Zum Gedächtniss Gottlieb Studer's

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Gestorben 14. December 1890.

Vortrag, gehalten in der Monatsversammlung der Section Bern des S.A.C., den 7. Januar 1891.

Dr. H. Dübi ( Section Bern ).

Von Geehrte Herren und werthe Clubgenossen!

Wenn es sich darum handeln würde, heute von dem Leben und Wirken Gottlieb Studer's ein Bild zu entwerfen, welches dem Werthe und der Bedeutung des Verstorbenen entspräche, so würden weder meine Kräfte, noch die zu Vorbereitung und Vortrag zur Verfügung stehende Zeit für die Erfüllung der Aufgabe ausreichen. Aber es kommt ja für jetzt nur darauf an, daß die Section Bern das erste Mal, wo sie nach dem Ableben ihres Ehrenpräsidenten wieder zusammentritt, in feierlicher Sitzung darüber Zeugniß ablege, daß sie sich der Größe des Verlustes und der Verdienste des Dahingegangenen bewußt ist, und daß sie mit schuldiger Dankbarkeit dessen gedenke, wie der Verstorbene ihr Wohl immer in treuem Herzen getragen und mit Wort und Werk gefördert hat. Eine berufenere Feder mag dereinst das Leben Gottlieb Studer's für die Nachwelt beschreiben, wir haben hier und zunächst nur die Pietätspflicht der Gegenwart zu erfüllen. Es trifft sich seltsam, daß das schon seit einiger Zeit gefürchtete Ereigniß doch unvermuthet schnell und kurz vor der Zeit eingetreten ist, wo wir sonst dem verehrten Greise unsere Glückwünsche zum Jahreswechsel darzubringen pflegten. In einer Zeit also, wo man Altes zu bedenken und Neues zu planen pflegt, geziemt es sich wohl, auch zu überlegen, was uns der Name Gottlieb Studer's in der Vergangenheit war und was er uns in Zukunft sein soll.

H. Dübi.

schaffen und hinterlassene Beispiele auf den Sohn eine bedeutende Einwirkung gehabt zu haben. Sie werden das sogleich erkennen, wenn ich Ihnen einige Notizen über den älteren Studer vorführe, geschöpft aus der allerdings etwas schwulstigen und nicht immer zuverlässigen Biographie, welche Sigmund Wagner den „ Alpenrosen " von 1816 einverleibt hat. Schon Studer der Vater war großgewachsen in der Liebe zur heimatlichen Bergwelt, die er auf dem väterlichen Gute in Thierachern oder von Bern aus so herrlich vor Augen hatte. Ferner hebt Wagner mit Recht hervor, daß die Lecture von Haller's „ Alpen ", Gruner's „ Eisgebirgen ", der Gedichte Ossian's, von Rebmann's „ Gespräch zwischen Stockhorn und Niesen " diesem Natur-Enthusiasmus mächtige Nahrung geben mußte. Schon als Jüngling, von Thierachern aus, wie als Mann in seinen Amtsstellungen zu Interlaken, Bern, Steffisburg und Langnau, benutzte er gerne die ihm karg zugemessene freie Zeit, um mehr als hundert größere und kleinere Reisen auf die benachbarten Berge, besonders des bernischen Oberlandes, zu machen. Die höchsten Eisgebirge, „ die damals noch für unersteiglich galten ", blieben dabei unbestiegen. Mont Blanc und die Savoyer Berge überhaupt, in welche ihn Bourrit einführen wollte, fand er, nach Wagner, „ weniger malerisch und poetisch ". Dagegen durchforschte er „ die Gebirgsgruppe zwischen dem Brienzersee, dem Haslethal, der hohen Gebirgsreihe vom Wetterhorn bis zur Jungfrau, und dem Thal von Lauterbrunnen ". Auf diesen Bergreisen wurde fleißig gezeichnet, und eine sehr genaue Kenntniß der einzelnen Bergketten und Gipfel war das Resultat dieser eifrigen Thätigkeit.

Studer der Vater soll ein Panorama des Faulhorn und des Napf gezeichnet haben; sicher ist nach dem Zeugniß des Sohnes, daß er ein solches vom Brienzer Rothhorn und Niesen hinterlassen hat: von dem letztern ist ein Theil, durch Dunker gestochen, in den Vues remarquables des Alpes de la Suisse 1789 veröffentlicht worden. Sein Hauptwerk aber ist die Chaîne d' Alpes, vue des environs de Berne, 1788. Es ist eine Umrißzeichnung der vom Eichplatz in der Enge aus sichtbaren Gipfel, von großer Treue und richtiger Darstellung. Wie der Sohn bezeugt, liegt der Hauptwerth der Arbeit in der durch eine umfassende und genaue Gebirgs-kenntniß ermöglichten Zuverlässigkeit der Zeichnung und der auf einem Beiblatt gegebenen zahlreichen Bergnamen. Das Nämliche befähigte ihn, nach Wagner, auch in dem von Weiß aufgenommenen, von Meyer herausgegebenen Schweizer Atlas zum Blatt Berner Oberland die Nomenclatur zu liefern. Im lebendigen Verkehr mit den Sennen, deren „ Dorfeten " er als gern gesehener Gast besuchte, sammelte er Gebräuche und Lieder des Bergvolkes, und der Tod überraschte ihn, während er mit einer Monographie über den Pilatus beschäftigt war.

Wir dürfen wohl sagen, daß wir in dem eben gegebenen Bilde des Vaters die Züge des Sohnes wiedererkennen, und als ein Glück für diesen wie für uns müssen wir es ansehen, daß ihm das Schicksal länger als Zum Gedächtniss Gottlieb Studer's.

seinem Vater erlaubte, „ seine Ideen für die Förderung der Alpenkunde zu verwirklichen ". Aber Liebe und Befähigung dafür steckten dem jungen Gottlieb Studer schon im Blute.

Das äußere Leben Gottlieb Studer's ist ein sehr einfaches, arm an den glänzenden und geräuschvollen Ereignissen, welche ein ehrgeiziges Herz berauschen, aber reich an stiller Pflichterfüllung und dem Glück, das aus der Befriedigung edler und bescheidener Wünsche quillt. Nach dem frühen Tode des Vaters siedelte die Familie, Mutter mit drei Kindern, nach Bern über, wo Gottlieb von 1810 bis 1818 die „ grüne Schule ", heute der Elementarschule und dem Progymnasium entsprechend, besuchte. Dann ging er, nach bernischem Brauch, ein Jahr lang nach Neuenburg, um französisch zu lernen, und besuchte, zurückgekehrt, noch drei Jahre die „ grüne Schule " als „ Artist ", unserem Obergymnasianer entsprechend.

Von Einflüssen, die in der Knabenzeit wirksam gewesen wären, kann ich nur die Bekanntschaft mit Jens Baggesen nachweisen, dem für die Alpennatur begeisterten Dichter der Parthenais, dessen hingeworfene Worte: „ Zu einer klaren Uebersicht der großartigen Gebilde des Berner Hochlandes dürfte kein Standpunkt geeigneter sein, als der Gipfel der Schwalmeren ", in dem jugendlichen Gemüthe hafteten und keine Ruhe ließen, bis eine Besteigung im Jahr 1838 den Beweis lieferte, daß der Dichter ein schlechter Prophet gewesen sei.

Wie sein Vater zum Notariat bestimmt, machte Gottlieb den damals üblichen Studiengang; praktische Lehrzeit auf einem Bureau, dann ein Cursus Civilrecht an der Akademie, mehrere Jahre Dienst in Amtsschreibereien und das Examen. Die Lehrjahre gingen zum Theil zusammen mit den ersten Militärdiensten und dauerten von 1821 bis 1829. Im Civildienste begann Studer die gewöhnliche Aemterstaffel eines Alt-berners in Gesellschafts- und Gemeindebehörden 1824 mit dem Secretariat der burgerlichen Ersparnißcasse. Er hat im Verlauf der Jahrzehnte, wie die von ihm selbst aufgezeichneten „ Lebensereignisse " ausweisen, eine ganze Reihe solcher Aemtchen und Aemter bekleidet, und es ist bezeichnend für seine Brauchbarkeit und seine Schüchternheit, daß er viel als Secretär, Schreiber, Verwalter, Cassier, Rechnungsrevisor, Waisen-commissär, Directionsmitglied, aber nicht leicht als Obmann oder Präsident erscheint.

Namentlich im Anfang, in den Zwanzigerjahren des Jahrhunderts, zeigt die Carrière und Lebensstellung Studer's deutlich den kleinstädtischen Zuschnitt, welchen das alte, stolze Bern nach dem „ Uebergang " angenommen hatte. Auch die Regeneration der Dreißigerjahre, welche Studer in Militär-und Staatsdienst Beförderung brachte, bietet wenig Hervorragendes in seinem Leben. Immerhin ist Folgendes der Beachtung werth: 1831, 1833 und 1836 werden „ Feldzüge " nach Neuenburg, Schwyz und in den Jura erwähnt. Es sind damit, nach modernen Begriffen, bewaffnete Interventionen H. Dübi.

gemeint, hervorgerufen durch Bürgerkämpfe in den betreffenden Gegenden und ausgeführt von Tagsatzungs- oder Standestruppen. Durch einen ähnlichen Anlaß hervorgerufen ist eine andere Notiz in den „ Lebensereignissen ". „ 1832 im September, auf Befehl des Regierungsrathes Hrn. Landjäger-commandant Jaquet nach dem Eichberg begleitet, um die Verhaftung Hrn. Fischer's vorzunehmen. "

Bei solcher Lecture tauchte Ihrem Redner die Erinnerung an mysteriöse Erzählungen seiner Knabenzeit über eine Verschwörung im Erlacherhofe auf, aber auch das bittere Gefühl, daß wir im neuen Bunde das Recht verwirkt haben, solche Geschichten aus den Tagsatzungsständen altmodisch zu finden. Doch kehren wir zu Studer's öffentlichem Leben zurück. Nachdem er wiederholt die Stelle eines Secretärs des Justiz- und Polizeidepartementes bekleidet hatte, trat er 1847 wegen Erkrankung zurück. Uebermäßiges Arbeiten infolge unvernünftiger Einrichtungen eines neuen Chefs mag die sonst kräftige Constitution niedergeworfen haben. Er erholte sich rasch wieder, und bei dem Systemswechsel im Jahre 1850 wurde er zum Regierungsstatthalter ernannt, in welcher Eigenschaft er unter wiederholter Bestätigung, auch bei geänderter Regierung, im Staatsdienst blieb bis 1866, wo der 62jährige sich zurückzog, um, neben gemeinnützigem und wohlthätigem Wirken, vorzugsweise seiner Lebensaufgabe, der Erforschung der Alpen, sich widmen zu können.

Freilich hatte er diese auch bisher nicht ganz liegen gelassen, ihr vielmehr seine spärliche Mußezeit ganz gewidmet. Früher Sonntage und Feiertage, später den Monat August als Amtsferien, benutzte er zu Berg- reisen, deren Resultate er dann in Beschreibungen, Panoramen und Karten niederlegte. Mit einem gewissen Stolz notirt der 25jährige, daß er von seiner Zunft eine silberne Medaille für eine Karte von Trub erhalten habe. Die Aufnahme der verworrenen Hügelgegend dieses Emmenthaler Dorfes, zu welcher auch der Aussichtspunkt Napf gehört, war mit den damaligen Mitteln für einen Nichtfachmann keine geringe Leistung, und sie zeigt uns den jungen Studer gleich im Mittelpunkt seiner Lebens-interessen, als Topographen und Gebirgsforscher.

Studer hat natürlich in den sechzig Jahren seiner montanistischen Thätigkeit erste Besteigungen und neue Uebergänge zu Dutzenden gemacht, aber das, was man heutzutag einen Bergsteiger ersten Ranges nennt, das heißt einen Menschen, welcher die Schwierigkeiten aufsucht oder gar geflissentlich schafft, wo sie nicht, oder nicht genügend, vorhanden sind, das war eigentlich Studer nie. Die scheinbare Unersteiglichkeit eines Gipfels reizte ihn nicht als solche, und es ist wohl nicht nur seinem bedächtigeren Alter zuzuschreiben, daß er als gefährlich geltende Berge, wie Matterhorn, Dent Blanche, Schreckhorn, gar nicht versucht hat. Aber er war mehr und Besseres, als ein Gipfelstürmer. Fast jede seiner größeren Unternehmungen bezeichnet geschichtlich einen Fortschritt in Zum Gedächtniss Gottlieb Studer's.

unsern topographischen Kenntnissen aus dem Alpengebiet. Ja, man kann auch beweisen, daß er in der topographischen Erforschung der Berge den Hauptzweck der Bergreisen gesehen hat. Er spricht sich hierüber unumwunden aus in einer sehr interessanten Stelle der Beschreibung seiner Ersteigung des Grand Combin ( Berg- und Gletscherfahrten, I, S. 114 ff. ). Er wirft hier die Frage auf, was eigentlich die Menschen veranlasse, mit so viel Anstrengungen, selbst unter Gefahren und Entbehrungen, nach einem Ziele zu streben, das im besten Falle nur auf wenige Augenblicke mit dem erwarteten Genusse belohne.

Bei der geringeren Zahl der Bergsteiger liege der Beweggrund in wissenschaftlicher Forschung, in dem Gefühl der Bewunderung für die erhabenen Bilder der Alpenwelt, in dem Bestreben, von einem übersichtlichen Standpunkte aus die oft räthselhaften Verschlingungen der Gebirgssysteme, der Gipfel, Thäler und Hochplateaux erkennend zu verstehen. Zu diesem Zwecke bedürfe es eines vorhergehenden Studiums und eines hohen Grades von Orientirungssinn. Der Hauptgenuß auf solchen Standpunkten bestehe nicht in dem durch geschwächten Lichteffect und zu große Entfernung geschmälerten Reiz der malerischen Schönheiten des Naturbildes, sondern darin, die Construction eines ansehnlichen Theiles des Alpengebietes, die plastischen Verhältnisse des Bodens überhaupt, die Ausbreitung der Vegetation und Cultur mit einem Blicke zu übersehen. Vermehrt werde dieser Reiz durch das Erblicken bekannter Berggestalten, welche liebe Erinnerungen wieder auferwecken. Thöricht aber sei das Benehmen solcher, die ohne Kenntniß des Landes, in dem sie reisen, ohne Studium und höhern Zweck, aus Modesucht oder Renommisterei, irgend einen bekannten oder unbekannten Gipfel oft mühsam erklimmen, um oben, nach einem zerstreuten Blick in ein ihnen gänzlich gleichgültiges Chaos, wieder umzukehren. Von solchen Fahrten haben weder sie selbst, noch das Publikum oder die Wissenschaft irgend einen Gewinn.

Gewiß ist, daß Studer sich solcher Frivolität, die ihm fast wie ein Frevel erscheint, nie schuldig gemacht hat. Er hat seine Bergreisen immer mit einem heiligen Ernste und wie eine Arbeit betrieben, die Mühe und Schweiß erfordert, aber auch lohnt. Sehen wir nun zu, welches die Summe der Studer'schen Leistung ist. Um diese aber richtig zu schätzen, muß man auch die Hülfsmittel und die Arbeitsbedingungen seiner Zeit in Rechnung bringen. Es würde zu weit führen, wenn ich hier den ganzen Unterschied zwischen einer Bergreise vor fünfzig, oder auch nur vor dreißig Jahren, und einer heutigen auseinandersetzen wollte; aber einige Bemerkungen werden hinreichen, Ihnen zu zeigen, wie ungleich schwieriger es unsern Vorgängern wurde, die Aufgaben zu lösen, die sie sich in edlem Sinne selbst gesetzt hatten. In satirischer Uebertreibung läßt Daudet seinen Helden von Tarascon einen ganzen Eisen- und Seilerladen am Leibe auf den Rigi schleppen; die Herren Ulrich und Studer hatten, um die steile H. Dübi.

Firnwand vom Adlerpaß auf den Adlergletscher hinunter zu steigen, nur einen kurzen Spitzhammer zur Verfügung, und bei der Traversirung des verschneiten und zerklüfteten Glacier de la Vanoise in der Maurienne bedienten sich Studer und Weilenmann einer klafterlangen Packschnur. Daß dies Verfahren nur für Leute ihres Schlages, ihrer Kenntniß und Vorsicht erlaubt sei, entging ihnen dabei nicht, und sie thaten es, aus Mangel an Führern und Instrumenten, zum Zwecke, die topographisch wichtige Begehung überhaupt zu ermöglichen. Der entwickelten Mittel moderner Technik hat sich Studer später gerne bedient; nur den Pickelstock, mit welchem jetzt auch die Salontyroler aufziehen, hat er meines Wissens nie geführt. Den Mangel an geeigneten Karten ersetzte bei Studer oft der geniale Blick für Oertlichkeit und Richtung, und die fehlenden Herbergen entbehrte seine unglaublich genügsame Natur unschwer. Köstlich in dem nicht gewollten Humor ist eine Stelle aus seiner Besteigung der Grandes Rousses im Dauphiné. Der Reisende hatte von der Höhe der Losa aus eine Hütte bemerkt und erkundigte sich nun bei einem ihm begegnenden Eingebornen, ob dieselbe bewohnt sei. Die Antwort war, „ sie sei nur von Schafhirten bewohnt, und wir würden dort ein schlechtes Unterkommen finden ". Das beruhigte Studer, wie er erzählt, vollkommen, weil es ihm ein schützendes Obdach sicherte. Aehnlich findet er den Aufenthalt bei den ärmlichen, aber freundlichen Bewohnern der nördlichen Tessineralpen reizend, weil es in den Hütten im Sottocenere noch schmutziger ist und die Bewohner ungespräcliig sind.

Mit diesen Eigenschaften des nur für seine Aufgabe lebenden bedürfniß-losen Forschers verband Studer eine ungemeine Ausdauer und Zähigkeit. Sein Schritt hatte auch in der Ebene, auf Spaziergängen um die Stadt herum, etwas Bergmäßiges, und die langausgreifenden Beine bei etwas gebeugter Haltung des Oberkörpers erinnerten mich immer an die Lection im Bergschritt, die mir Pfarrer Imseng in Saas-Grund, einst ein Mit-forscher Studer's, als jungem Anfänger in der edlen Kunst gegeben hatte. Bis in sein hohes Alter war Studer ein unermüdlicher Gänger, und es ergreift Einen seltsam, in seinen „ Lebensschicksalen " unter dem 18. August 1883 zu lesen: „ noch den Piz Arsinol bestiegen ", und im Jahre 1885: „ trotz meines Alters und geschwächter Sehkraft bestieg ich am 16. September noch das Niederhorn bei St. Beatenberg. "

Das Arbeitsgebiet Studer's war ein ungemein ausgedehntes; gerade weil er topographische Zwecke in erster Linie verfolgte, ist er nicht oft in die gleichen Gegenden zurückgekehrt. Ihm genügte ja ein sorgfältig vorbereiteter und wohldurchgeführter Besuch, um die vorhandenen Probleme zu lösen, und meistens sicherte ein mit geschickter Hand und scharfem Auge aufgenommenes Panorama ihm und Andern die durch die Besteigung gewonnenen Resultate. So war Studer im Stande, in dem Panorama von Bern, das er 1850 herausgab, bei circa hundert von hundertundzwanzig Zum Gedächtniss Gottlieb Studer's.

Punkten, die er bespricht, Weg und Steg so anzugeben, daß man sieht, der Verfasser ist sie selbst gewandelt.

Die Vorberge der Niesen-, Stockhorn-, Faulhornkette, des Brienzergrates u. s. w. waren also durchforscht, und ein Theil des bernischen Hochgebirges dazu. Und doch war das nur ein Theil des bis dahin Geleisteten. Schon 1844 hatten die „ Topographischen Mittheilungen aus dem Alpengebirge " in Text und Profilzeichnungen Aufschluß gegeben über „ Die Eiswüsten und selten betretenen Hochalpen und Bergspitzen des Kantons Bern und angrenzender Gegenden ". Unter den letztern sind die Gebiete des Titlis, des Walliser Viescher- und Aletschgletschers gemeint. 1849 und 1853 gab die „ Karte der südlichen Wallisthäler " Aufschluß über die mühevollen und lehrreichen Explorationen der Gebirge vom Monte Leone bis zum Großen St. Bernhard. Es war ein für die damalige Zeit unübertreffliches Werk und ein Muster für künftige Versuche in Gegenden, die dem Ingenieur und Kartographen von Beruf noch nicht zugänglich gemacht sind. Dann wurden die Kreise der Forschung von Studer immer weiter gezogen. Von den Grandes Rousses bis zum Großglockner führte ihn sein Eifer auf die dankbarsten Höhen und in die entlegensten Thäler. In der Maurienne und Tarentaise wie im Dauphiné machte er systematische Studien und Aufnahmen, die er unter allzu bescheidenen Titeln in den Mittheilungen der Bernischen Naturforschenden Gesellschaft mehr begrub als veröffentlichte. Die Resultate seiner Besteigungen und Paßwege in den Tessiner-, Glarner-, Unter- und Grau-bündner-Alpen, zusammen mit den schon früher und jetzt wieder auf dem Gebiet von Bern und Wallis gemachten, sind niedergelegt in zerstreuten Aufsätzen, aber auch zum Glück in den Hauptzügen gesammelt in dem vierbändigen Werke „ Ueber Eis und Schnee oder die höchsten Gipfel der Schweiz und die Geschichte ihrer Besteigung ". Der Ruf dieser Schrift ist längst gemacht; ich brauche hierüber nichts hinzuzufügen. Man kann sie wohl im Einzelnen verbessern, aber man könnte sie nicht im Ganzen besser machen, und es hat sich sogar Niemand an die Aufgabe gewagt, die nöthig gewordenen Nachträge zu liefern. Die unübertreffliche Kunst Studer's, topographische Auseinandersetzungen kurz und klar zu machen, tritt in der Einleitung herrlich heraus; ein anderer Vorzug aber seiner Schriften, der meisterhafte Stil der Schilderung, mußte naturgemäß bei den Referaten über eigene und fremde Leistungen zurückstehen.

Ich ergreife die Gelegenheit gerne, um eine Seite der Studer'schen Fähigkeiten gebührend hervorzuheben, die neben seinen andern noch nicht zur Geltung gekommen ist.

Der Verstorbene hatte einen weittönenden Namen als Topograph und Zeichner, obschon gerade diese Arbeiten nicht sehr verbreitet, zum Theil auch nicht veröffentlicht sind. Aber daß er vor Allem ein Meister H. Dübi.

der Feder war, scheint mir nicht immer empfunden zu werden. Die Meisterschaft seiner Schreibweise zeigt sich eben nicht nur in der klassischen Schilderung der Aussicht von einem Hochgipfel; darüber ist man ja so einig, daß Manche sie als Ausrede für eigene Trägheit oder Unvermögen gebrauchen; nein, sie begleitet auch den Auf- und Abstieg oder die Wanderung durch Bergthäler und über Alpenpässe, die Erwähnung ländlicher Sitten und kleiner Abenteuer bei kleinen Leuten. Alles das gibt ein Bild von solcher Deutlichkeit der Zeichnung und Sattheit der Farbe, daß es sich unauslöschlich einprägt.1 ) Die Aufsätze Studer's gehören zu den in der alpinen Literatur nicht gerade häufigen, die man mehrmals und zum Vergnügen lesen kann. Das Geheimniß ihres Reizes möchte ich auch darin suchen, daß die Persönlichkeit des Verfassers darin so wenig aufdringlich ist, sehr im Gegensatz zu den Schriften anderer Koryphäen. Immer ist es ihm um die Sache, nie um seine Person zu thun. Das Nämliche zeigt sich auch in den kritischen Untersuchungen, die Studer, wiederum zu topographischen Zwecken, angestellt hat über die ersten Ersteiger des Finsteraarhorns, den alten Paß von Grindelwald: nach Viesch, den Uebergang über den Geltengletscher von Lauenen nach Sitten u.a. Bei aller Bestimmtheit und Wärme der Meinung tritt nirgends Schärfe in der Polemik hervor, die in alpinen Streitfragen sich oft breit macht. Und wenn auch Studer Manches in der modernen „ Hochtouristik " entschieden und streng mißbilligte und daraus kein Hehl machte, so hat er doch nie schroff verurtheilt oder gehässige Motive untergelegt.

Davor schützte ihn seine milde Gesinnung und seine sittliche Weltanschauung. Das Bild des Verstorbenen würde auch als Berggänger nicht vollständig sein ohne diesen Zug. Ich könnte Ihnen hier das Bekenntniß vorlegen, das in der Vorrede zum „ Panorama von Bern " steht; aber solche Dinge überlegen sich besser in der Stille, und ich möchte Sie Heber auf eine weniger bekannte Stelle verweisen. Seinem Aufsatz „ Reise über den Triftgletscher nach der Grimsel " im Berner Monatsblatt vom October 1839 hat er das Motto vorgesetzt: „ Groß sind die Werke des Herrn. Wer ihrer achtet, hat eitel Lust daran. " Psalm 111, 7. Bei dem veränderten Abdruck in den Topographischen Mittheilungen ist das Motto weggelassen. Der ganze Studer steckt in diesem kleinen Vorgange, und wir würden Unrecht thun, hierüber mehr zu sagen, als ihm selber zu äußern beliebte.

Man muß aber nicht glauben, daß die geistigen Interessen Studer's im Bergsteigen und dem, was ihm dazu gehörte, aufgegangen seien. Er hat mit Freunden oder mit seiner Frau wiederholt große Reisen nach Holland, England, Frankreich, in den Norden, nach Oesterreich und Italien 1 ) Man lese z.B. auf pag. 115 des „ Panorama von Bern " die nächtliche AVanderung durch das Suldthal.

Zum Gedächtniss Gottlieb Studer's.

gemacht. Die Naturreize dieser Länder und die Kunstschätze ihrer Städte fanden in dem schönheitsdurstigen Manne einen verständnißvollen Verehrer, wenn er auch uns gegenüber von solchen Dingen weniger sprach, als von seinen lieben Bergen.

Es ist selbstverständlich, daß ein solcher Mann Anerkennung finden mußte, auch ohne sie zu suchen. Wenn er zum Mitglied der Kartirungs-commission und der Commission für Rechtschreibung der Ortsnamen gewählt wurde, so hat damit der Staat seine Kenntnisse ebenso sehr benutzen als ehren wollen. Studer war Ehrenmitglied einer Reihe alpiner Vereine und geographischer Gesellschaften. Ich nenne hier neben unserm S.A.C. nur den Alpine Club, weil derselbe zuerst den Werth Studer's in einer solchen Ernennung ausgesprochen hat, und weil diese Körperschaft bekanntlich reservirt ist gegen Namen, denen ein „ Herr " statt eines „ Mr. " vorgesetzt werden muß. Daß Gottl. Studer im S.A.C., dessen Gründer er war, allgemeine Achtung genoß, bedarf keines Wortes, und ebenso würde ich mich schämen, erst beweisen zu müssen, daß die Section Bern den Verstorbenen so verehrte, wie ein Kind den Vater verehren soll. Daß wir aber bei aller Pietät in seiner Schuld geblieben sind, davon werden Sie heute Abend noch ein unwiderlegliches Zeugniß, in seinen letztwilligen Verfügungen, hören.

Unter den geschilderten Arbeiten und Genüssen waren Studer die Jahre des Mannes und des beginnenden Alters dahingegangen. Auch als Greis blieb er lange rüstig. In seinem 68. Lebensjahre bestieg er den Montblanc, später noch den Galenstock, Glärnisch, Scesaplana; im Jahre 1882 nahm er in einem letzten Besuch Abschied von den Monte Rosa-Thälern, die er 42 Jahre früher zum ersten Male betreten hat. Er war nie, seit dem früher Erwähnten, ernstlich krank gewesen, hatte auch auf seinen vielen Bergfahrten keinen Unfall erlitten, als eine Armverstauchung beim Abstieg vom Campo Tencia 1866. Chronische Leiden einzelner Organe und gemüthliche Schmerzen, wie die lange Krankheit und der Verlust der geliebten Gattin, mit der er fast fünfzig Jahre lang glücklich gelebt hatte, brachen langsam seine Kraft, aber nicht seinen heitern Sinn. Und dann kam dem von seinen Angehörigen getreulich Gepflegten das Ende, rasch und schmerzlos, wie wir annehmen dürfen. Am 17. December 1890 wirbelten die ersten rechten Winterflocken nieder auf das frische Grab des Mannes, der sein Leben lang Eis und Schnee über Alles geliebt hatte, und deckten die letzte Ruhestätte des untadeligen Wanderers mit makelloser Weiße zu. Requiescat in pace!

Werthe Clubgenossen! Wenn ich zum Schluß noch auszuführen habe, was der Verstorbene für den S.A.C. und für unsere Section gewesen ist, so kann ich mich hierin kurz fassen. Es ist in der That heute, wo die lebendige Wirkung auf Mitlebende kaum aufgehört hat, noch gar nicht genau zu bestimmen, welche Summe von Kräften und Einflüssen H. Dübi.

von Studer auf uns übergegangen ist. Das aber darf man wohl behaupten, daß ohne die Arbeiten Studer's und seiner Freunde, deren Namen bekannt genug sind, daß sie hier verschwiegen werden können, die Gründung und der rasche Aufschwung des S.A.C. nicht so möglich gewesen wäre. Aus diesem Gefühl heraus bot man ihm die Stelle des ersten Centralpräsidenten an; er hat sie, wie Simler's Bericht sagt, „ freundlich, aber bestimmt abgelehnte. Es gehört mit zu der schon besprochenen Bescheidenheit Studer's, daß er nicht repräsentiren zu können glaubte, obschon auch sein mündlicher Vortrag klar und formvollendet war. Auch 1879 weigerte er sich, unter Berufung auf sein Alter, das Centralpräsidium zu übernehmen; dagegen hat er dem Centralcomité als Vicepräsident durch Pflichttreue und Geschäftskenntniß die trefflichsten Dienste geleistet.

An der Erforschung der officiellen Clubgebiete nahm er in den ersten Jahren noch lebhaften Antheil; später wendete er sich mehr den „ freien Fahrten " zu, und nach beiden Richtungen schuf er mit Feder und Stift für das Jahrbuch des S.A.C., meisterhafte Beiträge. Hierin hat Studer Schule gemacht. Seine Panoramen mögen in einiger Beziehung überholt worden sein, aber die Auffassung und Durchführung einer Aussichtsschilderung oder eines Gebirgssystems im geschriebenen Worte werden als Muster gelten, so lange diese Literatur nicht zur bloßen Sportchronik herabgesunken ist. Und der durch alle Schriften Studer's wehende Enthusiasmus für die Bergwelt ist ein Vermächtniß, das man nicht ungestraft ausschlagen würde.

Der Section Bern hat Studer als Präsident zehn Jahre lang vorgestanden, und von 1873 bis zu seinem Tode war er ihr Ehrenpräsident. Was er in diesen Stellungen durch Anregung, Mahnung und, wo es nöthig schien, durch Warnung gewirkt hat, kann hier unerörtert bleiben. Die mit ihm waren, wissen es wohl; die Nachkommenden werden es leider nicht so verspüren.

Aber wenn die Section Bern bis jetzt es wagen konnte, nach ungeschriebenen Gesetzen zu leben, und dabei gediehen ist, so kommt das von der lebendigen Tradition, welche unter den Auspicien Studer's und seines jüngern Genossen Rudolf Lindt den Bernern eingepflanzt worden ist. Möge dieser gute Geist immer unter uns walten!

Verzeichniss der von G. Studer betretenen Gipfel über 3000 m und Pässe über 2500 m in den Alpen und andern Hochgebirgen.

Das nachfolgende Verzeichniß ist einer von Studer selbst aufgestellten Liste aller von ihm erstiegenen Berghöhen über 1300 m = 4000 Pariser Fuß entnommen. Das Original umfaßt die Jahre 1823 bis 1883 und zählt Zum Gedächtniss Gottlieb Studer's.

643 Punkte auf, die zum Theil bis zwanzig Mal besucht worden sind. Aus Mangel an Raum haben wir die in den Voralpen u. s. w. liegenden Höhen, die sonst interessant genug wären, ausgelassen; bei den alpinen Besteigungen glaubten wir in einzelnen Fällen, z.B. bei Erstlingstouren oder topographisch bedeutsamen Orten, auch unter die oben angegebene Höhengrenze hinabgehen zu dürfen. Die mit * bezeichneten Punkte sind solche, auf denen Studer Panoramen oder einzelne Partien der Rundsicht gezeichnet hat. Zu andern Bemerkungen hatten wir keine Veranlassung; die Liste spricht für sich selbst beredt genug.

1825. Rochers de Culant* ( Ormont ). Pic de Dronaz* ( St-Bernard ). Col d' Erraz ( zwischen Val d' Entremonts und Bagnes ).

1827. Segnespaß*. Martinsloch. Griespaß*.

1831. Aarengrat oder Gaulipaß. Ewigschneehorn*. Kleines Sidelhorn*. Fibbia*. Winterhorn oder Piz Orsino ( Gotthard ). Kleine Windgälle.

1834. Col de Géant*. Col de Fenêtre oder Col de Ranzola ( zwischen Brussone und Gressoney ). Zubefurgge oder Col d' Ollen ( zwischen Gressoney und Alagna ). Turlopanach Macugnaga ).

1835.Oldenhorn*. Col de Torrent ( Eringerthal ). Sasseneire*. Passage de Nave oder Pas de la Forcletta. Frilihorn* ( Turtmannthal ). Lötschenpaß.

1836.Scalettapaß. Piz della Padella* ( Bevers ). Stallaberg oder La Valetta ( zwischen Bivio und Avers ). Piz Beverin. Kistenpaß*.

1837. Snowdon* ( in Wales ).

1838. Abschwung* ( am Finsteraargletscher ).

1839. Triftlimmi ( zwischen Trift- und Rhonegletscher ). Strahlegg ( bis zur Paßhöhe ).

1840. Torrenthorn* ( beim Leukerbad ). Restipain's Lötschenthal ).

Birchgrat* ( nördlich vom Augstbordhorn, von Törbel nach Gruben ). Hochthäligrat ( am Gornergletscher ). Mittaghorn* ( Saasthal ). Mattwaldhorn *. Passo della Sella ( Unteralp ). Sustenjoch ( zwischen Voralp und Sustenalp ). Kammligrat ( Urbachthal ). Gamchilücke *.

1841. Schwarzhorn* ( bei Grindelwald ). Sustenhorn. Sustenlimmi* ( zwischen Stein und Göscheneralp ). Steinlimmi* ( zwischen Stein und Trift ). Furtwangsattel. Steinhaushorn. Gerstenhorn* ( Grimsel ). Sixmadun oder Badus*. Brunipaß.

1842. Jungfrau*. Aeggischhorn*. Oberaarjoch. Mährenhorn* ( Grimsel ).

Titlis*.

1843. Hochthürligrat. Alteis. Engstligengrat*. Wildhorn*.

1844. Lötschenlücke *.

1845. Eigerhöhle. Petersgrat*. Strahlegg.

H. Dübi.

1846. Bildstöckeljoch ( zwischen Unterberg und Sölden im Oetzthal ).

1849. Rimpfischgrat oder Adlerpaß*. Monte Rosa - Kammzwischen Dufourspitze und Nordend ). Hörnli ( am Matterhorn ). Cold'Hérens*. Tête Blanche. Pas de Chèvres. Col de Cheillon und Col du Mont Rouge *.

1850. Monte Leone* ( westlicher Gipfel ). Grat zwischen Laquin- und Zwischbergenthal und Zwischbergenpaß. Diablerets*.

1851. Combin de Corbassière. Col des Pauvres*. Col de Fenêtre ( Cher- montane ). Col de l' Arietta oder Col de la Nouva* ( von Cogne nach dem Orcothal ). Col de Bouchères ( Vallées Vaudoises ). Col du Lautaret ( bei La Grave ).

1852. Geltenpaß ( von Lauenen nach Sitten durch das Morgethal ). Col de la Crête sèche *. Col de Collon*. Mountet am Zinalgletscher. Schwarzberg-Weißthor*.

1853. Glarner Tödi*.

1854. Glärnisch ( Vrenelisgärtli * ). Gemsfairenstock. Groß-RinderhornGemmi ).

1855. Cima di Jazzi. Theodulpaß*. Col de la Grande Croix oder Col de Nuvolet ( Val Savaranche ). Col de la Galise* ( Val de Tignes ). Col Ferret oder Col de la Peulaz*. Col de Fenêtre* ( Grand St-Bernard ). Dent de Morcles*.

1856. Col de la Leisse, Col du Palet, Col de la Vanoise ( Tarentaise ).

Pointe du Glacier de la Vanoise*. Mont Velan*. Sandgratpaß.

1857. Piz Languard*. Mont Pers a. Col d'Ova = Passo di Rovano* ( zwischen Poschiavo und Val Lanterna ). Col des Encombres oder Col de Bona* ( von St-Michel en Maurienne nach Moutiers en Tarentaise ).

1858. Sionnepaß ( von Geltengrat nach Sitten durch das Sionnethal ). Becca de la Grande Journée oder Mont Gelé. Col de la Chaux ( zwischen Nendaz und Bagnes ). Grand Combin oder Graffeneire. Forcla de Séry = Col des Avolions*. Becca de l' Azet oder Aiguille du Midi ( zwischen Bagnes und Entremonts ). Col de l' Azet oder Col de la Lana. Pointe de Ruitor* ( Val Grisanche ).

1859.Lauteraarjoch. Gerenpaß am Kühbodengletscher. Scopi*. Scaradra- paß oder Passo di Sorreda*. Zapportgrat* oder Plattenschlucht ( zwischen Zervreila und Hinterrhein ). Bregalgagrat = Passo della Duana* ( zwischen Bregalgathal und Bergell ). Lavinerjoch oder Vernelapaß a. Urirothstock*.

1861. Zugspitze*. Pfandelschartehohe Tauern ). Großglockner *.

Schwarzseespitze ( Stubaierferner ). Timbljoch ( zwischen Oetzthal und Meran ). Niederjoch und Hochjoch ( Oetzthalerferner ). Simi-laun*. Matscherjoch ( vom Langtaufererthal in 's Matscherthal ).

1862. Versuch am Finsteraarhorn. Forcola da Fex-Roseg.

Zum Gedächtniss Gottlieb Studer's.

1863. Finsteraarhorn. Oberaarhorn*. Beichgrat*. Joderhorn* am Monte Moro. Forcella di San Martino* ( Veltlin ). Piz Morteratsch*. Schloßberg* ( bei Engelberg ). Piz Ot* ( Engadin ).

1864. Dammastock*. Unteres oder Oestliches Studerjoch. Studerhorn*.

Groß-Wannehorn*. Ofenhorn oder Punta d' Arbola*.

1865. Diechtergrat ( Paß in der Kette der Diechterhörner ). Forcla di Cristallina* ( von Bignasco nach Airolo ). Piz Basodino*. Piz Medel*. Fuorcla da Cristallina ( MedelsFuorcla Sura ( zwischen Cima Camadra und Piz Ufiern ).

1866. Ritzlihorn* ( bei Guttannen ).

1867. Oberalpstock*. Piz del Maler* ( Tavetsch ). Campo Tencia.

1868. Hühnerthäligratvom Urbachthal zur Grimsel ). Furkahorn *.

Galenstock. Tambohorn. Forcellina* ( zwischen Cresta und Septimer ). Murettopaß*. Passo di Gavia* ( zwischen Edolo und Bormio ). Monte Confinale. Casanna- oder Lavirunpaß ( zwischen Scanfs und Livigno ).

1870. Balmhorn*. Buet*.

1871. Mont Avril* ( Chermontane ). Col de Cleuson und Col de Praz fleuri ( zwischen Fionney und Hérémence ). Pas de Lona*. Schwarzhorn bei Gruben. Augstbordpaß*. Breithorn ( bei Zermatt ). Wetterhorn *.

1872. Mont Blanc. Wildstrubel* ( 3248 m ). Pic du Midi de Bigorre* ( in den Pyrenäen ).

1873.Grandes Rousses oder Pic de l' Etandard* ( Dauphiné ). Roththal- hütte*.

1874. Stugunses* ( in Norwegen ).

1875. Mutthorn* ( an der Furka ). Orsirorapaß ( zwischen Furka und Gott- hard ). Pizzo Centrale*. Ruchen-Glärnisch*.

1876. Silvrettagletscher. Piz Lischanna*. Fiderpaß oder Greitspitze* ( Samnaun ). Matleinjöchel * oder Schneidjöchel ( von St. Anton am Arlberg nach Ischgl im Paznaun ).

1877. Schwarzhorn* ( bei Davos ). Umbrailpaß oder Wormserjoch. Piz Nair* ( bei St. Moritz ). Vesuv.

1878. SesvennapaVariante des Sursaßpasses von Schlinig nach Val d' Uina ( Uebergangsstelle zwischen Hinterer Vernung- und Rassa-spitze ). Futschölpaß*.

1879. Scesaplana*. Piz Umbrail*.

1880. Piz Minschun* ( Unter-Engadin ). SesvennapaSchattenjöchel?

Eisseepaß oder Janigerscharte ( Sulden ). Passo Cevedale* oder Langenfernerjoch. Schneekoppe ( im Riesengebirge ).

1881. Col d' Ollen * und Gemsstein oder Corno del Camoscio*. Sparr- horn *.

H. Dübi.

1882. Mettelhorn ( bei Zermatt ). Meidenpaß. Pic d' Arzinol.

1883. Pic d' Arzinol.

Außer den in diesem Tourenverzeichniß angemerkten Zeichnungen hat Studer, theils auf Spaziergängen und Einzeltouren im Jura, dem Hügelland in der Umgebung von Bern und den Voralpenketten zwischen dem Genfer-und dem Vierwaldstättersee, theils auf weiteren Bergreisen eine Menge von Panoramen, Ansichten und Plänen gezeichnet. Sein eigenes Verzeichniß weist 710 Nummern auf, von denen die ersten ( aus der Gegend von Bern ) vom Jahre 1823, die letzten ( Pierre à voir, Corno del Camoscio, Col de Baranca u. s. w. ) von 1881 datiren.

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