Alpine Unglücksfälle 1913 Schweizer Alpen

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In Abänderung der bisherigen Statistik sollen künftignurnochdietödlich verlaufenen Touristenunfälle in den Schweizeralpen Erwähnung finden. Die alpinen Unglücksfälle in den Ost- und Westalpen, deren Zahl allein das erste Hundert schon überschritten hat, im einzelnen anzuführen, ist zu umständlich geworden; Interessenten hierfür finden die bezüglichen Aufzeichnungen in den M. D. Ö.A.V., der Alpina, der Kiv. mensile, der Rev. alp. de la Sect. Lyonnaise, der O. A. Z. und in andern alpinen Zeitschriften.

Das Jahr 1913 weist im ganzen 105 Fälle auf, gegenüber 119 des Jahres 1912; dabei sind außeralpine und nicht tödlich verlaufene Fälle mitgerechnet worden.

Auf die Zentralalpen bezw. Schweizeralpen entfallen an tödlich verlaufenen, mit dem Bergsport örtlich und ursächlich zusammenhängenden Fällen 27 mit 36 Opfern, nicht eingerechnet einige fragliche Fälle, wie derjenige des jungen Touristen Mocettini im Verzascatal ( Monte Brione ), des 31jährigen W. Haase, der mit einer Begleiterin neben der Stanzerhornbahn absteigen wollte und verunglückte, des Postillons Durginat, der sich im September, im Nebel, am Col de Moëllé bei Diablerets verirrte und abstürzte.

Auch den bedauernswerten Unfall des Herrn Hans Wäber anläßlich eines Militär-skikurses rechne ich hier nicht hinzu.

A. Winterliche Touren.

1Im Januar, bei Stechelberg, im Lauterbrunnental, ist der junge Skifahrer von Allmen von einer Lawine verschüttet und am 7. Juli als Leiche gefunden worden. Alp. 1913, Nr. 14.

223. März ( Ostern ), am Piz Misaun, Morteratschgebiet, sind die drei Skifahrer Gerson, Wingering, Duseiller von einer Lawine verschüttet worden. Alp. 1911, Nr. 7.

323. März, am Frohnalpstock, bei Brunnen, ist der Skifahrer Teufel von einer Lawine über Felsen abgeworfen worden. Alp. 1913, Nr. 8.

44. Mai, am Grand Combin, im Wallis, sind die zwei deutschen Alpinisten Seitz und Schantze auf einer Skitour beim Abstieg und Traversieren des Mur de la Côte in eine Gletscherspalte gefallen. Ihre Leichen wurden am 13. Mai von Führern gefunden und geborgen. Alp. 1913, Nr. 9 und 10.

524. November, an den Rochers de Naye ist Student Friemel, von zwei Freunden begleitet, auf einem Schneefeld ausgeglitten und abgestürzt. Alp. 1913, Nr. 13.

6 ) 28. Dezember, an den Clariclen. Glarneralpen, ist von fünf Personen Mechaniker Nägeli tödlich abgestürzt. Alp. 1914, Nr. 2.

730. Dezember, am Tschuggen. im Diemtigental, sind bei einer Skipartie Sekundarlehrer Stucki und Architekt Glur von einem abstürzenden Schneebrett verschüttet worden. Alp. 1914, Nr. 2.

B. Im Mittel- und Toralpengebirge.

125. Mai, an den Rochers de Naye ist von zwei deutschen Studenten der eine, K. Weißen, an steiler Wand durch Fehltritt abgestürzt. Alp. 1913, Nr. 9 und 11.

225. Mai, am Säntis ist Fräulein Martin auf steilem Schneehang abgestürzt, Alp. 1913, Nr. 9 und 11.

322. Juni, am Türmlihorn ist von zwei geübten Kletterern Herr Pfarrer Baumgartner, infolge Steinschlags, über die Felsen abgestürzt. Alp. 1913, Nr. 14.

424. Juni, im Val Piora ist der Bahnangestellte K. Ruckstuhl, der mit drei Kameraden vom Ritonisee aufstieg, abgestürzt und mit tödlichem Schädelbruch aufgehoben worden. ( Tageszeitung. ) 529. Juni, am Brienzer Rothorn ist der Tourist Haudenschild, der mit sechs anderen Herren bei Nebel den Abstieg nach Sörenberg nahm, abgestürzt. Alp. 1913, Nr. 14.

6Im Juli, am Salève ist der 20jährige E. Bronner, von zwei Freunden begleitet, beim Abstieg am „ Pas du Singe ", abgestürzt. Alp. 1913, Nr. 14.

727. Juli, am Grossen Mythen ist Schreiner O. Egli beim sog. Totenplänggeli abgestürzt. Alp. 1913, Nr. 16.

8Anfang August, am Salève ist der 18jährige A. Malavallon über einen Felsen abgestürzt. Alp. 1913, Nr. 16.

9 ) 1. August, am Brisen, Unterwaiden, ist Student E. Frotter, bei einer „ luftigen " Wanderung am Gygigrat, durch Fehltritt oder Schwindelanfall abgestürzt. Alp. 1913, Nr. 17.

101. August, beim Gelmer See, Oberhasli, ist der Kellnerbursche Schönholzer bei einer Klettertour zu Tode gestürzt. Berner Tagblatt, 19. August 1913.

C. Im Hochgebirge.

14. Juli, an der Weissen Frau, Blümlisalp, ist von vier geübten Touristen Herr Blau infolge Abbruchs einer Schneewächte tödlich verunglückt. Alp. 1913, Nr. 14.

226. Juli, an der Tour Sallières, Dent du Midi, sind drei Pariser Alpinisten, die Herren Jeniet, Barthélémy und Badin, abgestürzt. Alp. 1913, Nr. 16.

31. August, am Kleinen Schreckhorn ist Student K. Egli abgestürzt, während sein Begleiter zu Tal kam. Alp. 1913, Nr. 16.

43. August, am Fleckistock. bei Göschenen, ist der führerlose Tourist Knecht auf ein Schneefeld abgestürzt und als Leiche geborgen worden. Alp. 1913, Nr. 16.

53. August, an den Dents Blanches, Dent du Midi, ist Herr Küenzle, ein gewandter Bergsteiger, beim Abstieg auf steiler Schneehalde abgestürzt und einem Schädelbruch erlegen. Alp. 1913, Nr. 16.

613. August, am Finsteraarhorn ist von drei jungen führerlosen Touristen Herr Lieb an steilem Eishang in eine Gletscherspalte gefallen und als Leiche emporgezogen worden. Alp. 1913, Nr. 17.

7 ) 24. August, am Titlis ist der 23jährige K. Maier beim Abrutschen auf einem Eishang in eine Spalte gefallen und als Leiche geborgen worden. Alp. 1913, Nr. 17.

i ) 1. September, am Grossen Wendenstock, bei Engelberg, ist von drei Führerlosen Herr Herrensen vom Gipfel über Fels und Gletscher abgestürzt. Alp. 1913, Nr. 18.

97. September, an der Jungfrau stürzte, als Opfer des Leichtsinns, beim Aufstieg vom Rottal der bergungewohnte 23jährige Holländer Cleef Willern, Dekorationsmaler, ab; er hatte die Tour mit einem Begleiter, aber führerlos unternommen. Alp. 1913, Nr. 18.

1013. September, am Palü, Engadin, sind die Brüder Franz und Christian Caspar, Herr Wilczewski und Fräulein Bünzli tödlich abgestürzt; die Ursache bleibt unaufgeklärt; ihre Leichen sind am 26. September gefunden worden. Alp. 1913, Nr. 19.

Es ergibt diese Zusammenstellung sieben winterliche Touren mit 11 Opfern, 10 Mittel- und Vorgebirgstouren mit 10 Opfern und 10 Hochgebirgstouren mit 15 Opfern oder ein Total von 27 Touren mit 36 Opfern.

Dr. W. Kürsteiner- ( Sektion Bern ).

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