Das Lied an die Natur

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Von Karl Stamm.

Du Gipfel überm stillen Felsensaale, du ziehst mich an mit deinem tiefen Schweigen. Wie viel von deinem Wesen ist mir eigen! Aus deinem Antlitz sprechen Wundenmale.

Zu deinen Füssen knieën grüne Tale, und Winde kühl um deine Hüften steigen, und Menschen sich vor deiner Grosse neigen, wenn du aufleuchtest stumm im Morgenstrahle.

Der du so hoch ob allem Wimmern wohnest,

in Rieseneinsamkeit und Stille thronest,

was schaust du sehnsuchtsvoll nach jedem Stern?

Was strebst du fort aus deiner starren Hülle? Genügt dir nicht mehr deine eigne Fülle? Suchst du dort oben einen starken Herrn?

Aus Karl Stamm: Dichtungen I. Bd. Verlag Rascher & Co., Zürich.

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