Ein Abstecher auf den Kamerunberg

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VON RUEDI FISCHER, ENNETBADEN

Mit einer Kartenskizze und 3 Bildern ( 23-25 ) Am 29. März des vergangenen Jahres hatte uns der brave Mercedes wieder einmal ans Meer gebracht, diesmal allerdings an einen sehr markanten Punkt: an den Fuss des Kamerunberges, dorthin, wo sich die Küste Westafrikas in einem scharfen Knie nach Süden wendet. Freundlich nahmen 3 Die Alpen - 1968 - Les Alpes33 uns die jungen Leute der Basler Mission in Victoria auf und überliessen uns für ein paar Tage eines ihrer Zimmer. Wir genossen die prachtvolle Aussicht aufs Meer. Draussen lagen zwei Schiffe vor Anker, die eben Bananen abholten. Grosse Frachter können in diesem Hafen noch nicht anlegen; doch soll dieser in nächster Zeit ausgebaut werden. An jenem Abend reichte die Sicht bis zur Vulkaninsel Fernando Póo. Es war ein Zufall, dass wir schon bei unserer Ankunft so weit sehen konnten, denn das ist nicht zu jeder Zeit der Fall, da meistens ein Wolken- oder Dunstschleier die majestätischen Höhen den Blicken vom Festland aus entzieht. An der Küste schien uns das Klima angenehmer als im Landesinnern; es brachte nämlich ein sanfter Wind vom Meer her Kühlung, was zwar nur wenig half; die Kleider klebten trotzdem ständig am schweisstriefenden Körper. Nur eines konnte uns damals aus dem Tropenklima herausführen: eine Flucht nach oben. « Wie wäre es denn mit einer Besteigung des Kamerunberges? » fragten wir uns.

Am folgenden Morgen, als wir nach Buea unterwegs waren, fuhr uns mit letzter Anstrengung ein DKW vor, und die Fahrerin, eine Weisse, bedeutete uns mit aufgeregten Handzeichen anzuhalten. Nachdem sie eben unsere Aargauer Nummer entdeckt habe, hier, mitten in Afrika, brenne sie natürlich darauf, sich mit Leuten aus der Heimat unterhalten zu können. Und schon waren wir zum Abendessen eingeladen. Alle Einzelheiten über das Woher und Wohin sparten wir für später auf und verabschiedeten uns von der jungen Dame.

Bis unsere Visa in Buea oben, dem Hauptort von West-Cameroun, verlängert waren, dauerte es zwei Stunden. Nicht, weil man uns Schwierigkeiten gemacht hätte, ganz im Gegenteil; aber das Arbeitstempo ist eben anders, als wir es uns von daheim gewohnt sind. Es war also unterdessen Mittag geworden, und wir verspürten wieder einmal Durst. So steuerten wir aufs grosse Hotel von Buea zu, denn dort glaubten wir auch Auskunft über die Möglichkeit einer Besteigung des Viertausenders, der sich übrigens an diesem Tage versteckt hatte, einholen zu können. Man liess uns wissen, dass ein Führer absolut unerlässlich sei - so hatten uns auch die Leute der Basler Mission geraten - und dass dieser für zwei Tage 4000 CFA-francs verlange ( =72 sFr.ausserdem sei mindestens ein Träger nötig, der 2000 francs koste. Dies hätte aber unsere Finanzen aus dem Gleichgewicht gebracht; darum suchten wir sogleich die Schreinerei unterhalb von Buea auf, die vom Bruder unserer neuen Bekannten geleitet wird. Mit ihm konnten wir unser Problem in aller Ruhe besprechen und erhielten denn auch den günstigeren Bescheid, er werde uns selber einen Träger zur Verfügung stellen; er wisse nämlich, dass einer seiner Arbeiter den Berg gut kenne. Dieser könne uns auch einen billigen Führer besorgen. Ein Boy zeigte uns den Weg. Es ging wieder nach Buea hinauf. Vor einer rechteckigen, strohbedeckten Hütte aus Brettern, wie sie in dieser Gegend üblich sind, hielten wir an. Schon kam uns ein kleiner, gedrungener Neger entgegen, der uns nach der üblichen langen Begrüssung grinsend eröffnete: « Ich wusste schon, dass sie kommen werden; man hat es mir im Hotel gesagt. » Er verlangte 4000 francs; das sei üblich. Einen Träger könne er uns auch besorgen. Wir winkten energisch ab: « Wenn ihr in Kamerun weiter so hohe Preise macht, habt ihr in Europa bald einen schlechten Ruf. » - « Ja, gut, weil ihr Schweizer seid, 3000 francs. » Dass man hier nie sofort nachgeben soll, wussten wir. Schliesslich blieb es bei 2500. Eigentlich war es mir dabei nicht recht wohl zumute, denn es ist bei uns nicht üblich, eine Stunde lang um den Lohn eines Bergführers zu feilschen. Aber Afrika liegt eben nicht in der Schweiz.

Am Abend waren wir dann bei Gloors, unseren neuen Bekannten, zu Gast. Sie wohnen in einem alten Holzhaus aus der deutschen Kolonialzeit. Der Hausherr ist seit 1947 in Afrika, arbeitete zuerst in Ghana und zog dann nach West-Cameroun. Seine Schwester folgte ihm vor sechs Jahren. Sie wussten manch Musterehen über Land und Leute zu berichten. Wir plauderten auch von unserer Reise, erzählten, wie es uns in der Sahara ergangen war, was wir auf dem langen Weg durch Afrika alles gesehen hatten, und deuteten an, dass die Fahrt nun wieder nordwärts nach Fort Lamy gehe und eine zweite Durchquerung der Sahara über die Hoggarroute vorgesehen sei. Beim weiss schäumenden Palmwein, der uns im Geschmack ein bisschen an vergorenen Most erinnerte, zog sich unser Gespräch bis tief in die Nacht hinein. In den Tropen täuscht man sich allerdings gerne, denn es wird stets kurz nach sechs Uhr dunkel, und deshalb sind die Abende länger, als wir es bei gleich hoher Temperatur, das heisst in unserem Sommer, gewohnt sind.

N Kamerunberg Buea Deboundcha^ Victoriai# 20 km Morgens um sieben Uhr erschienen wir wieder in der Schreinerei. Der Träger, den Herr Gloor vorgesehen hatte, erklärte nun plötzlich, er werde - obwohl er für den Marsch alles vorbereitet hatte - nicht mitkommen; das Gelände sei zu steil, es werde regnen, im übrigen habe er Angst. Der Grund war natürlich ein anderer. Das sollte heissen: « Wenn ich 2000 francs erhalte, sieht die Sache anders aus. » Da wussten wir es! Schon am Vorabend bei den Verhandlungen mit dem Führer merkten wir, dass hier alle unter einer Decke steckten. Herr Gloor war empört und entliessDaniel fürdrei Tage; so hatte er in dieser Zeit gar keinen Verdienst. Uns aber machte es nicht viel aus, ohne zweiten Begleiter aufsteigen zu müssen; denn schliesslich waren wir drei ohne weiteres imstande, den Träger selber zu spielen, wie wir es ja ursprünglich auch vorgesehen hatten. Obwohl unsere Ausrüstung eher für Sandsturm und Tropenregen berechnet war, passte sie auch ganz gut für diesen Abstecher, der eigentlich nicht auf dem Programm stand: Gummistiefel mit dicken Sohlen, Regenschutz, Pullover - für die kalten Nächte in der Wüste gedacht - und ein kleiner Rucksack. Auf der Station der Basler Mission in Buea durften wir leihweise einen zweiten grossen Rucksack holen, und dann fuhren wir auf einem schmalen Asphaltsträsschen noch ein kurzes Stück weiter, bis wir eine Höhe von etwa 1100 Meter über Meer erreicht hatten. Bei der Farm dort oben konnten wir den Wagen stehen lassen. Unser Führer war unterdessen auch aufgetaucht; er hatte das Essen für zwei Tage in einen kleinen Emballagesack eingepackt. Das war, abgesehen vom Buschmesser, alles, was er mitzutragen hatte. Damit verglichen, sah unser Gepäck schon eher nach einer Expedition von zwei Wochen aus.

Ein schmaler Pfad führte zuerst eine Viertelstunde über steiles, offenes Gelände, auf dem ein paar Kühe, die zur Farm gehörten, weideten. Dann aber ging es weit durch den Wald. Oft fanden wir im unteren Teil noch kleinere gerodete Flächen; einige wurden eben bepflanzt, auf anderen standen schon hohe Stauden einer Knollenpflanze mit schönen, grünglänzenden Blättern; viele Äckerchen hatten bereits ausgedient, und der Wald griff wieder gierig danach. In kurzer Zeit würde wohl von neuem alles mit Gestrüpp und Bäumen bewachsen sein. Nach einer Stunde Marsch wurde der Wald immer dichter; die Bäume erreichten zwar nicht mehr die Höhe wie unten zwischen Victoria und Buea, aber sie waren dafür über und über mit Moosen und Farnen behangen. Auch am Boden wucherte dichtes Schiingengewirr, aus dem ab und zu das Rot einer Blume hervorleuchtete. Hier befindet sich in der Regenzeit, oft auch in der Trockenzeit, eine Nebelbank. Die Luft ist also meistens mit Feuchtigkeit gesättigt und mit feinen Wassertröpfchen angereichert. Der viele Regen kommt noch dazu, und eine üppig wuchernde Vegetation ist die Folge davon. Oft war der Weg von Ästen und Lianen versperrt. Da half das Buschmesser des Führers einen bequemeren Durchgang schaffen. Es schien uns, als ob sich der Weg immer die steilsten Stellen des Geländes ausgesucht hätte. Ausserdem war er wegen der grossen Feuchtigkeit sehr glitschig, und der Schweiss, den wir in ungeheurer Menge zutage förderten, legte den nassen Boden eben nicht trocken.

Nach gut zwei Stunden hatten wir die erste Hütte auf knapp 2000 Metern erreicht. Als die Deutschen noch in Kamerun waren, errichteten sie drei Hütten, die seither ihrem Schicksal überlassen sind. In der untersten fehlen fast alle Scheiben, der Holzboden ist zum Teil durchgebrannt, und die Türen sind wohl als Brennmaterial benutzt worden.

Endlich konnten wir wieder in die Weite blicken. Bis jetzt hatten wir ja stets im dichten Wald gesteckt und nur die nächsten Bäume und oben, zwischen den breiten Wipfeln, gelegentlich einen kleinen Fetzen des blauen Himmels gesehen. Das war alles. Lediglich zwei- oder dreimal hatte eine Lücke im Baumbestand eine beschränkte Sicht nach unten gewährt. Jetzt aber konnte der Blick über die abgeholzte Stelle vor der Hütte weit gegen Südosten schweifen: unmittelbar unter uns der Wald, dann die Weideflächen um Buea, die Teepflanzungen und weiter in auffallender Regelmässigkeit grössere Rechtecke, Plantagen verschiedenster Art für Bananen, Kakao, ölpalmen, Kautschuk usw. Da wurde uns klar, was der Regen hier ausmacht. In der Nähe liegt ja die regenreichste Gegend Afrikas, die Ortschaft Deboundcha am südwestlichen Fusse des Kamerunberges, mit durchschnittlich 1014 Meter Niederschlag im Jahr ( in Zürich beträgt die jährliche Niederschlagsmenge ein Zehntel davon ). Es wurde uns aber auch klar, dass hier nur dank dem guten vulkanischen Boden ein so intensiver Plantagenbetrieb möglich ist. Aber nicht die ganze Umgebung ist mit Pflanzungen bedeckt, wogt doch dazwischen ein unruhiges Wipfelmeer: der tropische Regenwald mit seinen Bäumen von sehr unterschiedlicher Höhe, zum Teil aber von riesenhaftem Wuchs. Unser Blick reichte über die sich schlängelnden Flussmündungen und Sümpfe hinaus bis zum Meer. Wir glaubten sogar weit im Osten Douala, die wichtigste und grösste Stadt des Landes, erkennen zu können. Am Abend fanden wir dann unsere Vermutung bestätigt; die Lichter waren nämlich gut sichtbar. Die Küstenlinie verlor sich in weiter Ferne* und im Süden ragte steil die Insel Fernando Póo aus dem Meer. Wir hatten Glück, denn nur an ein paar wenigen Tagen, zwischen der Trockenzeit und der Regenperiode, ist es hier so klar, und ausgerechnet diese kurze Zeitspanne hatten wir erwischt.

Nach einer weiteren halben Stunde wurde der Wald von einem sehr steilen Hang abgelöst, auf dem nur noch recht dürres Gras Halt fand. Es reichte uns bis zu den Knien hinauf. Endlich, auf 2500 Metern, wurde es kühler: 15° C. Eine so niedrige Temperatur hatten wir seit einem Monat nicht mehr erlebt. Dort, wo das Gelände wieder etwas flacher wurde - aber nur relativ, denn es war immer noch sehr steil -, kamen einige verkrüppelte Bäume in Sicht. Als wir die zweite Hütte erreichten, war es etwa drei Uhr, und so blieb reichlich Zeit, uns nach dem knapp sechsstündigen Aufstieg auszuruhen. Diese Hütte sollte uns in der kommenden Nacht als Unterkunft dienen. Sie liegt auf etwa 3000 Metern Höhe und besteht zur Hauptsache aus Wellblech; aber die Türen waren verschwunden, die Fensterscheiben eingeschlagen, und das Holzgestell im mittleren Raum, ursprünglich als Pritsche gedacht, war zum grossen Teil eingebrochen oder so stark beschmutzt, dass wir es vorzogen, unsere Schlafsäcke auf das dürftige Stroh am Boden auszubreiten. Das Nachtessen war auf unserem Gaskocher rasch zubereitet; lediglichbeimFiltrieren des Wassers, das in einer schmutzigen Blechtonne neben der Hütte während der häufigen Regenfälle gesammelt wurde, hatten wir etwas mehr Mühe. Wir unterliessen es nicht, noch vor dem Einnachten die Umgebung der Hütte näher anzuschauen. Überall konnten wir schöne vulkanische Steine finden, eine Freude für jeden Geologen. Der Kamerunberg liegt ja in einer von Südwesten nach Nordosten verlaufenden Reihe weiterer vulkanischer Erhebungen: die Inseln im Golf von Guinea, das Kameruner Hochland, die Adamaua-Berge und in Richtung Tschadsee die Mandara-Berge. Der Kamerunberg verhält sich übrigens nicht immer ruhig; sein letzter Ausbruch erfolgte im Jahre 1960, war aber für die Anwohner ungefährlich, und so genossen sie das grossartige Schauspiel entfesselter Naturgewalten.

Trotz des harten Lagers und der ungewohnten Kälte schliefen wir recht gut. Als wir am folgenden Morgen kurz nach fünf Uhr loszogen, war es noch klar, und ein herrlicher Sternenhimmel wölbte sich über uns. Deutlich sahen wir die Lichter von Douala und unter uns diejenigen von Buea. Es ging über grasbewachsene Hänge aufwärts; ab und zu tauchte aus dem Dunkel der Nacht gespenstisch ein kleiner, verkrüppelter Baum vor uns auf. Um halb sechs wurde es heller, aber gleichzeitig stieg der Nebelkranz, der den Gipfel eingehüllt hatte, weiter abwärts. Der Wind wurde immer schärfer und kälter. Bald waren wir trotz Regenschutz von innen und aussen so nass, als hätten wir drunten im Tropenwald geschwitzt.

Das letzte Stück des Weges führte am Kraterrand vorbei; doch sah man wegen der Undurch-dringlichkeit des Nebels nicht hinunter. Wir mussten achtgeben, dass uns die Windstösse nicht in die Tiefe warfen, denn hier oben griffen sie gnadenlos zu. Schon auf 3700 Metern hört die Vegetation auf und wird von einer Steinwüste abgelöst. Um halb neun erreichten wir den 4070 Meter hohen Gipfel. Es war kalt. Wir massen nur noch 3° C, so dass wir nach kurzer Rast in der eine halbe Stunde unter dem Gipfel gelegenen dritten Hütte Zuflucht suchten. Sie bot uns aber wenig Schutz, da Wände und Dach fast nur noch aus Löchern bestanden. Deshalb brachen wir auch hier bald wieder auf. Unter 3500 Metern lichtete sich der Nebel; man sah aber nicht mehr bis aufs Meer hinunter, weil sich unterdessen zwischen 2200 und etwa 1500 Metern ein Wolkengürtel um den Berg herum gebildet hatte.

In der zweiten Hütte ruhten wir uns aus und kochten Tee und Suppe. Unserem Führer, der uns stets gelassen gefolgt war, gaben wir, wie abgemacht, 2500 francs. Er nahm es lachend an und war damit vollauf zufrieden, denn er hatte unterwegs wahrscheinlich gemerkt, dass er uns falsch eingeschätzt hatte. Er staunte nämlich, wie schnell wir oben waren, und dies erst noch mit dem Gepäck auf den eigenen Schultern. Oben schlotterte er übrigens erbärmlich, da er nur kurze Hosen, ein Hemd und einen leichten Regenschutz auf sich trug. Seine Hilfe benötigten wir nur unten im Wald, aber auch dort wären wir selber durchgekommen. Oben gab es erst recht keine Schwierigkeiten, weil der Pfad stets deutlich erkennbar war, sogar im Nebel. Früher allerdings soll der Weg nicht so gut sichtbar gewesen sein, denn erst seit ein paar Jahren wird der Berg öfters bestiegen, meistens von jungen Weissen, die in der Privatwirtschaft Kameruns oder als Freiwillige in der Entwicklungshilfe mitwirken. Darunter befinden sich auch Amerikaner, und das sind hauptsächlich die Urheber der übersetzten Forderungen von Seiten der Führer und Träger. Früher bezahlte man höchstens 1000 francs, aber die Amerikaner bieten mehr und treiben mit ihren Dollars die Preise in die Höhe. Nicht nur in Afrika!

Der Führer versprach noch, unten bei einer Abzweigung einen Richtungsweiser anzubringen; dann verabschiedete er sich von uns. Da Regen drohte, stiegen auch wir bald weiter in die Tiefe und merkten erst jetzt so recht, wie steil der Weg angelegt war. Wir hätten weite Schleifen vorgezogen; in den Alpen kenne ich übrigens keine Wegstrecke, wo es mit einer solchen Gleichmässigkeit so steil 3000 Meter bergauf geht. Wir waren froh, als wir den Wald erreicht hatten, denn hier wurde die Neigung ein wenig massiger. Aber ein allzu wohliges Gefühl sollte nicht aufkommen; dafür sorgte der Schweiss, der nun wieder aus allen Poren floss. Auf die Ankunft bei der Farm freuten wir uns ganz besonders, denn dort konnten wir kalte pasteurisierte Milch trinken. Ein solches Vergnügen war uns seit langer Zeit nicht mehr beschieden gewesen. Auf diesem grossen Gut werden heute Straf ünge eingesetzt und mit der modernen Landwirtschaft vertraut gemacht, so dass mancher von ihnen für die Zeit nach der Entlassung etwas lernen kann. Doch ob er es anwenden wird, ist eine andere Frage. Immerhin ist für die Europäer in der Umgebung diese Farm etwas Herrliches. Sie haben die Möglichkeit, gutes Fleisch, pasteurisierte Milch und frisches Gemüse zu kaufen.

Nachdem wir den Rucksack in Buea wieder abgegeben hatten, fuhren wir nach Victoria, ans Meer zurück. Das Wetter war uns gut gesinnt, denn am Tage nach unserer Rückkehr öffnete der Himmel alle seine Schleusen: die Regenzeit begann. Den Berg sahen wir erst am übernächsten Tag wieder; er sieht von unten gar nicht so steil aus, wie er in Wirklichkeit ist. Als wir uns bald darauf in Douala aufhielten, konnten wir ihn im fernen Dunst noch einmal erkennen; dann verloren wir ihn aus den Augen, doch in unserer Erinnerung wird er immer bleiben.

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