Gesang über Nebeln

Hinweis: Questo articolo è disponibile in un'unica lingua. In passato, gli annuari non venivano tradotti.

Von Walter Bäumlein.

In goldne Helle ist die Welt gewandelt. Hier redet Gott aus Halm und Kraut. Ein jedes Blümchen weiss sich still gesegnet...

Der auf smaragdnen Wiesen wandelt und sie mit frischem Strahl betaut, dem Unsichtbaren bin ich früh begegnet!

Klein sind die Inseln unsres Glücks und schwank, über brodelndem Ungefähren. Aber in die unendlich klaren Sphären ragen sie steil und stolz und schlank...

Die Alpe trägt mich leicht gleich einem Boote, das einem fernen Ziele zustrebt unverwandt. O windgespannte Segel! Steile Schlote! Ihr hohen Mäste!... Wimpel, weiss und rote! Du Steuermann von unbekannter Hand!

Auch in die breiten Wogenmeere des Nebels fällt lebendig holdes Licht. Es wallen ungestüm und dicht die weissen Mähnen wilder Rosseheere... Rosse für rasche reisige Gestalten, die an der Klippe hoch und steil die Zügel keck um eine Zacke schlingen, stürmend und klimmend mit der Höhe ringen, den glühend goldnen Pfeil mit magisch starker Hand im Fluge halten...

Lauf... Keuchen... Sieg!... Den andern trägt mühloser Flug zum heiteren Genüsse hin... Was ist das Glück?... Frei schauen und gelassen, mit ungetrübtem Sinn, alles, was Gottes Hand nur hegt, liebend umfassen!

Die Alpen — 1937 — Les Alpes.20

Klein sind und schwank die Inseln reifer und tiefer Gnade. Ohne Wert ist, was wir tun und trachten voller Eifer... Doch wem das Schicksal Gunst gewährt, der darf auf Bergen weilen. Hoch ist und klar der Raum... Und da die Stunden gleich den Wolken eilen, ruht unbeschwert die Seele, wunschlos wie im Traum.

Feedback