a) Protokoll der 24. Delegirtenversammlung

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Protokoll

der

Protokoll der

XXIV. Delegirtenversammlung des S.A.C.,

abgehalten Samstag, 20. August 1887, im „ Bielerhof " zu Biel.

Die Versammlung wird durch Herrn Reg.Rath J. E. Grob, Centralpräsident, um 3 Uhr 15 Minuten eröffnet und die Anwesenheit von 42 Delegirten, die 27 Sectionen vertreten, festgestellt. Folgende Sectionen sind vertreten:

Aargau durch Hrn.

Zofingen n n Säntis n n Basel n n Bern n n Biel n n Blttmlisalp n n Burgdorf n V Oberaargau n n Paul König-Irlet.

Hans Wetter.

F. Hoffmann-Merian und C.

Lüscher.

Dr. Dübi und A. Francke. E. Wartmann u. A. Gatschet.

Fürsprech J. L. Schnell. Notar J. Jacob und Bach-mann-Schmidt.

Chronik.

Oberland Wildhorn Moléson Genevoise Tödi Rhätia Davos Pilatus Neuchâteloise Mythen 8t. Gallen Alvier Toggenburg Randen Weißenstein Titlis Gotthard Monte Rosa Diablerets Roßberg Uto Bachtel Winterthur durch Hrn. Pfarrer G. Ris, und J. G.

Schlosser.

n n n n Pfarrer L. Hürner.

V. Schaller. Emile Briquet und Prof. A.

Tschumi.

Leonhard Blumer und F. Oertly-Jenny.

n n n n n n n n n n n n n v v n n n n n n r> n v n n n V. Stutzer und A. Breit- schmid.

Aug. Monnier u. E. Colomb. Telegr.In8p. M. Theuer. B. R. Zollikofer u. Apoth. Rehsteiner.

Zwickel-Welti.

J. C. Bahnmaier.

W. Forster.

M. Lussi.

Ing. M. Stocker.

Charles Fama und Ant. de Torrente.

E. Dutoit und A. Barbey. Th. Dändliker-Bär. Frey-Wehrli u. Pfr. Lavater. Th. Kräutle und J. Oberholzer. Moser-Bader u. J. Hoffmann.

ernannt die Herren Zu Stimmenzählern w A. de Torrente und P. König.

Der Herr Centralpräsident theilt mit, daß ein Vertreter des Club Alp. Ticinese zum Feste erschienen sei; es wird beschlossen, demselben die Anwesenheit in der Delegirtenversammlung zu gestatten.

Herr Centralkassier Nägeli legt die per Ende Ì886 abgeschlossene fiechnung vor. Dieselbe zeigt an Einnahmen Fr. 16,492. 55 an Ausgaben Fr. 13,008. 91 mithin Vorschlag fr. 3^483. 64 Vermögen des 8. A. C. am 31. Dezember 1886 Fr. 19,387. 04.

Herr F. Hoffmann - Merian stellt Namens der Revisoren den Antrag, die Rechnung unter bester Verdankung zu genehmigen. Dies wird beschlossen. Die Revisoren rügen, daß eine Anzahl Jahresbeiträge viel zu spät an die Centralkasse abgeliefert wurden, und stellen folgenden Antrag:

„ Mitglieder, welche bis Ende September trotz zweimaliger Aufforderung dem Sectionskassier ihren Jahresbeitrag nicht eingeliefert haben, sind von der Mitgliederliste zu streichen. " Dies wird beschlossen.

Herr Centralkassier Nägeli beantragt, den obigen Beschluß dahin zu ergänzen, daß Zurückweisung des Jahrbuches durch Mitglieder der deutschen Sectionen einer Austrittserklärung gleichzusetzen sei Er theilt mit, daß jedes Jahr eine größere Anzahl Jahrbücher refüsirt werden, z.B. dieses Jahr 56 Stück. Dieser Antrag wird angenommen und die beiden Beschlüsse wie folgt zusammengezogen:

„ Mitglieder, welche bis Ende September trotz zweimaliger Aufforderung dem Sectionskassier ihren Jahresbeitrag nicht eingeliefert haben, oder solche der deutschen Sectionen, welche sich weigern, das Jahrbuch zu beziehen, sind von der Mitgliederliste zu streichen. "

Zu Rechnungsrevisoren für 1887 werden gewählt die letztjährigen Suppleanten, Herren C. W. Briquet in Genf und Pfarrer Straßer in Grindelwald, zu Er-satzmännern Herren König-Irlet, Zofingen, und A. Barbey, Lausanne.

Es wird einstimmig beschlossen, der Generalversammlung zur Wahl zum Centralpräsidenten, mit Amtsdauer vom 1. Januar 1888 bis 31. Dez. 1891, vorzuschlagen: Herrn Oberstlieut. R. Gallati in Glarus, Mitglied der Section Tödi.

Statutenrevision. Herr Dr. Dübi referirt Namens der Sectionen Basel, Bern und Uto und begründet deren Antrag. Herr L. Blumer theilt mit, daß ihm die Section Tödi den Auftrag gegeben habe, auf keine Statutenänderung einzutreten. Die Mitglieder der Section seien in ihrer Mehrheit der Meinung, daß man eher die officiellen Clubfeste ganz abstellen und bloß freie Vereinigungen abhalten sollte; auch erscheine ihnen eine dreijährige Amtsdauer für ein Centralcomite lang genug, da die Arbeit und der Zeitaufwand bedeutend seien. Herr Aug. Monnier, Namens der Section Neuchâtel, unterstützt Herrn Blumer. Er hält dafür, daß ein Häufiger Wechsel im Centralcomite im Interesse des S.A.C. liege und die Aussicht, auch einmal mit der Centralleitung betraut zu werden, gerade auf die kleinen Sectionen stimulirend wirke. Eventuell wünscht er bloß freie Vereinigungen ( rendez-vous ) und zwar immer im Hochgebirge. Herr Monnier vertritt ferner die Ansicht, daß alle Sectionen an der Delegirtenversammlung durch die gleiche Zahl Abgeordnete repräsentirt sein sollten, da der S.A.C. durch die Sectionen und nicht deren Mitglieder gebildet werde, mithin die Sectionen gleichberechtigt seien.

Mit Bezug auf den letzten Punkt erwidert Herr Hoffmann-Merian, daß sich in den größern Sectionen vielfach der Wunsch nach einer zahlreichern Vertretung geltend mache und die Motionssteller dem Verlangen nach einer der Mitgliederzahl proportionalen, mit dieser unbeschränkt steigenden Abgeord-netenzahl entgegentreten wollen.

Herr E. Briquet, Namens der Section Genf, unter- stützt die Motion; dieselbe wird mit 32 gegen 9 Stimmen erheblich erklärt und artikelweise Berathung beschlossen.

11. Auf Antrag des Herrn Centralpräsidenten wird statt „ JahresberichtGeschäftsbericht " gesetzt und der mit 33 Stimmen angenommen.

8 wird ohne Discussion mit 33 Stimmen angenommen.

10. Herr Pfarrer Lavater schlägt vor, die Wahl des Festpräsidenten jeweilen der festgebenden Section zu überlassen. Herr J. L. Schnell macht darauf aufmerksam, daß alsdann 11 entsprechend geändert werden müßte. Herr Prof. Heim empfiehlt Annahme des, denn falls ein von der Generalversammlung gewählter Festpräsident ersetzt werden müßte, könnte sich die festgebende Section ja leicht mit dem Centralcomite verständigen. 10 wird mit 31 Stimmen angenommen.

12 wird ohne Discussion mit 30 Stimmen angenommen.

Motion Winterthur. Herr Moser-Bader begründet die Motion, lautend: „ Das Centralcomite wird eingeladen, zu untersuchen, ob es für den S.A.C. thunlich sei, den Anstoß zur Herstellung eines Reliefs des Hochgebirges der Schweiz zu geben, und wie er sich dabei betheiligen könnte. "

Herr Prof. Tschumi, Namens der Section Genf, findet, der Zeitpunkt für eine solche Auslage sei noch nicht gekommen, indem der Club auf andern Gebieten noch viel mehr als bisher leisten sollte. Er weist besonders auf die Lücken in unsern Karten der Grenzgebiete hin, sodann auf die Ausgaben für Clubhütten etc. Er beantragt, jedenfalls noch eine Anzahl Jahre zu warten, bis dieses große Unternehmen an die Hand genommen wird. Herr Prof. Heim betont, daß die Motion nur dahin geht, daß das Centralcomite die Sache etwas prüfe, und nicht beabsichtigt wird, jetzt schon den 8. A. C. zu binden. Er unterstützt die Motion in dem Sinne, daß der 8. A. C. sich an der Erstellung eines Reliefs etwa in der Weise betheilige, wie an der Herausgabe der Karten des Hochgebirges, und gleichsam als Fortsetzung dieses Werkes.

Herr F. Hoffmann-Merian bekämpft Namens der Section Basel die Motion, weil Reliefs für den Clubisten keinen unmittelbaren praktischen Werth haben, er wünscht, wie Herr Prof. Tschumi, daß den Karten der Grenzgebiete erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt und die Clubkarten etwas über die Grenze ausgedehnt werden möchten.

Herr Prof. Heim bekämpft die vom Vorredner ausgesprochene Ansicht über den Werth der Reliefs für den Clubisten. In der Abstimmung wird die Motion mit 24 Simmen erheblich erklärt. Gegenmehr 13 Stimmen.

Motion Oberland. Herr Pfarrer Ris begründet die Motion, welche folgendermaßen lautet:

„ Die Abgeordnetenversammlung hält es in ihrer Pflicht, vor den sog. führerlosen Touren im Hochgebirge zu warnen, und beauftragt das Centralcomite, in diesem Sinne öffentliche Kundgebungen zu erlassen und auch sonst diejenigen Maßnahmen zu treffen, welche geeignet sind, von tollkühnen Wagnissen abzuhalten. "

Herr Lavater-Wegmann legt den Standpunkt des Centralcomités dar: Führerlose Hochtouren sind gefahrvoll und der S.A.C. muß dahin wirken, daß dieselben nicht überhandnehmen, aber auch im Abmahnen ist Maß zu halten. Die Proclamation des frühem Centralcomités ist an vielen Orten angeschlagen und macht auf die Gefahren aufmerksam. Mehr kann weder das Centralcomite noch der S.A.C. thun; wer principiell ohne Führer geht, thut es trotz aller Vorstellungen. Im Geiste ist das Centralcomite mit der Motion einverstanden, es wird wie bisher in dieser Richtung arbeiten, sieht aber gegenwärtig für vermehrte Anstrengungen keine Aussicht auf größeren Erfolg.

Herr Prof. Tschumi theilt mit, daß er sehr viele bedeutende Touren ohne Führer gemacht habe, und bricht eine Lanze für die „ Führerlosen ". Er führt aus, daß bei vielen Touristen die Finanzfrage in- den Vordergrund trete und die Höhe der Führertarife eine Hauptursache sei, daß so viele Touren ohne Führer ausgeführt werden. Er hält dafür, daß es eine des S.A.C. würdige Sache wäre, die Führertarife zu prüfen und gegen zu hohe Ansätze sowohl als gegen die Réglemente derjenigen Kantone, welche di&Zahl der jeweilen mitzunehmenden Führer festsetzen, energisch Stellung zu nehmen. Er stellt den Antrag, im Jahrbuch das Verzeichniß der von den Mitgliedern ausgeführten Touren wegzulassen. .'Herr Redactor Stutzer möchte dagegen nur die führerlosen Touren in diesem Verzeichnisse ausmerzen.

Herr Dr. Dübi ist nicht principiell gegen alle führerlosen Touren; je nach Individualität, Jahreszeit und Ziel werden dieselben verschieden beurtheilt werden müssen; es wird daher gut sein, die Warnungen zu wiederholen und besonders zu betonen, daß die Touren ohne Führer stets mehr Gefahren bieten als diejenigen mit Führer.

Herr Pfarrer Ris schließt sich Herrn Dr. Dübi an.

Herr Aug. Monnier ist principiell gegen alle führerlosen Touren. Er beantragt, daß der S.A.C. ausdrücklich und besonders auch mit Rücksicht auf die neulichen Unglücksfälle alle Verantwortlichkeit von sich ablehne und auf die Gefahr aufmerksam mache; der Einzelne ist frei, zu thun, was er will, aber er ist gewarnt worden.

Herr Prof. Heim macht darauf aufmerksam, daß das Verbot häufig nur dazu führt, daß das Verpönte noch mehr gethan wird. Er ist der Meinung, daß es jetzt am besten wäre, die Sache ruhen zu lassen und nächstes Frühjahr dafür zu sorgen, daß die Proclamation an allen geeigneten Orten angeschlagen werde. Herr Pfarrer Ris, Namens der Section Oberland, sowie die anderen Eedner erklären sich mit der Ansicht des Herrn Prof. Heim einverstanden, und die Motion wird in diesem Sinne einstimmig erheblich erklärt.

Clubgebiet. Herr Prof. Heim, Namens des Centralcomités, schlägt als Excursionsgebiet für 1888/89 die Gruppe der Grauen Hörner vor. Es wird beschlossen, der Generalversammlung die Wahl dieses Gebietes zu beantragen.

Tessiner Alpenclub. Herr Centralpräsident Grob referirt über die Verhandlungen mit dem Präsidenten des C. A. T., welche in der Anmeldung dieses Vereins zur Aufnahme in'den S.A.C. gipfelten. Auf den Antrag des Herrn Lavater-Wegmann wurde beschlossen, den C. A. T. unter folgenden Bedingungen als Section „ Tessin " des S.A.C. aufzunehmen:

„ Die Mitglieder der Section sind nicht verpflichtet, das Jahrbuch zu halten. Die Section erhält an ihre Publication einen bescheidenen Beitrag aus der Centralkasse zugesichert.

„ Dagegen kann dem Wunsche, daß der C. A. T. nur theilweise eintrete und eine Anzahl lokale Mitglieder behalten dürfe, nicht entsprochen werden. "

Bei dieser Gelegenheit theilt Herr Zwickel-Welti mit, daß die Section Toggenburg eine Anzahl lokale Mitglieder besitze, und verspricht, für Aenderung dieses statutenwidrigen Zustandes sorgen zu wollen.

Festort. Der Centralsekretär theilt mit, daß angesichts der beantragten Statutenrevision sich keine Section für die Uebernahme des nächsten Festes gemeldet habe und deßhalb der Generalversammlung kein bezüglicher Vorschlag unterbreitet werden könne. Herr Pfarrer Lavater, Vertreter der Section Uto, er- klärt, daß sich diese Section ohne Zweifel für Uebernahme des Festes pro 1889 anmelden werde; er beantragt, das Centralcomite möchte nächstes Jahr zur Feier des 25jährigen Jubiläums irgendwo ein Festchen veranstalten. Es wird beschlossen, dem künftigen Centralcomite zu überlassen, ob es die Abhaltung einer solchen Feier für nöthig erachte.

Das Protokoll wird verlesen und genehmigt.

Schluß der Versammlung 7 Uhr 50 Min.

Der Centralsekretär: Der Centralpräsident: John Syz.J. E. Grob, E.R.

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