Dr. Grützner: Ein einfaches und billiges Barometer

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Unter der Litteratur, welche die Katastrophe vom 11. September 1895 hervorgerufen hat, nimmt die erstgenannte Publikation nicht nur offiziell den höchsten Rang ein — sie ist von der Gletscherkommission veranlaßt und vom eidgenössischen Landwirtschaftsdepartement unterstützt — sie ist auch die eingehendste und genaueste Untersuchung des Vorganges und seiner mutmaßlichen Ursachen und voraussichtlichen Folgen und wird darum von bleibenden Werte und für spätere Fälle vielleicht von großer Wichtigkeit sein. Über die Ursache des Abbruches herrscht unter den Gelehrten noch Uneinigkeit ( siehe oben pag. 261 ), was bei der Schwierigkeit des Problems nicht zum verwundern ist. Drei vorzüglich ausgeführte Tafeln illustrieren das als 98. Neujahrsblatt der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich erschienene Heft.

Der junge Berner Geologe, der im letzten Jahrbuch die hübsche „ geologische Skizze der Faulhorngruppe " geschrieben, hat zu gleicher Zeit als Doktordissertation ein „ geologisches Querprofil durch die Centralalpen " publiziert und giebt nun zu diesem in den Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft in Bern Nachträge und Berichtigungen, die sich 1. auf die Tektonik und das Alter der Glanzschieferzone im Oberwallis und 2. auf den Amphibolitzug von Ivrea beziehen. Ich mache auf diese veränderten Angaben hier aufmerksam, weil davon auch einzelnes in dem Aufsatz Zellers in Jahrbuch XXIX, pag. 113 und 122, betroffen wird.

Der unsern Lesern wohlbekannte Forstwirt setzt in der genannten Broschüre und in Zeitungsartikeln seinen guten Kampf um das Dasein des Hochgebirgswaldes unentwegt fort, eine Aufgabe, die unserer Sympathie sicher ist. Leider bedeutet dies wenig in einem Lande, wo der unaufgeklärte Despotismus des Referendums aller Belehrung spottet. Es wird der Beweis geliefert, daß entgegen der Behauptung von Autoritäten das Averser Oberthal noch jetzt ansehnliche mehrhundertjährige Waldreste aufweise, daß aber allerdings durch schlechte Alp- und Waldwirtschaft und namentlich den Weidegang des Viehs hier große Verschlechterung eingetreten ist und fortwährend um sich greift. Beigegeben sind der Broschüre vier hübsche Phototypien.

Unter einem für deutsche Ohren etwas polizeiwidrigen Titel giebt unser Clubgenosse Mr. E. A. Martel in Paris eine Zeitschrift für Höhlenforschung heraus, von der schon ein Jahrgang fertig vorliegt in 4 Heften mit Abbildungen, Plänen und Karten. Wir wünschen unserm unterirdischen Kollegen besten Erfolg.

Der Tübinger Physiologe Grützner hat für clubistische Zwecke mit seinem sogenannten Mundbarometer, dessen Prinzip auf der konstanten Temperatur der Mundhöhle beruht, ein ungemein praktisches Reise-Instru-ment geschaffen, dessen Zuverlässigkeit mit der eines Aneroids konkurriert, während der Preis des bei Universitätsmechaniker E. Albrecht in Tübingen zu beziehenden Barometers sich auf etwa 2 Mark stellt. Eine Probe ist also nicht gewagt. Die von Prof. Grützner beigefügten Beob-achtungstabellen weisen recht brauchbare Resultate auf. Die Handhabung ist äußerst einfach.Redaktion.

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