Société Allobrogia de Genève

Remarque : Cet article est disponible dans une langue uniquement. Auparavant, les bulletins annuels n'étaient pas traduits.

In französischen Büchern und Zeitungen liest man etwa, Genf sei die Zentrale religiöser Konventikel, womit denn nicht immer freundliche Kommentare verbunden werden. Ich weiß nicht, wie es sich in Wirklichkeit damit verhält, geht mich auch gar nichts an. Tatsächlich gibt es aber in keiner Stadt deutscher oder welscher Zunge soviel alpine Vereine. Zählt doch der eben genannte Taschenkalender außer der Section Genevoise S.A.C., die fast 600 Mitglieder hat, 5 größere alpine Vereine und 18 kleinere ( mit unter 100 Mitgliedern ) auf. Von drei größeren dieser nicht dem S.A.C. angehörenden alpinen Korporationen kommen mir Publikationen zu, die ich kurz charakterisieren will. Die jüngste ist der „ Alpiniste ", von dem ich 5 Hefte seit Anfang 1904 erhalten habe. Streng genommen sollte ich ihn also warten lassen bis „ übers Jahr im anderen Sommer ". Aber das würde auf Totschweigen hinauslaufen, und diese Behandlung verdient die kleine aber anständige Zeitung nicht. Sie bringt neben der Chronique alpine, der Chronique de la Fédération Montagnarde Genevoise, der Revue bibliographique, kleine toimstische Aufsätze wie De Chamonix à Zermatt en skis, par le Dr Payot, Ascensions d' Hiver, par Henry Correvon, Le Vallon de Novel, par G. Pfeiffer, Le Prarion, par Jules Monod, Taney et les Cornettes de Bise, par G. Pfeiffer, Le Val Ferret, par Jean d' Entremont. Poesien und andere belletristische Beiträge, wie Printemps, par Emile Yung; ferner Besprechung alpiner Tages- und Streitfragen: Rapport du jury du Concours sur les moyens de secours en cas d' accident de montagne, L' Alpinisme populaire, par Henry Ferraud, Le rôle de l' Alpinisme, par Emile Roux-Parassac, L' abus des sports, Les cabanes du Club Alpin Suisse: Barberine. Was die Illustrationen betrifft, so scheinen die Klischees meist gut gewesen zu sein, aber sie sind schlecht gedruckt, woran das Papier mit schuld sein mag. Der Titelkopf ist hübsch.

Der Violetclub scheint eine ziemlich selbstbewußte Körperschaft zu sein, und schwingt gelegentlich auch das Streitbeil mit einer gewissen Vehemenz. Etwas mehr Kaltblütigkeit und Würde dürfte nicht schaden, selbst wenn man der allein beleidigte Teil ist, was doch nicht so ganz ausgemacht ist. Diese Bemerkung bezieht sich auf die Diskussion, welche die verunglückte Besteigung des Mont Blanc durch 7 Genfer Studenten über die Aiguille du Goûter hervorgerufen hat und welcher nicht weniger als 10 Artikeln unter den Divers gewidmet sind. Es ist ja wohl möglich, daß Dr. Payot und andere Leute von Chamonix die Gelegenheit ergriffen, um von früher her existierendem Groll wegen gewisser Vorgänge, an welchen junge Genfer und unter andern auch Mitglieder des P.C. beteiligt waren, Luft zu machen, aber der Ton, in welchem die Verteidigung geführt wird, überschreitet das Maß, das im literarischen Krieg gewahrt werden sollte, wenn bei der Diskussion etwas herauskommen soll. Und daß in der Art, wie von Genf aus die Mont Blanc-Besteigungen junger Leute gemacht werden, etwas nicht in der Ordnung ist, beweisen die vielen Accidents und Incidents der letzten Jahre. Erfreulicher zu lesen sind die Récits: Notre course du Nouvel-An, par F. Zucchinetti. Ascension du Cervin, par C. Sperling. Une course au Mont Blanc, par l' Aiguille du Goûter, en 1858, par J. Ducommun. Lettre de la montagne. Les Avoudruz, par A. Brauchli. En vacances, par Ernest Gojon. Course d' automne, par P. Annevelle. Die Variétés enthalten neben einigen Poesien und Legenden zeitgemäße Artikel, wie: Un chemin de fer au sommet du Mont Blanc, par Louis Duparc. Les sports dangereux ( La Savoie thermale ) u.a. Die Illustrationen sind unbedeutend.

Die beiden Bulletin der Société Allobrogia enthalten außer den offiziellen Berichten der Präsidenten und Kassiers, den Itinerarien der offiziellen Exkursionen, die im Jahr 1903 ausgeführt wurden, und den Mitgliederlisten, aus denen allen hervorgeht, daß die Allobrogia vorwärts und aufwärts marschiert, einige Poesien, in denen der Autorname Correvon vorherrscht und als Hauptstück der hübsch geschriebene Récit de la grande course d' été dans la région de Saas-Fee-Zermatt, par F. de Ribaupierre und R. Correvon. Der Ton dieser Publikation ist also ein erfreulicher und studentisch fröhlicher ohne Überhebung.

Redaktion.

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