Annuaire du Club Alpin Français

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Das Jahrbuch des französischen Alpenclubs bietet diesmal ein entschieden größeres alpines Interesse, als dies in den letzten Bänden der Fall war. Es fehlt zwar auch jetzt nicht an Artikeln, die wir vielleicht in dem Jahrbuch eines Alpenvereins nicht suchen würden, wie z.B. „ Tripoli de Barbarie ", „ Autour du lac de Gerarmer ", „ La Sioule " ( Beschreibung eines Flußlaufes in der Auvergne ), „ Les Gorges et ponts naturels de FArgens de la Siagne et du Loupaber die große Mehrzahl der Artikel kann auch bei uns auf entschiedenes Interesse rechnen. Ich zitiere nur die bedeutendsten. Unter den Courses et Ascensions: „ Autour de Zinal ", par M. Pierre Puiseux, „ Escalade de rochers dans le massif d' Allevard ", par M. H. Dulong de Rosnay, „ Excursion scolaire dans le Briançonnais ", par M. L. Richard. Interessant als orographische Forschungen sind auch zwei Artikel über spanische Gebirge: „ Les Picos de Europa " und „ Deuxième excursion dans la Sierra Nevada ", und zwei über die Pyrenäen; nach Korsika führt seine Leser M. Th. Salomé; auf den Akouker, eine 2305™ hohe Spitze des algerischen Atlas, M. E. Pressoir; „ unter die Erde ", d.h. in eine Verlängerung der Adelsberger-Grotte, unser Clubgenosse E. A. Martel. Ganz besonders wertvoll aber sind die Abhandlungen:

I. Notice sur les travaux scientifiques exécutés à l' observatoire du Mont-Blanc, par M. J. Vallot. II. Note sur la feuille 6 de la carte des Pyrénées centrales au 100,000e, par M. T. Schrader. III. Les troupes françaises de montagne, par M. Emile Camau.

Für die Besteigungsgeschichte des Mont-Blanc und die Besuchs-geschichte von Chamonix sind zwei sehr interessante Beiträge im Annuaire zu finden:

I. Mademoiselle d' Angeville, notice biographique, par Mademoiselle Mary Paillon.

II. Relation inédite d' un voyage aux glacières de Savoie fait en 1762 par un voyageur français, Louis-Alexandre, duc de la Rochefoucauld d' Enville; avec une introduction et des notes par M. Lucien Raulet.

Ich verzichte auf den Reiz, Auszüge aus diesen Relationen zu bringen, nur darum, weil sonst diese Recension nie fertig würde, und füge über den Club Alpin Français nur noch hinzu, daß er 1893 seinen Ehrenpräsidenten, Abel Lemercier, verloren hat, dessen prächtiger Patriarchenkopf das Annuaire als Titelbild schmückt, und daß die Mitgliederzahl in 39 Sektionen auf 26. Juni 1894 5350 betrug. Die Illustrationen des Annuaire sind zahlreich ( 42 ), meist Zinkographien und Holzschnitte, und nur drei, dafür aber sehr gelungene, Phototypien: L' Aile, Passage du Col de Sélé par des chasseurs alpins und Passage de la Brèche de la Meije par des chasseurs alpins. Die beiden letztern haben mir weit besser gefallen als der chauvinistische Text dazu. Wie soll das Mont-Blanc-Unter-nehmen gedeihen, wenn so oft im gleichen Jahrbuch, wo auf die Konnivenz der italienischen Regierung für die Vermessungen gerechnet wird, so feind-nachbarliche Gesinnungen geäußert werden? Es ist ja ganz nett, daß man in Chamonix aus internationalen Mitteln Denkmäler für Jaques Balmat und H. B. de Saussure errichtet hat und jetzt an ein Denkmal für Mademoiselle d' Angeville denkt, aber daß der 1868 auf dem Internationalen Alpinen Kongreß in Genf allseiüg^Jiegriißte Gedanke einer gemeinsam zu erstellenden Mont-Blanc-Karte nach dem offiziellen Kartenmaterial Frank- reichs, Italiens und der Schweiz in diesem Jahrhundert wegen einfältiger Spionenriecherei nicht zu stände kommen wird, ist kläglich und leider nicht nur die Schuld der Regierungen. Es ist ein geringer Trost, daß die Spanier in den Cantabrischen Cordilleren und in der Sierra Nevada französische Gelehrte und Genieoffiziere ruhig Gebirgskarten aufnehmen lassen, wie zwei Skizzen im Annuaire zeigen.Red.

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