Sascha Lehmann verpasst Olympiaticket Doch der Traum von Tokyo 2020 lebt weiter

Trotz starker Leistung in seiner Paradedisziplin Lead verpasste Sascha Lehmann beim Olympic Qualifying Event in Toulouse ein Spitzenresultat in der Kombination und konnte sich vorerst keinen Platz für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio sichern. Die letzte Gelegenheit bietet sich dem Schweizer an den Europameisterschaften im März.

Der speziell für die Olympischen Spiele 2020 organisierte Qualifikationsevent in Toulouse startete am Donnerstagvormittag mit der Qualifikation der Herren in der Disziplin Speed. Auf der Startliste standen die 22 besten Athleten des Overall Combined Rankings. Sascha Lehmann (Burgdorf BE) kam an seine persönliche Bestzeit (7,475 Sekunden), die er an der WM im August aufgestellt hatte, nicht ganz heran und belegte mit 7.597 Sekunden den 18. Zwischenrang nach der ersten Disziplin. «Im Speed, nicht meine stärkste Disziplin, wollte ich in den Wettkampf hineinkommen und Vollgas geben. Doch es fehlte mir etwas die Routine und es unterliefen mir einige kleine Fehler. Trotz Nervosität gelang mir im zweiten Lauf eine sehr solide Zeit», so die erste Zwischenbilanz des Schweizers.

Zwei Stunden nach dem ersten Einsatz ging es für die 22 Athleten mit der Boulder-Qualifikation weiter. Mit insgesamt einem von möglichen vier Tops und drei Zonen verlief der zweite Teil des Wettkampfes für Sascha Lehmann nicht wunschgemäss. «Mit meiner Leistung im Bouldern bin ich weniger zufrieden. Der Start gelang nicht optimal und was ich danach anders hätte machen müssen, gilt es nun zu analysieren», kommentiere Lehmann seinen 19. Rang im Bouldern.

Als dritte und letzte Disziplin stand kurz vor 17 Uhr die Paradedisziplin des 21-Jährigen auf dem Programm: das Leadklettern. Sascha Lehmann zeigte bei der letzten Hürde des Tages sein ganzes Können und meisterte die Leadroute ohne Probleme. Er erreichte das Top mit der viertschnellsten Zeit und belegte Rang 4.

Sascha Lehmann
«
Für das Leadklettern musste ich wieder den Fokus finden, denn mir war klar, dass nur ein Spitzenresultat noch etwas ändern könnte.
Sascha Lehmann
Weltcupsieger Villars 2019

«Gleichzeitig spürte ich, dass der Wettkampf schon lange im Gange war. Schlussendlich konnte ich aber mit Freude und mit einem guten Gefühl in die Route starten. Wenn es eine normale Route in einem normalen Wettkampf gewesen wäre, wäre ich mit dem Top und meiner Leistung sehr zufrieden. Ich habe das gemacht, was ein Leadkletterer anstrebt. Welchen Einfluss die Zeit auf das Endresultat haben würde, war mir während des Kletterns nicht bewusst.»

Mit einem Schlussresultat von 1368 Punkten (18x19x4) und dem 15. Rang in der Kombination rückte der Traum von Tokio für Sascha Lehmann in weite Ferne. Denn nur die besten acht Athleten zogen ins Finale vom Samstag ein. Unter Berücksichtigung der Länderquote sowie der bereits vergebenen Plätze sichern sich in Toulouse nur gerade sechs Athleten ein Ticket für die Olympischen Spiele. Sascha Lehmann zählte leider nicht zu den Glücklichen. «Die Enttäuschung, den angestrebten Olympiaplatz nicht erreicht zu haben, ist im Moment sehr gross», meinte Lehmann nach dem Wettkampf.

Letzte Chance an den Europameisterschaften im März 2020

Nachdem sich bereits sieben Athleten an den Weltmeisterschaften im August für Tokyo 2020 qualifiziert haben und nach Toulouse sechs weitere Plätze vergeben sein werden, kann sich Sascha Lehmann sein Ticket nur noch über die Kontinentalmeisterschaften sichern. Dafür benötigt er einen Sieg an der EM in der Kombination.

Resultate Olympic Qualifying Event Toulouse 2019

Feedback