend. Zu Häupten wie zu Füssen tobt die Hölle, Verzweiflung löscht das letzte Flämmchen Stolz: Ein Hilferuf gellt nieder nach der Scheidegg

Ha, krächzt es heiser, o ihr Himmelsstürmer, die ihr vermessen nach dem Höchsten greift! Man dringt nicht ungestraft ins Reich der Götter, Die noch ein stilles Winkelchen sich wahren. Wo sind nun Witz und Kraft und Trotz und Mut? Die sich gebrüstet, beugen flehend sich...

Die Nebel weichen. Schneeumstäubte Hänge. Und bange Augen spähen nach der Wand, die in der Abendsonne steht und lächelt geheimnisvoll der Sphynx uraltes Lächeln.

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