Aus der alpinen Erschliessungsgeschichte der Kreuzberge (Nachtrag)

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Nachtrag.Von Karl Kleine

Mit 1 Zeichnung.St. Gallen, Sektion St. Gallen ).

K I. V. Sohm, nunmehr in Basel, schreibt mir, dass die Notiz S. 298: « Dr. Blodig und Victor Sohm haben schon vor 1903 erfolglos den I. probiert », völlig falsch sei. V. Sohm war nie mit Dr. Blodig in den Kreuzbergen, hat also diese Versuche allein unternommen.

Nordostflanke: 25. Juni 1941, erstmals im Abstieg begangen durch Sämi Pulfer, S.A.C. St. Gallen, mit Hans Kugler, Sektion Angenstein. Die Route deckt sich mit derjenigen des Aufstieges. ( Mitt. von S. Pulfer. ) K II. S. 302 ist ein Aufstieg von Süden erwähnt. August Faulwetter berichtigt, dass er im Jahre 1909 damit keine Neutour gemacht habe. Seine. Südwand des K V mit Route S. Pulfer.

Nach einer Photo von H. Wally, Rorschach.

persönliche Eintragung im Tourenbuch des B. S. C. sei allerdings so gefasst, dass der Chronist zu dieser Vermutung kommen musste. Die Südwand wurde also 1938 erstmals begangen.

K IV. Südwand. Erstmals durch S. Pulfer und A. Duttweiler ( beide Sektion St. Gallen ), 6. Juli 1941. ( « Alpen », Varia, 1941, S. 232. ) S. Pulfer schreibt mir dazu: « Von der Unteralp aus gelangt man über steile Rasenhänge zu einem gut sichtbaren Couloir, das sich bis in die Mitte der Südwand hinaufzieht und oben teilt. Man geht nach links, dann fast geradlinig zum Gipfel. Die sehr steilen, felsdurchsetzten Rasenhänge dürften bei nasser Witterung äusserst schwierig sein. Dauer der Kletterei 2 Stunden. » K V. Südwand. Erstmals durch S. Pulfer und A. Duttweiler ( beide Sektion St. Gallen ), 13. Juli 1941. ( « Alpen », Varia, 1941, S. 232. ) « Der Einstieg befindet sich wenig westlich der Fallirne des Gipfels. Durch ein Couloir zu einer markanten, ca. 3 m hohen Höhle. Ein Felsenfenster an der Decke derselben ermöglicht den Ausweg. Kurze Traverse nach rechts zu einem Kamin, das auch von unten her erklettert werden kann. Den nun folgenden Überhang umgeht man nach rechts. Ein kurzer Abstieg nach links ermöglicht den Wiedereinstieg ins Kamin. 50 m weiter oben verengt sich dieses und zieht sich rechts; die Stelle ist leicht überhängend. Eine glatte Platte wird mit Hakensicherung durch Quergang überwunden. Bei nasser Witterung ist von dieser Route unbedingt abzuraten, da das Kamin sehr glatt ist und lange schlüpfrig bleibt. Dauer der Kletterei bei guten Verhältnissen 2 St. » ( Mitt. von S. Pulfer. ) In einer Notiz vom 16. August 1941, die in den Tagesblättern erschien, hatte H. Wally, Rorschach, die Erstbesteigung des K V von Südwesten für sich beansprucht. Eine Aussprache ergab, dass auch diese Südwestroute im Juli 1941 erstmals von S. Pulver allein begangen wurde. ( Mitt. von H. Waelly. ) 1928. Erster Aufstieg über den Ostgrat. Es sollte heissen durch Ernst Holderegger, aus Bühler, Schaffhausen, und Emil Tribelhorn, Bühler ( gestorben 1936 ). Es war der gleiche Emil Tribelhorn, welcher mit Ernst Holderegger 1926 die Ostsüdostwand des Daumens erstmals bestiegen hatte.

K VI. Die unbekannten Kletterer, die an Pfingsten 1935 die Nordwand bezwungen hatten, haben sich nun gemeldet. Es sind B. Knecht, Sektion Bregaglia, in Zürich, und Armin Steiner, Sektion Uto, Zürich. Route: Einstieg in die Nordflanke des VI. Richtung Felsenfenster, dann durch einen Riss Aufstieg auf die kleine Nase.Von hier kann man, durch einen grossen Spreizschritt an der glatten Wand nach aufwärts, knapp die vom Gipfel direkt abfallende Wandkante erreichen. Dieser folgend auf den Gipfel. Sehr schwierig. ( Mitt. von B. Knecht. ) Die Ehre, als erste Frau am 4. Oktober 1908 auf dem Gipfel des VI. gestanden zu haben, darf Frl. E. Germann, St. Gallen, beanspruchen. Da diese Richtigstellung in « Die Alpen », Varia, 1941, S. 257, ungenau und zum Teil sinnstörend ist, möchte ich die einlässlichen Mitteilungen von Pfarrer Dr. R. Lejeune, Zürich, ganz kurz wiedergeben: Teilnehmer jener Partie waren die beiden Brüder Lejeune ( heute Pfarrer Dr. Lejeune, Zürich, und Dr. E. Lejeune, Kölliken ), ferner die beiden Zürcher Studenten ( nicht Münchner ) H. Wenner und Walter Kinscherf, mit Frl. E. Germann aus St. Gallen. Kinscherf und Wenner ( Wenner fand 1910 an der Jungfrau einen frühen Tod ) waren tüchtige Alpinisten und studierten damals in München. Die beiden schleppten Frl. Germann mit, obwohl sie der Tour gar nicht gewachsen war. Der Auf- und Abstieg erfolgte durch den Güttlerriss. Schon damals war ein Gipfelbuch vorhanden, worin nach der Ansicht von Pfarrer Lejeune bereits 10-20 Eintragungen standen. Dieses Buch ging verloren.

Frl. Berta Brülisauer, Appenzell ( heute Frau Lindenmann ) war am 16. September 1921 mit Ernst Lindenmann und Konrad Tribelhorn ( der jüngere Bruder von Emil Tribelhorn, ebenfalls in jungen Jahren gestorben ) als dritte Frau auf dem Gipfel des K VI. ( Mitt. von Ernst Lindenmann, Sektion Oberaargau. ) Ich habe alle mir zugegangenen Mitteilungen in gekürzter, aber genauer Form als abschliessenden Nachtrag gesammelt, um den toten Bergkameraden ein kleines Denkmal zu setzen und auch den lebenden gerecht zu werden.

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