Der Mount Kenya und seine Kletterrouten | Club Alpino Svizzero CAS
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Der Mount Kenya und seine Kletterrouten

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Jean-Luc Amstutz, Peney-le-Jorat

( VD ) Ein verhältnismässig leichter Zugang Der bequemste Zugangsweg zum Massiv beginnt in Naro Moru, etwa 150 km von Nairobi entfernt. Es ist der Ausgangspunkt für alle Aufstiege und Wanderungen zum Mount Kenya, mit einer touristischen Infrastruktur, die alles bietet, was man sich vorstellen kann ( Materialvermietung, die Möglichkeit, Träger Der Mythos des Mount Kenya Die Existenz des Mount Kenya - ebenso wie die des Kilimanjaro und des Ruwenzori in Uganda - wurde erst im Lauf des 19. Jahrhunderts wirklich bewiesen. Schneebedeckte Gipfel in der Nähe des Äquators konnte man sich früher nur schwer vorstellen, obgleich schon seit langem entsprechende Legenden bestanden: so fassten antike Autoren die drei afrikanischen Riesen unter der Bezeichnung ( Mondberge ) zusammen.

Der Mount Kenya war ursprünglich ein Vulkan von vermutlich mehr als 7000 m Höhe, dessen Gestalt durch die Gletschererosion jedoch starke Veränderungen erfuhr. Heute besteht sein Gipfel aus zwei benachbarten Spitzen, dem Batian ( 5199 m ) und dem Nelion ( 5188 m ). Die sie trennende Senke, das Gate of the Mists ( Tor der Nebel ), trägt seinen Namen nicht ohne Grund: Verschiedene grosse Gletscher ( Lewis, Darwin, César, Forel, Joseph ) tragen zu einer Steigerung der Feuchtigkeit der äquatorialen Wälder bei, so dass sich hier oben immer wieder Wolken bilden.

Zu dem Massiv gehören noch weitere, zum Teil kühn emporragende Gipfel: Lenana ( 4985 m ), Point Pigott ( 4957 m ), Point Dutton ( 4885 m ), Point John ( 4883 m ), Melhuish ( 4880 m ), Point Peter ( 4757 m ) und Midget Peak ( 4700 m ). Sie alle sind aus dem gleichen kristallinen Gestein aufgebaut.

Der Bergsteiger sollte den Zeitpunkt seines Aufenthaltes entsprechend der Exposition der Flanke wählen, die ihn besonders interessiert; das heisst für die Südseite die Zeit von Weihnachten bis Mitte März, wenn die Sonne südlich des Äquators steht, und für die Nordseite den Zeitraum von Anfang Juli bis Anfang Oktober.

oder Bergführer zu verpflichten, usw. ). Es wird sogar ein Jeep mit Chauffeur für die Fahrt nach Met Station auf 3050 m, zu dem Punkt, wo dann der Fussmarsch beginnt, angeboten. Allerdings reicht dafür ein gewöhnliches Fahrzeug, das obendrein weniger kostet.

Es sei daran erinnert, dass der Mount Kenya in einem Nationalpark liegt. Die verschiedenen bescheidenen Gebühren, die der Besucher zu entrichten hat, haben zumindest den Vorteil, dass er sich mit dem kenianischen Shilling ( Sh ) vertraut machen kann.

Von Met Station, wo es möglich ist, zu wohnen und zu kochen, steigt der Pfad rasch an, wobei es durch einen von Affen bewohnten Wald mit feucht-weichem Boden führt. Später nimmt die Steigung etwas ab, der Weg verfolgt einen kahlen Kamm, von dem aus - wenn der Nebel nicht zu dicht ist - man den Mount Kenya sehen kann. Bald danach kommt der kleine Pass, über den man das Teleki Valley erreicht. Zwei oder drei Kilometer weiter stehen zwei Hütten, die dem Mountain Club of Kenya ( MCK ) gehören: Die erste ist die Teleki Hut, die zweite die Klarwill Hut. Sie können als Unterkunft dienen, doch kann das Lager gut auch höher, auf etwa 4300 m, aufgeschlagen werden, wo sich kleine, mit moosbedeckten Felsblöcken übersäte Wiesen erstrecken. Hier haben die mächtigen Bäume den Lobelien, grossen grünen Pflanzen, den Platz geräumt, und statt der Affen gibt es Klippschliefer ( Hy-racoiden ), Säugetiere von der Grösse der Kaninchen, die Murmeltieren ähnlich sehen; diese schätzen vor allem unsere Lebensmittelvorräte!

Von der Entdeckung des Massivs zur Eröffnung moderner Routen Zwischen 1877 und 1892 sind zahlreiche Forscher einander am Mount Kenya gefolgt. Besonders zu erwähnen sind Joseph Thomson, Samuel Teleki, Pigott. Doch erst 1893 gelang es dem englischen Geologen und Naturforscher Joseph Gregory zum ersten Mal, die Gletscherzone zu erreichen. Er versuchte sich - ohne Erfolg - am Batian, der dann sechs Jahre später von Sir Haiford Mackinder und seinen aus Courmayeur stammenden Bergführern Joseph Brocherai und César Ollier bestiegen wurde. Die zweite Besteigung erfolgte erst dreissig Jahre später durch Eric Shipton und Péry Win Harris, die zunächst den Nelion und anschliessend den Batian erklommen. Am I. August 1930 gelang Shipton und H.W.Til-man die Begehung des Nordwestgrates des Batian; es ist die unbestritten längste der zu In der ersten Seillänge der Route ( Exterminator ) diesem Gipfel führenden Routen. Dazu ist noch anzumerken, dass fast alle Routen am Mount Kenya von meist im Land selbst lebenden Briten eröffnet wurden.

Hier noch ein Blick auf die in diesem Massiv sich bietenden Möglichkeiten:

Eine Rundtour mit der Besteigung des fast 5000 m hohen Lenana scheint gut zur Akklimatisierung geeignet. Man muss für diesen Weg, der in der Nähe der Hütten Two Tarn, Kami und Top vorbeiführt, ein bis zwei Tage rechnen. Die Normalroute des Nelion bietet, falls man zum Batian traversieren will, Fels- und Eisschwierigkeiten. Es ist wichtig zu wissen, dass auf dem Gipfel ein sehr bequemes klei- 240nés Biwak besteht und dass man jeweils nur zwölf Tagesstunden zur Verfügung hat. Wer Gletschertouren liebt, wird bei der Window-Route und der Diamond-Couloir-Route auf seine Kosten kommen; der Höhenunterschied beträgt bei beiden ungefähr 500 m, und sie enden am Gate of the Mists. Von dort aus steigt man zum Gipfel des Nelion auf und kann auf der Normalroute absteigen, wobei man einige Male abseilen muss. Ebenfalls über die Südwestseite, aber diesmal durch Fels, führt der Diamond Buttress, eine sehr schöne Route ( SS ), zum Batian. Eine abwechslungsreiche und interessante Kombination besteht darin, die Nordseite des Batian zu erklettern und dann zum Nelion zu traversieren; man trifft dabei, abgesehen von einer Seillänge im Eis beim Gate of the Mists, nur auf Felsschwierigkeiten. In jüngster Zeit wurden einige sehr schwierige Routen in der Nordostflanke des Nelion eröffnet; es handelt sich um North East Pillar, North East Face Route, East Face Route, Eastern Groove Line und die Scott-Braithwaite-Route. Abschliessend sei noch Point John erwähnt, die einige Felstouren von geringerer Bedeutung enthält wie zum Beispiel der Südgrat.

Hell's Gate - eine unvergleichliche Sehenswürdigkeit Es gibt am Mount Kenya nicht nur das Gate of the Mists, sondern auch Hell's Gate, das Höllentor. Überschreitet man seine Schwelle, hat man den Eindruck, in einer fremden, wüstenartigen Welt zu stehen, deren Hintergrund eine merkwürdige Wand - Main Wall - bildet. Offensichtlich haben vor allem vulkanische Ereignisse dieses Gelände geformt, doch auf so komplexe Weise, dass über die genauen Umstände der Entstehung selbst Wissenschafter sich nicht einig sind. Es steht jedoch fest, dass Hell's Gate ein Zeugnis des Wirkens jener vielen und gewaltigen Kräfte ist, die Ostafrikas Landschaft und besonders das Rift Valley geformt haben.

1 Führer und Karten: Für den Mount Kenya, Hell's Gate und auch für Lukenia ( ein weniger wichtiges Klettergebiet in der Nähe von Nairobi ) sind Führer erschienen, die, ebenso wie Karten des Massivs, beim Mountain Club of Kenya bezogen werden können. Karten sind ausserdem auch beim Public Map Office of Kenya, Harambee Avenue, Nairobi, erhältlich.

Aus dem französischsprachigen Teil. Übersetzt von Roswitha Beyer, Bern.

Eine ganz andere Art des Kletterns Als erste Route im Main Wall wurde 1952 Dog-Leg eröffnet; heute durchziehen gut fünfzig über 100-200 m hohe Routen die ockerfarbene Wand. Fast stets handelt es sich um Verschneidungs- oder Risskletterei. Der Neuling wird dabei von der ausserordentlich massiven Struktur des Gesteins überrascht sein. Es ist ein Basalt mit stark polierter Oberfläche, wodurch die Haftung der Sohle oft schlecht ist. Die Sicherung geschieht durch Klemmkeile, und fast immer handelt es sich um reine Freikletterei; man kann jedoch an Stellen, die sich für eine natürliche Sicherung schlecht eignen, ein oder zwei Haken finden.

Fisher's Cliff und Fisher's Tower in der Nähe von Main Wall bieten einige kleine Routen, die eine gute Vorbereitung für den Hauptfelsen bilden, dessen Routen zum grössten Teil Passagen des Schwierigkeitsgrades VI und mehr umfassen.

Während der zehn Tage am Hell's Gate haben wir keinen einzigen Kletterer gesehen, dagegen unzählige Vögel. Diese Tatsache mag viele Naturfreunde entzücken, doch sie hat auch eine weniger angenehme Seite: In manchen Rissen befindet sich eine ungewöhnliche Häufung von Vogelexkrementen, die dort, wo man auf Reibung gehen muss, die Sache noch heikler machen. Bevor eine Auswahl von Routen genannt sei, noch ein Hinweis: Die Klettermöglichkeiten am Hell's Gate führen alle durch sehr guten Fels, abgesehen von den letzten Metern, wo das brüchige Gestein manche Ausstiege gefährlich macht.

The Devil Drives, Stiletto und The Amazing Journey gehören bereits zu den schwierigen Kletterrouten. Wer noch grössere Schwierigkeiten sucht, wird Olympian, Exterminator, Merlin, Juggernaut, Andromeda, Futur Shock und First Aid vorziehen.

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