Bulletin N° 16 de l'Association pour la protection des plantes

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Von der „ offiziellen alpinen Nebenlitteratur " ( über diese Bezeichnung siehe S.A.C. XXX1I, pag. 378 ) lasse ich bei der Berichterstattung hier alles aus, was mir an Streitschriften in der Relieffrage zu Händen gekommen ist, da ein Eingehen auf diese müßig und unerquicklich wäre. Die Frage selbst wird ja, auf die eine oder andere Weise, über kurz oder lang praktisch gelöst werden. Es bleiben mir dann noch 7 Broschüren übrig, zu denen ich wenige Bemerkungen " zu machen habe.

Der Bericht der Gletscherkommission für 1896/7 muß immer noch die Stelle der „ nächstens bevorstehenden " Publikation des S.A.C. über die Eesultate der Rhonegletschervermessung vertreten, und ich hoffe, dieser Notschrei werde der letzte sein und die Publikation noch vor dem Ende dieses Jahrhunderts erfolgen, als eine verspätete Centennarfeier der von Saussure begonnenen wissenschaftlichen Gletscherbeobachtungen. Dem der Gletscherkommission von Herrn Held erstatteten Rapport entnehmen wir folgendes allgemeine Resultat: „ Auch das Regenjahr 1896 zeigt sowohl in betreff des Eisstandes als der Abgrenzung an der Gletscherzunge einen weitern Rückgang des Gletschers, der jedoch geringer ist als im vorhergehenden Jahre. " Aus den Kommissionsberatungen heben wir hervor, daß die Witwe des Herrn Professor Léon Du Pasquier, dessen Verlust auch die Gletscherkommission schwer trifft, zur Erinnerung an ihn der Kasse Fr. 500 zugewendet hat. Aber auch mit diesem sehr verdankenswerten Geschenke werden die Mittel für die Beobachtungen am Rhonegletscher 1899 aufgebraucht sein. Und bei dieser Situation brachte Herr Professor Forel vor die Kommission einen Vorschlag zu Versuchen über die Mächtigkeit des Eises an einigen Stellen des Gletschers und die Geschwindigkeit der Bewegung in verschiedenen Tiefen und stellte selbst Fr. 500 zu diesem Zwecke zur Verfügung. Vivat sequens, wie die Studenten sagen. Eine 1,7 m3 fassende, wasserdichte, 500 kg. schwere Kiste zur Messung der Niederschlagsmenge ist mit vieler Mühe auf dem Gletscher in einer Höhe von cirka 2650 m oberhalb des roten Profils aufgestellt worden. Man sieht, es sind am Rhonegletscher noch Projekte genug; hoffen wir, daß " sich auch das Geld dafür finden werde.

Die noch junge Sektion Lindenberg S.A.C. hat von dem nahe ihrem „ Hauptort ", Wohlen ( Aargau ), gelegenen Emmetbühl durch Herrn Albert Boßhard, der auch für Jahrbuch S.A.C. XXXI gearbeitet hat, ein Panorama aufnehmen lassen, das in den Vorbergen vom Ütliberg bis zum Widderfeld, im Gebirge vom Säntis bis zum Alteis reicht. Daß im Vordergrund ziemlich viele Apfelbäume und ähnliche Gewächse stehen, stört vielleicht den Blick in die Alpen, aber bei 520 m il. M. kann man keine himmelhohen Felsen als Staffage verlangen. Für die allzu grüne Farbe trifft die Hauptschuld die reproduzierende Firma.

Die kleine Arbeit des Herrn B. Eblin zerfällt in drei Abschnitte: I. Über waldwirtschaftliche Mißstände in den schweizerischen Alpengegenden; II. Über die Notwendigkeit besserer Volksbelehrung in wald-wirtschaftlichen Dingen, und III. Über die Regelung der Bewaldungsverhältnisse unseres Hochgebirges. Der erste enthält die sehr ernsthaften Worte: „ Es wird ein Gebot der Selbsterhaltung unserer Gebirgskantone sowohl als unseres Gesamtvaterlandes sein, den Erscheinungen der wirtschaftlichen Verarmung und Entvölkerung unserer Hochgegenden endlich einmal ernstlich nachzugehen ", und es wird neben den Bundesbehörden unter den vaterländischen Gesellschaften auch der Schweizer Alpenclub zum Aufsehen gemahnt. Die zwei andern Abschnitte enthalten sehr beachtenswerte Winke, wie die Aufgabe anzugreifen und durchzuführen wäre, und ich mache nachdrücklich auf diese Schrift, überhaupt auf das Vorgehen des Herrn Eblin aufmerksam, der in seiner Person das forstliche und das alpine Interesse vereinigt; ist er doch einer der Gründer und der Präsident der neuesten Sektion Piz Terri, in deren Gebiet die Waldwirtschaft allerdings auch zu Reformen Anlaß bietet. Möchte Herr Eblin in ihr und bei uns andern rechte Unterstützung für seinen patriotischen Eifer finden!

Der kleine Jahresbericht der Sektion Würzburg pro 1897 enthält in seinem geschäftlichen Teil nichts von Bedeutung für weitere Kreise, dagegen ist er wiederum in künstlerischer und litterarischer Hinsicht ein Muster für Vereinsleitungen, die ein Jahresfest vorhaben. Ich habe nie ein Hehl daraus gemacht, daß ich von der Vereinspoesie nicht viel mehr halte als von der Vereinsmeierei, aber die beiden Dialektgedichte zu Vereinsanlässen in dieser Broschüre, beide verfaßt von Professor Dr. Wilhelm Zipperer, und die von der k. Universitätsdruckerei in Würzburg zum kostümierten Alpenkränzchen vom 15. Januar 1898 gelieferte Einladungskarte sind künstlerische Produkte von gutem Geschmack, wie man sie nicht immer zu Gesicht bekommt.

Die Schrift der beiden jungen Schweizergelehrten Dr. Wehrli und Dr. Burckhardt, die sich im französisch geschriebenen Text „ délégués de la section d' exploration nationale au musée de la Plata " nennen, ist nur eine vorläufige, da nur ein Teil der Forschungsreise über die Cordilleren geglückt und die Resultate noch nicht bearbeitet sind; jedenfalls ist es erfreulich, zu sehen, daß ihnen die Widerwärtigkeiten erspart geblieben sind, die Herrn J. Nabel 1895 an der Durchführung einer ähnlichen geologischen Reise verhindert haben ( siehe Zeitschrift des D. u. Ö.A.V. XXVII, pag. 58 ff. ). Die Aufnahmen der Herren Wehrli und Burckhardt werden hoffentlich nicht nur der Wissenschaft, sondern auch der Grenzbereinigung zwischen Chile und Argentinien zu gute kommen und helfen, daß künftig hier reisende Geologen und Alpenforscher unbehelligt bleiben.

Das Bulletin der in Nancy residierenden Section Vosgienne C.A.F. ist mir offenbar wegen der auf die Schweiz bezüglichen Artikel desselben zugesandt worden. Der eine von A. Spach heißt „ Une course dans le Jura Suisse ", der andere von Auguste Thierry-Mieg „ Ascension à la Rosa Blanche ( Valais ) " und haben mich durch den für unsere Berge freundlichen Ton der Verfasser angenehm unterhalten.

Das 1898er Bulletin de Association pour la protection des plantes ist sehr reichhaltig. Es umfaßt 68 Textseiten und enthält zwei Abbildungen von Baumriesen ( aus dem vom eidg. Landwirtschaftsdepartement bei Schmid & Francke herausgegebenen Baumalbum ). Der „ rapport présidentiel " konstatiert mit Befriedigung das Wachsen der guten Sache der Gesellschaft, der „ rapport de caisse " einen guten Stand der Finanzen. Von den andern Artikeln, es sind im ganzen 14, erwähne ich nur die interessantesten: Inauguration du Jardin botanique alpin „ la Chanousia " au Petit St-Bernard, Jardins alpins, nämlich neben dem ebengenannten die „ Linnaa " und die „ Rambertia ". Bei Gelegenheit der Einweihung der „ Chanousia " wurde eine neue Association italienne „ pro montibus " d.h. für Wiederaufforstung der italienischen Hochgebirgswälder gegründet und eine alte Gesellschaft „ Flore Valdotaine " zu neuem Leben erweckt. Das ist alles sehr zu begrüßen und nur zu wünschen, daß diese in der Nähe der Grenzen liegenden Blumengärten nie den Kriegsdonner der sie rings umgebenden Forts zu hören bekommen und mit Blut gedüngt werden.

Redaktion.

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