Albert Heim: Luftfarben der Landschaft

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„ Luftfarben der Landschaft " sind alle die Phänomene, welche man als angenehme Beigaben zu einer wohlgelungenen Bergtour hinzunehmen gewohnt ist, wie Himmelblau und Himmelgelb, die blaue Ferne der Gipfelaussicht, das grelle Licht und die schwarzen Schatten auf den Höhen der Viertausender, das Goldgelb der Morgensonne, sowie das Purpurlicht des Abendhimmels. Daß es sich wohl der Mühe lohnt, diesen Erscheinungen gründliches Studium zu widmen, zeigt Prof. Heim in seinem liebenswürdigen, ungemein anregenden Büchlein. Der Verfasser betont, daß er nicht als Fachmann, sondern mehr als Liebhaber, auf Grund langjähriger Beobachtungen schreibe, und er vermeidet, des leichtern Verständnisses halber, das komplizierte Gebiet der theoretischen Optik.

Die vielen, den Text begleitenden farbigen Bilder, so eine Aussicht vom Pizzo Centrale, die Firnlandschaft der Spannörter, die Purpurfarbtafel und der letzte Dämmerungsschein des Westhimmels, die Wolkenschattenbüschel und das Nebelbild, zeugen von wundervollem Farbensinn; sie sind es vor allem, welche das Buch empfehlen als eine fein durchdachte künstlerische Arbeit.

Es ist klar, daß bei den „ Luftfarben " das Alpenglühen auch zur Sprache kommt. Illustrativ wird es uns vorgeführt in einer Bilderserie des Glärnisch vom Zürichberg aus, welche das allmähliche Fortschreiten des Phänomens von der Tagesfärbung zum Höhepunkt des Glühens, mit Abnahme und endlich dem zweiten Aufleuchten in herrlicher Weise darstellt. Das Alpenglühen ist keine Absonderlichkeit, sondern eine normale, wenn auch durchaus nicht häufige Dämmerungserscheinung. Trübungen der Luft, wie der Vulkanstaub des Sommers 1912, können auf lange Zeit seine Bildung ausschließen. Hervorgehoben sei noch die farbige Protiltafel, welche das Dämmerungs-phänomen in höchst origineller Weise klarlegt. Die Dämmerungsfarben, also auch das „ Alpenglühen ", liegen in der Zone zwischen den tangentialen Sonnenstrahlen und dem in den Luftraum geworfenen Erdschatten und wandern, klare Luft vorausgesetzt, mit der untergehenden Sonne um den Erdball herum.

Den Lesern des Jahrbuches sei dies farbige Büchlein aufs wärmste empfohlen. Es sei schon deshalb ein Buch für Bergsteiger, betont der Verfasser, weil reine Luftfarben in den belebten luftgetrübten Niederungen immer seltener werden und es kaum noch anderswo als in den Bergen wirklich schöne Sonnenuntergänge, schöne Alpenglühen und reine Luftperspektiven gibt.

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