Zum Geleit

Remarque : Cet article est disponible dans une langue uniquement. Auparavant, les bulletins annuels n'étaient pas traduits.

Dieses Heft II/1963 unserer Vierteljahresschrift umfasst eine Auswahl von Biographien von Bergsteigern aus dem letzten Jahrhundert, die in Verbindung mit der Gründung oder der weitern Entwicklung des SAC standen. Es war nicht leicht, aus der Vielzahl namhafter Alpinisten, die als Bergsteiger und im Berufsleben Grosses geleistet haben, diejenigen auszuwählen, deren Andenken wir anlässlich der Jahrhundertfeier des SAC besonders in Erinnerung rufen wollen, zumal nur ein knapper Raum eines Vierteljahresheftes zur Verfügung stand. Die engere Kommission, die von seiten der Publikationskommission und des CC Chur bestellt worden war, um diese Auswahl zu treffen, ging vom Gedanken aus, mit diesen Biographien schweizerischer Alpinisten einen Querschnitt durch das vergangene Jahrhundert zu geben. Die Kommission bestand aus den Kameraden: Prof. Dr. Louis Seylaz, Lausanne; Dr. Paul Sieber, Küsnacht-Zürich; Giuseppe Ritter-Ceppi, Mendrisio, und den Redaktoren unserer Zeitschrift. Die Gewinnung der Mitarbeiter war keine leichte Sache, da auch die Alpinisten in dieser Zeit der Hochkonjunktur über Zeitmangel klagen. Allen, die mithalfen, dieses Heft zu verwirklichen, sei herzlicher Dank gegeben.

Die Redaktion der deutschen Ausgabe, die als Originaltext gilt, wurde vom Unterzeichneten besorgt, dabei wurden die von Prof. Dr. Seylaz verfassten Biographien ins Deutsche übersetzt. Die französische Ausgabe betreute Kollege Pierre Vaney und die italienische Ausgabe Kamerad Giuseppe Ritter, eine Arbeitsteilung, wie sie auch für Heft 1/1963 galt.

Dieses Heft will darstellen, wie es Männer waren, die im Berufsleben ein grosses Arbeitspensum zu erfüllen hatten, welche dem Bergsteigen huldigten, um in ihm ihr bestes Freizeit-tun zu finden. Vor allem waren es Intellektuelle, für die die Berge das Gebiet ihrer Forschungen blieb, wo sie wertvolle Bausteine für ihr Schaffen fanden. Sie waren die Bahnbrecher des Alpinismus.

Altdorf, im Juni 1963.Max Oechslin

Die Mitarbeiter dieses Heftes sind:

Dr. W. Bernoulli-Leupold, BaselGiuseppe Ritter-Ceppi, Mendrisio Carl Eggerling, jun., ChurProf. Dr. Paul Schoch-Bodmer, St. Gallen Prof Dr. Georges Grosjean, Direktor des AlpiProf. Dr. Louis Seylaz, Lausanne nen Museums, BernDr. Paul Sieber, Küsnacht ZH Mathias Jenni, a. CP SAC, GlarusDr. Rudolf Suter-Christoffel, Binningen BL Prof. Dr. h.c.. Eduard Imhof, Erlenbach ZHDr. h.c.. Max Oechslin, Altdorf-Uri 6 Die Alpen - 1963 - Les Alpes81 « Jahrbuch » und die « Alpina », jetzt gegen die « Alpen », sind ausländische Zeitschriften, Sammelbecken des Weltalpinismus, wenn auch noch lange nicht vollständig und lückenlos, so doch in ihren wichtigsten Vertretern « eingehandelt » worden. Dem reibungslosen Eingang derselben dient ein eigenes Reglement aus jüngster Zeit.

Raumeshalber müssen wir es uns leider versagen, auch noch der Vermittlerrolle unserer Bibliothek in Form ihres Ausleihedienstes und ihrer Kataloge wie auch ihrer leitenden Persönlichkeiten zu gedenken und auch auf den nervus rerum, den Bibhothekskredit, einzugehen. Wir können aber unsern kurzen Gang durch ihre Geschichte nicht beenden ohne ein Dankeswort an die 23 Central-Comités und die noch zahlreicheren Delegiertenversammlungen, unsere « Souveräne », die durch Gewährung normaler und zusätzlicher Kredite an ihrem Aufbau entscheidend mitgearbeitet haben, ein Dankeswort auch an unzählige Donatoren und nicht zuletzt an die beiden Zürcher Bibliotheken, die ihr Gastrecht gewährt haben.

Unsere SAC-Bibliothek verkörpert die alpine Idee in ihrem Werden und Wachsen. Ihre Kommission ist sich ihrer Verpflichtung bewusst - das Erscheinen eines neuen Kataloges im Jubiläumsjahr ist ein Beweis mehr dafür -, das geistige Erbe der Gründer des SAC und seiner Bibliothek pietätvoll zu hegen und zu mehren und es so an die kommenden Geschlechter weiterzugeben.

80 Geologenhammer und Botanisierbüchse in die Alpen. Neben dem Naturgefühl sind es die Naturwissenschaften, die zum Alpinismus führen. Wir wir noch sehen werden, sind sie aber bald nur noch ein Vorwand, die Rechtfertigung für eine uneingestandene Leidenschaft.

Wie die Strasse nach Chamonix eröffnet ist, beeilen sich die Genfer, den Spuren der Engländer zu folgen. 1770 gelangen die Brüder de Luc bis zum Gipfel des Buet. Zwei Jahre später besucht André Bordier Chamonix und gibt seine « Voyage pitoresque aux Glaciers de Savoye » heraus, als erste diesem Tal gewidmete Arbeit, welcher bald die « Description des Glacières du Duché de Savoye » ( 1773 ) von T. Bourrit folgt. Der Erfolg dieses Buches ist so gross, dass ihm Bourrit in den folgenden Jahren ein halbes Dutzend Bände über den Mont Blanc und die Penninischen Alpen folgen lässt, in welchen er seine unbedeutenden alpinen Heldentaten ausposaunt.

In dieser Epoche ist die Aktivität im Vallée de Chamonix sehr gross. Sie wird gekrönt durch die Besteigung des Mont Blanc am B. August 1786 durch Dr. G. M. Paccard und Jacques Balmat. Im folgenden Jahr erreicht auch Saussure den Gipfel des « Königs der Alpen », und das Ereignis findet in ganz Europa starken Widerhall.

Ein anderer Pionier dieser ersten Zeit ist der Waadtländer Charles Exchaquet ( 1746-1792 ), damals Direktor der Minen von Servoz. Er war es, nicht Bourrit, welcher 1787 die erste touristische Überquerung des Col du Géant durchführte. Im Hinblick auf die Ausführung seines Reliefs vom Mont Blanc-Massiv trieb er die Erforschung der Kette sehr weit vor und wagte sich als erster in ihre Gletschertäler hinein. Er versah auch fast alle Sammlungen Europas mit Gesteinsmustern.

Dies waren die Anfänge des Alpinismus in den Westalpen. Eines aber lässt darauf schliessen, dass diese Bahnbrecher selbst nur der allgemeinen Tendenz der Zeit gehorchten, einer Art geheimen Zwangs, der den Geist zur Natur hinzog und zu den Bergen: diese Wissbegierde, dieses Interesse zeigte sich damals überall, von einem Ende der Alpen bis zum andern. Wir haben schon das zeitliche Zusammentreffen des Erscheinens der « Nouvelle Héloïse », von Hallers « Pflanzenkunde der Schweiz » und der ersten Reise Saussures nach Chamonix erwähnt. Anzufügen ist noch eine Publikation von S. Grüner: « Die Eisgebirge des Schweizerlandes ».

1779 gelang J. Murith, damals Pfarrer in Liddes, die Besteigung des Vélan ( 3765 m ); 1784 erkletterte der Pfarrherr vom Val d' Illiez, M. Clément, die Haute Cime der Dents du Midi.

Wenn der Doyen Ph. Bridel nicht als eigentlicher Alpinist bezeichnet werden kann, war er doch während mehr als 50 Jahren ein unermüdlicher Berggänger, besonders in den Westalpen. Die Berichte über seine Fahrten sind in der Sammlung « Etrennes helvétiennes » erschienen und dann im « Conservateur suisse » neu gedruckt worden.

Obwohl in den Berner Alpen keine wichtigen Besteigungen zu erwähnen sind, war dieses Massiv nicht weniger Objekt für Forschungen und wichtige topographische Aufnahmen. J. S. Wittenbach, der Übersetzer der Arbeiten Saussures, berichtet 1790, dass J.R.M.eyer von Aarau ( von dem noch zu sprechen sein wird ) den Ingenieur J. H. Weiss beauftragte, eine Karte des Berner Oberlandes aufzuzeichnen: « Im Laufe des letzten Sommers hat Weiss viel gearbeitet... Bis jetzt sind die Grimsel, der Aaregletscher, dessen Verbindung mit dem Aletschgletscher, die Täler hinter den Schreckhörnern und den Viescherhörnern und diese ganze Zona glacialis incognita auf dem Plan aufgezeichnet. » Das Resultat dieser Arbeiten war der Meyer-Weiss-Atlas, 1796-1802 erschienen. Einige Jahre später veröffentlichte Rudolf Wyss die beiden Bände seiner « Reisen ins Berner Oberland ».

In Graubünden fällt die originelle Gestalt des Paters Placidus a Spescha auf, Mönch in Disentis, dann Pfarrer in verschiedenen Kirchgemeinden, wohin ihn seine Superioren zur Busse für seine regelwidrige Leidenschaft für die Berge strafversetzten. Unverstanden, verkannt und getadelt, war

Die Anfänge des schweizerischen Alpinismus

VON LOUIS SEYLAZ Die Gründung des Schweizer Alpen-Clubs ist das Ergebnis einer langen Entwicklung, einer neuen Geistesrichtung, einer neuen Hinwendung des Menschen zur Natur. Der Sinn für das Klassische, der sich unter der Herrschaft Louis XIV. bildete und Europa noch bis ins 18. Jahrhundert beherrschte, erklärte die rauhe Natur als « abstossend und scheusslich », ganz besonders die Bergnatur. Die Alpen, deren schneeige Gipfel den Horizont säumten, wurden als abweisender Wall empfunden, der eine mysteriöse, feindliche und furchtbare Welt barg. Wohl hatte es bei uns schon im 16. Jahrhundert ein paar Männer gegeben, die, vom Geist der Renaissance und von Wissensdurst getrieben, in die Alpentäler eindrangen und einige leichte Gipfel erstiegen: Aegidius Tschudi ( 1505-1572 ); Conrad Gessner ( 1516-1565 ) preist in einem berühmten Brief die Wohltat von Bergfahrten ;Josias Simler ( 1530-1576 ) beschreibt die Alpen und das Wallis. Scheuchzer ( 1672-1733 ) kann als sein Nachfolger bezeichnet werden. Es sind jedoch nur sporadische Einzelfälle, sie finden keine Fortsetzung. Ihr Beispiel bleibt steril, ohne sichtbare oder dauerhafte Nachwirkung.

Dann, 1729, veröffentlicht Albrecht von Haller nach einer Reise ins Berner Oberland und ins Rhonetal sein Gedicht Die Alpen, in welchem er die alten Zeiten preist, die idyllischen Sitten des sogenannten goldenen Zeitalters. Er sieht in den Hochtälern der Alpen den Tempel der Freiheit und Gleichheit. Das Gedicht hatte ausserordentlichen Erfolg, es erlebte zu Lebzeiten des Autors dreissig Auflagen und wurde in etwa zehn Sprachen übersetzt. Heute ist uns die Begeisterung, die dieses Werk in ganz Europa auslöste, schwer verständlich. Für unsern Geschmack ist es zu lehrhaft und konventionell. Jedenfalls war damals seine Auswirkung gross, und es ist Hallers Verdienst, dass die Binde von den Augen fiel, die während Jahrhunderten die Menschen gehindert hatte, die Schönheit und Majestät der Alpen zu sehen.

Dasselbe ist von J. Rousseaus berühmtem Roman « La nouvelle Héloïse » ( 1760 ) zu sagen. Der Autor beschreibt darin die Landschaft von Ciarens, die Felsen von Meillerie, und ein langes Brief-Kapitel ist dem Wallis gewidmet. Für uns Heutige ist der Roman kaum mehr lesbar, aber bei den Generationen am Ende des 18. Jahrhunderts hat er Ströme sentimentaler Tränen ausgelöst. Und als Folge davon kamen Tausende von Reisenden, um die Ufer des Genfer Sees zu bewundern, die Wäldchen von Ciarens und die Dent du Midi, die als Abschluss über dem Ende des Sees thront.

Im selben Jahre, da die « Nouvelle Héloïse » erschien, machte der junge Genfer Gelehrte Horace-Bénédict de Saussure seine erste Reise nach Chamonix. Das Tal war etwa zwanzig Jahre vorher von den Engländern Windham und Pococke entdeckt worden, denen bald Pierre Martel folgte. Auf Saussure wirkte der Anblick des Mont Blanc wie ein Blitzstrahl. In einer öffentlichen Anzeige versprach er dem Führer, der den Weg zum Gipfel fände, eine reiche Belohnung. Er musste 27 Jahre auf die Erfüllung seines Traumes warten.

Man könnte lange über die tatsächliche Rolle, die diesen Vorläufern zukam, diskutieren. War sie bestimmend oder durch die Zeit, in der sie lebten, ausgelöst? Haben sie das Tor zur Welt der Alpen geöffnet, oder waren sie nur die unbewussten Werkzeuge ihrer Epoche, jenes geheimnisvollen Rufs der Natur und all der dunklen Kräfte, die in Europa gärten; war es die Evolution des Geschmacks und der Ideen, die in der Politik zur grossen Revolution führten? Jedenfalls ist der Anstoss gegeben. Nach Erscheinen der grossartigen « Pflanzenkunde der Schweiz » ( Historia Stirpium Helvetiae ) von Haller begeistert man sich für die Naturwissenschaften: Botanik, Mineralogie, Meteorologie, Physik usw. Man reist nicht ohne Barometer und Thermometer, nicht ohne 82 Geologenhammer und Botanisierbüchse in die Alpen. Neben dem Naturgefühl sind es die Naturwissenschaften, die zum Alpinismus führen. Wir wir noch sehen werden, sind sie aber bald nur noch ein Vorwand, die Rechtfertigung für eine uneingestandene Leidenschaft.

Wie die Strasse nach Chamonix eröffnet ist, beeilen sich die Genfer, den Spuren der Engländer zu folgen. 1770 gelangen die Brüder de Luc bis zum Gipfel des Buet. Zwei Jahre später besucht André Bordier Chamonix und gibt seine « Voyage pitoresque aux Glaciers de Savoye » heraus, als erste diesem Tal gewidmete Arbeit, welcher bald die « Description des Glacières du Duché de Savoye » ( 1773 ) von T. Bourrit folgt. Der Erfolg dieses Buches ist so gross, dass ihm Bourrit in den folgenden Jahren ein halbes Dutzend Bände über den Mont Blanc und die Penninischen Alpen folgen lässt, in welchen er seine unbedeutenden alpinen Heldentaten ausposaunt.

In dieser Epoche ist die Aktivität im Vallée de Chamonix sehr gross. Sie wird gekrönt durch die Besteigung des Mont Blanc am 8. August 1786 durch Dr. G. M. Paccard und Jacques Balmat. Im folgenden Jahr erreicht auch Saussure den Gipfel des « Königs der Alpen », und das Ereignis findet in ganz Europa starken Widerhall.

Ein anderer Pionier dieser ersten Zeit ist der Waadtländer Charles Exchaquet ( 1746-1792 ), damals Direktor der Minen von Servoz. Er war es, nicht Bourrit, welcher 1787 die erste touristische Überquerung des Col du Géant durchführte. Im Hinblick auf die Ausführung seines Reliefs vom Mont Blanc-Massiv trieb er die Erforschung der Kette sehr weit vor und wagte sich als erster in ihre Gletschertäler hinein. Er versah auch fast alle Sammlungen Europas mit Gesteinsmustern.

Dies waren die Anfänge des Alpinismus in den Westalpen. Eines aber lässt darauf schliessen, dass diese Bahnbrecher selbst nur der allgemeinen Tendenz der Zeit gehorchten, einer Art geheimen Zwangs, der den Geist zur Natur hinzog und zu den Bergen: diese Wissbegierde, dieses Interesse zeigte sich damals überall, von einem Ende der Alpen bis zum andern. Wir haben schon das zeitliche Zusammentreffen des Erscheinens der « Nouvelle Héloïse », von Hallers « Pflanzenkunde der Schweiz » und der ersten Reise Saussures nach Chamonix erwähnt. Anzufügen ist noch eine Publikation von S. Grüner: « Die Eisgebirge des Schweizerlandes ».

1779 gelang J. Murith, damals Pfarrer in Liddes, die Besteigung des Vélan ( 3765 m ); 1784 erkletterte der Pfarrherr vom Val d' Illiez, M. Clement, die Haute Cime der Dents du Midi.

Wenn der Doyen Ph. Bridel nicht als eigentlicher Alpinist bezeichnet werden kann, war er doch während mehr als 50 Jahren ein unermüdlicher Berggänger, besonders in den Westalpen. Die Berichte über seine Fahrten sind in der Sammlung « Etrennes helvétiennes » erschienen und dann im « Conservateur suisse » neu gedruckt worden.

Obwohl in den Berner Alpen keine wichtigen Besteigungen zu erwähnen sind, war dieses Massiv nicht weniger Objekt für Forschungen und wichtige topographische Aufnahmen. J. S. Wittenbach, der Übersetzer der Arbeiten Saussures, berichtet 1790, dass J.R.M.eyer von Aarau ( von dem noch zu sprechen sein wird ) den Ingenieur J. H. Weiss beauftragte, eine Karte des Berner Oberlandes aufzuzeichnen: « Im Laufe des letzten Sommers hat Weiss viel gearbeitet... Bis jetzt sind die Grimsel, der Aaregletscher, dessen Verbindung mit dem Aletschgletscher, die Täler hinter den Schreckhörnern und den Viescherhörnern und diese ganze Zona glacialis incognita auf dem Plan aufgezeichnet. » Das Resultat dieser Arbeiten war der Meyer-Weiss-Atlas, 1796-1802 erschienen. Einige Jahre später veröffentlichte Rudolf Wyss die beiden Bände seiner « Reisen ins Berner Oberland ».

In Graubünden fällt die originelle Gestalt des Paters Placidus a Spescha auf, Mönch in Disentis, dann Pfarrer in verschiedenen Kirchgemeinden, wohin ihn seine Superioren zur Busse für seine regelwidrige Leidenschaft für die Berge strafversetzten. Unverstanden, verkannt und getadelt, war 83 sein. Daher die Rivalität Whymper-Tyndall am Matterhorn. Als Whymper 1865 sich dem Gipfel der Dent Blanche nähert, sieht er den Steinmann - und befiehlt seinen Führern umzukehren. Es lohnt sich für ihn nicht mehr, weiterzugehen!

Diese Auffassung ist den Schweizer Alpinisten jener Epoche fremd. Sie betrachteten die Erforschung der Alpen - hauptsächlich, wenn nicht ausschliesslich, der Schweizer Alpen - als eine Aufgabe, fast als eine - sowohl wissenschaftliche als auch patriotische - Mission: die Alpen bis in all ihre Verästelungen, mit ihren Schönheiten, ihren botanischen, mineralogischen und andern Reichtümern, ihrer Tierwelt, den Sitten und Gebräuchen ihrer Bewohner, kennenzulernen und den andern bekanntzumachen. Wie einst Ernst Jenny geschrieben hat, fehlte ihnen « zum Glück » der sportliche Ehrgeiz. 1840 weilte Studer mit seinem treuen Führer in Zermatt: er versucht nicht, den Monte Rosa zu besteigen, sondern zieht es vor, eine reiche Ernte von topographischen Daten über das Massiv und seine Umgebung zu sammeln. 1848 kommt Melchior Ulrich auf dem Silbersattel an. Er lässt seine Führer die Felsen des Grenzgipfels ( Ostgipfel der Dufourspitze ) ohne ihn erklettern und findet es nützlicher, Luftdruck und Temperatur zu beobachten.

Das war - mit seltenen Ausnahmen, z.B. Weilenmann - die vorherrschende Geisteshaltung, aus der die Gründung des Schweizer Alpen Clubs hervorging und welche lange Zeit anhielt.

( Übers.: F.Oe. )

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