Prolog zum 75jährigen Jubiläum des S. A. C

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Von Walter Richard Annmann.

In dieser Stunde, da wir festlich tagen und rings der Jurawald im Herbstkleid flammt, ruhn unsre Berge noch im Nebelbett des Morgens. Es sei ein Fest im wahren Sinn des Wortes, Das uns zusammenführt am Gründungsort. Vom Schienenstrang des rasenden Verkehrs umschlossen, ruht verträumt der kleine Raum, in dem vor fünfundsiebzig Jahren wackre Männer den Grundstein legten zu dem starken Bau, von dem wir Steine sind in dem Gemäuer.

Wir wenden unsern Blick den Bergen zu, wir sehen sie im Strahlenmeer der Sonne. Wir fühlen sie im Kampf des eignen Lebens und hören sie im Donnerrollen unserer Zeit. Sie sind uns Mahnung, sind uns Hort Und alle Zuversicht wird uns zuteil aus ihrem Leuchten, ihrer Kraft.

Ein Tag kann kommen, von uns Opfer fordernd. Dann stehn wir dem Gebirge gleich, hart aufgeschlossen an der Grenze.

Doch nicht allein des Krieges Handwerk lehren uns die Berge,

sie lehren uns weit mehr: Was uns der Himmel gab

zu schützen und zu wahren.

Sie lehren uns die Liebe zu den Menschen,

zu Heim und Herd, ja zu dem kleinsten Tier,

zur Alpenblume, zum Kristall.

Sie lehren uns die Ehrfurcht vor den Dingen,

vor Gott und seinem Schöpferwerk.

Der Bergfreund steht dem Himmel näher als der Erde.

Er fühlt sich frei und ist es auch,

denn wer die lauernde Gefahr

der steilen Eiswand und des Gletschers kennt,

steht ausserhalb der Reihe aller jener,

die von des Tals Beschwernis sind geplagt.

Dies Fest sei Dank, doch sei es auch Versprechen,

das fortzuführen, was bisher getan.

Es sei ein schlichtes Tun,

kein tolles Jagen

nach des Erfolges lautem Ruhm!

Ob wir den Berg aus Nord, aus Süd,

auf unbeschrittnem Weg bezwingen,

das sei das erste nicht und nicht das letzte!

Dass wir auf seinem Gipfel stehn,

mit ihm vereinigt

im Gleichklang, Mensch und Berg,

das sei das Ziel.

Auch dieser Tag,

der uns zum Fest vereint,

vergeht —

die Berge bleiben!

Die Menschen, die die Berge lieben, sterben hin

und neue kommen.

Die Jugend wächst heran, wird älter,

sie steigt den Pfad hinan, bis er sich neigt,

sich senkend in das Tal des Abends.

Es ist ein ewig Kommen und ein Gehn.

Nur etwas bleibt:

Die Berge!

Und, was der Dichter sang:

Das grosse, stille Leuchten!

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