Die erste Diablerets-Hütte

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VON EUGEN RAMBERT

Der Artikel erschien in der Sonntagsbeilage der « Gazette de Lausanne » vom 15. und 22. Oktober 1871. Louis Seylaz hat in seinen Papieren eine Kopie gefunden, die er vor Jahren davon gemacht hat. Wir legen sie dem Leser vor; er mag sich den Kommentar dazu selbst geben.

Gibt es eine eintönigere Geschichte als die der Erschliessung unserer Berge in den letzten fünfzig Jahren? Überall ist es dasselbe Abenteuer. Da ist eine Bergspitze, die als unerreichbar gegolten hat. Kein Gemsjäger hat ihren Gipfel betreten. Dann kommt der Strom der Touristen. Der abweisende Berg wird regelrecht belagert. Man geht um seine Flanken herum; man untersucht genau seine Abhänge, die Couloirs, die Wächten. Eine Zeitlang widersteht er allen Versuchen. Aber die Kletterer lassen sich nicht abweisen. Je grösser die Schwierigkeiten, um so grösser wird der Eifer. Endlich gelingt es einem Glücklichen, auf den Erfahrungen all seiner Vorgänger aufbauend, den ersehnten Gipfel zu erreichen. Eine kleine Steinpyramide, ein Steinmann, erinnert von nun an an das Ereignis. Jetzt, wo der Weg gefunden ist, folgt eine Karawane auf die andere, und bald zeichnen die Spuren ihrer Tritte auf dem nackten Felsen den Weg. Aber der Abenteuergeist gibt sich nicht so leicht zufrieden. Es muss noch einen andern Weg geben! Man sucht und findet ihn, und der bezwungene Gipfel wird zum Übergang, wo sich die Touristen begegnen, die von einem Tal ins andere hinübersteigen. Unterdessen wetteifern die Führer, die Gastwirte und die Alpen-Clubs im Eifer, den immer zahlreicheren Entdeckern ihre Aufgabe zu erleichtern. Im Bereich des Berges werden Hotels errichtet, werden Hütten in die abschüssigen Hänge gehängt; an schwindelerregenden Stellen werden Geländer angebracht, Strickleitern an die Felsen geheftet. Man schlägt als Stütze für Hände oder Füsse Eisenhaken ein, und der Tag ist nicht fern, wo selbst Frauen ohne Gefahr der kühnen Route, deren Öffnung jahrelange Arbeit gefordert und vielleicht das Leben mehr als eines Touristen gekostet hat, folgen können.

Dies ist die Geschichte des Mont Blanc, des Monte Rosa, des Matterhorns, und es ist auch die Geschichte der Diablerets. Vor zwanzig Jahren war es unwahrscheinlich, dass je ein Tourist seinen Gipfel betreten habe.Vergeblich würde man einen Gemsjäger gesucht haben, der hätte sagen können: « Ich war oben; folgen Sie mir! » Schon lange ging man zum Oldenhorn, zum Muveran, zur Dent de Mordes. Aber die Diablerets waren ein Berg für sich; der Aberglaube der Bevölkerung schützte ihn vor dem Zugriff. Es war eine unbestimmte Furcht vor mysteriösen Wesen, die dort hausen sollten und deren Geistersabbat aus seinem Innern durch die Felsen zu hören war.

Einige Touristen hatten die Besteigung versucht, aber ohne Erfolg, und deren Berichte waren kaum ermutigender als die der Bergbewohner. Einer erzählte von einem halbmeilenlangen Steg in Form eines überhängenden Grates, der bodenlosen Abgründen entlang führe. Einem anderen war die Rückkehr nur durch einen gefährlichen Sprung über eine fünf bis sechs Meter hohe senkrechte Wand möglich gewesen.

Die erste uns bekannte Ersteigung mit glaubwürdigem Erfolg wurde 1855 durch drei Amateure aus Lausanne ausgeführt '. Sie fanden auf dem Gipfel keine Spur einer früheren Besteigung vor; nutzlos zu erwähnen, dass sie weder den erwähnten Steg zu passieren noch über eine Wand hinab-zuspringen hatten. Von den Weiden von Anzeinde ausgehend, waren sie aufgestiegen, und als sie die Felswand, die von weitem unzugänglich aussieht, sich in eine gigantische Felstreppe verwandeln sahen, erstiegen sie sie Stufe um Stufe. Etwas Turnerei war überall nötig; nirgends jedoch hatten sie eine ausgesprochen gefährliche Stelle zu überwinden.

Einzig die Felsen des Pas du Lustre, auf denen der Gipfel ruht, von hier aus anzugehen und auf dem kürzesten Wege zu ersteigen, verlangte Beherztheit. Es war ein glücklicher Einfall, denn der kürzeste und scheinbar unbegehbarste Weg ist hier in Wirklichkeit der beste.

Die Nachricht, dass der Weg zu den Diablerets geöffnet sei, verbreitete sich schnell, und von da an vervielfachten sich die Besteigungen von Sommer zu Sommer. In den ersten Jahren konnte man die Hirten von Anzeinde beobachten, wie sie mit Feldstechern bewaffnet von ihren Hütten aus die Kletterpartien verfolgten. Ihr Staunen wurde noch grösser, als sie Greise und Frauen furchtlos dem Fussweg ihres Berges zuschreiten sahen und als sie mit eigenen Augen die Falten eines Frauenrockes auf dem Gipfel flattern sahen. Offen gestanden, sah dieser beim Abstieg nicht mehr ganz unversehrt aus, und man erzählte sich darüber noch lange Zeit mutmassliche Abenteuer. Man sprach auch von unglücklichen Rutschpartien. Einer sei in nicht geringe Gefahren geraten, ein anderer nur durch ein Wunder davongekommen; wieder ein anderer sei, als er vom Berg zurückkam, auf dem ersten Grasfleck in die Knie gesunken und habe der Vorsehung gedankt, dass sie ihn heil und ganz aus so viel Gefahren habe zurückkehren lassen. Trotzdem musste nach den unzähligen - hundert, zweihundert oder mehr - Besteigungen nie ein einziger mit gebrochenen Gliedern zurückgeholt werden. Im schlimmsten Falle trug einer ein paar Schrammen oder unbedeutende Hautquetschungen davon.

Die Weiden von Anzeinde bildeten mittlerweile nicht mehr den einzigen Zugang für Diablerets-besteigungen. Die gleichen Touristen, die als erste den Gipfel erreicht hatten, zögerten nicht lange, die weiten Eisfelder des Hochplateaus bis zum Oldenhorn und zum Sanetsch auszukundschaften. Es gelang ihnen, diese in ihrer ganzen Länge zu durchschreiten, und von da an war die Diablerets-route mit allen angrenzenden verbunden, mit derjenigen von Les Ormonts, von der Rensch, von Gsteig und von den Walliser Tälern der Morge und der Lizerne. Eine weitere Entdeckung vervollständigte dieses Netz von Höhenwegen. Pfarrer Bernus gelang es, den Zirkus von Creux de Champs fast in der Direkten zu erklettern und den Grat am Fusse des obersten Gipfels zu erreichen. Bernus hätte seine Kühnheit teuer bezahlen können. Ein Freund, der nachher das gleiche Wagnis unternahm, glitt auf dem steilen Gletscherhang aus und blieb erst einige hundert Meter weiter unten in den Moränenblöcken liegen. Er konnte erst am andern Tag geborgen werden nach einer Gewitternacht mit Hagelschlag, ein Erlebnis, das sich besser nachfühlen als beschreiben lässt.

Die Diablerets haben also beinahe ihre Tragödie aufzuweisen wie das Matterhorn. Wie jenes sind sie zum Übergang geworden: ein Pass in Form eines Gipfels. Man übersteigt ihn, um von Bex nach Les Ormonts, von Bex nach Gsteig oder nach Sion zu gelangen. Ein halbes Dutzend Routen kreuzen sich auf diesem Felsen. Deshalb entschloss sich der Alpen-Club, hier so hoch wie möglich eine Hütte zu bauen. Die Section vaudoise, die sich « les Diablerets » nennt, ergriff die Initiative und die Centralkasse sprach einen Beitrag zu. Der erste Bauversuch hatte wenig Erfolg. Man gab sich mit einem Unterschlupf unter einem überhängenden Felsen zufrieden, mit einer einfachen Schutzmauer, die unter der Schneelast des Winters wieder zusammenbrach. Heute, nach vier oder fünf Jahren, sind kaum noch Spuren einer Ruine zu sehen. Drei Eisenbolzen beim « Pas du Lustre » sind alles, was geblieben ist. Aber der Misserfolg war doch für etwas gut; man erkannte, in welchem Stil gebaut werden musste, um dem Gewicht der Schneedecke und der Gewalt der Stürme auf dieser Höhe zu trotzen. Ein neuer Plan wurde gefasst, und ein intelligenter Mann aus der Gegend, Philippe Chérix, aus Les Posses, übernahm die Ausführung. Die Arbeiten wurden im Juli aufgenommen. Während mehrerer Wochen stiegen die Arbeiter täglich von Anzeinde auf, um auf der Höhe ihr Tagewerk zu vollbringen. Im August war das Werk vollendet und wurde im September von den Delegierten des Alpen-Clubs angenommen. Und heute hält die Diableretshütte dem Winter und seinen Stürmen stand.

Die Diablerets haben also ihre Hütte. Mit ihrer Lage auf 3050 m über Meer bietet sie eine unermessliche Aussicht mit einem zugleich wilden und anmutigen Vordergrund: die Abgründe der Creux de Champ und die grünen Wiesen der Plaine des les, weiter weg die Kette der Voralpen und dann die Wellen der Hochebene, welche sich bis zur Juralinie hinziehen, die wie eine eben still-gestandene langgezogene Woge am Horizont treibt. Links ruht der Genfersee am Fusse der Savoyer Berge. Wenn man die paar Schritte zum Grat hinüber macht, von wo man über die Hänge gegen Anzeinde und gegen Les Ormonts hinabschaut, überblickt man den ganzen Kreis der Penninischen Alpen vom Mont Blanc bis zum Monte Rosa.

Die Aussicht ist weit, aber die Hütte ist klein. Von aussen sieht sie aus wie eine Schanze « en miniature », die unter einem Fels kauert. Eine halbkreisförmige Mauer mit einer kleinen viereckigen « Schießscharte » ruht auf dem steilen Hang und reicht bis unter die überhängenden Felsmassen, die sie mit ihrem ungeheuren Vordach beschirmen. Hier hat der Baumeister sein ganzes Können eingesetzt. Er hat ein römisches Mauerwerk erstellt, von dem man glauben könnte, es sei dazu bestimmt, den zusammenbrechenden Berg zu stützen. Ganz in der Ecke rechts führt eine Türe ins Innere. Treten wir also ein! Im ersten Moment kann man überhaupt nichts sehen, so schwach ist der Lichtschein, der durch die kleine Luke eindringt. Aber nach einigen Augenblicken gewöhnt sich das Auge an das diffuse Licht, und man sieht sich in einer Art Grotte mit vage glänzenden, feuchten Wänden, was ihr einige Ähnlichkeit mit einem Kristallofen gibt. Sie hat die gleiche abgerundete Form und die regelmässige Wölbung, nur dass sie der Türe gegenüber spitz ausläuft. Was ist in der dunklen Vertiefung? Welch sonderbares Möbel, welch unmöglicher Stalaktit? Man tastet sich mit vorgehaltenen Händen weiter und entdeckt einen richtigen gusseisernen Herd mit Rauchrohr und Kochtopf. Der Club hat ganze Arbeit getan; seine Hütte ist wohleingerichtet.

Die Delegierten des Alpen-Clubs aber überschritten die Schwelle nicht ohne Unruhe. Es waren Gerüchte im Umlauf über die Feuchtigkeit, die in der Hütte herrsche, und über die kärglichen Aus- masse. Man kann zwar an Bergstrapazen gewöhnt sein, aber man schickt sich ungern darein, eine Nacht auf nassem Boden zu verbringen, während aus einer undichten Felsdecke das Wasser auf einen herabtropft. Der scheinbar kompakte Fels sei von nicht wahrnehmbaren Ritzen durchzogen, in die das Wasser in Menge eindringen könne, hiess es. « Welcher Wahnsinn! » sagte man, « einen solchen Platz zu wählen! In Nordlage auf 10 000 Fuss Höhe! Kann ein Sonnenaufgang eine im Schlamm zugebrachte Nacht aufwiegen? » - Man hatte gut reden. Auf diesen steilen Wänden mit den scharfen Graten und den in Auflösung befindlichen Steinmassen hatte man keine Wahl! Vor allem galt es doch, einen sicheren Unterschlupf zu finden, wo keine Gefahr bestand, dass in einer stürmischen Nacht die Touristen samt ihrem Obdach weggefegt werden könnten. Was die Feuchtigkeit anbelangt, würde sich ein Ausweg finden lassen. Das heisst, man hatte schon eine Lösung gefunden, und bald schützte ein Bretterboden auf einem Steinbett mit Hobelspänen vor dem Kontakt mit dem als schlammig verschrienen Boden. Eine Bretterverkleidung an den Wänden erlaubte ein Anlehnen, ohne die Steinwand zu berühren, und ein ganzes Netz von Ablaufrinnen wurde in die Oberseite des Felsdaches eingemeisselt, auszementiert und wieder zugedeckt, um das heimtückische Wasser wegzuleiten. Kurz! der Ingenieur hat so gut gearbeitet, dass kaum noch ein fallendes Tröpflein geblieben ist, das an die überwundenen Schwierigkeiten erinnert. Dafür rinnt nun zwei Schritt neben dem Eingang ein Wasserfaden herab, ein paar Tropfen in der Sekunde, und während drinnen das Herdfeuer entfacht wird, sammelt draussen eine Flasche das Wasser, das im Topf sieden soll.

Die Platzfrage war nicht weniger umstritten. Der Bauauftrag verlangte, dass die Hütte für sechs Clubisten genügend Raum zum Übernachten bieten müsse, aber man hatte vergessen, dem Baumeister die mittleren Masse eines Clubisten anzugeben, und, als man sie dann genau feststellen wollte, ergab sich, dass jeder seine eigenen hatte. Übrigens mussten drei Masse in Betracht gezogen werden: in aufrechter, sitzender, liegender Stellung. Die Lösung des ersten Problems ist nicht die glücklichste: wohl ist auf dem Bretterboden der Grotte für sechs Paar stehende Füsse Platz in Fülle vorhanden, aber die Deckenwölbung zwingt die sechs Köpfe in eine hoffnungslose Unbeweglichkeit, alle gegeneinandergeneigt. Das zweite hat unerwartete Resultate ergeben: jeder Winkel kann ausgenützt werden, und man kann auf improvisierten Sitzen bequem zu sechst einen ergiebigen Grog aufs gegenseitige Wohl und auf das des Erbauers trinken. Was das dritte Massproblem betrifft, hilft man mit gutem Willen nach; man macht sich schmal, und der letzte zwängt sich wie ein Keil in die schon kompakte Masse... So schlafen die Sardinen in ihrer Büchse, in ihrem Öl...

Es ist eigenartig: so schwierig die Übereinstimmung in Fragen des unbedingt Notwendigen - wie Beschaffung genügender Atemluft und genügenden Schlafplatzes - zu erreichen war, so einfach ging es mit den Problemen zweiter Ordnung. Ein Tisch wurde einstimmig bewilligt und eine Mauerecke für ein kleines Wandgestell bestimmt zur Aufnahme von holzgeschnitzten Löffeln, wie sie die Hirten haben. Weitere Wünsche sollten an die zuständige Stelle weitergeleitet werden.

Aber wohin führt dieser zunehmende Luxus? Wenn der Alpen-Club seine Hütten wie Chalets möbliert, werden die Chalets bald wie Hotels eingerichtet sein. Und bald werden wir auch so weit sein. Man sehe sich nur den Neubau dort unten an, dessen Dach schon der Firstbaum schmückt! Es ist ein Hotel, ein richtiges Hotel, das da auf den Wiesen von Anzeinde errichtet wird. Ein Hotel in Anzeinde und eine Hütte auf den Diablerets! Fragen wir noch einmal: « Wohin führt das ?» Auf die Hütten folgen kleine Hotels, auf die kleinen Hotels werden grosse folgen, genau wie auf die Fusswege Wege, auf die Wege Strassen und auf die Strassen Schienenstränge. Früher oder später wird im Val d' Anzeinde die Lokomotive pfeifen, und eines Tages wird man eine Abzweigung der Bahn direkt zum Gipfel planen.

Beeilt euch also, ihr Touristen, die ihr die Berge um ihrer selbst willen liebt und nicht der Karawansereien wegen, die die Spekulation dort errichtet und wo sich Maulaffen ansammeln werden wie die Schafe von Panurge. Macht euch auf zur Besteigung der Diablerets; der Augenblick ist günstig! Er ist nicht mehr der unwirtliche Berg, den einst die Hirten fürchteten. Und wenn auch der Luxus in die Hütte einzudringen droht, so ist sie doch noch kein Stelldichein für die Verweich-lichten.

Man kann sich ob dem, was Rambert als « überbordenden Luxus » bezeichnet, eines Lächelns nicht erwehren. Was würde er zum Stand der Dinge, den wir heute erreicht haben, sagen, in einer Entwicklung, die er als verhängnisvoll voraussah, deren Verlauf aber seine Vorstellungen noch weit übertrifft?

Die Hoffnung, die man auf die neue Schutzhütte und auf den Scharfsinn ihrer Erbauer gesetzt hatte, sollte aber bald enttäuscht werden. Die Feuchtigkeit der Wände, welche glänzten wie in einem « Kristall-ofen » - oh, tröstende Phantasie, sie verwandelte sich, da sie nicht mehr im Winde verdunstete, in eine Eismasse, die bald das ganze Refugium zerstörte. Es musste aufgegeben werden, und heute zeugen nur noch ein paar Steine und geringe Überreste von Brettern davon. Vor einigen Jahren hing zur Verwunderung Uneingeweihter noch eine Türe im Gestein.

G.A. Koella, ein Gefährte Eugène Ramberts bei dessen erster Besteigung, veröffentlichte eine Woche nachher einen Artikel über die neue Hütte im « Conteur Vaudois » vom 28. Oktober. Man findet darin noch folgende Einzelheiten:

Diableretshütte Der Führer Philippe Chérix, von Posses sous Gryon, der vormalige Mineur der Salinen von Bex, hat diese mühsame und schwierige Aufgabe übernommen und sie auf die intelligenteste und praktischste Art gelöst. Sie hat eine Arbeit von 38 Tagen erfordert, bei der jeden Tag der Aufstieg zu den Diablerets ( bis kaum 20 m unter den Gipfel ) geleistet werden musste, oft bei schlechtem oder sehr kaltem Wetter.

Der Unterschlupf ist in den Fels gegraben, dort, wo sich die beiden Routen vom Plan des les und von Anzeinde her begegnen, ganz nahe beim « Pas du Lustre ». Mit seiner ovalen,glatten, gelblichen Mauer, vom vorspringenden Felsen horizontal überdacht, gleicht die Schutzhütte einem überdimensionierten Schwalbennest. Eine senkrechte Wand, die das westliche Horn der Diablerets zum grossen Teil verdeckt, trägt zur Kühnheit des Ausblicks bei.

Es brauchte lange Arbeit, um den Felsen mit Sprengmine und Hammer auszuhöhlen, trotzdem er feucht und wenig kompakt ist. Ein Mann arbeitete mit Chérix sieben Tage an der Errichtung der Mauer, welche an der Basis nicht weniger als 3 Fuss und oben 2 Fuss dick ist. Die solide, gut schliessende Türe steht im Windschutz. Es soll noch ein Fenster angebracht werden, da die Luke durch die dicke Mauer zu wenig Licht einlässt. Ein Bretterboden und ein kleiner Eisenherd mit einer respektablen Pfanne bilden die ganze Einrichtung der Hütte. Durch Hinzufügung einiger unentbehrlicher Gegenstände, wie Tisch, Tassen, Krug und Löffel, wird der höchstmögliche Komfort erreicht werden.

Der Transport der obenerwähnten Objekte plus 51/4 Zentner Zement, natürlich auf dem Rücken bewerkstelligt, ist in der Zahl der angegebenen Arbeitstage inbegriffen.Übers.: F. Oe.

1 Eugen Rambert, Ch. Bertholet, Förster, und G. A. Koella mit dem Führer Philipp Marlétaz. 304

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