Das Gebirge Nepals

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Von Toni Hagen

Mit 7 Bildern ( 71-77 ) und 2 SkizzenKathmandu und Lenzerheide ) Dr. Toni Hagen, der als geologischer Experte der UNO in Nepal arbeitet, hat uns eine Reihe von Aufsätzen zur Verfügung gestellt, die uns einen Einblick in den Aufbau des Gebirges Nepals gestatten, dieses ausgesprochenen Himalaya-Staates. Nachdem wir in der Aprilnummer unserer Zeitschrift auf die bergsteigerische Tätigkeit 1955 in diesem Teil der Weltberge hingewiesen haben und der Himalaya weiter im Vordergrund von Expeditionen stehen wird, dürfte es unsere Leser sicherlich interessieren, aus der Werkstatt unseres Landsmannes einiges zu vernehmen.M. Oe.

Einleitung Der geologische Bau des Nepal-Himalayas Der Himalaya ist ein Deckengebirge, d.h. ein Gebirge mit grossen überschobenen Massen. Das Alter des Himalayas ist alpin, was bedeutet, dass er zur selben Zeit wie die Alpen entstanden ist. Während aber in den Alpen die Deckenwurzeln sich im Süden befinden und die Decken nach Norden überschoben worden sind, liegen im Himalaya die Wurzeln mehr oder weniger in der Hauptkette, und die Decken sind nach Süden zum Teil bis an den Rand der heutigen Gangesebene überschoben. Die Überschiebungsdistanzen erreichen Beträge bis zu 90 km ( Kathmandu-Decken im Arun-Tal ) und sind damit in der Grössenordnung mit denjenigen der Alpen vergleichbar ( Helvetische Decken zwischen Vorderrheintal und Säntis 50 km ).

Auf den allgemeinen Bau des Nepal-Himalayas soll später noch ausführlicher eingegangen werden. Es seien zunächst nur die geologische und namentlich die tektonische Hauptgliederung kurz skizziert, um dem Leser das Verständnis der Ausführungen über die einzelnen Achttausender zu erleichtern.

Es konnten bisher von Norden nach Süden ( in den Decken von oben nach unten ) die folgenden tektonischen Einheiten unterschieden werden:

1. Tibetisches Plateau: verfaltete Formationen von Silur-Devon bis Kreide.

2. Granitzone von Mustang-Mugu: massige Turmalingranite.

3. Khumbu-Decken ( östlich des Sun-Kosi-Flusses ): Kristallinformationen unbestimmten, jedoch vorwiegend präkarbonischen Alters mit jüngeren Intrusionen 4. Tibetisches Randsynklinorium von Langu-Kagbeni-Manangbhot: verfaltete und verschuppte Formationen von Silur bis Kreide.

5. Kathmandu-D ecken: fünf Decken mit Formationen präkarbonischen Alters.

6. Hiunchuli-Zone ( nur in Westnepal ): mehrere steilgestellte Schuppen mit Formationen von Karbon bis Jura.

7. Piuthan-Decken ( in Westnepal ): fünf Decken mit Formationen von Karbon bis Trias-Jura.

8. Nawakot-Decken ( östlich des Kali Gandaki ): vier Decken mit Formationen von Karbon bis Jura.

9. Zone von Pokhara: Permformationen, vermutlich Parautochthon. 10. Siwaliks ( südlichste Randkette ): Molasse, Tertiär.

I. Die Dhaulagiri-Gruppe Der Dhaulagiri ( 8172 m ) ist der westlichste der nepalischen Achttausender. Obwohl der Hauptgipfel sein Haupt als eine prachtvolle, alleinstehende Pyramide in den Himmel hebt, erstreckt sich die ganze Dhaulagiri-Gruppe von ihm aus westwärts auf eine Länge bis zu 50 km und weist eine ganze Reihe von schönen Gipfeln auf, nämlich Pt. 25 429 Fuss ( 7751 m ), Pt. 25 064 Fuss ( 7640 m ), Gurja Himal 23 539 Fuss ( 7174 m ), Churen Himal 24 158 Fuss ( 7363 m ), Putha Hiunchuli 23 750 Fuss ( 7239 m ) und Pt. 21 442 Fuss ( 6536 m ).

Schon drei Expeditionen haben sich am Dhaulagiri versucht; die Franzosen, unter Führung von Herzog, näherten sich im Jahre 1950 dem bisher gänzlich unbekannten Gebirge von Tukucha her und über den nach ihnen benannten Franzosenpass, wenige Kilometer nördlich des Hauptgipfels. Ein anderer Versuch derselben Expedition über den Ostgrat erschien gleich zu Beginn als aussichtslos. Die Expedition des Akademischen Alpenclubs Zürich, unter Leitung von B. Lauterburg, wählte die direkte Annäherung von Süden her durch das wilde Mayangdi-Tal, um aber letzten Endes doch wieder auf die von den Franzosen erkundete Nordseite des Gipfelmassivs zu gelangen. Nur wenige hundert Meter unter dem Gipfel wurden sie zur Umkehr gezwungen. Ein Jahr später, 1954, ging eine argentinische Expedition über Tukucha-Franzosenpass wiederum die Nordseite des Dhaulagiri an, musste aber auch einige hundert Meter unterhalb des Gipfels infolge von Schneestürmen umkehren.

So leicht der Zugang zum Gipfelmassiv des Dhaulagiri von Osten her ist, so schwierig gestaltet sich die Annäherung aber von allen übrigen Seiten. Im Süden erhebt sich die Südflanke der Dhaulagiri-Gruppe in ungeheuren Steilwänden von den subtropischen Tiefen der Täler des Mayangdi und Muri Gurja-Gad bis zur Achttausendergrenze. Die höchsten Siedlungen ( Muri, Khibang, Gurja ), bewohnt von Leuten der Rasse der Chetris und Gurungs, liegen nur ca. 1500 bis 1800 m ü.M. Über diesem Niveau erlaubt das steile Gelände keine menschlichen Niederlassungen mehr, wie wir sie sonst im übrigen Nepal finden. Auch an der Nordflanke der Dhaulagiri-Gruppe senken sich ungeheure Kalkbastionen zum Lauf des Barbung Khola. Das Tal des letzteren ist so wild und eng, dass auch hier keine Siedlungen vorhanden sind. Einige kleinere Dörfer liegen auf Terrassen hoch an der nördlichen Talflanke und zeigen, wie überall nördlich der Hauptkette des Himalayas, tibetische Bevölkerung und Kultur. Die Besteigung der Gipfel westlich des Dhaulagiri-Hauptgipfels dürfte von der Nordseite her noch schwieriger sein als von Süden. Die Dhaulagiri-Gruppe ist bis heute eines der unbekanntesten Gebiete des Himalayas geblieben. Für Bergsteiger gäbe es hier noch lohnendes Neuland wie kaum anderswo.

Keine andere Gebirgsgruppe des Nepal-Himalayas zeigt so eindrücklich die Übereinstimmung der Deckenwurzeln der Kathmandu-Decken mit dem Verlauf der Hauptkette. Fast die gesamte Südwand der 50 km langen Dhaulagiri-Gruppe ist aus den nordfallenden Kristallinserien der Wurzeln der Kathmandu-Decken aufgebaut. Die Gipfel selbst bestehen aus den dem Kristallin aufliegenden Kalkformationen silurisch-devonischen Alters. Am Hauptgipfel verläuft die Kristallingrenze durch den von der Expedition des Akademischen Alpenclubs bestiegenen Südpass 18 050 Fuss ( 5500 m ). Die ganze, fast senkrechte Wand von 3000 m Höhe über dem genannten Südpass besteht aus Sedimenten, welche im obersten Teil aus permischen Kalken bestehen dürften, wie aus einem Handstück zu schliessen ist, welches mir die Expedition des Akademischen Alpenclubs Zürich freundlicherweise überliess. Die Struktur im Gipfel selbst zeigt eine liegende, nach Süden stirnende Antiklinale, in welcher die erwähnten Permkalke eingefaltet sind. Der Kristallin-Sediment-kontakt ist besonders schön bei Lete erkennbar, wo grobkristalline Turmalingranite in den Kalk intrudiert sind und schöne Kontakterscheinungen mit Kalksilikatgesteinen verursacht haben.

Von dem Hauptkamm der Dhaulagiri-Gruppe treten nach Norden in den Sedimenten zunehmende Verfaltungen auf, welche zum Teil nach Norden, also nach rückwärts, gerichtet sind. Wir befinden uns hier im sogenannten tibetischen Randsynklinorium von Langu-Kagbeni.

Gegen sein Westende biegt der Dhaulagiri-Bogen von seinem bisherigen West-Nord-west-Streichen ab und endet wenig westlich der letzten hohen Erhebung im Pt. 21 442 Fuss ( 6536 m ). Bei Chandul Gömpa, in der Naht zwischen dem tektonischen Dhaulagiri-Bogen und dem benachbarten Kanjiroba-Bogen, durchbricht der Barbung Khola die kristallinen Wurzeln der Kathmandu-Decken, welche ihrerseits hier nach Nordwesten streichen.

Die basale Überschiebung der Kathmandu-Decken verläuft von Dana ( im Kali-Tal ) über den Pt. 10 081 Fuss ( 3073 m ) im Mayangdi-Tal, wenig nördlich an Gurjakhani vorbei. Während bei Dana die Wurzeln der Kathmandu-Decken auf die Wurzeln der steil nordfallenden Nawakot-Decken aufgeschoben sind, schalten sich vom Rahughat-Tal an nach Westen mit zunehmender Mächtigkeit die Wurzeln der Piuthan-Decken ein mit ihren grossen Dolomitserien. Diese werden ihrerseits westlich von Gurja wieder von den Schuppen der Hiunchuli-Zone überlagert, welche sich hier zwischen Kathmandu-Decken und Piuthan-Decken einfinden. Interessanterweise spalten sich die Schuppen der Hiunchuli-Zone von den Wurzeln der Kathmandu-Decken ab, und sogar die granitischen Intrusionen der letzteren senden Ausläufer nach Westen in die einzelnen Schuppen. Dies dürften wertvolle Anhaltspunkte dafür sein, dass die meisten Intrusionen, also diejenigen der Kathmandu-Decken als auch diejenigen in den liegenden Piuthan- und Nawakot-Decken derselben Sukzession angehören könnten.

II. Die Annapurna-Gruppe Die Annapurna-Gruppe liegt in Zentral-Nepal und erstreckt sich auf eine Länge von ca. 70 km. Sie ist wohl die schönste und vielgestaltigste Gebirgsgruppe des Nepal-Himalayas, mit zahlreichen, ganz prachtvollen Gipfeln zwischen 7000-8000 m. Dies sind von Westen nach Osten: Nilgiri-Gruppe mit Südgipfel 22437 Fuss ( 6838 m ) und Nordgipfel 23 068 Fuss ( 7033 m ), Tilicho Himal 23 452 Fuss ( 7148 m ), Annapurna-Hauptgipfel 26 504 Fuss ( 8078 m ), Annapurna-Südgipfel 23 607 Fuss ( 7195 m ) ( dessen Verbindungsgrat mit dem Hauptgipfel sowohl in der Karte des Survey of India als auch auf der Skizze von Herzog falsch wiedergegeben ist ), Gangapurna ( Annapurna III ) 24 858 Fuss ( 7577 m ), Machhapuchharé 22 958 Fuss ( 6997 m ), Annapurna IV 24630 Fuss ( 7508 m ), Annapurna II 26041 Fuss ( 7939 m ), Lamjung Himal 22921 Fuss ( 6985 m ) und derNamun 18 976 Fuss ( 5787 m ).

DAS GEBIRGE NEPALS Profil 1 Putha Hiunchuli 7239 mJnm^. 23 7 so m 8000 m Barbung Khole Tooon.

S 10km ÂOhm Churen Himal 7363 m 6337 m Profil 2 20790/- pemringgaon Gurja Himai76 Wm 250àïf 717* " i j 23539f ^ Prof113 sctiubfiache Hiunchuli Zone ( HZ ) Piuthan Decken ( PD ) Trias Perm-Karbon Kathmandu Decken ( KD ) Tibetische Zone i. i Kreide- Rhat Trias - Perm Karbon-Silur Kristallinbasis Silur. Kalke, Quarzite Paragneisse Injekt. Mischgneisse vorw. Orthokristallin Dhaulagiri Der Hauptgipfel 8078 m wurde 1951 von den Franzosen unter Herzog als erster 8000er bestiegen. Die Annapurna II ( 7941 m ) trotzte bisher allen Versuchen, die von den Engländern und Japanern unternommen worden sind. Noch zahlreich sind die jungfräulichen Gipfel der Annapurna-Gruppe. Als eine der schönsten Gebirgsformen des Himalayas überhaupt sei hier nur die MachhapuchharéFischschwanz ) erwähnt, welche sich als « Matterhorn » des Himalayas direkt aus der Senke von Pokhara ( 800 m ) aus doppelt so hoch wie das schweizerische Matterhorn von Zermatt erhebt. Damit ist gleich schon ein anderes Hauptmerkmal der Annapurna angedeutet: Es gibt keine andere Gebirgsgruppe im Himalaya, die sich so unmittelbar aus dem subtropischen Tiefland bis zur 8000er-Grenze erhebt. Der bedeutende Handelsplatz Pokhara liegt in einer weiten Senke von nur 700-900 m ü. M., in welcher liebliche Seen eingebettet sind. In nur 30 km Entfernung davon erhebt sich die ganze Annapurna-Kette ohne jedes Vorgebirge. Pokhara dürfte der schönste Flecken des ganzen Himalayas überhaupt sein. Als Ausgangspunkt für Expeditionen im Gebiet von Dhaulagiri, Annapurna und Manaslu ist es geradezu ideal gelegen, da es mit der Hauptstadt Kathmandu Flugverbindung besitzt und ebenso mit dem indischen Grenzort Nau-tanwa-Bhairava. Ein prachtvolles Skigelände im Gebiet des Namun könnte, nur vier Tagereisen weit entfernt, erschlossen werden. Aber nicht nur von Süden her, sondern auch von allen übrigen Seiten besitzt die Annapurna ausnehmend gute Zugangswege. Westlich der Annapurna-Gruppe führt der vielbegangene Handelsweg durch die schaurige Kalischlucht nach Tibet. Nördlich der Schlucht, von Tukucha bis Kagbeni, öffnet sich das Tal wieder weit, und man findet eine rein tibetische Landschaft mit tibetischer Bevölkerung und Kultur. Der Thorungtse-Pass ( ca. 5400 m ) führt durch das grosse Heiligtum Muktinath ins Längstal des Marsyandi nördlich der Annapurna-Kette. Das grosse, tibetisch anmutende Dorf Manangbhot ( ca. 3600 m ) könnte mit Saas-Fee verglichen werden. Es liegt prachtvoll im Tal eingebettet, dessen Südseite von lichten Tannen- und Lärchenwäldern durchsetzt ist. Von den Hängen der Gangapurna ergiessen sich mächtige Gletscher, welche das Haupttal zeitweise abgeriegelt haben. Die Bevölkerung von Manangbhot ist von aufgeschlossener, tibetischer Rasse. Man ist nicht wenig erstaunt, hier aufgeweckte Bauern vorzufinden, welche in gebrochenem Englisch von ihren Handelsfahrten bis nach Kalkutta und Burma berichten. Es ist mir nicht leicht erklärlich, wie grosse Bergsteiger dazu kommen, die Bevölkerung von Manangbhot als unfreundlich zu bezeichnen. Ich lebte dort im Hause eines wohlhabenden Bauern, und Herbert Tichy, der zwei Jahre später dort auch einen Besuch abgestattet hatte, wurde ebenso freundlich aufgenommen.

Auf der Ostseite wird die Annapurna-Gruppe durch den Marsyandi-Fluss natürlich begrenzt, welcher sich in einer gewaltigen Schlucht zwischen Annapurna und Manaslu-Gruppe nach Süden zwängt. Die Schlucht ist so eng, dass der Weg auf grossen Strecken auf dürftigen, morschen Holzplanken längs senkrechten Felsflanken verläuft. In der ganzen, ca. 12 km langen Schlucht gibt es einen einzigen Platz, an welchem ein Camp errichtet werden kann. Dort war es, dass ich auf dem Heimweg von der Erforschung der Annapurna ( Juli 1953 ) auf die grosse japanische Expedition stiess, welche sich auf dem Rückmarsch vom ( nicht bezwungenen ) Manaslu befand. Dieses Treffen gestaltete sich zu einem ganz einzigartigen Erlebnis, einmal, weil die Japaner bestes Bergsteigertum vertraten und freimütig bekannten, dass sie den Manaslu nicht erobert hätten, weil sie zu wenig Erfahrung besässen. Die Schnee-und Wetterverhältnisse seien ausgezeichnet gewesen, und auch der Berg selbst dürfte einer von den leichteren Achttausendern sein, wie sie erzählten. Ausserdem sprachen zwei der Japaner ( Dr. Takagi und Dr. Takuchi ) infolge ihres mehrjährigen Schweizer Aufenthaltes fliessend Schweizerdeutsch! Zum feinen japanischen Kirsch ( der bisher nicht angebrochenen Gipfelflasche ) ertönten das Grindelwaldnerlied und Jodel laut und « von Herzen gesungen » zu den Felswänden des Manaslu hinauf.In geologischer Hinsicht ist die Annapurna die interessanteste Gebirgsgruppe von ganz Nepal. Die Südflanke besteht aus den nordfallenden Kristallinserien der Wurzeln der Kath-mandu-Decken. Die Nordflanke, gegen das Marsyandi-Tal zu, wird aus den Formationen des Randsynklinoriums von Manangbhot-Kagbeni gebildet, welche Schichten von Silur bis zur Kreide enthalten. Diese sind durch zahlreiche Fossilfunde belegt, von denen unter anderem nur Karbonpflanzen, Jura-Belemniten und Ammoni ten erwähnt seien. Mein schönster Fund war ein Jura-Ammonit von 27 cm Durchmesser!

Das Randsynklinorium ist kompliziert gefaltet, wobei die Strukturen unmittelbar nördlich der Wurzelzone nach Norden, also rückwärts gerichtet sind ( Profile 2-4 ). Der Trog des Randsynklinoriums zeigt einen starken Axialanstieg nach Osten, wodurch von Manangbhot an nach Osten der Reihe nach fortlaufend ältere Schichtglieder an die Oberfläche treten. Östlich Kupar tritt an einer flexurartigen, axialen Aufbiegung sogar die Kristallinbasis zum Vorschein. Hier sind besonders die Intrusionserscheinungen interessant, in denen durch die granitischen und pegmatitischen Intrusionen in den Kalken ( wohl silurischen Alters ?) mannigfache Kalksilikatgesteine enthalten sind. Es wird insbesondere auch deutlich ersichtlich, wie die Intrusionen in zwei Phasen erfolgt sind: eine ältere ( ev. Migmatisierung ?), welche in feinen und feinsten Lagen erfolgte, und eine spätere, in welcher Granitdykes längs Schubflächen und Verwerfungen die frühere Struktur durchschlug.

Der Bau der Hochgipfel der Annapurna ist aus den beigegebenen Profilen ersichtlich. Der Annapurna-Hauptgipfel ( Profil 1 ) ist aus Graniten und Mischgneisen aufgebaut. Die Machhapuchhare 6997 m ( Profil 2 ) verdankt ihre kühne Matterhorngestalt den Granitgneisen der Kathmandu-Decke 4. Die Gangapurna dagegen liegt schon im Bereich der rückgefalteten Sedimente. An der Annapurna II ( 7939 m ) sind besonders die gefalteten präkarbonischen Kalke schön sichtbar. Die Tilje ( Profil 6 ) besteht aus flach gelagerten, leicht verfalteten präkarbonischen Serien des Synklinalbodens. Hier macht sich aber auch schon die von Norden her auftretende Überschiebung der Manaslu-Decke bemerkbar.

III. Die Manaslu-Gruppe Der Manaslu ist einer der wenigen noch nicht bestiegenen Achttausender Nepals. Seit 1952 haben ihn zwar jährlich Expeditionen - ausschliesslich japanische - angegangen; aber bis jetzt ohne Erfolg. Er ist nicht ein schwieriger Achttausender - was übrigens die japanischen Bergsteiger immer freimütig bekannten. Er dürfte sogar mit Ausnahme nur kleiner Teilstücke bis zum Gipfel mit Ski begehbar sein. So wäre der Erfolg der japanischen 1956er Expedition zu gönnen, um so mehr, als sie in diesem Gebiet nun eine grosse Erschliessungsarbeit geleistet haben und im Laufe der zahlreichen Expeditionen auch ein hervorragendes wissenschaftliches Material zusammengetragen haben ( z.B. eine geobotanische Karte des Manaslu-Annapurna-Gebietes ).

Der Manaslu ist der höchste Gipfel einer Gebirgsgruppe, die man unter der Bezeichnung Gurkha Himal zusammenfassen kann. Ausser dem Manaslu ( 8125 m ) besitzt der Gurkha Himal noch mehrere bedeutende Hochgipfel, wie den namenlosen Pt. 25 705 Fuss ( 7835 m ), die stolze Schneide des Himalchuli ( 7864 m ), die Baudha ( 6672 m ) und den namenlosen Gipfel 24 150 Fuss ( 7364 m ) nördlich des Manaslu.Fortsetzung folgt )

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