Carl von Salis | Club Alpino Svizzero CAS

Carl von Salis

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Begleitwort zum Kunstblatt « Piz Lagrev ».

Im Jahrgang 1926 von « Die Alpen » stellte sich uns Carl von Salis als Bergsteiger und Künstler vor. Er erzählte von seiner 1914 mit einem andern Maler ausgeführten Besteigung des Kilimandjaro 6010 m, des höchsten afrikanischen Berges, und streute in den ruhigen Bericht vier klare Zeichnungen ein, wie sie nur ein weltoffener Geist und eine geschulte Hand so sicher und mühelos hinwerfen kann. Und an der zweiten vom S.A.C. 1936 durchgeführten Exposition suisse d' art alpin in Genf konnte man seine drei Gemälde « Piz Lagrev », « Engadiner Winter » und « Vierwaldstättersee » geniessen, von welchen die Kommission das erste als Schmuck für unsere Monatsschrift bestimmte.

Carl von Salis ist zu Bevers im Engadin beheimatet, wo er seit einer Reihe von Jahren im elterlichen Hause wohnt. Er ist aber in Turin aufgewachsen und hat das Gymnasium zu Basel besucht. Der weitere Werdegang hielt ihn vier Jahre an der Kunstakademie in München fest, und dann kam die Sehnsucht nach dem farbigen Süden. Auf zahlreichen Studienreisen in den Mittelmeerländern, besonders Sizilien und Dalmatien, sowie in Ostafrika entfaltete und betätigte sich sein lebhafter Farbensinn, sein kultivierter Geist und die angeborene Liebe zur Natur und ihrer Grosse. Zahlreiche Gemälde und Studien aus dieser Zeit offenbaren « une incroyable richesse de sa palette », wie Jean Darbois 1936 begeistert ausrief. Der Künstler pflegte aber auf diesen Reisen nicht nur die Landschaft, sein Auge fing auch den Menschen — den Eingeborenen — ein in Studien von künstlerischem und zugleich dokumentarischem Werte.

So sehr auch Salis das südliche Meer und seine bewegte Küste liebte, so leidenschaftlich er den Farbenrausch Afrikas genoss, immer wieder zog es ihn zurück zu den heimatlichen Bergen. Und so schuf er viele Gebirgsbilder, hauptsächlich im Engadin, auch im Tessin und Wallis. Diesen Werken eignet ein streng bildhafter Aufbau, sei es in leuchtenden Farben, sei es in stimmungsvollen grauen Tönen. Salis will nicht auffallen, davor bewahrt in eine tiefe Liebe zur Natur und ihrer Disziplin, davon zeugt seine Rückkehr aus der weiten Welt in die Stille von Bevers.

E.J.

Die Alpen — 1938 — Les Alpes.45

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