Das Jahresfest

Hinweis: Questo articolo è disponibile in un'unica lingua. In passato, gli annuari non venivano tradotti.

In der Generalversammlung zu Luzern 1867 wurde als Festort für 1868 Bern bestimmt, und als Festpräsident der allgemein verehrte Herr Regierungsstatthalter G. Studer mit einstimmiger Acclamation gewählt. Das Festcomité setzte nach Uebereinkunft mit dem Centralcomite den 29., 30. und 31. August 1868 als Festtage fest.

Den 29. August versammelte sich die Abgeordnetenversammlung Nachmittags 3 Uhr im Casino unter der Leitung des Hrn. Siber-Gysi, da der Centralpräsident, Prof.. M. Ulrich, leider durch Familienverhältnisse verhindert wurde, dem Feste beizuwohnen. Schriftführer war Herr J. Pestalozzi-Jenny, Abgeordnete aus den 11 Sectionen 18, 1 von Aargau, 2 von Basel, 2 von Bern, 2 von Genf, i von Glarus, 2 von Graubünden, 2 von Luzern, 2 von St. Gallen, 1 von Waadt, 1 von Wallis, 2 von Zürich. Stimmenzähler: Herr Professor Zähringer von Luzern und Herr Keretz-Kramer von Zürich.

1. Die Rechnung vom 1. August 1867 bis 31. Juli 1868 wurde dem Centralcassier Hrn. Siegfried Bürgi auf den Antrag der Herren Rechnungsrevisoren Apotheker Lindt von Bern und Hoffmann-Merian von Basel mit bestem Danke abgenommen, und zu Rechnungsrevisoren für 1868/1869 ernannt Herr Raths- herr Finninger in Basel und Herr Scheuermann in Luzern.

2. Ebenso wird der Beriqht und die Rechnung des Hrn.

Redactors, Prof. Theobald in Chur, über den Ertrag des Jahrbuches verlesen und genehmigt.

3. Als Excursionsgebiet für 1870 wurde bestimmt das

Binnenthal nebst einem Theile des Triftgebietes in genauem Anschlüsse an die Excursionskarte von 1869.

4. Als Festort wurde für 1869 Genf bezeichnet und als

Festpräsident Herr Staatsrath Chauvet.

5. Die in der vorigen Abgeordnetenversammlung ge-

stellten Anträge des Herrn Statthalter Studer in Bern wegen Anschluss an andere Vereine und Behörden zur Verminderung der Kosten der Excursionskarten, des Hrn. Professor Rütimeier in Basel wegen Herausgabe der geologischen Karte des Wallis von Gerlach, und des Hrn. Professor Kaufmann in Luzern wegen Anfertigung eines Reliefs über die ganze Schweiz, wurden zurückgezogen.

6. Auf Antrag des Hrn. Dr. Friedrich von Tschudi in

St. Gallen wird beschlossen, das Centralcomite sei zu beauftragen, dafür zu sorgen, das die von demselben publicirten Karten des S.A.C. dem weiteren Publicum durch den Buchhandel zugänglich gemacht, und den Sectionen circulariter mitgetheilt werde, welche Karten noch vorräthig, und wo sie zu haben.

7. In Betreff der Schirmhütten wird auf den Antrag des

Centralcomite folgender Beschluss gefasst:

Es gehört zu den Aufgaben des S.A.C. je nach Bedürfniss Schirmhütten im Hochgebirg zu errichten. Dieselben stehen unter Aufsicht der Section, in deren Gebiet sie liegen, und werden von dieser unter Beihülfe des Centralcomite erstellt.

Jährlich wird im Frühjahr von der betreifenden Section über den Zustand der Schirmhütten und allfälige Bedürfnisse dem Centralcomite Bericht erstattet, und derselbe unter Begutachtung des Centralcomite der Abgeordnetenversammlung vorgelegt.

Der Wunsch der Section Genf für Erstellung solcher Hütten am Dom, Weisshorn, Dent blanche, und der Section Bern für eine solche am Mönchsjoch wird dem Centralcomite zur geeignet scheinenden Erledigung zugewiesen.

S. Der Antrag des Centralcomite, dass künftig alle Anträge, die von einzelnen Sectionen oder Mitgliedern bei der Abgeordnetenversammlung oder Generalversammlung gemacht werden wollen, vierzehn Tage vorher dem Centralcomite zur Kenntniss gebracht werden, damit es dieselben begutachten könne, wird zum Beschluss erhoben.

9. Die Motion der Section Genf, betreffend Anstellung eines bezahlten Uebersetzers der französischen Ausgabe des Jahrbuches, wird an das Centralcomite gewiesen, mit dem Auftrage, der nächsten Abgeordnetenversammlung hierüber einen Antrag zu bringen. 10. Die Motion des Hrn. Prof. Rambert, der zur Abgeordnetenversammlung zugezogen wurde, es solle der Schweizerische Alpenclub die Initiative ergreifen zu einer wissenschaftlichen und systematischen Erforschung der Gletscher, und sich zu diesem Behufe durch eine vom Centralcomite zu ernennende Commission mit gelehrten Vereinen und einzelnen Gelehrten in Verbindung setzen, um einen sachbezüglichen Plan auszuarbeiten, wird auf den Antrag von Hrn. Dr. Friedrich v. Tschudi dahin erledigt:

Das Centralcomite soll in Verbindung mit dem Antragsteller diese Frage bei der Schweizerischen naturforschenden Gesellschaft anregen, ihr die Initiative überlassen, und im Verein mit ihr das Nöthige vorkehren.

Am Abend war Versammlung auf dem Schänzli, wo die Schnurranten-Capelle die Clubisten mit einer Bergbesteigungsphantasie erfreute.

Den 30. August 1868 versammelte sich die sechste Generalversammlung des Schweizerischen Alpenclub im Sitzungssaale des schweizerischen Nationalrathes im Bun-desrathhause unter der Leitung des Festpräsidenten,Hm, a. Regierungsstatthalter G. Studer. Die Festgäste wohnten den Verhandlungen sehr zahlreich und mit Ausdauer bei. Ausserdem waren zahlreiche Zuhörer, worunter auch viele Damen, anwesend.

In dem Verzeichniss, das für die anwesenden Mitglieder des Vereines zu eigenhändiger Einschreibung aufgelegt wurde, waren 147 Mitglieder aufgeführt: 4 von Aargau, 23 von Basel, 52 von Bern, 6 von Genf, 5 von Glarus, 4 von Graubünden, 10 von Luzern, 9 von St. Gallen, & von Waadt, 7 von Wallis, 21 von Zürich.

1. In seiner Eröffnungsrede brachte der Herr Festpräsident zunächst der Versammlung den Gruss der Section Bern, dann wies er auf den Zweck und die Thätigkeit desVereines hin. Insbesondere gab er der Versammlung eine Schilderung der Umgebung von Bern, und malte die Fernsicht von dem Gesellschaftslocal, genannt Engi, aus. Dann schloss er mit dem Wunsche für das fernere Gedeihen unseres in kurzer Zeit von kleinen Anfängen zu grosser allgemeiner Geltung gelangten Vereines.

2. Herr Siber-Gysi als Vicepräsident des Centralcomité verlas den Bericht des letztern über dessen Thä- tigkeit im Laufe des letzten Jahres mit Beifügung einer Uebersicht der Jahresrechnung, die einen Rückschlag von 445 Fr. 57 Rp. zeigt.

3. Als Stimmenzähler wurden bestätigt: Herr Professor Zähringer von Luzern und Herr Keretz - Kramer von Zürich.

4. Als Excursionsgebiet für 1870 wurde auf den Antrag der Abgeordnetenversammlung das Binnenthal mit einem Theile des Triftgebietes bezeichnet, in genauem Anschluss an die Excursionskarte von 1869.

5. Genf wurde einmüthig als Festort für das Jahr 1869 bestimmt, und Herr Staatsrath Chauvet als Festpräsident.

6. Es folgte sodann in beredten Worten der Vortrag des Herrn Professor Aebi über die ästhetische Auffassung der Alpenwelt, wofür ihm die Versammlung mit lauter Acclamation dankte.

7. Der Präsident gab Kenntniss von der Widmung des Panoramas vom Gurten durch die Herren Stierlin und Körber.

8. Herr Professor Theobald legte der Versammlung noch die Förderung des Jahrbuches durch baldige Einsendung der Arbeiten ans Herz, und erneuerte die Bitte um Aufzeichnung der erratischen Blöcke.

Ueber den weiteren Verlauf des Festes ist nach gütiger Mittheilung des Festpräsidenten, Herrn Statthalter Studer, Folgendes zu berichten:

Nach dem Schlüsse der Generalversammlung wurde um 1 y2 Uhr im Saale des Casinogebäudes an wohlbesetzter Tafel das gemeinschaftliche Mittagessen genommen. Die sinnige, mit feiner Sachkenntniss ausgewählte, Decoration des Saales, die denselben im frischem, heiterem Schmucke erscheinen liess, erhielt allgemeine lobende Anerkennung.

Auch die Tische waren mit duftenden Blumenkränzen und leuchtenden Ehrengeschirren geziert, welche die Freigebigkeit edler Privaten und Zunftgesellschaften dahin gesetzt hatte. Es herrschte eine wohlthuende Feststimmung, die durch Toaste verschiedener Art, und durch das ausgesuchte Spiel der Stadtmusik gehoben wurde. Abends fanden sich die Clubisten mit Frauen und Töchtern oder eingeladenen Damen in der classischen Enge ein, wo in den hübschen Räumen des neuen stattlichen Wirthschaftsgebäu-des einige gemüthliche Stunden bei lebhaften Gesprächen, Musik und improvisirten Ball zugebracht wurden.

Doch der folgende Tag verlangte nicht minder munteren Humor, aufgeweckten Geist und rüstige Beine. Das Programm verhiess einen

Ausflug auf den Belpberg.

Am frühen Morgen war eine Schaar Clubisten auf dem Casinoplatze versammelt. Während der gestrige Abend finster gewesen war, und geringer Hoffnung auf einen schönen Tag Eaum gelassen hatte, strahlten heute, den 31. August, die schneebedeckten Alpen den wanderlustigen Clubisten in wunderschöner Pracht und Klarheit entgegen, und ein recht hübscher Tag schien aus dem Nebel, der die Niederungen bedeckte, hervorbrechen zu wollen. Mit Behagen die frische Morgenluft einathmend, wanderte die Schaar in die freie Natur hinaus, und durchzog festen Schrittes die Strasse, die über Wabern und Kehrsatz nach Belp führt. Hinter diesem Dorfe breitet sich der Fuss des Belpberges aus, und bald stieg der lange Zug durch das schattige Gehölze den Windungen des schmalen Fusssteiges entlang, an der steilen Bergwand empor gegen die Hohburg. Das zierliche, wiesen- und baumreiche Hochplateau überschreitend, gelangte er nach einem Marsche von drei Stunden auf den höchsten Punkt des Berges, die Harzern.

Hier wartete der Dürstenden und Hungernden, Dank der Vorsorge des Wirthschaftscomité, eine zwar einfache, aber reichliche und willkommene Collation aus Wein und kalter Küche bestehend. Die innere Begeisterung, gehoben durch den Anblick des schönen, allgemein bewunderten, Panoramas, das sich von diesem lieblichen Standpunkt aus offenbart, machte sich durch Fröhlichkeit, Jubel und harmlose Witze und Kraftübungen Luft, und es fielen Stimmen: Dies sei der schönste Moment des Festes.

Nachdem noch ein sachkundiges Mitglied des Festcomité den Gästen mit laut tönender Stimme das Panorama erklärt, und jeden sichtbaren Berggipfel bei seinem Namen genannt hatte, wurde zum Aufbruch commandirt. Es fehlten freilich noch zwei gelehrte Häupter, die sich in den Gräben und an den Muschelbänken des Belpberges versäumt hatten, allein man konnte nicht länger warten. Es mögen ungefähr fünfzig Clubisten dem Belpberg ihren Besuch gemacht haben. Durch eine reizende, fruchtbare und wohl cultivirte Gegend, wie sie Gerzensee am linken, Wichtrach und Münsingen am rechten Aarufer darbietet, rückte der in langer Linie aufgelöste Zug nach einem weiteren Marsche von fast zwei Stunden, im Schweiss gebadet, gegen zwei Uhr in Münsingen ein, um sich daselbst mit den übrigen Clubgenossen, welche theils mit dem Bahnzuge, theils auf anderen Wegen um die genannte Stunde eintreffen sollten, zusammen zu finden. Ja man hatte die Freude, selbst unser theures Bundeshaupt von einem unter Schellenklang in einer Staubwolke daher rasselnden voll-gepropften Leiterwagen heruntersteigen zu sehen.

Hier in Münsingen, in dem freundlich geschmückten Saale des Gasthauses zum Löwen, nahmen über hundert Gäste an dem Mittagessen Theil, das die festgebende Section ihnen bereitet hatte, und es ist natürlich, dass im ^Gefühle baldigen Scheidens noch mancher herzliche Toast die Herzen ergriff, und manches innigere Band der Freundschaft unter den Clubisten geschlossen wurde.

Als nun. aber das aufgeweckte Corps der Schnurranten - Capelle,welche, mehrentheils aus Dilettanten bestehend, schon am ersten Abend des Empfanges durch ihr lebhaftes und sinniges Spiel die Gemüther aller Anwesenden für sich eingenommen und den Ton heiterer Freude und Gemüthlichkeit angegeben hatte, mit dem Bahnzug anlangte, da wurden die beengten Eäume des Hauses verlassen, und die bunte Gesellschaft lagerte sich draussen im Freien in das kühle Gras und auf hölzernen Bänken, bald singend, bald den Rheinwein oder Neuchateller schlürfend, bald den begeisternden Reden zuhörend, die vom hohen Baume herab ertönten, bald bei den Klängen der Bergbesteigungsphantasie, die man den unermüdlichen Schnurranten stürmisch abforderte, von den Erlebnissen träumend, die man selbst bei kritischen Klettereien oder auf rauhen Gletschertouren durchgemacht hatte. Doch hatten sich die Reihen zusehends gelichtet, und die Stunde des allgemeinen Aufbruches rückte heran. Da war es, wie wenn die lieben Berge selbst von ihren Freunden Abschied nehmen wollten. Ein herrliches Alpenglühen an den schneeigen Gestalten des Oberlandes folgte dem Untergange der Sonne, und die Pracht dieses Anblickes prägte sich gewiss tief in das Herz eines jeden ein, der dieses Schauspiel betrachtete. Möge denn auch das bernische Fest den theuern Gästen in steter Erinnerung bleiben, sowie die warme Liebe und Freundlichkeit, die sie'durch ihren Besuch der festgebenden Section Bern bewiesen, allen Gliedern derselben unvergesslich sein wird.

Der Festpräsident: Studer.

Schweizer Alpenclub.47

Sechster Geschäftsbericht

des Centralcomité des Schweizer Alpenclub-1. August 1867 bis 31. Juli 1868.

Der Bericht über die Verrichtungen des Centralcomité im abgelaufenen Rechnungsjahre kann dieses Jahr kürzer gefasst werden, da nur die gewohnten Geschäfte zu erledigen waren, und gerade dieses beweist, dass die durch die neuen Statuten getroffene Einrichtung einer dreijährigen Amtsdauer des Centralcomité sich als zweckmässig erweist, weil nach der früheren jährlichen Erneuerung das neue Centralcomité sich vorerst in den Geschäftskreis hinein, zu arbeiten hatte. Die fünfte Rechnung, 1. September 1866 bis 31. Juli 1867, von Herrn Siegfried Bürgi auf 's sorgfältigste gestellt, wurde vom Centralcomite genehmigt, und den beiden Rechnungsrevisoren, Herrn Hoffmann-Merian in Basel und Herrn Apotheker Lindt in Bern zur Begutachtung an die Abgeordnetenversammlung in Luzern über-sandt. Dasselbe war der Fall mit der Rechnung des Re-dactionscomité, über Band II und III des Jahrbuches, wobei nach dem Antrag desselben der Verlagshandlung die runde Summe von 1200 Fr. überlassen wurde, und der Rest von 576 Fr. 25 Rp. der Centralcassa zufiel. Leider konnte das Centralcomite wegen der in Zürich herrschenden Cholera der « Generalversammlung in Luzern, 21./23.

September 1867, nicht beiwohnen, und musste die Leitung der Abgeordnetenversammlung dem Festpräsidium, Herrn Professor Zähringer, überlassen, der diese Aufgabe zu allgemeiner Befriedigung löste, und das Centralcomite zu bestem Danke verpflichtete. Ein Einladungscircular vom 6. October 1867 an die 11 Sectionen zur Eingabe von Fahrten im Excursionsgebiet 1867 und der Jahresberichte, hatte in ersterer Beziehung nur geringen Erfolg. Es musste daher das Centralpräsidium den Ausweg ergreifen, in seinem Berichte « ine chronologische Darstellung der allmäligen Eroberungen in diesem Gebiete auszuarbeiten, und die neuesten, ihm bekannt gewordenen, Excursionen daran anzureihen, ein Verfahren, das, wenn es gebilligt werden sollte, auch für ^dieses Jahr fortgesetzt werden wird. In der Sitzung vom 15. November 1867 hatte das Centralcomite die Aufträge zu behandeln, die ihm von der Abgeordneten- respective Generalversammlung in Luzern übertragen worden. Es waren deren eine schöne Reihe, und das Centralcomite bedauert, dass es nicht an den Verhandlungen Theil nehmen konnte, weil höchst wahrscheinlich einige dieser Aufträge auf seine Bemerkungen hin zurückgezogen oder modifizirt ^worden wären. Es hat sich daher veranlasst gesehen, die Aufträge, die ihm nicht ganz zweckmässig schienen, der Abgeordnetenversammlung zur nochmaligen Berathung vorzulegen, und damit zugleich den Vorschlag verbunden, dass künftig solche Anträge vorerst dem Centralcomite zur Begutachtung mitgetheilt werden. Das Hauptgeschäft des Centralcomite, respective des Centralpräsidiums war die Anordnung der beiden Excursionskarten für 1868. Nach dem Beschlüsse der Generalversammlung in St. Gallen wurde für 1868 das Excursionsgebiet vom Mont Collon Iris zum Lyskamm bestimmt, die Rhone als Nordgrenze..

Um ein vollständiges Bild der Gletscherwelt des Südwallis: zu erhalten, hatte das Centralcomite in der Generalversammlung zu Luzern den Antrag stellen lassen, den Gebirgscomplex vom Col de Balme bis zum Grand Combin für das Jahr 1868 ebenfalls nachzunehmen und so das ganze Südwallis in 3 Blättern herauszugeben, welche durch das 4. Blatt, Excursionskarte für 1869, vom Lyskamm bis zum Monte leone, ihren völligen Abschluss erhalten. Diese drei Blätter stehen nun dem Schweizer Alpenclub zur Verfügung, und sind im Vergleich mit der Originalaufnahme mit mannigfachen Verbesserungen und Zusätzen, wobei sich hauptsächlich Mitglieder der Sectionen Monterosa, Genf und Diablerets betheiligten, bereichert. Es ist nur zu bedauern, dass das dritte Blatt an der Südgrenze noch eine Lücke zeigt, da die piemontesische Generalstabskarte nicht benutzt werden konnte, und die Karte von Adams Reilly noch immer auf sich warten lässt. Hoffentlich wird es den Mitgliedern der Genfer Section gelingen, dieselbe bald zur Stelle zu schaffen, so dass dann die Lücke ergänzt werden kann. In Verbindung mit den Excursionskarten wurde vom Centralpräsidium das Itinerarium für 1868 ausgearbeitet, das in Ihren Händen ist, und die Leistungen,, die im Excursionsgebiet von 1868 bereits gemacht wurden, aufzählt. Eine französische Uebersetzung desselben wurde durch die Section Diablerets besorgt.

Untergeordnete Geschäfte wurden folgende behandelt Bewilligung einer Gratification für eine Privatexcursion, die letzte, weil künftig solche nur im Einverständniss mit dem Centralcomite gemacht werden sollen. Anfrage des schweizerischen Consuls in Venedig, ob der Schweizer Alpenclub geneigt sei, mit der geographischen Gesellschaft in Wien in Bezug auf die gegenseitigen Publicationen in ein Tauschverhältniss zu treten, bejahend beantwortet, aber bis jetzt ohne Erfolg.

Festsetzung des Zeitpunktes der Generalversammlung in Bern im Einverständniss mit dem Festcomité.

Ausbezahlung eines Beitrages an die Trifthütte im Betrage von 500 Fr., da dieselbe von den Gebrüdern Weissenfluh zur Zufriedenheit vollendet wurde. Bei diesem Anlass erlaubt sich das Centralcomite, auf einen Missbrauch aufmerksam zu machen, der sich daselbst eingeschlichen hat. Diese Clubhütte wird nämlich von sogenannten Strahlern aus der Umgegend massenhaft bezogen, so dass einzelne Clubisten nur schwer Platz finden, und nicht die angenehmste Umgebung haben. Es sollte darauf hin gewirkt werden, dass solche Leute die alte Hütte beziehen, und die Section Bern ist eingeladen, ihre Aufmerksamkeit diesem Uebelstande zuzuwenden.

Verabfolgung eines Beitrages von 200 Fr. aus der Centralcassa für die Hütte auf der Firnblanke am Glärnisch, und Abordnung des Herrn Siber - Gysi vom Centralcomite zur Einweihung derselben am 27./28. Juni 1868.

Der Section Genf für die Clubhütte auf dem Col de la Maison blanche am Fusse des Grand Combin ein Beitrag von 250 Fr. in Aussicht gestellt. Bis jetzt ist dieser aber noch nicht bezogen worden, und überhaupt kein Bericht über den Fortschritt dieses Unternehmens eingegangen. Es hat daher das Centralcomite an die Abgeordnetenversammlung den Antrag gestellt, dass künftig jährlich Berichte über den Zustand der verschiedenen Clubhütten von den betreffenden Sectionen an das Centralcomite erstattet werden. ( Conf. Bericht der Section Genf, pag. 723. )

Vergütung von 150 Fr. aus der Centralcasse an das Relief des Pilatus von Herrn Professor Kaufmann. Dasselbe ist im Museum zu Luzern zur Benutzung der Clubmitglieder aufgestellt.

Dem Wunsche des Herrn Professor Favre in

Die zweite Sitzung des Centralcomite, 5. Juni 1868, ^vurde dazu verwendet, die Tractanden für die Abgeordneten-und Generalversammlung festzustellen. Dieselben sind den Sectionen circulariter mitgetheilt worden. In Bezug auf die Geschäftsführung ist das nämliche Verfahren, wie voriges Jahr, beobachtet worden. Zwei Sitzungen des Centralcomité und daneben Circularbeschlüsse und Präsidialver-fügung, die nachher bestätigt wurden. Die sechste Rechnung, die im Auszug folgt, zeigt darum einen unbedeutenden Rückschlag, weil noch nicht alle Jahresbeiträge eingegangen sind, und zwei Excursionskarten, deren jede mit Ankauf -der Steine und Abzug von 250 Exemplaren auf circa 1500 Fr. zu stehen kommt, in diese Rechnung fallen. Es wäre zu wünschen, dass die Cassiere der verschiedenen Sectionen die Geschäftslast des Centralcassier nicht noch -dadurch vermehren würden, dass sie nachlässig in Ablieferung der Jahresbeiträge sind. Die Beiträge mehrerer Sectionen wurden, statt statutarisch im Februar, nach wiederholten Mahnungen erst im Laufe des Juli abgeliefert. " Wir schliessen den Bericht mit Mittheilung der sechsten Rechnung, 1. August 1867 bis 31. Juli 1868 in gedrängtem Auszuge.

Zürich, 9. August 1868.

Namens des Centralcomite des Schweizer Alpenclub: Melch. Ulrich, Professor, Centralpräsident.

745

Sechste Rechnung

des Schweizer Alpenclub

1. August 1867 bis 31. Juli 1868

von

/. J. Siegfried-Bürgi in \

Zürich.

Einnahmen.

Franken.

Rapp.

Franken.

Rapp.

1. Uebertrag voriger Rechnung..

__

__

7259 07

2a. Jahrgeld für 1867 von 25 Mitgliedern

à 5 Fr......

125

__

2b. Jahrgeld für 1868 von 771 Mitglie-

dern à 5 Fr.

3855 __.

3. Eintrittsgeld von 108 Mitgliedern

à 5 " Fr

540

__

4. Clubzeiehen, 6 Stück,...

3

5a. Jahrbuch, Band II 1865, Rest..

63

5b. Jahrbuch, Band III 1866 ( 576 Fr.

25 Rp. und 94 Fr. 50 Rp. )...

670

75

6. Excursionskarten 1866 4 Fr., 1867

210 Fr., 1868 74 Fr

288

7. Zinse

366 40 5911 15

Summa der Einnahmen

13170 22

Ausgaben.

1. Redaction des Jahrbuches...

1000

2a. Druck- und Bureauspesen...

219 60

2b. Ausgaben für das Archiv

151 90

3. Excursionskarten. Steinmann, Copie

I. II. III. Südwallis ( 873 Fr. ), Leu-

zinger, III. Südwallis ( 1432 Fr. ),

Wurster, I. II. ( 1706 Fr. 25. Rp. ).

4011 25

4. Clubhütten, Trifthütte ( 500Fr.),Club-

hütte Firnblanke Glärnisch ( 200 Fr. )

700 —

5. Porti etc...

73 97

6. Verschiedenes: Pilatus-Relief ( 150

Fr. ), Speich, Bündnertödi ( 30 Fr. ),

Abwart Kitt ( 20 Fr. )

200 — 6356 72

Uebertrag auf 1868/69

1 6813 50

Uebertrag auf 1868

7259 07

Rückschlag

1 445 57 I.... '.

Druck der Offizin von Pradella & Meyer in Chur.

Feedback