Julius Meurer: Illustrierter Führer durch die Ostalpen

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I. Westlicher Teil. A. Hartlebens Verlag. Wien etc. 1892.

Das ebenfalls neue Unternehmen, von dem hier der erste Band vorliegt, hat einen so kompetenten Verfasser, daß auch einem Referenten, der in den Ostalpen keine Lokalkenntnisse besitzt, erlaubt sein mag, ein Werk zu empfehlen, das jedenfalls eine praktische Einrichtung besitzt. Von der Ansicht ausgehend, daß es dem Reisepublikum schwer fällt, einen Weg über einen Paß oder auf einen Gipfel, wenn er nur in „ einer Richtung geschildert wird, nach den Angaben des Buches von dem entgegengesetzten Ausgangspunkt aus gleichsam rückwärts zu konstruieren und das veränderte Zeiterfordernis zu berechnen, giebt der Verfasser bei allen wichtigen Routen doppelte Beschreibungen und EntfernungszifFern. Ferner wird die erforderliche Zeit von einem Ausgangspunkt zu einem Endziel jeweilen auch als Summe angegeben, weil bei der gewöhnlichen Einrichtung durch Einschiebung von Zwischenwegen, Varianten, Seiten-touren die Addierung zeitraubend und schwierig gemacht wird. Am Kopf einer jeden Hauptroute ( es sind deren im ganzen 36 in VII Abschnitten ) sind die bemerkenswertesten Touren durch das Gebiet und in die angrenzenden mit Schlagworten verzeichnet „ und die betreffende Zeiterfordernis " aufgeführt, um die Orientierung zu ermöglichen und Zusammenstellung und Abänderung des Reiseprogramms zu erleichtern. Man sieht, Herr Meurer rechnet auf Touristen, die Heines Engländer in der Bildergalerie gleichen, aber unter den mit „ roten Büchern " Reisenden giebt es gewiß viele, für welche diese Fürsorge nicht überflüssig ist. Diesen entsprechend sind auch die Angaben über das Wegmaß und Schwierigkeit als „ praktische Durchschnittswerte gehalten ", häufiger begangene Pässe und Berge eingehender beschrieben, während schwierige Bergtouren, zu welchen Führer empfohlen werden, nur kurz erwähnt sind. Dem Standpunkt des Durchschnittstouristen und des mittleren Bergsteigers wird das Buch gute Dienste leisten. Es ist etwas dickleibig, aber es kann, wie der Tschudi, nach Abschnitten aus dem Einband genommen werden. Dann werden freilich auch die ( im ganzen guten ) Illustrationen zu Hause bleiben müssen, die dem Buche hinten angebunden sind; aber das ist für den Reisenden kein Unglück, dem mit den eingebundenen Übersichtskarten mehr gedient ist.Red.

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