Fremdenblatt für die Ostschweiz

Remarque : Cet article est disponible dans une langue uniquement. Auparavant, les bulletins annuels n'étaient pas traduits.

Akademischer Alpenverein München. VIII. und IX. Jahresbericht. München 1901/02.

Akademischer Alpenclub Zürich. VI. Jahresbericht 1901, Zürich.

Société Allobrogia. Bulletins n° 9 et 10. Genève 1901.

Section Chaux-de-Fonds S.A.C. Bulletins annuels n° 9 et 10. Chaux-de-Fonds 1901/02.

Jubilé de la section neuchâteloise du Club Alpin Suisse. Coup d' œil rétrospectif 1876—1901. Neuchâtel 1901.

Das eigentlich mehr der Verkehrslitteratur angehörige St. Galler Fremdenblatt wird hier darum erwähnt, weil es immerhin gelegentlich einen Artikel enthält, der unsere Aufmerksamkeit erregt hat. Ich nenne: Land und Volk in Toggenburg, von C. G. Wirth; Aus dem Innerrhoder Alpsteingebiete I. Brüllisau und Brüllisauer Leben, II. Kastenfahrten, von Georg Baumberger; Der Kerenzenberg als Kurort. Gerade viel für unsere Zwecke wirft also diese Zeitung nicht ab, ist aber auch nicht ihr Beruf.

Ausgiebiger sind die beiden Jahresberichte der Münchener Akademiker. Sie gehören wie ihre Zürcher Kollegen zu den Bergsteigern der schärfsten Tonart, welche für die Tourenberichte bestimmte Regeln aufstellen, wie wenn es sich um ein Konkurrenzrennen handelte, und die mit Führern gemachten Touren durch ein * auszeichnen, weil sie die — Ausnahme bilden. Sei's drum, Jugend hat keine Tugend, sagen wir morosen alten Leute, ohne es so ernst zu meinen. Die Berichte VIII und IX enthalten jeweilen neben den nur für den Verein selber bestimmten Semesterchroniken, den Kassa-, Bibliothek- und Hüttenwartberichten und den Mitgliederverzeichnissen: A. die allgemeinen Tourenberichte der Mitglieder ( wie in der Chronik unseres Jahrbuches ) und B. die neuen Touren der Mitglieder. Letztere Rubrik ist sehr instruktiv, die Wege sind genau, wenn auch summarisch beschrieben, und ich wäre sehr froh, wenn meine Clubgenossen das für ihre neuen Touren auch so machen wollten. Beispiele siehe oben pag. 315. Jahresbericht IX enthält auch einen Nekrolog auf Dr. Albrecht Kraift von Dellmensingen, den zu Kalkutta im Beginn einer glänzenden Laufbahn vom Fieber dahingeraiften jungen Geologen.

Im Bericht des Zürcher A. A. C. finden wir ungefähr das gleiche Schema wieder, und man kann also unsere obigen Bemerkungen mutatis mutandis auch auf diese anwenden. Ein Mitglied des A.A.C.Z., das wie viele auch dem S.A.C. angehört, ist übrigens meinem Wunsche schon zuvorgekommen, siehe oben pag. 314. Daneben interessieren uns die Berichte über den im Werk begriffenen „ Urnerführer " und den Bau der neuen Clubhütte am Ostgrat der Südlenzspitze, deren Einweihung auf den August 1902 projektiert ist. Es war mir vergönnt, den Herren aus meiner Saaser Erfahrung einige Winke geben und die neue Hütte auch in der Karte zu meinem Führer für Saas-Fee eintragen zu können. Es ist ferner den veränderten Lokalverhältnissen in der Sektion Bern zuzuschreiben, wenn ich von den Vortrags- resp. Projektionsabenden des A.A.C.Z. nicht mehr mit dem peinlichen Gefühl des Neides lese.

Die kleine Allobrogia verfügt natürlich nur über ein kleines Journal, aber die Nrn. 9 und 10, die mir eingeschickt wurden, enthalten neben den Vereinsnachrichten doch einiges von allgemeinem Interesse, so die Liste des courses individuelles de septembre 1900 à septembre 1901, die courses officielles, den récit de la course des vacances ( Bertol, Chanrion, Panossière ) und besonders Un séjour à l' observatoire Vallot du 15 au 30 août und Quelques mots sur deux accidents dus à la foudre ( Aiguille du Géant et refuge Vallot ).

Von der Sektion Chaux-de-Fonds habe ich zwei Bulletin zu besprechen, weil mir Nr. 9 letztes Jahr zu spät zuging. Dieses enthält, wie üblich, den Rapport de l' année 1900, erstattet von dem Sekretär-Rapporteur, den Kassabericht, die courses de section en 1900, Dinge, die aus dem Bericht im Jahrbuch allerdings weniger eingehend bekannt sind, ferner Le banquet annuel, recht animierte Beschreibung. Man scheint sich da hinten im Winter im Club gut zu amüsieren, nachdem man im Sommer wacker gearbeitet hat. Sehr hübsch ist der kleine Monolog L' Ascension d' un novice, par J. Gallet, der nun freilich selbst kein Neuling ist. Ebenfalls sehr hübsch sind die Reiseabenteuer von Georges Gallet: Comment on rate le Cervin. Ich beeile mich, hinzuzufügen, daß dem Verfasser beim viertenmal die Besteigung des Cervin geglückt ist. Der Referent kann das nämliche von sich nicht sagen. Dann folgt unter dem Titel La Cabane de Valsorey die Baugeschichte der Hütte der Sektion, die dazu bestimmt ist, die Ersteigungen in der Combingruppe zu erleichtern, und zum Schluß: Programme des Courses de Section, das Mitgliederverzeichnis und Renseignements.

Nr. 10 enthält außer den entsprechenden Berichten für 1901 resp. 1902 als neu die Récits de l' inauguration de la Cabane du Valsorey. 1re partie: La fête d' inauguration et le Combin de Corbassière, 2e partie: Le Grand Combin et la Ruinette, 3e partie: Le Grand St-Bernard et le Val Ferret. Ferner Les escalades de la section de 1887 à 1901. Hierin wird mit Namen und Zahlen bewiesen, daß das Epithet „ rührige Sektion ", welches von dem Unterzeichneten stammt, auch durch die Einzelleistungen der Mitglieder gerechtfertigt wird. Ich habe nie daran gezweifelt, die Zusammenstellung aber doch mit großem Interesse gelesen.

Beide Hefte sind mit Bildern geschmückt, das erste zeigt La Cabane supérieure du Cervin, das zweite Chûte du Valsorey près Bourg St-Pierre, Inauguration de la Cabane Valsorey ( 3100 m ) le 15 juillet 1901 und eine ( photographierte ) Karte: Champ d' Excursion de la Cabane Valsorey.

Die Jubiläumsschrift der Sektion Neuenburg enthält zunächst einen Bericht über die Jahre 1876—1901, elegant geschrieben und voll origineller Gedanken. Es folgt eine Notice sur la Cabane de Saleinaz ( mit Bild ), eine Notice sur la Cabane de Neuchâtel au Clocher de Bertol ( mit Bild ), Notices chronologiques und Mitgliederverzeichnis, beide sich über die 25 Jahre erstreckend, endlich Frequentation de la Cabane de Saleinaz 1893—1900 und de la Cabane de Bertol 1898—1900. Der mit B gezeichnete, hübsche Umschlag, einen Gebirgsbach vorstellend, zeigt das farbige eidgenössische Wappen im Licht, das dunkle Neuenburger Wappen im Schatten. Die Section Neuchâteloise hat sich auch im S.A.C. immer als gut eidgenössisch gezeigt, was ihrem Sektionsleben nur zur Förderung gereicht hat. Möge sie diese Gesinnung auch im angetretenen zweiten Vierteljahrhundert bethätigen.

Redaktion.

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