Meteora, der Felsenwald Griechenlands

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Peter Donatsch, Mastrils GR

Meteora - Begriff und Werden Meteora heisst

Doch beginnen wir ganz von vorne, mit den gesicherten Erkenntnissen der Wissenschaft.

Im 11. Jahrhundert schon betätigten sich orthodoxe Mönche als Felskletterer-200 Jahre vor der ( Geburtsstunde des Alpinismus ) am Mont Ventoux.

( Grossartig und eindrucksvoll, geheimnis-reich und von eigenartiger Schönheit ragen im westlichen Teil Thessaliens, im Bereich der alten Metropolis von Stagoi die berühmten Felsen von Meteora empor. Eigenartig und wahrhaft mythisch, ein Wald von felsigen Gebilden, mehr als tausend, einige von ihnen sehr gross und flach, andere klein und zerklüftet, alle himmelwärts ragend, weitabgewandt, unirdisch und uralt. Ein gewaltiger wahrer Wald von Felsen, dessen Stämme an versteinerte Fabelriesen erinnern, doch die Kuppeln der Kirchen und der Klang der Glocken verrät, dass sie heiliger Besitz sind, sie sind Jesu Fel-senwaldh Nonne Theotekni Mitsikosta, 1984 Erklärungen, wie die einzigartigen steinernen Wahrzeichen von Meteora entstanden sein könnten, gibt es mehrere. Am ehesten leuchtet wohl die Theorie des deutschen Geologen Phillipson ein, wonach vor rund 25 Millionen Jahren ein grosses Meer bis in die Gegend des heutigen Ortes Kalambaka reichte. Am Rand dieses Meeres lagerten von den umliegenden Gebirgen herabstürzende Flüsse mitgeführten Schutt und Kieselsteine in Form eines Deltas ab. Als das thessalische Meer verschwand, blieben vom Wasser rundgeschliffene Kiesel und von kalkigen Substanzen ( zusammengebackene ) Steinhaufen zurück. Sie wurden Jahrmillionen später von gebirgsbildenden Kräften zusammengeschoben, aufgetürmt und gepresst, worauf dann wieder - im Zyklus der Natur - die zersetzenden Kräfte an diesen Gesteinsmassen zu nagen begannen. Die Theorie, wonach sich einst der ganze Wald von Felsen und Türmen als ein einziges Massiv präsentiert hat, also gleichsam aus einem Guss entstanden sein muss, wird durch die Tatsache erhärtet, dass fast alle Felstürme den gleichen Neigungswinkel aufweisen.

Faszination der Askese Was die Natur geschaffen hat, vermittelt einen unauslöschlichen Eindruck. ( Der Ausbruch dieses felsigen Massivs in die Höhe und die gleichzeitige Verwurzelung im Boden gleichen einem verzweifelten Kampf des Angezo-genseins an die Erde und des sich Streckens nach dem Ausserirdischen. Darum meine ich, dass es nirgendwo sonst auf der Welt einen Platz gibt, der so geeignet ist und der eine bessere Atmosphäre zur Entwicklung der Askese besitzt, als dieser ), schreibt Skouwarâs in ( Die Meteoren ). Ob sie es auch mit solch gewählten Worten ausdrücken konnten oder nicht - die Mönche von Meteora haben dies gefühlsmässig erfasst.

Und die Anziehungskraft - wir gebrauchen das moderne Wort ( Faszinationmuss unglaublich stark auf die Ordensbrüder gewirkt haben, denn das Leben dort oben ist hart: Im Winter eisigkalt mit täglichen Schneefällen Meteora, die Dolomiten Griechenlands und im Sommer heiss, so dass jeder Schritt im prallen Sonnenlicht zur Qual wird. Und dann die Behausungen! Das Fass des Diogenes war ein Fünf-Stern-Hotel gegenüber den Eremitagen hoch oben in den unzugänglichen Wänden. Eine natürliche Höhle, oft nur wenige Kubikmeter klein, gegen den zügigen Wind und die gleissende Sonne bloss durch ein paar Bretter geschützt, diente den asketischen Mönchen als Unterkunft. Sie müssen den Sinn der Worte aus dem Korintherbrief verstanden haben, c...die nichts haben und doch alles besitzen ...>.

Die ersten Bergsteiger der Geschichte?

Die Nonne Theotekni Mitsikosta, die noch heute im Kloster des heiligen Stephanos und Charalambos in Meteora lebt, erzählt in ihrem Buch ( Meteora, der Felsenwald Griechenlands ), die Geschichte der Meteora-Klöster. Es ist fesselnd und schier unglaublich zugleich, wie die ersten Asketen ihre Behausungen erreichten:

Zur Überwindung senkrechter Felsmauern wurden vermutlich verschiedene Techniken angewendet: so unter anderem gerüstartige Trotz Trockenheit bringen wilde Blüten immer wieder Farbe in den kargen Felsengarten Konstruktionen, improvisierte Treppen und Leitern und in vorgebohrte Löcher getriebene Holzpfähle. Einige dieser wahrhaft halsbrecherischen Bauwerke sind heute noch teilweise erhalten, zum Beispiel in der Südwand des Pixari. Quellen, die Licht in den olpinisti-schen> Aspekt frühen Ordenslebens von Meteora bringen könnten, gibt es jedoch kaum. Einzig in der Biographie des ersten Meteora-Siedlers, des Mönchsheiligen Athanasios, heisst es:

Klöster an den unglaublichsten Orten Mit der Zeit wuchs unter den einsiedlerischen Mönchen das Gefühl,

Auf verschiedenen dieser natürlichen Zinnen wurden dann nach und nach weitere Klöster errichtet, deren kühne Architektur man nur ehrfurchtsvoll bewundern kann. Dabei mussten ihre Erbauer unendliche Mühen und Strapazen auf sich nehmen - sieben Jahre dauerte es allein, bis man nur das notwendige Material auf den Felsen geschafft hatte, auf und an dem noch heute das Kloster des heiligen Nikolaos Anapausus klebt.

Zeitgenössische Quellen aus dem 16. Jahrhundert sprechen von damals 14 bewohnten Klöstern. Die abgelegenen und schwer zugänglichen Standorte der Klöster boten ebenfalls Zuflucht und Schutz vor Räubern und Eroberern; trotzdem hatte man auch darunter zu leiden. Viele wertvolle Kunstschätze wie Wandmalereien, Ikonen, Schnitzereien und Metallarbeiten wurden von den Türken oder von Räubern zerstört oder entwendet. Und das, was damals gerettet werden konnte, fiel im Zweiten Weltkrieg dann noch zum Teil deutschen Fliegerbomben zum Opfer.

Grosse Probleme entstanden allerdings auch aufgrund innerer Entwicklungen. So hatte schon Mitte des 15. Jahrhunderts Gross-Meteoron die Oberhoheit über sämtliche Klöster an sich gebracht. Das tyrannische Verhalten des Abtes, Streitigkeiten um Grundstücke und Wasserrecht und andere Zwistigkeiten führten sogar zeitweise zur Auflösung der Klo-stergemeinschaften.

Die Klöster heute Sechs äusserst wertvolle und interessante Bauten werden heute noch bewohnt und unterhalten und können besucht werden: Stephanos, Aghia Triada, Warlaam, Gross-Me-teoron ( Metamoarphosis ), Roussano, Nikolaos Anapausus. Kaum ein Reise-Car, der nicht anhält und seine Gesellschaft für einen kurzen Ausflug aus dem klimatisierten Innern in die heisse thessalische Sonne entlässt. Die Me-teora-Klöster gehören für Griechenland-Touri-sten zum guten Ton, ebenso wie die Akropolis Auch der Regenbogen ist ab und zu für die ( Verbindung ) zwischen Himmel und Erde besorgt und das Orakel von Delphi. So macht zum Beispiel die teils in den Felsen gehauene, teils an den Felsen aufgehängte winzige Kirche des Klosters Nikolaos mit ihren Malereien und geschnitzten Einrichtungen auf jeden Besucher einen tiefen Eindruck. Mit den paar Drachmen, die der Eintritt kostet, kann dann verschiedenes wieder aufgebaut und renoviert werden, und auch das griechische Ministerium für Kultur steuert mit Krediten dazu bei.

Bergsteigen in Meteora Ein Junimorgen an der Talkante der Pyramidenspitze. Über uns ist bereits eine Seilschaft am Werk. Wir hören Hammerschläge und fragen uns, wer wohl in einer ausgerüsteten Route des 5. Grades Haken schlägt. Auf dem Gipfel löst sich das Rätsel, denn hier lernen wir jenen Mann kennen, der sozusagen als Stammvater des Kletterns an den Konglomeratfelsen von Meteora bezeichnet werden darf: Dietrich Hasse. Wer sich an den verschiedenen Routen versuchen will, ist denn auch gut beraten, den von ihm und Heinz Lothar Stutte herausgegebenen Führer zu benützen.

Für den bekannten Alpinisten ( eine seiner spektakulärsten alpinistischen Taten dürfte die erste Begehung der direkten Nordwandroute an der Grossen Zinne gewesen sein ) ist Meteora praktisch zur zweiten Heimat geworden - so oft ist er hier anzutreffen. Und an eben diesem Morgen hat er an der Talkante alte Bohrhaken durch neue DAV-Sicherheits-haken ersetzt.

Die oft sehr sparsam angebrachten Sicherungsmöglichkeiten sind im übrigen wohl auch ein Grund dafür, warum Meteora bis heute nicht von Kletterern überschwemmt wurde. 10 bis 20 Meter im 5. bis 6. Grad ohne einen Zwischenhaken auszugehen ist nicht jedermanns Sache - in Meteora ist dies jedoch die Regel. Andere Zwischensicherungen ( Haken, Keile, Friends ) lassen sich infolge der kompakten Felsstruktur kaum anbringen, weshalb sich jeder notgedrungen mit den vorhandenen Bohrhaken begnügen muss.

Das Gestein selbst hat für den Alpen-Klette-rer einen völlig fremdartigen Charakter. Am ehesten lässt es sich noch mit den Felsbrocken auf dem Uetliberg bei Zürich vergleichen: Grosse und kleine, meist runde Kiesel dienen als Griffe und Tritte. Rohe Kraft bringt uns hier kaum weiter. Worauf es deshalb vor allem ankommt, ist die Beherrschung der Technik des sauberen Stehens. Kamine, Risse und Verschneidungen gibt es höchst selten, Wandkletterei herrscht vor. Besonders reizvoll klettert es sich auf den zahlreichen runden Kanten. Genussmildernd wirkt dabei allerdings der stellenweise starke Flechtenbewuchs.

Zoo hautnah: Die griechische Landschildkröte ist auf Schritt und Tritt anzutreffen Man sucht sich also mit Vorteil jene Wandpartien aus, wo helle Streifen über den dunklen Fels verlaufen - dort sind die Flechten abgeklettert, dort führt somit auch eine Route empor.

200 Routen im im Donautal absolut standhält.

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