Alpine Unglücksfälle 1909

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Trotz ungünstiger Witterungsverhältnisse bis tief in den Juli hinein ist die Zahl der tödlich verlaufenen, mit dem Bergsporte örtlich und ursächlich zusammenhängenden Unglücksfälle gegenüber dem Vorjahre wieder um ein kleines gestiegen. Es verzeigte nämlich die Statistik von 1908 54 Touren mit 68 Todesfällen, diejenige von 1909 59 Touren mit 72 Todesfällen.

Die Gliederung in Wintertouren und Unglücksfälle des Mittel-Vor-gebirges gegenüber solchen des Hochgebirges ist beibehalten worden.

A. Im Winter.

1 ) 3. Januar. Am Gansfelsen, einem steil abfallenden Felsgerüste der sächsischen Schweiz, ist als Opfer des Klettersportes der 22jährige Paul Loschner aus Dresden abgestürzt und tot aufgehoben worden, während sein Begleiter ohne Verletzungen davonkam. Starke Vereisung eines Kamins habe das Unglück herbeigeführt. Alp. 1909, pag. 16; M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 13.

213. Januar. Am Wendelstein sind die zwei katholischen Geistlichen Riedel und Berkmüller, welche, ungenügend ausgerüstet, führerlos, trotz ungünstiger Wetterverhältnisse anstiegen, in einer Lawine ums Leben gekommen. Alp. 1909, pag. 36; M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 25.

314. Januar. Am Oefenpass im Rätikon ist eine Rettungsexpedition von sechs Skifahrern aus Schruns auf die Suche nach vier Vermißten, drei Söhne Atzwanger und F. Gunz, gegangen, wobei die drei vordersten Männer von einer Lawine überrascht wurden; zwei vermochten sich herauszuarbeiten, während der dritte, Peter Salzgeber, durch eine zweite Lawine gänzlich erdrückt wurde. Alp. 1909, pag. 36; M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 25.

416. Januar. An der Alpspitze ist der hoffnungsvolle, junge Student Max Schulze in einer Lawine umgekommen. Er hatte bei Schneegestöber mit seinem Freunde Freüdenberger und einer Dame den Anstieg unternommen, wobei die zwei Herren eine Lawine lostraten, die sie mitriß, die abseits gebliebene Dame aber unversehrt ließ, so daß diese Hülfe holen konnte und Freüdenberger, dessen Arm noch aus dem Schnee heraussah, zu befreien war. M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 25.

5 ) 20. Januar. Am Piz Danis ( Lenzerheide ) ist von den zwei Brüdern Spicer der ältere von einer Lawine begraben und getötet worden, während der jüngere mit erstarrtem Körper an die Türe der Alphütte Schall gelehnt gefunden wurde und so gerettet werden konnte. Alp. 1909, pag. 29; M. D. ö. A. V. 1909, pag. 25.

621. Januar. An der Furka sind die Skifahrer Merian und Berkeley mit Führer Bleuer aus Grindelwald von einer Lawine verschüttet worden, als sie nach dem Dammastocke aufsteigen wollten. Bailey, dei-dritte Tourist, der im Rückstände war, mußte zusehen und alarmierte alsogleich die Fortwachen, und nach fünf Stunden Arbeit konnten die drei Verunglückten gefunden und zu Tale getragen werden. Alp. 1909, pag. 28; M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 25.

721. Februar. Auf Alp Furx verunglückte der Skifahrer Rieh. Gaßner; er erlag einem Schädelbruche. M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 71.

821. Februar. Im Alpachtal ist von einer Gesellschaft von zwanzig Studierenden aus München anläßlich eines Skiausfluges Rud. Joel von einer Lawine verschüttet worden. M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 71.

9 ) 23. Februar. An der Hochalm ist der 26jährige Maler W. Plazotta aus München von einem Schneebrett in die Tiefe gerissen und verschüttet worden, während seine zwei Gefährten die Stelle unmittelbar vor ihm passiert hatten. M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 72.

1016. April. Am Hundstiorn sind zwei junge Touristen aus Bern, Glur und Wegelin, Skifahrer, in einer Lawine umgekommen und als Leichen zu Tal gebracht worden. Alp. 1909, pag. 90 und 97.

1113. Dezember. Am Passo dei Laghi Gemelli bei Bergamo ist anläßlich einer Winterfahrt von sieben Touristen Direktor B. Oliva von einer Lawine verschüttet worden; vier leicht Verletzte konnten sich noch aus dem Schnee herausarbeiten und zwei weitere Herren, die Knochen-bruche erlitten hatten, befreien. M. D. Ö.A.V. 1910, pag. 10.

B. Im Mittel- und Yorgebirge.

130. April. Am Schneeberg, bei Wien, ist der Akademieschttler Skopczynski beim Aufstieg mit einem Freunde bei Wetterumsturz im Schneesturm ums Leben gekommen. M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 125; Alp. 1909, pag. 106.

216. Mai. An der „ Hohen Wand ", bei Wien, ist als Opfer des Klettersports der 35jährige Falchas infolge Griffausbrechens gestürzt und einer Hinterhauptswunde erlegen. Er ging als erster am Seile mit einer Gesellschaft über den sog. Teufelsgrat. M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 135; Alp. 1909, pag 116.

3 ) 22. Mai. Am Säntis sind zwei junge Ingenieure der Maschinenfabrik Sulzer, Holzach und Kindlimann, aus Winterthur, am Lysenyrat ( Übergang zum Altmann ) bei schlimmen Schneeverhältnissen abgestürzt. Alp. 1909, pag. 117; M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 147.

4 ) 25. Mai. Am Brienzer Rothorn ist von 26 Schülern, die bei Föhn und großer Hitze aufgestiegen waren, Otto Frei beim Abstieg an Hitzschlag verstorben. Alp. 1909, pag. 116.

519. Juni. An der Höfats ( steiler Rasenberg des Allgäu ) ist der Student W. Sander tödlich verunglückt; seine Leiche fand sich unten am Einstieg zum Nordgrat am Fuße einer Felswand. Alp. 1909, pag. 139; M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 172.

6 ) 28. Juni. Am Grimming stürzte Ingenieur Ed. Gütl in einer Steilrinne zu Tode; er war der erste einer Gesellschaft von sechsen und hatte 30 m. Seil vorgegeben bekommen. Mit zerschmettertem Schädel hoben sie ihn auf; ein Griff oder Tritt, der ausbrach, soll ursächlich gewesen sein. Alp. 1909, pag. 139; M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 172.

7 ) Ende Juni. An der Elmauer Haltspitze ist Kupferstecher Latte aus München abgestürzt und den 22. Juli als Leiche gefunden worden. Alp. 1909, pag. 139; M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 193.

84. Juli. An der Benediktenwand ist der 21jährige J. Spiehler tödlich abgestürzt. Alp. 1909, pag. 139; M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 173.

9 ) 10. Juli. Am First ( zwischen Adelboden und Kandersteg ) gerieten drei Engländer bei Neuschnee vom Wege ab, und stürzte der eine ( Percy Shannon ) über eine Felswand ab zu Tode. Während der Tour schlug das Wetter um und trat Schneefall ein. Alp. 1909, pag. 138; M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 193.

10 ) 14. Juli. Am Fuße der Engelhörner ( bei Meiringen ) ist der 28jährige Engländer Williamson als Alleingänger über eine 200 m. hohe Wand abgestürzt und am 2. August als Leiche gefunden worden. Alp. 1909, pag. 146.

1128. Juli. Im Salzkammergut ist stud. jur. H. Aufreiter aus Wien gelegentlich einer Kletterpartie an den Gasseltürmen abgestürzt und seinen schweren Verletzungen alsbald erlegen. M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 193.

12 ) Im Juli. Im Cordevoletal ist der Tourist G. Giolai von steilem Felspfad 100 m. abgestürzt und tot liegen geblieben. Alp. 1909, pag. 139.

13Ende Juli. An der Crête de l' Ebat sei der Genfer Student N. Parriguer tödlich abgestürzt. M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 193.

14Ende Juli. Am Mont Soudine ( Savoyen ) sei der Student Th. Brocher aus Genf tödlich abgestürzt. M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 193.

15Ende Juli. Am Kaiserschild ( Steiermark ) soll ein Tourist Jos. Koch tödlich abgestürzt sein. M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 193.

161. August. Am Mürtschenstock ist der Tourist Kunz aus Zürich, der die Besteigung mit einem Bekannten unternommen, infolge Schwächeanfalles 150 Meter abgestürzt und als Leiche geborgen worden. Alp. 1909, pag. 146.

178. August. An der Alpspitze ( Bayern ) stürzte Kaufmann K. Zick aus München ab und erlag auf dem Transport seinen Verletzungen. Alp. 1909, pag. 166; M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 206.

18 ) 8. August. An der Elmauer Haltspitze wurde bei einer Rast im Aufstieg der Sattler Müller aus München von einem herabfallenden Stein an den Kopf getroffen und getötet. Alp. 1909, pag. 166; M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 206.

1912. August. An der Kleinen Halt stürzte der 19jährige W. Gebier auf schmalem Bande infolge eines Schwindelanfalles zu Tode, während sein Gefährte Heß sich infolge gelösten Seilknotens retten konnte. Alp. 1909, pag. 193; M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 230.

2012. August. Am Untersberg ( Salzburg ) ist Gymnasialprofessor Gleitsmann aus München über die Südwände abgestürzt. Er war vom Wege abgekommen, nur mit Spazierstock und ungenagelten Schuhen ausgerüstet. Alp. 1909, pag. 166; M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 206.

21 ) Mitte August. Am Faulhorn ist der Bergführer Wyß auf dem Heimwege über eine Felswand abgestürzt. Seine Leiche wurde im Bergelbach gefunden. M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 213.

2217. August. An den Geierköpfen ( Ammergau ) verunglückten die Touristen Gutmann und Bendit. Ihre Leichen fand man am 12. September in den Südhängen des Berges; ihre Uhren zeigten auf 11 Uhr, und es ist wahrscheinlich, daß sie beim Rückwege, in Nebel oder Gewitter geraten, bis in die Nacht hinein umherirrten und dann erst abstürzten. Alp. 1909, pag. 178; M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 213 und 240.

2317. August. An der Raxalpe stürzte der 17jährige Realschüler A. Zimmermann über eine Felswand zu Tode. Alp. 1909, pag. 178; M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 213.

24 ) 5. September. Am Schwalmis ( Zentralschweiz ) ist der Bahnbeamte Schmid 50 Meter abgestürzt. Alp. 1909, pag. 166.

25 ) 6. September. Auf Bannalp ( im Gebiet der Wallenstöcke ) erfror von drei Kameraden, die in Schneesturm und Nebel gerieten, der eine ( Stierli ), als sie in den Felsen nächtigen mußten. Alp. 1909, pag. 178.

268. September. Am Hochtor ist der junge Wiener Tourist L. Rudolf, der die schwierige Nordwand mit einem Gefährten unternahm, unweit vom Ausstiege als Vorankletternder abgestürzt, wobei das Seil riß und R. als zerschmetterter Leichnam am Fuße der Wand aufgefunden wurde. Alp. 1909, pag. 193; M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 230.

2710. September. In den Mieminger Bergen ist der Architekt Christoph Darr bei einer Klettertour am Karkopf tödlich verunglückt; sein zerschmetterter Leichnam wurde am Fuße der Nordwand gefunden. Alp. 1909, pag. 192; M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 230.

2817. Oktober. Am Totenkirchl versuchten die Herren Forstner und Steinbock die Durchkletterung der Westwand, wobei der vorankletternde F. nahe dem Ausstieg im Schlußkamine ermattet lautlos über seinen Gefährten hinweg abstürzte, während St. dank guter Selbstsicherung und Seilriß verschont blieb. M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 267.

29 ) 24. Oktober. Am Hochtor sind die Wiener Touristen, 25- und 30jährige tüchtige Kletterer, A. Larrisch und A. Grigar beim Aufstieg über die Nordwand abgestürzt und als zerschmetterte Körper gefunden worden; unerwarteter Schneefall und Unwetter führten das Unglück herbei; solch schwierige Klettertour sollte in so vorgerückter Jahreszeit nicht mehr versucht werden, sagen die M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 267; Alp. 1909, pag. 230.

O. Im Hochgebirge.

1 ) 4. Juli. An der Mädelegabel, im Allgäu, stürzte E. Moll tödlich ab. Alp. 1909, pag. 139; M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 173.

214. Juli. Auf der Birnfücke ( 2671 m. hoher Paß in den Zillertaler Alpen ) ist der 60jährige, aber berggewandte Rektor K. Geisler aus Berlin im Unwetter abgestürzt und als erfroren aufgefunden worden. Alp. 1909, pag. 156; M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 193.

319. Juli. Am Campanile Basso ( 2908 m, Brentagruppe ) stürzte bei schwieriger Klettertour der 46jährige Gymnasiallehrer G. Bartel 200 m. tief zu Tode; sein Gefährte konnte sich, als er den Seilruck spürte, an einem Felsvorsprung festklammern. Alp. 1909, pag. 139; M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 193.

4 ) 22. Juli. An der Triglav-Nordostwand ( Julische Alpen ) stürzte der Lehrer W. Laß 25 Meter tief ab und verfing sich mit dem Seil an der Felswand, so daß er freischwebend verblutete; sein Begleiter Plaichinger konnte sich retten. Alp. 1909, pag. 139; M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 193.

522. Juli. Am Casanna ( Graubünden ) ist der 60jährige Lehrer Aider ums Leben gekommen; seine Spuren führten bis zu einer Lawine, die dann über eine Felswand abging, so daß der Vermißte am Fuße derselben im Schnee an unzugänglicher Stelle vermutet wird. Alp. 1939, pag. 146.6 ) Ende Juli. Am Badile ( im Bergeil ) sind der Notar Castelli und Photograph Patti zu Tode gestürzt. Alp. 1909, pag. 146.

71. August. Am Bristenstock ist Postkommis Trabinger als ortsunkundiger Alleingänger abgestürzt und den 8. August in einem Couloir am nordwestlichen Abhang tot aufgefunden worden. Alp. 1909, pag. 146.

81. August. An der Jungfrau verunglückten die Herren Seese und Besser, welche von der Rottalhütte aufgestiegen kamen, einen dritten Begleiter, Sammet, wegen Unwohlseins zurücklassend. Die Rettungskolonne fand am 6. August die Leiche des Herrn Seese mit umgebundenem Seilstück, am rechten Bein verletzt und jedenfalls erfroren, während die Leiche Bessers noch nicht gefunden werden konnte, wohl aber sein Rucksack; sie scheinen erst abends den Gipfel erreicht und im Nebel beim Abstieg sich verirrt zu haben. Besser scheint ausgeglitten und infolge Reißens des Seils auf den Jungfraufirn abgestürzt zu sein. Seese kehrte wahrscheinlich zum Gipfel zurück und ist dort in der Sturmnacht vom 2./3. August erfroren; seine Leiche fand sich in sitzender Stellung, unversehrt, wenig unter dem Gipfel. Alp. 1909, pag. 146 und 155; M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 206.

9 ) 4. August. Am Col des Ecrins ( 3415 m ) bei Grenoble stürzte beim Abstiege in steilem Couloir das Geschwisterpaar J. Capdepont und seine 23jäbrige Schwester, begleitet von einem Berliner, Herrn Gley, ab, wobei der letztere an einer Felsspitze den Schädel brach und sogleich erlag. Capdepont, wenig verletzt, wollte seine schwerverletzte Schwester auf dem Rücken zu Tal tragen, wobei Frl. C. aber alsbald ebenfalls verschied, während C. selbst, halb tot, sich noch bis La Bérarde schleppen konnte. Alp. 1909, pag. 156.

107. August. An der Alpligenlücke zwischen Göscheneralp und Realp ist der Postbeamte Meier als Alleingänger über eine Felswand abgestürzt und als Leiche geborgen worden. Alp. 1909, pag. 155.

11 ) 8. August. An der Königsspitze ist Maschinenmeister Graf aus Meran tödlich abgestürzt; er ließ sich auf dem Gipfel abseilen und brach dann durch die Gipfeigwächte durch, auf den Suldenferner niederfallend. Alp. 1909, pag. 166; M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 205.

12 ) 9. August. Am Watzmann stürzte vor den Augen seines Sohnes, beim Abstiege im Gewitter, Bureauchef N. Vogt aus München plötzlich ab und verschied vor Ankunft der Rettungskolonne. Die Leiche zeigte den einen Arm gebrochen und die Stirne verletzt. Alp. 1909, pag. 166; M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 205.

1315. August. Am Nordend ( 4612 m des Monte Rosa ) verunglückten, von Macugnaga aufsteigend, die drei Mailänder Clubisten Bompadre, Castelnuovo und Sommaruga, indem sich Nebel und heftiges Gewitter einstellten. Die Leichen sind noch nicht aufgefunden worden. Alp. 1909, pag. 177.

14 ) Ende August. Im Mont Blanc-Gebiet. Passage des Ponts, beim Abstieg gegen die Mer de Glace, stürzte vor den Augen des ihm vorangehenden Neffen, H. T. Tatham tödlich ab, worauf Tatham-Meabrun Hülfe holte, der Verunglückte dann aber auf dem Transport zu Tale verschied. Alp. 1909, pag. 204.

15 ) 8. September. In der Hohen Tatra sind vier junge Männer verunglückt. Student Goetl fiel als Erster und riß seine Begleiter mit, wobei sich alle schwer verletzten, aber geborgen werden konnten, wogegen Matuschka an einem Felsen zerschmettert wurde und sofort tot war. M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 230.

1610. September. An der Jungfrau verunglückten Tourist Erich Hermann, Student, und Führer Knecht am Walchergrat, indem ein orkanartiger Wind und nebliges Wetter die nächtliche Orientierung verunmöglichten und sie, zum Biwak gezwungen, der Kälte zum Opfer fielen. Alp. 1909, pag. 177; M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 230.

1710. September. An der Jungfrau verunglückten im heftigen Föhnsturm und Unwetter zwei führerlose Herren aus Zürich. Dr. Winkelmann war erfroren, während O. Guggenbühl von zwei Grindelwaldner Führern zur Berglihütte gebracht werden konnte. Alp. 1909, pag. 177; M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 230.

1811. September. Am Theodulpass wurden zwei Deutsche von der Nacht überrascht und verloren den Weg. Bruno Schubert blieb auf den sogenannten „ Leichenbrettern " zurück und stürzte später zu Tode, während sein Gefährte nach Zermatt abstieg und erst in Bern von des andern Schicksal hörte. Alp. 1909, pag. 178.

1914. September. Am Musterstein ( Wettersteingebirge ) ist Ingenieur Max Heß aus Karlsruhe vom Grat abgestürzt und als Leiche mit zerschmettertem Schädel und gebrochenen Gliedern aufgefunden worden; hätte er Nagel- oder Kletterschuhe gehabt, er hätte als gewandter Bergfreund auch diese Wand bezwungen. M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 239 und 250.

Nachtrag zu 1908! 9. August. An der Pointe de Tanneverge. 2982 m, infolge Steinschlag getötet Werner Grave, 25 Jahre alt, aus Düsseldorf. M. D. Ö.A.V. 1909, pag. 37.

Vermißt seit September 1908 der 18jährige Alfr. Preindl, der ins Wallis auf Touren gegangen sei. Alp. 1909, pag. 91.

Der Bergsport forderte somit im Jahre 1909 insgesamt 72 Opfer ( 15 + 32 + 25 ) auf 59 Touren ( 11 + 29 + 19 ).

Das Mittel-Vorgebirge mit 29 Unglücksfällen forderte 32 Opfer, worunter 8 Alleingänger.

Das Hochgebirge mit 19 Unglücksfällen forderte 25 Opfer, darunter 6 Alleingänger; nur eine Tour war geführt.

Die Ostalpen figurieren mit 32 Unglücksfällen, die Westalpen mit 4, die Zentralalpen mit 23.

Leichenfund: Am Pas de Cheville ( Diablerets ) der seit 1908 vermißte Skifahrer Böhme. Alp. 1909, pag. 116.

Zwei Monate nach seinem Unfall im August 1909 am Matterhorn ist Herr Kaufmann Güdel aus Luzern an den Folgen erlittener Erfrierungen und offenen Unterschenkelbruches verstorben.

Vermißt wird seit dem 21. August 1909 Herr Felix Popper aus Wien, der nach dem Reißeck aufgebrochen sein soll. M. D. O. A. V. 1909, pag. 213 und 275.

Würden den genannten, der alpinistischen Fachliteratur entnommenen 72 Opfern des Bergsportes die 19 Opfer des Edelweiß- und Alpen-blumenpflückens, sowie die 32 mehr oder weniger bestimmten Meldungen von alpinen Unfällen der verschiedensten Tagesblätter beigerechnet, so ergäbe dies eine Gesamtzahl von 123.

Dr. W. Kürsteiner ( Sektion Bern ).

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