Inschriften am alten Grimselweg

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VON H. BYSÄTH UND TH. HAUCK

Mit 4 Bildern ( 117-120 ) Unter dem gleichen Titel berichtete in « Die Alpen » 1931 ( Nr. l unter « Varia », Seite 6 ) Th. Hauck, SAC Grindelwald, über einen Fund von drei alten Inschriften, eingemeisselt in die Plattenschüsse der « Hellen Platten » links und rechts des alten Grimsel-Saumpfades zwischen Handegg und Kunzentännlen.

C. H. G. 17 3 0 ( 34 cm lang; Schrifthöhe ca. 12 cm ) 1838 L. AGASSIZ EISSCHLIFF ( 39 cm, ca. 5 cm ) Furer 1840 Auf Grund dieser Angaben gelangen im Sommer 1961 Heinz Bysäth, SAC Oberhasli, die instruktiven Bilder der wohl interessantesten Inschrift von Agassiz. Die beiden andern Inschriften konnte Bysäth nicht finden.

Der Beschreibung vorausgehend sei bemerkt, dass die von uns angeführten Lokalbezeichnungen wohl in der alten Siegfriedkarte 1:50 000 zu finden sind, in der neuesten Karte leider aber nicht mehr.

Fundort: Vom Handegg-Hotel passwärts über die Ebene der Handegg-Alp. Kurz vor der Strassenbrücke, rechts abzweigend, gewinnt man bei dem auffälligen « Säumerstein » den alten Grimsel-Saumpfad. Sanft ansteigend quert dieser schon bald die grossflächigen Plattenschüsse der « Hellen Platten ». Ungefähr in deren Mitte zweigen heute selten mehr benützte, im Fels ausgehauene Tritte nach rechts ab. Am oberen Ende dieser Treppe findet sich die Inschrift von Agassiz. Die unzähligen horizontalstreichenden sehr ausgeprägten Schraffen haben wohl die Grösse der Inschrift veranlasst.

Diese Stelle kann auch von der Paßstrasse aus mit einem guten Feldstecher gesehen werden:

Von der Handegg kommend überquert man die Strassenbrücke auf der Paßstrasse bergwärts nach links. In einer grossen Strassenschlaufe unterhalb der Steilwände gewinnt man an Höhe; dort, wo die Strasse in einer Haarnadelkurve scharf in die Schlucht am Fuss des Hinterstocks einbiegt, liegt kanzelartig placiert Punkt 1508. Mit dem Feldstecher - auf Luftdistanz von ca. 250 m quer über die Schlucht - sieht man in den « Hellen Platten » die eingekreiste Stelle recht deutlich.

Louis Agassiz ( 28. Mai 1807-12. Dezember 1873 ) von Môtier/Murtensee; 1846 nach USA ausgewandert und in Cambridge ( Mass .) gestorben. Bedeutender Naturforscher, Mitbegründer der neuzeitlichen Gletscherkunde, dank der ausgedehnten Forschungsreisen mit seinen Freunden. Berühmt sind seine Beobachtungen am Unteraargletscher, von ihrem Beobachtungsposten « Chalet des Neuchâtelois » auf der Mittelmoräne. ( Siehe das diesbezügliche Ausstellungsgut im « Alpinen Museum SAC », Bern - sowie: Encyclopaedia Britanica; Brockhaus; Neues Schweiz. Lexikon; Agassiz'wissenschaftl. Werke und Reiseberichte seiner Frau, seiner Freunde Desor [Desorstock], Vogt u.a. m. ) Sein Andenken ehrt ein Block vom obigen Gletscher auf seiner heimatfernen Ruhestätte in Cambridge sowie die Bezeichnungen « Agassizhorn » und « Agassizjoch » im Finsteraarhornmassiv.

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