A. Protokoll der XVIII. Abgeordnetenversammlung

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der

der XVIII. Abgeordnetenversammlung des S.A.C.

den 10. September 1881, Nachmittags 2 Uhr 45 im Stadthaus.

Präsident: Herr E. Lindt; Secretär: Herr Dr. Dübi. Anwesend sind alle Mitglieder des Central-Comité und 38 Delegirte von Sectionen, nämlich:

Von Aarau:

Hr n Zofingen:

n 7, Sentis:

T ) Ti Basel:

7 ) 71 Bern:

71 n Burgdorf:

71 7, Oberland:

7} n Wildhorn:

71 71 Moléson:

7 ) n Genf:

71 1 ) Tödi:

7Ì n Rhätia:

7 ) n Pilatus:

71 n Neuenburg:

71 Hr. Neuburger.

Paul König.

Engwiller und Th. Feller.

Raillard u. Riggenbach-Iselin.

Schuppli und Wyß.

Dr. Kurz.

Hecht und Kleiber.

Pfarrer Httrner.

A. und Léon Glasson.

Moïse und Emil Briquet.

Hauser und Becker-Becker.

Salis und Zuan.

Egli.

Monnier und Schinz.

Von Mythen:Hr. C. Müller-Camenzind.

„ St. Gallen: „ Dr. Gonzenbach.

„ Toggenburg: „ Hagmann.

„ Titlis:Dr. Ettli.

„ Gotthard:Ingenieur Max Stocker.

„ Monte-Kosa: „ Wolff und Ritz.

„ Diablerets: „ Rambert und de Constant.

„ Uto :Professor Biedermann und H. Müller.

„ Bachtel:Schocli und Weber-Honegger.

„ Winterthur: „ Jakob Weber und Dr. Rössel.

Die Sectionen Blümlisalp und Alvier waren nicht vertreten. Als Gast und Vertreter des deutschen und österreichischen Alpenyereins wohnt den Sitzungen bei Herr Dr. Adameck aus Wien.

Nach Begrüßung der Versammlung durch da » Präsidium und nach Verlesung der Delegirten werden als Stimmenzähler bezeichnet die Herren A. Riggen-bach-Iselin und Emil Briquet.

Rechnungspassation. Auf den Antrag der Revisoren, Herren Tschudy-Streiff und Vicarino, wird die Rechnung pro 1880 genehmigt. Dieselbe erzeigt ein Einnehmen von... Fr. 15,424. 60 ein Ausgeben von31,887. 30 Ausgabenüberschuß... Fr. 16,462. 70 Zu Revisoren für 1881 werden gewählt die Herren-Sulzer-Ziegler in Winterthur und Lecointe in Genf. Führ er ver Sicherung. Referent: Hr. Regierungsrath v. Steiger. Nach einem historischen Rückblick auf die früheren Anregungen in dieser Sache, namentlich von Seite der Section Oberland, des Herrn Beck und Anderer, und nach Hervorhebung des moralischen Zweckes einer Fuhrerversicherung wird über die Verhandlungen des Central-Comité mit der Unfallversicherungsgesellschaft „ Zürich " Bericht erstattet, die einzelnen Punkte des provisorischen Vertrags erörtert und über die- * Betheiligung im laufenden Jahre Mittheilungen angeknüpft. Seither hat auch die „ Société industrielle " nach einigen Biehtungen vortheilhafte Bedingungen angeboten, nämlich: Zeit der Versicherung von Mai bis October, Maximum Fr. 5000, Frist von 5 Tagen, Zahlung des vierten Theils der Versicherung an die Erben. Dagegen würde die Entschädigung für Kurkosten auf 150 Tage beschränkt und Betheiligung sämmtlicher Führer verlangt. Nachdem nun aber „ Zürich " die Frist bis auf 10 Tage heruntergesetzt und weiteres Entgegenkommen bei Auszahlung auch an entferntere Erben in Aussicht gestellt hat, empfiehlt Herr v. Steiger den Antrag des Central-Comité, mit „ Zürich " den projectirten Vertrag auf 3 Jahre abzuschließen. Herr Eaillard wünscht Berücksichtigung von Fällen analog dem des Verschwindens des Herrn Dr. Haller und den Zusatz von „ wo möglich " bei der Forderung der Beiziehung eines Arztes innerhalb 8 Tagen. Nach Project kann indeß auch ein Pfarrer ein Zeugniß ausstellen. Von Herrn Briquet werden Propositionen der „ Grande Compagnie d' Assurance " empfohlen. Herr de-Constant legt Bedingungen der Gesellschaft Winterthur vor, bedauert, daß ein Monopol auf 3 Jahre eingegangen werde; er ist der Ansicht, daß man nicht für die ganze Schweiz gleiche Bedingungen aufstellen könne, und beantragt, den Vertrag nur auf ein Jahr abzuschließen. Herr Monnier kritisirt einige Bestimmungen vom rechtlichen Standpunkte aus. Von Herrn Dr. Fossei wird die 3jährige Vertragszeit befürwortet. Das Präsidium gibt verschiedene Aufschlüsse und empfiehlt, den schweizerischen Firmen den Vorzug zu geben.

Die Anträge der Section Basel, betreffend Verschollenheit und Zuzug des Arztes, sowie die von Herren v. Steiger und Monnier beantragten Zusätze, als Minimum der Auszahlung ein Viertel der Versicherung zu verlangen und bei Todesfall auch Erben entferntem Grades theilhaftig werden zu lassen, werden gutgeheißen. Für einen dreijährigen Vertrag stimmen 19, für einjährigen 11.

Regulativ für Führercurse. Der Referent, Herr v. Fellenberg, erklärt die Auswahl der zu behandelnden Fächer und empfiehlt Einführung einer praktischen Verbandlehre. Herr Hürner beantragt, Lemma e ( Ge-birgs- und Gletscherkunde, Gesteinsarten und Alpenpflanzen ) fallen zu lassen, da 48 Stunden dazu nicht ausreichen. Da aber, wie Herr Hauser bemerkt, diese Stundenzahl nur ein Minimum ist und ein populärer Unterricht besonders über die zwei erstbenannten Fächer sehr wünschenswerth ist, wird der Entwurf mit großem Mehr angenommen.

Ueber das Excursionsgebiet von 1882 und 1883 wird vom Präsidium mitgetheilt, daß die Arbeiten zu der neuen Aufnahme und Revision in vollem Gange seien.

Jahrbuch. Das Präsidium erstattet kurzen Bericht über Band XV. Die Kosten beliefen sich auf Fr. 12,282. 15, wovon auf die Centralkasse fielen Fr. 2494. 60. Die Tauschexemplare kosteten Fr. 755.

Wahl des Central-Comités pro 1882—84. Zur Uebernahme der Geschäfte hatte sich die Section Diablerets anerboten. Es wird einstimmig beschlossen, der Generalversammlung vorzuschlagen, Herrn Professor Eugène Rambert als Centralpräsident zu erwählen und die Section Diablerets mit der Bildung des neuen Central-Comités zu betrauen. Das Präsidium verdankt sowohl Herrn Professor Rambert als der Section ihre freundliche Bereitwilligkeit, dieses Pensum zu über-ttbernehmen. Herr Rambert erklärt die Annahme der Wahl für sich und die Section mit Verdankung des bewiesenen Zutrauens.

Zur Uebernahme des Festes von 1882 hat die Section NeuenbiHg sich bereit erklärt. Auf Empfehlung des Centralpräsidenten wird Herr Advocat Monnier zum Festpräsidenten ernannt, welcher die Annahme der Einladung verdankt und bescheidenen, aber freundlichen Empfang verspricht.

Ehrenmitglieder. Als solche werden vom Central-Comité vorgeschlagen Herr Eduard Whymper, dessen Verdienste um Erforschung der Alpen und in jüngster Zeit der Anden allgemein bekannt sind, und Herr Dr. Hann in Wien, in wissenschaftlichen Kreisen als Meteorologe hoch geschätzt. Das Studium der Alpen ist durch Herrn Dr Hann mit einer neuen Erklärung der Erscheinungen des Föhns bereichert worden. Die Delegirtenversammlung erklärt sich mit dem Antrag an die Generalversammlung einverstanden.

Dem Central-Comité wird der Wunsch, ausgesprochen, es möchten in Zukunft die Vorschläge für Ehrenmitglieder den Sectionsvorständen in geeigneter Weise bekannt gemacht werden.

Internationaler Congress in Salzburg. Das Central-Comité wird ermächtigt, einen oder zwei Delegirte einzuladen, den S.A.C. zu vertreten und das vom Vorstand des deutschen und österreichischen Alpenvereins dem S.A.C. angebotene Referat über Gletscherstudien zu übernehmen. Zu diesem Zweck wird auch ein entsprechender Credit eröffnet.

Anträge der Section Tödi. Der Centralpräsident weist auf die in Sachen aberlassenen Brochüren und Circulare und fragt an, ob die in einem inneren Zusammenhang stehenden Anträge in globo zu behandeln seien, mit Ausnahme desjenigen puncto Clubhütten, über welchen Gegenstand auch Anträge der Sectionen Oberland und Blümlisalp eingelangt sind. Herren Hauser und Professor Biedermann beantragen, von Nummer zu Nummer vorzugehen, während Herr Professor Rambert die Motivirung der Brochure Tödi, als gegen gefaßte Beschlüsse gerichtet, nicht billigen kann und Nichteintreten empfiehlt. Die Abstimmung ergiebt je 20 Stimmen pro et contra. Der Präsident entscheidet für Discussion der einzelnen Anträge mit der ausdrücklichen Motivirung, daß er dem Streben nach Aussöhnung den Standpunkt des Central-Comités in dieser Formfrage opfere. Nach Auseinandersetzung der Anschauung der Section Tödi motivirt Herr Hauser Antrag I. Während derselbe das Clubhüttenreglement als abusiv gegenüber den Statuten betrachtet und daraus die Verpflichtung der Centralcasse ableitet, die Clubhütten zu bauen und zu unterhalten, stützt sich das Präsidium auf die von je befolgte Maxime, wonach die Centralcasse in der Regel nicht mehr als die Hälfte der Baukosten ausgerichtet habe. Das Reglement sei als Ergänzung der Statuten anzusehen und mit voller Sachkenntniß beschlossen worden. Eine Centralisation des Hüttenwesens würde das Central-Comité und die Casse übermäßig belasten und das Interesse an guter Aufsicht schwächen. Es wird zugegeben, daß einige kleinere Sectionen zu sehr belastet seien, daher der Antrag der Section Blümlisalp acceptirt werden könne, wonach das Central-Comité eingeladen würde, diese Htttten-frage zu untersuchen und eine billige Erleichterung womöglich durch Uebernahme einzelner Hütten von Seiten größerer Sectionen anzustreben. In ähnlichem Sinne votiren Herr Hürner und Herr Biedermann. Auch Herr Hecht erklärt sich Namens der Section Oberland einverstanden, wenn, ihr zwei Hütten abgenommen werden, ähnlich Herr Professor Wolff, während Namens der Section Basel Herr Raillard sich zu solcher Uebernahme bereit erklärt. Auf Wunsoh des Herrn Hauser wird eine schriftliche Erklärung der Section Mythen, daß sie mit den Anträgen Tödi einverstanden sei, verlesen. In der Abstimmung fallen auf Antrag Raillard, Nichteintreten, 6 Stimmen, für Eintreten Mehr; auf Antrag Blümlisalp, Ueberweisung an das Central-Comité, 16 Stimmen, auf Antrag Tödi 6.

Schluß der Sitzung 7 Uhr Abends.

Fortsetzung der Verhandlungen Sonntag den 11. September, Morgens 71/2 Uhr.

Herr Hauser begründet Antrag II der Section Tödi, das Vermögen solle auf rationelle Weise durch Entlastung der Mitglieder consumirt werden; damit der Wiederkehr von Beschlüssen wie der vom 11. Dezember 1880 vorgebeugt werde. Es wurde entgegnet, daß eine solche Verschleuderung der Reserve unklug sei und in Folge der Vorschläge entweder der Jahresbeitrag erhöht oder der Werth des Jahrbuchs verringert werden müßte. Für Antrag II fallen zwei Stimmen. Antrag III, Budget. Mit Rücksicht auf die Schwierigkeit, ein richtiges Budget aufzustellen und bei unsern etwas freien Vereinsinsti-tutionen auch festzuhalten, wird der Antrag mit großem Mehr gegen fünf Stimmen abgelehnt.

In Antrag IV sucht die Section Tödi eine Garantie aufzustellengegeneineWiederholung der Rhonegletscher-Campagne. In Berücksichtigung, daß eine Dreiviertel-Majorität in den Statuten für keine andern wichtigen Fragen vorgesehen ist, sowie daß den .Bedenken der Minorität im Beschluß der außerordentlichen Delegirtenversammlung durch Annahme des Antrags Tschudi Rechnung getragen sei, ferner mit Hinweisung auf die von dem Gletschercollegium ausgesprochene Ansicht, daß mit sechs Jahren das Nöthige geleistet sein möchte, wird auch dieser Antrag IV mit Mehrheit gegen sechs Stimmen abgelehnt. Antrag V wird als Ausführungs-maßregel fallen gelassen. Antrag VI wird von den Sectionsdelegirten zurückgezogen, ebenso VII mit Hinweisung auf das Circular des Central-Comité, betreffend die Verhandlungen mit der naturforschenden Gesellschaft. An diese Discussion knüpft der Präsident Mittheilungen über die Publication der Rhonegletscherarbeiten an. In Folge der Aufsätze des Herrn Professor Rütimeyer im Jahrbuch erscheint ein Druck der Gosset'schen Preisschrift als weniger dringend angezeigt, immerhin sind die Grundzüge einer Veröffentlichung derselben in den Denkschriften mit der Commission vereinbart. Herr v. Steiger erklärt, daß Herr Gösset ihm das Manuscript eingehändigt habe und bereit sei, dasselbe zur Verfügung zu stellen mit Ermächtigung einiger Abänderungen, so daß eine allseitig befriedigende Erledigung dieser Angelegenheit zu hoffen sei.

Anträge der Section Genf. Der erste Antrag wird in Folge des Beschlusses, den Salzburger Congreß zu beschicken, fallen gelassen.

Herr Briquet verliest sodann die Motive des Antrags betreffend Abänderung des Stimmenverhältnisses der Sectionen. Die numerischen Verhältnisse haben sich sehr verändert, die kleinen Sectionen sind gegenüber den großen in der Vertretung zu günstig gestellt. Nach Antrag würden vier Sectionen Stimmen gewinnen, vier auf einen Delegirten beschränkt. Von der Ansicht geleitet, daß allerdings einige Billigkeitsgründe für eine Ausgleichung sprechen, daß aber der Antrag Genfs doch zu weit gehe, und neue Uebelstände schaffen würde, schlägt das Central-Comité vor, bis und mit 50 Mitglieder einen Delegirten, bis 200 je zwei, über 200 je drei anzuordnen. Es wird darauf hingewiesen, daß gerade mehrere kleinere Sectionen durch ihre Leistungen für das Ftthrerwesen, für Clubhütten etc. Anerkennung verdienen. Von den drei größten Sectionen erklären zwei durch ihre Delegirten, Herren Professor Biedermann und Rambert, daß sie auf die ihnen zugedachte Vermehrung verzichten; der Letztere stellt den Antrag, den Status quo zu belassen. Hiefür stimmen 16, für Abänderung 14 Stimmen. Wegen Auslaufs seiner Amtsdauer erachtet das Central-Comité es angemessen, den Delegirten den Antrag zu unterbreiten, für den in Folge eines Sturzes am Roththalsattel im Sommer 1880 invalid gewordenen Führer Inäbnit einen auf zwei Jahre zu vertheilenden Beitrag von Fr. 500 zu bewilligen. Wird einstimmig angenommen.

Ueber die Betheiligung an der schweizerischen Landesausstellung pro 1883 walteten bisher nur ein- leitende Verhandlungen unter Vorbehalt spätem Entscheides durch die Generalversammlung, resp. das neue Central-Comité.

Herr Professor Rambert spricht sich für Betheiligung an dem nationalen Werk aus und hält für heute eine allgemeine Zustimmung für genügend, da die Frage noch gründlichen Studiums bedürfe. In diesem Sinne wird das Central-Comité eingeladen, die Angelegenheit zu prüfen und Bericht und Antrag nebst Devis vorzulegen.

Ein Antrag des Herrn Weber ( Winterthur ): es solle den Führern gestattet sein, zur Bestreitung des ihnen auffallenden l°/oo der Assecuranzprämie einen Zuschlag zur Führertaxe zu verlangen, wird in Anbetracht der Incompetenz des S.A.C. und der Mißbräuche, welche dabei entstehen könnten, abgelehnt.

Auf die Anregung des Herrn Briquet, es möchten die Führer darauf aufmerksam gemacht werden, daß der S.A.C. in Folge seiner Betheiligung an der Versicherung in Zukunft keine Sammlungen mehr veranlassen werde, ersucht der Präsident die Vorstände der Bergsectionen, in geeigneter Weise die Führer von dieser Sachlage in Kenntniß zu setzen.

Das Protokoll wird verlesen und nach einigen Berichtigungen genehmigt. Schluß der Sitzung 9 Uhr.

Der Secretär: Der Präsident: Dr. H. Dübi.R. Lindt.

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