Ein 1. August-Abend bei der Domhütte

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pel vadret dal Refügi dals chamuotschs e l'Isla Persa. Sul fer not arrivains nus a Boval, beneventos da barba Chasper e'ls sieus. Duos tazzas caffè, una cigaretta, cuorta recensiun da nossas bellas aventuras e già trottains nus da que our. Nus avains be 40 minuts temp e ris-chains dad avair d' ir a pè a Puntraschigna. La glüna tschiitta co e lo traunterour las nüvlas e'ns sclerescha la via. Auncha la mited — ün terz — ün quartTar las ultimas stüertas da la Chünetta am piglia que da gust in üna solenna schgniffeda. Cha'l diavel portanu poss bod pu trer su il fled, ma a que nun he temp da der bada. Sul plaun aise tuot quiet. Nus rallentains nossa cuorsa ad arrivains a la staziun auncha tschinch minuts inters memma bod, ed eau — cun facilmaing sfracho una costa. Ils spierts inquiets da Morteratsch vulaivan as svindicher — ma eau dubitesch cha que t'ils ais reuschieu. A dispet dals birbuns chantains nus auncha mez suot vusch: « Lo su sün las muntagnas... », intaunt cha'l tren ans accoglia.

Desch dis sainz'ün guot plövgia; desch dis da tschêl serain e cour cuntaint, sur pizz'e vadret, très vais e sur fuorclas sun passos vi scu ün sommi. Cullas pu bellas impreschiuns pass eau vi sul di da mieu 42evel anniversari, intaunt cha sur Bergiaglia ed Engiadina croudan laint e recreativ plövgia e naiv.

Ein 1.August-Abend bei der Domhütte

Von E. Stettier ( Biglen ) Müde und still, von Saas-Fee kommend, treten wir am frühen Abend des 1. August in die Hütte. Brantschen, der umsichtige Hüttenwart, muss uns schon seit langem erwartet haben, denn duftender Tee ist bereit! Gestärkt und retabliert sitzen wir mit uns unbekannten Kameraden auf der Hüttenterrasse und bestaunen das Wunder der Bergwelt rings um uns her: die markante, wuchtige Erhebung des ewigschönen Weisshorns uns gegenüber zieht immer und immer wieder unsre Blicke an. Obergabelhorn, Zinalrothorn, das Matterhorn — der « Löwe von Zermatt»—-, das Breithornmassiv und die Monte-Rosa-Gruppe stehen gross im Glanz der untergehenden Sonne. Langsam schleicht die Nacht durchs Nikolaital herein, aus Schluchten und Tobein. In Randa, Täsch und Zermatt leuchten die ersten Lichter auf. Über den hohen Gipfeln liegt noch der Tag, und es legt sich das grosse Abendglühen über die Berge, dieses Leuchten, das wir schon so oft miterlebt haben. Ein Aufleuchten in Purpur! Jeder Grat, jede Zacke, immer stärker, immer schöner! Und dann wieder das Auslöschen, langsam ins Grau übergehend, bis es vorbei ist und der Berg schläft, erstarrt im ewigen Eis. Über dem hohen Raum leuchtet ein Stern auf, die erste Wache!

EIN 1.AUGUST-ABEND BEI DEB DOMHÜTTE Der Bub des Hüttenwartes trägt einen Knäuel Papier auf die Mauerbrüstung. Es soll ein Augustfeuer werden. Von Touristen weggeworfenes Papier hat er seit Tagen gesammelt, denn Holz ist hier zu selten. Bei der Hörnlihütte am Matterhorn leuchtet ein Feuer auf, Riffelberg und Gornergrat folgen nach, und dann entzünden sie uns gegenüber, auf hoher Alp am Weisshorn, das Feuer. Unser Bub kann nicht mehr warten; er entzündet seinen Papierhaufen, und dann leuchtet auch sein Feuerlein über die schwarzen Wände ins Tal hinaus, beleuchtet unsre braungebrannten Gesichter. Der Hüttenwart geht in die Hütte, holt die Trompete, und über Fels und Schlucht hinaus, hinauf zu den steilen Wänden ertönt das « Näher mein Gott zu Dir ». Wo passt dieses Lied besser hin als hier oben in den stillen, ewigen Bergen, da oben, wo nichts die Stille stört als das ferne Rauschen der Bergwasser, da oben, fern vom Lärm und Getriebe der Welt! Benommen lauschen wir dem Echo. Und wie der Hüttenwart das Vaterlandslied anstimmt, packt es uns alle. Einige singen mit, andere sind zu ergriffen von der feierlichen Stunde. Da kommt einem zum Bewusstsein, was man so oft gesungen hat: « Stehn wir den Felsen gleich, nie vor Gefahren bleich! » Da oben im Angesicht der Berge! Sind wir kleine, schwache Menschlein wohl den Felsen gleich? Habe ich nicht erst gestern vor Gefahren Angst gehabt?

Das Feuer ist erloschen, das Gesicht des Kameraden nicht mehr erkennbar. Vom nahen Gletscher weht ein kalter Luftzug herüber. Platz um Platz wird leer, und bald sind alle auf der Liegepritsche im Schlaf. Neben mir betet der Hüttenwart mit seinem Bub den Abendsegen. Ich bin so aufgewühlt und ergriffen von all dem Erlebten, dass ich noch wach liege, als um 2 Uhr der Wecker rasselt. Wir wollen den Dom besteigen. Erst die kalte Nachtluft und der funkelnde Sternenhimmel beruhigen meine Nerven...

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