Nachträgliches über die Pizzas d'Annarosa

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Die im letzten Jahrbuch erschienene Abhandlung über diese Dolomiten enthält die Erwähnung, daß mich bei meinen ersten Versuchen schlechte Witterung und Mangel an Zeit jedesmal an der Erreichung der höchsten Spitze hinderten. Auf den Erfolg meiner Bemühungen mußte ich bis Juli 1894 warten. In Nr. 18 der „ Alpina ", II. Jahrg., habe ich hierüber berichtet. Eine Wiederholung des dort Gesagten im ganzen will ich nicht bringen, aber eine Ergänzung zum letztjährigen Aufsatz im Jahrbuch möchte ich den Lesern desselben, namentlich denjenigen, welche die Besteigung auf ihr Programm nehmen, doch zukommen lassen.

Ich spreche zunächst über die Gestaltung des Gipfels selbst. Die beim vorletzten Besuch erreichte, etwa 7—8 Meter niedrigere und etwas über 100 Meter östlicher gelegene Spitze hat die Form eines Zahnes und ist sozusagen ganz kahl. Durch den Nebel hindurch erkannten wir die Umrisse einer noch höheren Spitze, die die gleiche Beschaffenheit voraussetzen ließ. Doch hatten wir uns geirrt. Die höchste Partie ist ein sägeartiger, gut zu begehender Grat und der Name Pizzas in der Mehrzahl trifft vollständig zu. Auf dem höchsten Gipfel, der Platz für viele hat, liegt als Zeuge der fortwährenden Verwitterung großes und kleines Gestein in Masse da.

Was sodann den Aufstieg anbelangt, so bietet der von Führer Schwarz und mir zuletzt benutzte Weg für geübte Touristen keine Schwierigkeiten, sofern er nicht vereist ist. Man steige bald nach Beginn der großen Schutthalde in den Felsen hinauf. Leicht erkennbare Felsbänder führen gegen Westen einem gut sichtbaren Schneecouloir zu. Ist dieses gewonnen, so befindet man sich am Rand eines großen Trümmerfeldes, das sich fast bis zur höchsten Spitze hinaufzieht.

Man wird gut thun, für den Abstieg den gleichen Weg zu wählen. Sofort an der Nordseite hinunter zu steigen, ist wohl unmöglich. Nach Osten ist der Weg bald begrenzt. Ein tiefer Einschnitt zwingt zum Hinuntersteigen in südlicher Richtung; doch bald läßt sich, immer noch hoch oben, der Weg nach Osten an der südlichen Wand weiter verfolgen und man gelangt dann bald nach einer Schwenkung auf die Nordseite durch ein großes Couloir zur Furcla dil Lai pintg hinunter.

Derjenige, der eine spannende, etwas waghalsige Kletterei liebt, findet hierzu Gelegenheit, wenn er beim Rückzug das Aufstiegkamin nicht benutzt, sondern rechts davon, nordwestlich, durch die furchtbar zerklüfteten Nadeln sich herunterwindet. Er gelangt dann in den von mir von der Westseite aus zuerst eingeschlagenen Weg. Am Fuße desselben wird ihm ein Blick nach rückwärts, hinauf in die Wildheit einer grauenhaft zerrissenen, wirklich dolomitartigen Struktur des Berges, einen unauslöschlichen Eindruck hinterlassen.O. Hössly ( Sektion Randen ).

l ) Über die verschiedenen Wege auf diese Gipfel siehe auch oben „ Neue Bergfahrten ", pag. 389 und 390.

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