Gottlieb Lüthi und Karl Egloff: Das Säntisgebiet

Hinweis: Questo articolo è disponibile in un'unica lingua. In passato, gli annuari non venivano tradotti.

Dieses Büchlein ist dazu geschaffen, in weiten Kreisen das Interesse für eine eigenartige Berggegend zu wecken. Frisch und klar liest sich der Text, während die vielen trefflichen Illustrationen unwillkürlich Lust machen, in dieses Land der schroffen Kalkberge und stillen Seen zu wandern.

Mit Unrecht wird das Säntisgebiet von den Hochtouristen etwas vernachlässigt. Ein Besuch des Säntis, Altmann, Hundstein, oder eine Gratwanderung vom Hohen Kasten über Staubernkanzel nach der Saxerlücke, am besten im Vor- oder Nachsommer ausgeführt, bietet Naturgenüsse von ganz charakteristischer Art, während dem, der seine Muskeln in höherem Maße gebrauchen will, eine Kletterschule in den Kreuzbergen zu empfehlen ist.

Nach einer kurzen topographischen Übersicht wenden sich die Verfasser der ausführlichen Besprechung der Aufstiegsrouten zu, und zwar teilen sie ihr Gebiet in drei Gruppen, entsprechend den drei von Südwest nach Nordost streichenden Ketten der Gebirgsgruppe. Dabei sind Spazierwege und Kletterrouten mit der gleichen Gewissenhaftigkeit und Schärfe behandelt. Bei letzteren möchte ich die Himmelsrichtungen, als sicherstes und schnellstes Orientierungsmittel, noch öfter, als bereits geschehen ist, genannt wissen.

Die Beurteilung der Schwierigkeit ist immer eine schwierige Sache, und es ist wohl unmöglich, es hierin jedermann recht zu machen. So scheint mir beispielsweise die Kletterei am VIII. Kreuzberg entschieden die kürzeste und, neben dem Westaufstieg zum III., auch die leichteste in den Kreuzbergen zu sein, was aus dem Text nicht hervorgeht. Dem gegenüber wird der recht exponierte Ostgrat des IV. Kreuzberges zu wenig gewürdigt.

Am Schluß des Buches folgen einige interessante und nützliche Beilagen: ein Verzeichnis der Erstlingstouren im Gebiet, ein Führerverzeichnis und ein Register aller im Text vorkommenden Lokalnamen. Eine beigegebene Distanzenkarte leistet sehr gute Dienste.

Liebenswürdigkeit ist das Gepräge dieses vortrefflichen Büchleins, liebenswürdig sind auch die Appenzeller Berge. Beiden wünschen wir die Sympathie der Clubistenwelt.Hans Bubi.

Feedback