Bergsteigen im südlichen Afrika

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Ritedi Faessler. Walchwil ( Zug )

EIN LAND MIT VIELEN GESICHTERN Eine Reise ins südliche Afrika zu unternehmen ist heute ebenso problemlos, wie etwa nach Italien oder Spanien zu fahren, um dem unstabilen Wetter auf der Alpennordseite auszuweichen. Ein entscheidender Unterschied bleibt jedoch bestehen; und auch wenn dieser Bericht von Bergen handelt, darf man nicht über die offensichtliche Diskriminierung der schwarzen und farbigen Bevölkerung Südafrikas hinwegsehen. Gewiss brauchen wir selbst während eines mehrwöchigen Aufenthalts kaum etwas davon zu bemerken, denn man lässt uns die einzigartige Landschaft, die Blumenpracht, das ewige Afrika der Wildtierreser-vate, die unendlichen Sandstrände am Ozean in vollen Zügen geniessen. Das liegt auch im Interesse der Reiseagenturen. Aber um so schwieriger ist es, an die Menschen heranzukommen: Die Apartheidpolitik verbietet es dem Touristen, mit Eingeborenen in Kontakt zu treten.

Wir haben es dennoch getan. Das Land ist gross, und die Bantu-Administration kann nicht überall sein. Betroffen sind wir jeweils von unseren Ausflügen aus dem Mittelalter in die Zivilisation zurückgekehrt.

Wir haben draussen in den Bantu-Homelands und Tribal-Trust-Gebicten nur lachende Gesichter gesehen. Ein Phänomen, das ein Europäer wohl nie restlos ergründen kann. Hier in den unendlichen Weiten leben die Millionen, lebt die überwiegende Mehrheit der Menschen Südafrikas. Hier weiss man nichts von Apartheid. Johannesburg ist oft nicht einmal dem Namen nach bekannt. Schlagworte wie Zivilisation, Lebensqualität, Wohlstand und wirtschaftliches Wachstum - für den « weissen Mann » Inbegriff von Glück -sind unbekannt.

Aber Südafrika hat zwei Gesichter. Die in den Townships der Grossstädte lebenden Schwarzen IOI haben nichts zu lachen. Dies obwohl ihr Lebensstandard höher, die Ausbildung besser und die medizinische Versorgung umfassender ist als im übrigen Afrika. Denn die Apartheid beraubt sie jeder Menschenwürde. Nie zuvor habe ich solche Resignation, Demut und Unterwürfigkeit gesehen. Es braucht schon die seelische Robustheit eines weissen Südafrikaners, um nicht deprimiert zu werden.

Vielleicht wird mir jemand entgegenhalten, dass man sich nach einem so kurzen Aufenthalt in Südafrika kein Urteil erlauben könne, ja dass man dazu erst jahrelang im Land leben müsse. Aber man braucht ein schlechtes Ei nicht ganz aufzuessen, um festzustellen, dass es faul ist. Natürlich gibt es auf der Welt noch viele Länder die genau dasselbe tun oder irgendwann einmal getan haben, und ich bin mir nicht so sicher, ob wir Schweizer es in der gleichen Situation besser machen würden.

Das Land verdankt seine in Afrika einzig dastehende Prosperität dem Management des « weissen Mannes », um dieses moderne Schlagwort zu gebrauchen. Der Schwarze hat seine Rolle als Arbeitskraft zu spielen, sofern er es nicht vorzieht, in den Busch und damit ins Mittelalter zurückzukehren. Aber selbst ohne Apartheid bleiben die Probleme des Landes ausserordentlich komplex. Mit allgemeingültigen Rezepten, wie sie bei uns gelegentlich herumgeboten werden, lassen sie sich nicht lösen.

Südafrika, dessen Fläche diejenige der Schweiz um das 3ofache übertrifft, aber selbst nur knapp 4% des afrikanischen Kontinentes einnimmt, produziert etwa einen Drittel der gesamtafrikani-schen Hauptnahrungsmittel. Ein Faktor, der für die hungernde Dritte Welt von Bedeutung ist.

Für meine Ehefrau Ruth und mich waren Pläne für eine Reise ins südliche Afrika schon seit geraumer Zeit im Gespräch. Natürlich hatte ich schon längst die bergsteigerischen Möglichkeiten des südafrikanischen Subkontinentes studiert und mir alle greifbaren Unterlagen, die mit den dortigen Bergen, der Geologie, der Fauna und Flora etwas zu tun haben, verschafft. Dabei stiess ich auf ein Buch von R. O. Pearse mit dem Titel « Barrier of Spears », worin alles Wissenswerte über die höchsten Gebirge Südafrikas, die Drakensberge, zu lesen ist. Der Autor gehört selber zu den Erforschern dieser Berge und hat in den vergangenen 40 Jahren einen grossen Teil des Gebietes kartographiert und dadurch touristisch zugänglich gemacht. Die faszinierenden Schilderungen von Reg Pearse haben nicht wenig dazu beigetragen, unseren Entschluss zu erleichtern.

Bei uns in Europa findet man allerdings nur spärliche Angaben über die Berggebiete im südlichen Afrika. Auch die « Alpen » erweisen sich diesbezüglich als wenig ergiebig. Offenbar üben die südafrikanischen Gipfel nur geringe Anziehungskraft auf europäische Bergsteiger aus. Hinterher ist mir jedoch über das « Warum » vieles klar geworden. Hier ist es nämlich nicht der Schwierigkeitsgrad, der einen Berg « schwierig » macht, sondern eine ganze Anzahl anderer Faktoren, die man nicht berücksichtigt, weil es sie bei uns nicht gibt. Eine einfältige Geröllhaldenwanderung kann dort den Charakter einer anstrengenden Tagestour annehmen. Man darf nicht — wie ich — den Fehler machen und glauben, jeden « Hoger », der einem in die Quere kommt, mit der linken Hand mitnehmen zu können.

In diesem Bericht sind keine sensationellen Er-folgsmeldungen zu erwarten. Vielmehr soll geschildert werden, wie es einem Durchschnittsbergsteiger ergehen kann, wenn er sich mit hochgesteckten Zielen in diese fernen Gebiete Afrikas begibt. Die Abgeschiedenheit der Landschaft, die einmalige Fauna und Flora, die Begegnungen und vieles mehr, werden unvergessliche Eindrücke vermitteln und Misserfolge am Berg vergessen lassen. Im Rückblick ist es auch völlig belanglos, dass wir tagelang unsere Kletterausrüstung mit herumtrugen, ohne sie je zu benützen.

DER BESONDERE CHARAKTER DER SÜDAFRIKANISCHEN BERGGEBIETE Wenn man von afrikanischen Bergen spricht, dann denkt man vor allem an die ostafrikanischen Bergriesen Kilimanjaro, Mount Kenya und Ruwenzori. Südlich davon, so glaubt man im allgemeinen, gibt es nichts mehr, was des Bergsteigers Herz erfreuen könnte. Ein Blick auf die Reliefkarte des afrikanischen Kontinents lässt uns jedoch einen gewaltigen Gebirgszug erkennen, der vom Sambesi südwärts bis ans Kap der Guten Hoffnung verläuft. Diese Hauptkette mit einer Länge von über 2000 Kilometern stellt eine mächtige Falte dar, die das im Westen liegende Hochlandplateau ( Highveld ) von den Niederungen am Indischen Ozean ( Lowveld ) trennt. Diese Falte - bei den Geologen als « Great Escarpment » bekannt - ist sehr stark gegliedert und stellenweise von Flussläufen durchbrochen ( z.B. Limpopo ). Bedingt durch die geologische Struktur, haben sich im Lauf der Jahrmillionen gewaltige Canyons, bizzare Felsformationen und sanfte Hügel gebildet. Im nördlichen Teil der Kette — in Zimbabwe - herrscht der Granit vor. Hier sind die weichen Gesteinsschichten weitgehend durch Erosion abgetragen. Groteske Granitköpfe ( Kopjes ) ragen wie Riesengestalten in den Himmel. Südlich des Limpopo, in Transvaal und Natal, besteht die Decke vorwiegend aus rotem Lavagestein ( Basalt ), das auf mächtigen Sedimentschichten ( Sandstein ) liegt. Im Kapland schliesslich herrscht der Kalkstein ( Karoo ) vor, mit seinen interessanten Schichtungsstrukturen, die - wie am Swartberg -, aus der Ferne betrachtet, modernen Gemälde gleichen.

Der Hauptabbruch der Falte tritt in den Natal-Drakensbergen am deutlichsten in Erscheinung, wo auch die höchsten Erhebungen der Kette bis gegen 3500 Meter hinaufreichen. Aber auch in Zimbabwe, entlang der Grenze zu Mozambique und in Ost-Transvaal ist der Abbruch ins Lowveld ein eindrückliches Landschaftscharakteristi-kum. Schliesslich kann man den bekannten Tafel- 0° berg von Kapstadt mit etwas Phantasie als südlichen Schlusspunkt dieses Gebirgszuges betrachten.

Die wechselhafte geologische Struktur der Erhebungen längs der Ostküste des südlichen Afrika prägt sehr auffällig die Landschaft und ihre Vegetation. Dort wo der harte Basalt die weichen Sedimente überlagert, haben Flussläufe die Gesteinsmassen mit engen Tälern und Schluchten durchfurcht, wobei dann vor allem im Bereich der Sedimente der Erosionsprozess relativ schnell vonstatten ging. Daraus entstand die für dieses Gebiet typische Bergform, wo eine Kappe aus hartem Eruptivgestein eine gleichmässige Gipfelabdachung bildet, die dort, wo sie die Sedimentzone erreicht, unvermittelt in senkrechte Wände abbricht. Die Besteigung dieser den Berg wie einen Kragen umschliessenden Steilwände ist schwierig und wird kaum praktiziert. Hingegen bieten die Basalttürme und -wände der Natal-Drakensberge für den Bergsteiger eine Fülle leichter bis sehr schwieriger Anstiege.

Die Kalkberge des Kaplandes zeigen eine gewisse Ähnlichkeit mit den Felszonen des Jura und der Voralpen. Ein grosser Unterschied besteht allerdings in der Vegetation. Die Pracht wildwachsender Blumen entschädigt den Bergsteiger oft für ausserordentlich mühsame Aufstiege in kniehohem Dornenbusch.

Bergsteigen in unserem Sinne ist in Südafrika eine wenig populäre Betätigung, was schon aus den relativ bescheidenen Mitgliederzahlen des Mountain Club of South Africa ( M.C.S.A .) hervorgeht. Der Hauptakzent liegt auf dem Wan- dem über gebahnte Pfade. Daneben gibt es aber besonders unter den jüngeren Leuten viele Extremkletterer, die in eigenen Kletterclubs organisiert sind.

Die Erschliessung der schwierigeren Routen in den Natal-Drakensbergen geschah in den vergangenen 50 Jahren in ähnlicher Weise, wie wir sie von den Alpen kennen. Über die Erstbesteigungen und die Routen wurde jeweils im Journal des Mountain Club berichtet. Einen Führer für die Drakensberge, ähnlich unseren SAC-Führern, gibt es jedoch nicht.

Obschon die Drakensberge für zünftige Touren die besten Möglichkeiten bieten, finden sich entlang des vom Osten Zimbabwes bis ans Kap verlaufenden Gebirgszuges viele ausserordentlich schöne Berggebiete. Mancherorts können sie von einer fahrbaren Strasse aus erreicht werden, oft geht es aber ohne lange und mühsame Fussmärsche nicht ab. Dabei gilt es, verschiedene Dinge zu beachten, die für uns neu sind. In den Heimatlän-dern ( Homelands ) der Eingeborenen und in den Tribal-Trust-Gebieten sollte man unbedingt beim Chef des nächstgelegenen Dorfes eine Bewilligung zum Betreten seines Gebietes einholen. Das ist eine reine Formsache und gibt Gelegenheit für interessante Kontakte. Ausserhalb der autonomen Eingeborenengebiete in Südafrika ist eine Bewilligung durch das Departement für Bantu-Angelegenheiten erforderlich, was mit einem mühsamen Papierkrieg verbunden ist. Auch das Betreten der Gebiete, die dem Departement of Forestry unterstehen, bedarf einer Bewilligung. Man kann also nicht, wie bei uns, einfach in den Wald gehen. All dies trägt dazu bei, dass sich das « Bergsteigen » hauptsächlich aufgebahnten Pfaden abspielt.

Populär ist der sogenannte Hiking Trail, der sich mit unseren Wanderwegen vergleichen lässt. In mehrtägigen Etappen von jeweils I o bis 30 Kilometer folgt man dem Trail und findet nach jedem Teilstück eine Hütte zum Übernachten vor. Auch hier ist eine Bewilligung zum Begehen des Trails einzuholen, wobei gleichzeitig eine be- scheidene Taxe für die Benützung der Hütten zu entrichten ist. Die für die Hiking Trails zuständige Körperschaft sorgt auch dafür, dass keine Eingeborenen auf dem Weg sind, solange Weisse gebucht haben. Eine Regelung, für die wir gar kein Verständnis aufbringen konnten. « No Dogs - no Blacks » lautet hier die Devise.

ZIMBABWE! KEINE BERGTOUR OHNE ÜBERRASCHUNGEN Am 7. Februar landet unsere Sky-Coach der Zimbabwe Airways kurz nach Mitternacht bei strömendem Tropenregen in Salisbury. Nach einer herzlichen Begrüssung drücken unsere Gastgeber ihr Bedauern über die schon seit Wochen anhaltende Schlechtwetterperiode aus. Die Regenzeit habe sich dieses Jahr ungewöhnlich verzögert, und es sei auch für die kommenden Tage mit Niederschlägen zu rechnen.

Eine Aufhellung am B. Februar bietet endlich Gelegenheit, zum erstenmal « afrikanischen Fels » unter die Finger zu bekommen. John Allan, unser Begleiter und Führer, hat die etwa 30 Kilometer nordöstlich von Salisbury gelegene Christon Bank, in der Nähe des Mazoe Dam, als Ziel vorgeschlagen. Es gibt hier - auch in unmittelbarer Nähe der Hauptstadt - überall diese grotesken Granittürme, die als « Kopjes»Köpfe ) bezeichnet werden. Oft stehen sie einsam in der Landschaft oder bilden in Ansammlungen regelrechte Miniaturgebirge. Die höchsten Punkte erreichen kaum die 2000-Meter-Grenze, dabei liegt Salisbury selbst schon auf etwa 1600 Meter über Meer.

Die « Kopjes » stellen das eigentliche Eldorado einheimischer Kletterer schärferer Richtung dar. Im Journal des Mountain Club of Zimbabwe sind alle erschlossenen Routen im ganzen Land registriert und beschrieben. Die Schwierigkeiten liegen meistens oberhalb des IV. Grades, was nicht überrascht, wenn man den kompakten und feingriffigen Granit näher betrachtet. Oft lassen sich aber sehr schwere Routen umgehen, so dass für den Normalkletterer durchaus noch etwas übrig bleibt.

Nach einer komplizierten Autofahrt, entlang unendlicher Maisfelder, aus denen immer wieder die Strohdächer von Rundhütten der Eingeborenen hervorschauen, erreichen wir einen günstigen Ausgangspunkt für unser Vorhaben. Bei ungewohnter, tropischer Hitze machen wir uns nun auf den Weg und folgen einem bequemen Pfad. Es gilt, erst einmal an den Berg heranzukommen, wobei unter anderem ein knietiefes Bachbett zu durchwaten ist. Die Schuhe auszuziehen hat hier wenig Sinn, da in einer Stunde ohnehin alles wieder trocken ist.

Über einen mit Proteas, Aloen und anderen exotischen Pflanzen bewachsenen Hang erreichen wir die aus aufgetürmten Blöcken bestehenden Granitköpfe und klettern leicht zur ersten Graterhebung empor. Dann geht es wieder in eine mit dichtem Busch bewachsene Schlucht hinunter. Über den jenseitigen Steilhang erreichen wir schliesslich die Felsen und machen im Schatten eines Überhanges eine verdiente Rast.

Ich habe oft von Felszeichnungen der Buschmänner gehört, die in den Bergen des südlichen Afrika an vielen Stellen zu finden sind. Der Weg hat uns nun ganz zufällig zu dieser Balm geführt, deren Wände stellenweise mit zierlichen Tierfigu-ren verziert sind. Die Buschmänner, einstmals die ersten Bewohner des südlichen Afrika, haben vermutlich bereits vor iooooJahren hier gelebt. Vieles, was man von diesem kleingewachsenen, gelb-häutigen Jägervolk heute noch weiss, ist durch seine Felszeichnungen ( Bushman paintings ) überliefert. Es überrascht zu vernehmen, dass Südafrika keineswegs seit Urzeiten ein schwarzer Kontinent war. Die Buschmänner lebten seit der frühen Steinzeit während unvorstellbaren Zeiträumen in solchen von Felsüberhängen ( Caves ) geschützten Unterschlüpfen. Beim Betrachten ihrer Zeichnungen erstaunt uns die hier zum Ausdruck kommende hohe künstlerische Begabung ebenso wie die Haltbarkeit der verwendeten Farben.

Die Buschmänner wurden von den im i 7.Jahr-hundert aus Zentralafrika nach Süden vordringenden Bantustämmen fast ausgerottet, also zu einer Zeit, wo der weisse Mann auf dem afrikanischen Kontinent noch nicht Fuss gefasst hatte. Diejenigen, die noch bis ins 19.Jahrhundert in den Natal-Drakensbergen überlebten, fielen dann den von Süden vordringenden Buren ( Voortrekker, Boers ) und den Zulus zum Opfer, die oft gemeinsame Jagden veranstalteten. Berichten aus dieser Zeit ist zu entnehmen, dass man die Buschmänner damals als ein Zwischending zwischen Tier und Mensch betrachtete, was durch die Felszeichnungen jedoch eindeutig widerlegt sein dürfte. Heute existiert nur noch ein verschwindend kleiner Teil der ehemaligen Urbevölkerung in den Steppen von Südwestafrika und Botswana.

Nach dieser eindrücklichen Begegnung mit der Steinzeit setzen wir unseren Aufstieg fort. Ziel ist ein Gratkopf, dessen abweisende Wände sich über uns erheben. Schliesslich gelangen wir aber -wenn auch auf Umwegen - über leichte Kamine und schmale Terrassen auf seinen höchsten Punkt. Der Rückzug erfolgt aufdem Anstiegsweg. Der sich anschliessende Grat ist durchwegs mit niederen Bäumen ( Zykaden und Zypressen ) bewachsen, nur die einzelnen « Kopjes » ragen über das Grün der tropischen Vegetation hinaus. In der näheren Umgebung gibt es allerdings auch einige schwere Felsrouten, wie etwa « Red Cross » ( VIoder « Backscratcher » ( V ), die des Sportkletterers Herz erfreuen.

Am i o. Februar verlassen wir Salisbury, um die Eastern Highlands von Zimbabwe zu erreichen, deren Höhenzüge entlang der Grenze zu Mozambique verlaufen und in etwa fünfstündiger Autofahrt von Salisbury aus erreichbar sind. Bei Ru-sape zweigen wir von der Hauptstrasse, die nach dem Grenzort Umtali führt, ab und gelangen über Sanyatwe und Juliasdale in eine faszinierende Berglandschaft. Vielerorts treten jetzt mächtige Plattenschüsse aus Granit zu Tage, die stark an unsere Bergeller Berge erinnern. Auf ei- nem miserablen Schotterweg dringen wir nun immer weiter in die Berge vor. Zunächst kommen wir noch gut voran, doch dann stehen wir plötzlich am Rande des hochwasserführenden Mare River, dessen Fluten uns den Weiterweg verbarrikadieren. Umgehungsmöglichkeiten lassen sich ebenfalls keine finden.

Hier wird mir endgültig klar, dass Bergsteigen im südlichen Afrika nicht mit schweizerischen Verhältnissen verglichen werden darf. Vor allem gilt es die grossen Distanzen zu berücksichtigen, die dazu zwingen, möglichst weit ins Vorgelände hineinzufahren. Keiner würde bei uns zum Beispiel in Zürich zu Fuss aufbrechen, um die Mythen zu besteigen. Schon gar nicht, wenn er irgendwo die hochgehende Sihl durchwaten müsste und am Weg nirgends eine Wirtschaft zu finden wäre. In den Inyanga-Bergen kann man die höchsten Gipfel besteigen, ohne die Hände aus den Hosentaschen zu nehmen. Es sind felsdurchzogene Grasberge, wobei allerdings der kniehohe Busch oft von weitem den Grasbewuchs nur vortäuscht. Oft erweist es sich schon als schwierig, überhaupt an den Berg heranzukommen. Bereits ein « einfältiger » Hüttenweg kann sich als grösstes Hindernis herausstellen. Bei mir führt das bald so weit, dass ich nachts von meilenweit überschwemmten Strassen und von unendlichen, mit Busch bewachsenen Berghängen träume.

Ein nochmaliger Versuch, den Gipfel des Inyangani ( mit 2790 m der höchste Berg Zimbabwes ) zu besteigen, scheitert an einem gnadenlosen Tropenregen. Der Anmarsch zur Inyangani Clubhütte ( M.C.Z .) führte dabei durch das Quellgebiet des Inyangombe River, der hier wilde, fast unzugängliche Schluchten bildet, um sich dann weiter nordwärts in den Sambesi zu ergiessen. Etwas südlicher davon entspringen die Zuflüsse des Pungwe River, der über die berühmten Pungwe-Fälle sowie die gleichnamige Schlucht ins Lowveld hinabstürzt, und schliesslich weiter östlich unweit von Beira den Indischen Ozean erreicht.

Die unzuverlässige Wetterlage der nächsten Tage vereitelt leider grössere Aktionen. Es scheint uns zu riskant, weite Strecken auf Naturstrassen vorzudringen, um dann plötzlich von einem hochgehenden Fluss abgeschnitten zu werden. Heftiger Regen treibt uns von einem Versuch, den Punkt 2392 ( Terrace Towers ) über den Con-nemara-Seen zu erklimmen, zurück. Hingegen erlaubt eine mehrstündige Aufhellung den Besuch der Nyangwe-Ruinen, die von unserem Camp aus in einer Stunde zu erreichen sind. Es handelt sich dabei um 2 bis 3 Meter dicke und etwa 3 Meter hohe Trockenmauern, die einen runden Platz von ungefähr 50 Meter Durchmesser umschliessen. Sie befinden sich in der Regel auf den höchsten Punkten der Berge. Ihr Zweck und ihre Entstehung ist heute noch nicht restlos geklärt. Innerhalb der Mauern wurden keine Spuren von Behausungen gefunden, so dass anzunehmen ist, dass diese Festungen nur gelegentlich zum Schutz gegen Überfälle durch feindliche Stämme aufgesucht wurden. Sie zeugen aufjeden Fall davon, dass dieses Gebiet einstmals von Eingeborenen dicht besiedelt war. Das dürfte noch im 15.Jahrhundert der Fall gewesen sein.

Unsere Zeit ist abgelaufen. Wir müssen wieder nach Salisbury zurück und benützen die Rückfahrt zu einem Umweg ins Lowveld von Zimbabwe, d.h. in das Gebiet, das östlich der Hauptkette liegt und steil gegen die Grenze von Mozambique abbricht. Über einige Pässe gelangen wir ins Holdenby Tribal Trust Land im Einzugsgebiet des Honde und Pungwe River. Tribal-Trust-Gebiete ( Stammesländer ) werden ausschliesslich von Schwarzen bewohnt. Bis weit hinauf zu den in mächtigen Granitplatten abbrechenden Flanken der Inyanga-Berge sind die kargen Hänge von Eingeborenen besiedelt. Hunderttausende leben hier, und doch sieht man weder ein Dorf noch eine Stadt. Die Mashonas leben in ihren Kraals, bestehend aus einigen strohbedeckten Rundhütten. Um das Ganze herum ist eine Maispflanzung ( Meali ) angelegt, und ausserhalb dieser sieht man ein paar magere Kühe ( Mashona cattle ) oder Ziegen auf der Weide. Bananen und andere Früchte. ' " « * » wachsen vereinzelt, werden jedoch nicht gezielt angebaut. Jeder Kraal ist quasi Selbstversorger. Die Arbeit wird von den Frauen getan. Darum hat jeder, der es vermag, mehrere Frauen. Hier ist Afrika, wie es David Livingstone beschrieben hat. Seither hat sich kaum etwas verändert.

In Unitali gelangen wir wieder in den Bannkreis der Zivilisation. Trotzdem, ein ausserordentlicher Ort. Die Stadt ertrinkt buchstäblich in den Farben der Vegetation. Eine Pracht, wie ich sie sonst nirgends gesehen habe - umrahmt von schönen Granitbergen.

73 Amphitheater ( Drakensberge ) von .Norden. Rechts der Sentinel ( 316^ m ), in der Bildmitte Eastern Buttress ('JO47 m ) und Inner Tower ( 3044 m ) 74 Der Blyde River Canyon ( Osi Transvaal ) mit seinen RondavelsRundhütlen ), eine Bergjorm. wie man sie in vielen Gebieten Südafrikas findet Die Zeit vor unserem Weiterung reicht nun noch gerade aus, um auf den 25 Kilometer nördlich von Salisbury liegenden Domboshawa ( 1639 Meter ) 7,11 steigen. Dieser Berg besteht aus einer gewaltigen, etwa 500 Meter langen Granitplatte mit ungefähr 40e Neigung. Am östlichen Ende finden sich einige Überhänge ( Gaves ) mit schönen und trotz ihres auf 2000 Jahre geschätzten Alters erstaunlich gut erhaltenen Felszeichnungen. Der Ausflug endet zu unserer vollen Zufriedenheit.

Nach einem herzlichen Abschied von unseren Gastgebern verlassen wir Zimbabwes Hauptstadt Salisbury und landen spätabends auf dem Jan Smuts Airport in Johannesburg.

QUER DURCH SÜDAFRIKA Als nächstes haben wir die Absicht, in den verbleibenden Wochen, der Hauptgebirgskette folgend, Südafrika von Norden nach Süden zu durchqueren. Vorerst schalten wir aber noch einen « Rasttag » ein, um auf den Maghalisbcrg ( 1853 m ) zu steigen, der etwa 50 Kilometer nordwestlich von Johannesburg liegt. Erwähnenswert ist der Maghalisberg deshalb, weil Bergsteiger, die in Johannesburg vorbeikommen und nur über wenig Zeit verfügen, eine grosse Zahl relativ kurzer Routen in allen Schwierigkeitsgraden finden. Besonders beliebt ist das Tonquani Kloof, wo vorwiegend die Sportkletterer von Johannesburg und Pretoria anzutreffen sind.

Am 16. Februar machen wir uns auf den Weg. Ziel ist der Blyde River Canyon in Ost-Transvaal. Über ausgezeichnete Strassen erreichen wir dieses Gebiet in sechsstündiger Autofahrt. Der Blyde River Canyon stellt ein eindrückliches Naturschauspiel und eine vielbesuchte Touristenattraktion dar. Hier gibt es auch einen Hiking Trail, der in 5 Etappen auf einer Strecke von 56 Kilometern das ganze Blyde-River-Naturreservat durchquert.

Unser nächstes Ziel, der Thaba Yatloyi ( 1704 m ), auch Elephant Mountain genannt, 75 Blick vom Thabeneng ( io8j m ) auf den Blydepoort Dam ( Blyde River Canyon, Ost Transvaal ) 76 Cathedral Peak Range ( Drakensberge). aufgenommen in der Gegend der Rookdale Mission Pli.nos: llaiisriicdi hic-slcr. Capi- Town liegt in Lebowa und ist vom Tal des Blyde River aus leicht erreichbar. Beim Park-Ranger erfahren wir, dass zur Besteigung des Thaba Yatloyi die Bewilligung des « Chief » von Mphato nötig sei, auf dessen Gebiet dieser Berg liegt.

Am folgenden Morgen erreichen wir über einen holprigen Jeep-Track das Lebowa-Dorf Mphato. Auf unsere Frage nach dem « Chief » werden wir an das kleine Spezereiwarengeschäft am Dorfeingang verwiesen. Nach einem freundlichen Gespräch über den Ladentisch können wir den Boden von Lebowa legal betreten, was nicht ohne Volksauflauf abgeht. Weisse kommen höchst selten hierher.

Auf schmalen Eingeborenenpfaden erreichen wir die Grashänge, die zu unserem Ziel emporleiten. Nach ungefähr zwei Stunden stehen wir schwitzend im Sattel zwischen dem Haupt- und Vorgipfel und suchen hier die günstigste Stelle, um die Felspartie, die den Weg zum höchsten Punkt versperrt, zu überlisten. Ähnlich zahlreichen Bergen in dieser Gegend, ist auch der Thaba Yatloyi mit einem Kragen von Steilwänden umgeben. Auf der dem Sattel zugekehrten Seite sind die Felsen jedoch weniger steil und stark gegliedert, so dass wir problemlos auf die bewachsene Gipfelabdachung gelangen. Wie üblich beginnt hier aber der mühsame Teil des Anstieges, indem wir uns nun durch den kniehohen Busch zum höchsten Punkt hinaufarbeiten müssen.

Es fällt auf, dass man oberhalb etwa 1200 Meter keine Bäume mehr antrifft, obwohl jenseits der Grenze auf derselben Höhenlage gewaltige, künstlich angelegte Wälder wachsen, die dem Departement of Forestry der Republik Südafrika unterstehen. Der Grund liegt offenbar darin, dass im Laufe der Jahrhunderte alle Bäume von den Eingeborenen zu Feuerungszwecken verwendet wurden. Heute muss die einheimische Bevölkerung ihr Brennholz deshalb von weit her heranschlep-pen. Oft begegnet man Frauen, die 3 Meter lange und 15 Zentimeter dicke Baumstämme in Tagesmärschen aufdem Kopf in ihr Dorf transportieren - barfuss über das grobe Schotterbankett entlang ~, 0

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76.

77 78 79 .* 77 Christon Bank, Zimbabwe. Nur die Granitköpfe ( Kopjes ) ragen über die tropische Vegetation hinaus Photo: Ruedi Faessler, Walchwil 78 Mt. Inyangani ( 2ygo m ) vom u km entfernten Chawo-mera Fort ( Ruine ) aus. Höchster Berg von Simbabwe Photo: Hansruedi Faessler. Cape Town der Hauptstrasse und über steinige Hänge hinauf.

Beim Abstieg benutzen wir zuerst ein Stück weit den Aufstiegsweg, dann folgen wir einem bewachsenen Gratrücken, der sich nördlich vom Dorf Mphato herabzieht. Zwei Knirpse, die hier eine kleine Herde hüten, laufen davon, als ob der Leibhaftige hinter ihnen her wäre.

Am nächsten Tag begeben wir uns frühzeitig auf die Reise nach unserem nächsten wichtigen Ziel, den Drakensbergen in Natal. Wir durchqueren dabei in zwei Tagen das gewaltige Naturreservat des Krügerparkes von Norden nach Süden. Dann geht es wieder westwärts durch das von wilden Felsengebirgen flankierte Crocodile River Valley. In Pongola, an der Südgrenze von Swaziland, verlassen wir die geteerte Hauptstrasse und kämpfen uns über Naturwege und Wellblechpi-sten quer durchs Heimatland der Zulus ( Qwa-zulu ) bis an den Indischen Ozean durch. Das Wetter zeigt sich von der trockenen und tropisch-heissen Seite. Probleme beim Überqueren von Flüssen begegnen wir demzufolge nicht. Mahlan-gasi — Nongoma - Hlabisa — Somkele nennen sich einige Stationen, an die ich mich noch besonders gut erinnere.

Am 24. Februar beziehen wir Quartier im Camp des Royal National Park am Fuss der Drakensberge. Die Anfahrt von den nächstgelegenen grösseren Städten aus ist lang und vergleichbar mit der Strecke, die man von der Zentralschweiz aus zurücklegen muss, wenn man ins Wallis oder ins Engadin will. Dazwischen trifft man jedoch nur auf ein paar kleinere Ortschaften.

Die fast 200 Kilometer lange Kette der Natal-Drakensberge, vom Royal National Park im Norden bis zum Sehlabathebe National Park im Süden, bildet die Nordostgrenze zu Lesotho ( Basutoland ) und gleichzeitig die Wasserscheide zwischen den Flüssen, die, einerseits im Orange River gesammelt, in den Atlantik fliessen und andererseits als Tugela und Umkomaas River in den Indischen Ozean münden.

Wie bereits erwähnt, erreicht das Escarpment 79 Badile, morgens, vom Viale aus 80 Cengalo NW-Pfeiler und Badile NE- Wand, morgens, vom Viale aus Photos: M. Boos. St. Gallen hier seine grösste Höhe, die im Mittel bei etwa 3150 Meter verläuft und praktisch keine ausgeprägten Depressionen aufweist. Der Abbruch stellt sozusagen eine 200 Kilometer lange, senkrechte, 500 bis 1000 Meter aufstrebende Mauer dar. Das ganze Gebiet der Vorberge - des sogenannten « Little Berg » - steht unter Naturschutz und weist einen reichen Wildbestand auf. Vor allem die Baboons, denen man oft in kleinen Trupps begegnet, sind allgegenwärtig. Es bereitet ihnen jeweils keine Schwierigkeiten, einen Rucksack, den sein Besitzer irgendwo unbeaufsichtigt deponiert hat, fachgerecht zu öffnen und zu plündern. Da die Jagd als « Sport » in Südafrika verpönt ist, halten sich am Little Berg zudem verschiedene Antilopenarten in grosser Zahl auf. Auch den Rock Dassie, einen Verwandten unseres Murmeltieres, trifft man auf Schritt und Tritt. Wildkatzen sind uns in den Drakensbergen hingegen keine begegnet, obschon der Leopard und einige andere Arten hier heimisch sind.

Natürlich gibt es, wie überall von Zimbabwe bis ans Kap hinunter, verschiedene giftige und ungiftige Schlangenarten. Besonders gefährlich sind jedoch nur die Puffotter und die speiende Kobra ( Rinkals ). Aber wie in den Alpen, lassen sich auch hier die Schlangen nur selten blicken.

Im Royal National Park liegt derjenige Abschnitt der Drakensberge, der als Amphitheater bezeichnet wird. Das Escarpment beschreibt hier einen Bogen, flankiert vom abweisenden Sentinel ( 3165 m ) und Mount aux Sources ( 3282 m ) im Nordwesten und dem Eastern Buttress ( 3047 m ) im Südosten. Das Plateau des Escarpment ist nur auf wenigen leichten Routen zu erreichen. Die bekannteste führt über die sogenannte Chain Latter ( Kettenleiter ) und überwindet auf zwei etwa 20 Meter langen Leitern die ungangbaren Steilwände. Früher galt diese Route als Normalweg zur Clubhütte auf dem Plateau. Heute ist sie aber halb zerfallen und unbenutzbar. Der interessanteste Kletterberg auf der Nordwestseite des Amphitheaters ist der Sentinel. Die Routen über die Nord- und Ostwand weisen beträchtliche Schwie- rigkeiten auf ( V ), während die Westwand einige relativ leichte Anstiege bietet ( II und III ). Soweit sind uns die Fakten bekannt, als wir am 25. Februar ausrücken, um den Sentinel über seine Westseite zu besteigen.

Ohne uns über die Distanzen viel Gedanken zu machen, begeben wir uns am Morgen zum Ten-dele Camp empor. Dann zweigen wir auf einem Fusspfad nach rechts ab und gelangen in zwei Stunden über die Abbruche des Little Berg hinauf. Unser vorläufiges Ziel ist ein Sattel im Grat, der vom Sentinel herabzieht und der in der Karte mit « The Nek » ( 2250 m ) bezeichnet wird. Es herrscht eine für uns ungewohnte Hitze, und unsere Feldflaschen sind längst leer, als wir die dritte Stunde in Angriff nehmen. Auf schier endlosen Grashängen steigen wir weiter gegen den Sattel an. Auf dem Weg dahin stossen wir glücklicherweise auf ein armseeliges Rinnsal, das uns etwas Erfrischung bringt. Um die Mittagszeit öffnet sich vor uns der Blick ins jenseits gelegene Qwaqwa-Land. Wir überschreiten damit eine Landesgrenze, die sogar von einem Stacheldrahtzaun gekennzeichnet ist, denn Qwaqwa gehört ebenfalls zu den autonomen Homelands. Von hier sollten wir nun die auf etwa 2600 Meter gelegenen Einstiege am Sentinel in ein bis zwei Stunden erreichen können.

Von Lesotho herkommende Schlechtwetterzonen dringen meistens unbemerkt bis zu den Drakensbergen vor. Innerhalb weniger Minuten ist dann alles in Wolken gehüllt. Während wir nun nichtsahnend unserem Berg entgegeneilen, schiebt sich aus heiterem Himmel völlig überraschend eine dunkle Wolkenwand über die Kante des Amphitheaters hinweg, und im Nu entlädt sich ein heftiges Gewitter. An ein weiteres Vordringen in dem uns unbekannten Gelände ist jetzt nicht mehr zu denken. Immerhin bietet ein Felsüberhang vorübergehend Schutz vor dem gröbsten Unwetter.

In diesem Gebiet hat es wenig Sinn, das Ende eines Gewitters abwarten und auf eine Wetterbesserung hoffen zu wollen. Nach einem Gewitter hüllen sich die Berge meist hartnäckig in Wolken, und nur die Nacht kann eventuell eine Aufhellung bringen. Im Sommer ( November bis März ) ist am frühen Nachmittag mit stärkeren Gewittern zu rechnen, die regelmässig - gemäss Statistik an zwei von drei Tagen - beinahe aus dem blauen Himmel heraus losbrechen, dies mit einer Gewalt, wie wir sie bei uns nicht kennen. Der einfallende dichte Nebel erschwert zugleich die Orientierung im Gelände. Aber es gibt noch andere Faktoren, die hier vom Bergsteiger ein Umdenken und eine Umstellung verlangen. So etwa die ungewohnte sommerliche Hitze, die nach einem mehrstündigen Aufstieg jeden Tatendrang zu lähmen vermag. Ohne das Mehrfache der üblichen Geträn-kemenge geht es überhaupt nicht; um so mehr als der kühle Trunk aus einem Bächlein böse Folgen haben kann. Clubhütten, wie wir sie bei uns kennen, gibt es keine, und die verfügbaren Unterkünfte liegen meistens zu tief. Um aufs Escarpment zu gelangen oder Kletterrouten zu begehen, müssen oft 20 Kilometer zurückgelegt und mehr als 1000 Höhenmeter überwunden werden. Deshalb sind dazu gewöhnlich zwei Tage nötig, wobei üblicherweise im Freien übernachtet wird bzw. unter Überhängen ( Caves ). Es existiert eine grosse Zahl solcher Biwakplätze, die für die bekannten Routen als Ausgangspunkt dienen. Alles erinnert eben noch ein wenig an die Pionierzeit in den Alpen.

Am folgenden Morgen wälzen sich immer noch schwere Wolken über das Amphitheater. Die Nacht hat entgegen unserer Hoffnung keine entscheidende Wetterbesserung gebracht. Im Südosten jedoch ist der Himmel hell, und wir beschliessen deshalb, eine Exkursion ins Gebiet des Cathedral Peak zu unternehmen.

Die Distanzen zum Escarpment sind hier geringer als im Royal National Park. Zu den bekannten und leicht zu erklimmenden Gipfel gehören der Cathedral Peak ( 3004 m ), das Inner Horn ( 3017 m ) und das Outer Horn ( 3009 m ), die unmittelbar nebeneinander stehen. Die Schwierigkeiten übersteigen auf den Normalrouten kaum \ Hut. / ÎIaT. /HO,., /. »M Ili,

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NOEDEMA DOME jj CHAMPAGNE CASTLE &Jf den I. Grad. Kletterwege für höhere Ansprüche ( bis zum V. Grad ) finden sich am Column ( 2926 m ), am Pyramid ( 2914 m ) und am The Bell ( 2918 mum nur einige zu nennen.

Die Höhen der Cathedral Range bieten einen prächtigen Anblick. Ein besonderes Schauspiel zeigt sich, wenn am Abend nach einem Gewitter die Sonnenstrahlen flach einfallen und die um die Gipfel ziehenden Wolken in allen Regenbogenfarben zu leuchten beginnen.

Am folgenden Tag brechen wir nach dem « early morning coffee » auf, fahren Richtung Bergville und gelangen nach einer Abzweigung auf einer immer schlechter werdenden Schotterstrasse zum vorgesehenen Ausgangspunkt in der Nähe des Cathedral- Peak-Hotels ( etwa 1400 m ). Mit zweistündiger Verspätung auf unseren Marschplan machen wir uns auf den Weg, wobei wir zuerst durch das fusstiefe Wasser des Umlambonja River waten müssen. Bald queren wir einen weiteren Bach und erreichen jenseits den Pfad zum Cathedral Peak. Wolken schieben sich von Zeit zu Zeit über den Little Berg und spenden wohltuenden Schatten. Die Aufstiegsroute lässt sich nun gut überblicken. Der Cathedral Peak liegt auf einem 4 Kilometer langen Grat, der sich vom Escarpment in nordöstlicher Richtung herabzieht und dann in einen Grasrücken des Little Berg ausläuft. Der Pfad windet sich teilweise in felsigen Erosionsrinnen in die Höhe. Er durchzieht Sandsteinformationen mit überraschend wechselnden Farbtönen, um sich dann wieder durch sattgrünes Grasland zu schlängeln.

Auf der Höhe eines markanten Felsblockes, der « Baboon Rocks », haben wir einen Drittel des Weges hinter uns. Bis zum Gipfel sind noch i 000 Höhenmeter zu überwinden. Trotzdem es bereits gegen Mittag zu geht, gönnen wir uns eine Rast, um einen Blick ins Tal des Umlambonja hinab zu werfen und die Berge in der näheren Umgebung zu identifizieren.

Bereits eine Weile unterwegs, kündigt sich in der Ferne wieder das obligate Gewitter an. Ausnahmsweise dauert es heute länger, bis es uns erreicht. Wir eilen den Berg hinab und finden Schutz unter einem ausladenden Überhang, den wir uns schon beim Aufstieg für den Notfall vorgemerkt haben. Während draussen ein gigantischer Wolkenbruch niedergeht, wenden wir uns enttäuscht unserem « Gipfeltrunk » zu.

Zwei Stunden später stehen wir am hochwasserführenden Umlambonja River. Am Morgen noch als harmloser Bach dahinfliessend, hat er sich nun in ein reissendes Wildwasser verwandelt, dessen rotbraune Fluten sich an unseren verdutzten Gesichtern vorbeiwälzen. Trotz langen und intensiven Suchens finden wir keine Stelle, wo die Strömung einigermassen erträglich scheint. Schliesslich bleibt nichts anderes übrig, als den Gang zum jenseitigen Ufer zu wagen. In den fast zur Gürtellinie reichenden Wassermassen gelingt es uns nur mit Mühe, auf den Beinen zu bleiben. Um eine neue Drakensberg-Erfahrung reicher, gelangen wir dann ohne weitere Überraschungen zum parkierten Fahrzeug zurück.

Aber kaum sind wir unterwegs, taucht ein neues Hindernis auf: Unvermittelt führt die Strasse in den jetzt etwa 30 Meter breiten Mhlwa-zini River hinein, dessen Einzugsgebiet die ausgedehnten Landstriche südlich des Cathedral Peak bilden. Die wolkenbruchartigen Regenfälle haben auch ihn zu einem imposanten Fluss anschwellen lassen. Von Eingeborenen erfahren wir, dass dies nach jedem Gewitter der Fall sei. Ein Versuch, die Furt zu Fuss zu überqueren zeigt rasch, dass man hier mit dem Auto nicht durchkommt. Also Abwarten!

Tatsächlich beginnt der Wasserstand allmählich zu fallen, womit der Weiterweg frei wird. Vierzig Kilometer talauswärts kommen wir gerade noch rechtzeitig über den Tugela River, der eben im Begriff steht, die Brücke zu überfluten.

Am 27. Februar müssen wir die Drakensberge verlassen und nehmen den unendlich langen Weg zum Kap der Guten Hoffnung unter die Räder.

Die Strasse führt wiederum dem grossen Abbruch entlang nach Süden. Dann ist die Republik Transkei, Heimatland der Xhosas, zu durchqueren, wozu wir die üblichen Grenzformalitäten mit allem Papierkrieg für die Visaerteilung erledigen müssen. Auch die Transkei darf als wunderschönes Bergland bezeichnet werden und wir bedauern sehr, dass unser zwei Tage gültiges Transitvi-sum keine Abstecher mehr erlaubt. Hier befinden wir uns wieder in Schwarzafrika — ein faszinierendes Land. « Feel free - tour Transkei » ist am Grenzposten von Umzimkulu zu lesen.

Am späten Abend des 2.März erreichen wir Kapstadt. In der uns noch verbleibenden Woche sollen die Berge des Kaplandes unser Ziel sein.

DIE BERGE DES KAPLANDES In einem Umkreis von i oo Kilometer um Kapstadt herum gibt es viele respektable Bergketten, die auch dem von Europa kommenden Alpinisten das Herz höher schlagen lassen. Trotzdem ihre Gipfel selten über 2000 Meter hinausragen, schaut man mit dem Kopf im Nacken hinauf zu den wilden Kalkzinnen und ertappt sich bald bei Überlegungen, wie wohl an dieser oder jener abweisenden Stelle durchzukommen wäre. Die Täler liegen in der Regel nur wenig über dem Meeresspiegel und eine I ooo Meter hohe Wand imponiert hier ebensosehr wie in den Alpen.

Die relative Nähe einer Millionenstadt hat dazu geführt, dass die Berge des westlichen Kaplandes heute weitgehend erschlossen sind. Die Tätigkeit des Mountain Club of South Africa ( M.C.S.A .) beschränkt sich allerdings auf gebahnte Wege; demgegenüber konzentrieren sich einige kleinere Kletterclubs auf schwere Klettereien. Im Mittelfeld, das manche als « Genusskletterei » bezeichnen, tut sich scheinbar überhaupt nichts. Aber dafür gibt es verständliche Gründe, was wir jedoch erst später herausfinden.

Der M.C.S.A. gibt einen langatmigen Führer für alle möglichen Fusswanderungen auf den Tafelberg, das Wahrzeichen von Kapstadt, heraus, in dem fast jeder Schritt beschrieben wird. Über die anderen Berge im westlichen Kapland bestehen jedoch keine Clubführer. Hingegen ist beim South African Climbers Club eine vervielfältigte Broschüre erhältlich, die 50 ausgewählte Routenbeschreibungen enthält. Die bekanntesten Kletterberge liegen dabei in den Dutoits und Hexriver Mountains sowie in den Gebirgen um Stellenbosch und Franschhoek herum. Auch am Tafelberg ( Table Mountain, 1078 m ) selbst, der sich unmittelbar über der Stadt erhebt, finden sich Routen im I. Grad und höher. In ein paar Sätzen lässt sich aber über das etwa die Fläche der Schweiz umfassende Gebiet der westlichen Kap-berge nur ein ganz grober Überblick geben.

Jede selbst noch so oberflächliche Beschreibung bliebe unvollständig, wenn nur von interessanten Routen und Schwierigkeitsgraden die Rede wäre.Vor allem die aussergewöhnliche Bergflora, von der Botaniker behaupten, dass sie in dieser Vielfalt sonst nirgendwo auf der Erde anzutreffen ist, verdient hervorgehoben zu werden. Da es in diesem Land seit 200 Millionen Jahren keine Eiszeiten gab, vermochten sich die Arten - etwa 16000 - ungehindert zu entwickeln. Die Hottentots Hol- land Mountains zum Beispiel gleichen einem gewaltigen botanischen Garten. Die Fauna weist Ähnlichkeit mit derjenigen der Drakensberge auf. Sie wird ebenfalls vom Baboon, unserem « Halbbruder », dominiert.

Das Kapland ist eigentlich nicht mehr Afrika, wie es sich der Europäer vorstellt. Hier sind die Weissen in der Überzahl, hier wird vorwiegend Afrikaans gesprochen, eine Abart des Holländischen. Am Kap leben viele Mischlinge und Inder, viele sogar in relativem Wohlstand. Hier ist das Brot nicht so hart wie oben im Transvaal.

Am Morgen des q. März sind wir unterwegs nach Stellenbosch und fahren die engen Kehren zum Helshoogte-Pass hinauf, von dem aus man einen guten Einblick in den Groot Drakenstein Range und die Jonkershoek Mountains hat. Die Routen im nahegelegenen Duiwelskloof ( Teufelsschlucht ), deren Einstiege man fast mit dem Auto erreichen könnte, sind uns zu schwierig. Im Süden stehen jedoch zwei schöne Felsgipfel, die Jonkershoek Twins ( 1504 m ), von denen sich ein langer Grat gegen die Passhöhe herabzieht. Hier scheint sich eine Scharte diesseits des Vorgipfels, die über eine bewachsene Flanke erreichbar ist, als günstiger Ausgangspunkt für eine flotte Kletterei anzubieten.

Knapp jenseits der Passhöhe zweigen wir auf einen Farmweg ab und folgen diesem, so weit er noch fahrbar ist. Dann geht 's zu Fuss weiter. Rasch haben wir die letzten mit Reben bepflanzten Lichtungen durchquert und sehen uns gezwungen, in den mehr als mannshohen Busch hineinzutauchen. Unverzüglich beginnt ein mühsamer Kampf mit einer uns noch unbekannten Sorte von Dornengestrüpp. Ein Stück weit erleichtert dann eine mit grossen Blöcken gefüllte Rinne den Aufstieg. Nur zu bald müssen wir aber wieder in das stachlige Buschwerk hinein. Je höher wir steigen, desto kürzer wird das Gestrüpp, das unseren Beinen arg zusetzt. Die Hitze steigert sich ins Unerträgliche. Für die geschätzten 500 Höhenmeter bis zum erwähnten Sattel benötigen wir schliesslich geschlagene 4 Stunden. Abge- kämpft, zerkratzt und mit leeren Wasserflaschen lassen wir uns dort zu Boden fallen. Kein Wort mehr von der nun beginnenden « flotten Kletterei ». Wir hoffen bloss, auf einem langen Umweg in etwas besserem Gelände wieder zu unserem Fahrzeug zurückzugelangen.

Aber auch das erweist sich als recht vage Spekulation, und um ein Haar hätten wir unser Vehikel überhaupt nicht mehr gefunden.

Am 6. März stehen wir beizeiten abmarschbereit auf dem Viljoens Pass ( 526 m ). Wir haben uns für heute mit anderen Wanderern in der Nähe der Landdroskop-Hütte verabredet. In einer knappen Stunde erreichen wir unseren Treffpunkt und marschieren nun gemeinsam in die Hottentots-Berge hinein.

Der « Boland Hiking Trail, Hottentotsholland Section », wie unser Wanderweg in vollem Wortlaut heisst, misst 54 Kilometer und führt vom Sir Lowrys Pass ( 500 m ) zum Franschhoek Pass ( 470 m ). Höchster Punkt ist der Langkloofberg ( 1338 m ), der tiefste liegt auf 350 Meter ü.M. Nach jeder Etappe findet sich eine Hütte zum Übernachten. Ich habe schon erwähnt, dass die Hottentots-Berge eine aussergewöhnlich reiche Flora aufweisen. Aber ganz lässt sich das erst erfassen, wenn man auf dem langen Pfad einher-marschiert. Hier gibt es wildwachsende Riesen-proteas, so gross wie eine Suppenschüssel, farbenprächtige Erikagewächse, die man eher für Produkte eines Blumenzüchters hält, und eine Vielfalt von subtropischen Orchideen in allen denkbaren Variationen. So wird für uns, die wir sonst gebahnte Wege nicht besonders lieben, der Boland Hiking Trail zu einem eindrücklichen Erlebnis. Der Pfad führt oft steil eine Bergflanke hinauf, um dann wieder in eine tiefe Schlucht hinab zu leiten, wo in der Regel ein Bach mit kristallklarem Wasser anzutreffen ist. An einigen Stellen kann man sogar ein kühles Bad nehmen, was bei den zu dieser Jahreszeit vorherrschenden Temperaturen einen ausserordentlichen Genuss darstellt.

Nach einer ausgedehnten Mittagsrast bei den Triple Jumps Falls vergessen wir prompt, unsere Wasserflaschen nachzufüllen. Bis zur Boesmans-kloof-Hütte findet sich kein Wasser mehr, was von uns leider niemand wusste. Unsere siebenköpfige Gesellschaft hat deshalb in der Folge eine schlimme « Durststrecke » zu überwinden, die keiner der Beteiligten so schnell vergessen wird. Man schreitet quasi durch eine blumenbewachsene Sahara - stundenlang.

Die Hütten des Hiking Trail sind einfache, aber praktisch eingerichtete Unterkünfte mit hölzernen Lagerstätten für etwa qo Personen. Jeder Wanderer führt seinen Schlafsack mit, denn es gibt keine Wolldecken. Neben der Hütte steht eine offene, aber überdachte Feuerstelle mit Grill-rosten. Dieser Ort dient praktisch als Aufenthaltsraum, wo man am Abend zwanglos zusammen-sitzt und zugleich einen ungehinderten Blick auf die Berge geniessen kann. Die Menschen, die hier zusammenkommen, sind eine grosse Familie von Gleichgesinnten, und man pflegt das Bergsteigerlatein genau so wie in unseren SAC-Hütten.

An diesem Abend teilen wir die Boesmanskloof-Hütte mit einer zehnköpfigen Gruppe des M.C.S.A. Die Gespräche drehen sich, wie zu erwarten, um die Wanderwege, um « extremely difficult trails » oder « easy walks ». Der Wortführer, eine Art « Wandertourenleiter », berichtet von « stiff climbs » in den Cedar-Bergen und anderswo, von Rekordzeiten, in denen ein Trail gemacht wurde, und von 40 kg schweren Rucksäcken. Wir lernen dabei zu unterscheiden zwischen dem englischen Wort « climb » und unserem Begriff « klettern ». In Südafrika wird z.B. ein steiler Anstieg über einen Grashang auch als « klettern»climb ) bezeichnet, während bei uns bekanntlich diese Tätigkeit erst dann beginnt, wenn man die Hände zu Hilfe nehmen muss. Aber es lässt sich wohl sein bei solchen belanglosen Diskussionen, bei einem kühlen Trunk, in sternklarer Nacht, unter dem Kreuz des Südens. Erinnerungen werden wach - Erinnerungen, die alle Bergfreunde, ungeachtet der Herkunft, gleichermassen bewegen und in jeder Sprache ihren Niederschlag finden.

81 Hohberghorn Nordwand und Dürrenhorn 82 In der Hohberghorn-Nordwand Im Hintergrund das Stecknadelhorn, Nadelhorn und Lenzspitze « As we lie in the camp fire 's golden glow, We sing of the days of long ago, We sigh at sorrows long foregone, At hearts that loved and eyes that shone. » ( Transvaal Mountain Club song ) Am anderen Morgen sind wir bei Sonnenaufgang abmarschbereit, da uns ein langer und steiler Aufstieg bevorsteht. In Anbetracht der gestrigen Tropenhitze habe ich mich entschlossen, die Tagwache nach SAC-Gepflogenheiten anzusetzen, in der Hoffnung, männiglich werde vergessen, zu so früher Stunde auf die Uhr zu schauen. Der ans « Bett » servierte Tee, ausnahmsweise durch einen weissen Boy zubereitet, tut die erhoffte Wirkung. Wir können eine weite Strecke in der Kühle des Morgens hinter uns bringen und treffen in geschlossener Marschordnung am frü-

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