Nevado Redondo

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VON ERICH HALTINER

Nach den letzten, etwas anstrengenden Tagen, geniessen wir alle die zwei Ruhetage im Basislager. Arbeit gibt es ja trotzdem. Der eine ist für das leibliche Wohl der Kameraden besorgt, den andern stellen wir als Coiffeur an, der Dritte bringt das Material in Ordnung, während Ernst Reiss riesig-lange Zeitungsartikel schreibt. Da das Wetter sehr beständig ist, möchten wir doch noch die letzten Gipfel in diesem Gebiet unter Dach bringen.

Am 13. Juni steigen Franz Anderrüthi, Seth Abderhalden und Hans Thoenen ins Felsenlager auf, um die Cabeza Blanca, einen Gipfel zwischen Pumasillo und Sacsarayoc, zu besteigen. Erich Haitiner und ich machen uns auf zur Rekognoszierung des neuen Basislagers, das wir nach der Besteigung des Rodondo beziehen werden, um dort noch einige Berge zu ersteigen zu suchen.

Im ersten Licht des 14. Juni steigen wir durch das frostige Punagras dem hohen Moränenwall zu. Von Stein zu Stein springen überall die munteren Chinchillas. Auf der Gegenseite steigen wir über die steile, aber zum Glück gefrorene Moräne in das grosse Trümmerbecken der Pucapuca ab. Die vielen roten, erzhaltigen Steine geben sicher diesem Kessel seinen Namen: Rotherd. Wir stolpern, etwas « angeschlagen » von der gestrigen Erkundung, über das Geröll dem nördlichen Gletscher zu und sind froh, dass uns unser treuer Kamerad Emilio Angeles mit den Kurzski auf dem Rücken ein Stück begleitet. Während dann Emilio ins Lager zurückkehrt, steigen wir den uns bekannten Weg durch den Eisbruch Richtung Nordsattel auf. Erbarmungslos brennt die Tropensonne auf uns nie- der, und wir schützen uns so gut wie möglich mit dem weissen Schattenhut und Halstüchern vor allzu grossen Verbrennungen. Es ist elf Uhr; wir haben die 5000er Grenze erreicht. An riesigen, blaugrün schimmernden Eisgebilden und über trügerische Brücken fahren wir in eine schattige Mulde ab. Wohltuend ist diese Frische hier, dafür sinken wir aber trotz den Ski bis zu den Knien ein. Ohne diese Bretter wäre in diesem grundlosen Pulverschnee ein Weiterkommen unmöglich. Langsam kommen wir über weite Flächen vorwärts, und über einen Lawinenkegel, der das Steigen beträchtlich erleichtert, erreichen wir den Bergschrund. Endlich eine kurze Rast, und die bald obligatorische Fleischkonserve wird ohne grosse Lust vertilgt. Dafür schmeckt die Tabakpfeife um so besser!

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