R. Schier: Aus Wald und Heide

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Das gutgemeinte kleine Werk möchte, wie die Vorrede ausweist, etwas mehr Kenntnisse über den vielbesungenen, im allgemeinen aber wenig gekannten Wald verbreiten, und so der vom Publikum zur Schau getragenen oft ziemlich vagen Liebe einen Hintergrund schaffen. Der Untertitel lautet aber: „ Schilderungen aus deutschen Forsten ", und so stehen sich denn Schilderung und Belehrung schon auf Titel und Vorrede entgegen und vermögen sich bis zum Ende des Buches nicht zu einer Einheit zu verschmelzen, was dem Ganzen etwas Zwitterhaftes gibt. Eine rechte Stimmung vermag nicht dauernd aufzukommen, wenn einer liebevollen und den Kenner verratenden Schilderung Prozente, spezifische Gewichte, Hektaren, Festmeter, kurz der ganze trockene Zahlenkram auf dem Fuße folgt. Ein Fehler liegt ferner in dem Umstand, daß das Thema viel zu weit gefaßt ist. Beispielsweise gleich das erste Kapitel: Federzeichnungen aus dem Eichenwalde. „ Der Eichenwald " ist selber ein aus sehr verschiedenen Typen komponierter Typus, ein Idealeichwald in dem Sinne, daß er nur in der Idee vorkommt, sonst nirgendwo. Durch Begrenzung der Schilderung auf einen ganz bestimmten Wald, im Spessart oder an der Elster oder sonstwo, wäre ein scharfes Bild gewonnen worden, statt eines verschwommenen.

Ich zweifle nicht, daß die Schrift bei dem Publikum, für das sie geschrieben ist, ihre Schuldigkeit tut ( wenn sie nämlich gekauft und gelesen wirddenn es ist das Publikum, das alles lieber aus zweiter, statt aus erster Hand empfängt, das, die Karte der Verkehrsvereine in der Hand, die Wegmarkierung im Walde aufsucht und nur den blauen oder roten Klexen nachläuft, denn es stehet geschrieben, der blaue Weg ist der schönste, dieweil er führt über ein volles Dutzend Kiiiippelbrücken des Verschönerungsvereins Seldwyla, das Publikum, das lieber Bücher über den Dichter, als den Dichter selber liest u. s. w.

Das gut gedruckte Büchlein zieren eine ganze Anzahl recht guter Waldbilder nach photographischen Aufnahmen. Nur das Titelblatt und die Kapitelköpfe sind verfehlt. Kein noch so wohl gebildeter Schnörkel und Zierat ist immer und überall ein Schmuck, geschweige denn diese Kunststücke aus der typographischen Requisitenkammer.Tf. Seh.

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