Nepal-Himalaya

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Mit 2 Bildern ( 26, 27Von Alf de Spindler

( Wettingen ) Es gibt nicht mehr sehr viele Aussichtspunkte auf unserem vieldurchforschten Erdball, von dem aus der Wanderer eine ununterbrochene Bergkette von noch unbestiegenen Sechs-, Sieben- und Achttausendern schauen kann. Einer dieser Punkte liegt auf einem Sporren des Chandragiri-Bergzuges, welcher das Nepal- oder Katmandutal südlich begrenzt. 275 km leuchtender, weisser Schneegipfel der ca. 2000 km langen, höchsten Bergkette der Welt, der Himalayakette, breiten sich hier vor den staunenden Blicken aus. Nur der Annapurna-gipfel im Westen hat bisher seine Bezwinger gefunden, alle anderen, vom Himal-Chuli über den Ganesh-Himal und Gosainthan bis zum Gauri-Sankar, um nur die bekanntesten zu nennen, warten noch ihrer Eroberer. Was aber die Anziehungskraft dieser noch unberührten Berge erhöht, ist der unerforschte Raum um diese herum. Bei den meisten sind noch nicht einmal die günstigsten Anmarschwege bekannt, also genügend Aufgaben für eine ganze Bergsteigergeneration!

Aber auch auf den geruhsameren Wanderer, dessen Ziel nicht die hohen Schneegipfel sind, warten die schönsten Aufgaben und Erlebnisse noch unbegangener und unerforschter Alpentäler und -passe. Wie herrlich beschreibt z.B. ein Frank Smythe seine Blumenerleb-nisse im « Valley of Flowers »? Warten wohl noch andere solcher Blumentäler ihrer Erschliesser? Solche und ähnliche Fragen tauchen im stillen Betrachter der fernen, weissen Schneeberge auf, die sicher noch so viele Naturschönheiten zu ihren Fussen bergen.

Nur eines dieser früher so geheimnisvollen Himalaya-Täler, vielleicht eines der grössten, liegt offen zu Fussen des Beschauers. Es ist das während Hunderten von Jahren praktisch jedem Weissen verschlossene Nepal-Valley, wie es die Einwohner nennen und welches uns als Katmandu-Tal bekannt ist.

Die Sage erzählt, dass sich hier einst ein grosser See dehnte, der den Anwohnern zu wenig Land zu ihrem Lebensunterhalt frei liess. Da baten sie ihren göttlichen Beschützer, ihnen zu helfen. Dieser berief Manjusri, ein Bodhisattwa ( frühere Inkarnation Buddhas ), aus China und befahl ihm, mit seinem Schwert den südlichen Bergkranz so zu spalten, dass der See auslaufen könne. Seither entstand das sehr fruchtbare Talbecken mit den beiden alten Städten Patan und Bhatgaon, überreich an sehr kunstvollen Tempeln und Palästen und dem etwas moderneren Katmandu, der heutigen Hauptstadt des Landes Nepal.

Von den Geologen wird bestätigt, dass der jetzige flache Talboden ehemals das Becken eines Sees gebildet haben muss. Dass der Ausfluss vor nicht allzu langer Zeit stattgefunden hat, bezeugen Tierknochen, die im Schutt des früheren Seebodens gefunden wurden.

Zahlreiche Dörfer und kleine Städte beherbergen heute eine sehr fleissige, Landwirtschaft treibende Bevölkerung. Das ganze ca. 25 km in der Länge und ca. 10 km in der Breite messende Tal soll eine Bevölkerung von rund 500 000 Einwohnern aufweisen und damit eines der dichtest besiedelten Täler Nepals und des ganzen Himalayas sein. Dabei ist es auch heute noch, ausser mit dem Flugzeug, nur auf Saumwegen, zu Fuss, zu Pferd oder im Tragstuhl erreichbar. Sämtliche Ausrüstung der grossen modern eingerichteten Paläste wie auch die Maschinen der beiden kleinen Elektrizitätswerke und die schon über hundert zählenden Personen- und Lastautos sind zerlegt von Lastträgern über zwei je zweitausend Meter hohe Pässe getragen worden !!

Die Alpen - 1953 - Les Alpes

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