Der Roßstock

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Ich hoffe, daß diese Aufschlüsse manchem Club- und Skigefährten willkommen sein werden.

Der Skilauf, dieser herrliche neue Sport, erschließt uns das Gebirge auch im Winter; er wird für die Mitglieder des S.A.C. eine neue Ära von Thaten eröffnen und in düsterer Jahreszeit fröhliche Gedanken wecken.

Christof Iselin ( Sektion Tödi ).

.'er Roßstock, aus dessen Rundsicht die nebenstehende Feder-skizze das südwestliche Viertel vorführt, ist einer jener neuerlich wieder mehr besuchten Riemen-stalden- oder Liedernenstöcke, welche als trotzige Gestalten in vielzackiger Reihe dem massigen Gebirgsrücken zwischen dem Riemenstalden- und dem Schächenthal entragen.

Spannen wir von der Teilsplatte am Urnersee über die Spitze des Rophaien zum Roßstock, dann hinüber zum Kaiserstock und zum Wasser- berg und hinunter zur Sohle des Bisithals eine Schnur, indem wir dieselbe gleich einem Telegraphendraht der Reihe nach über alle am Wege stehenden Gipfel hinüberführen, so entsteht ein sanft nach oben aus-biegender, schön symmetrischer Linienzug mit einem steil aus dem See emporstrebenden West- und einem ebenso jäh zu Thal fallenden Ostschenkel.

Diese Linie bildet die obere Kante eines gegen Norden gesenkten Pultes, welches seine senkrechte Rückseite gegen Süden kehrt; aber das Pult hat schon lange am Regen gestanden, und die ehemals grün bespannte Pultplatte ist übel zugerichtet; breite, tiefe Löcher und Rinnsale ziehen sich vom obern Rand herunter, und dazwischen sind schmale, lang gestreckte Rippen stehen geblieben. Das sind die Gipfel der Riemen-staldenkette: Schräg aus dem Thal aufsteigende, zum Teil schon tief ausgenagte Kalkgräte, rückwärts in durchlaufender Flucht abgeschnitten durch die gemeinsame, dem Schächenthal zugewendete gewaltige Front-mauerwir möchten sie ihres Baues wegen die urschweizerischen Kurfirsten nennen, wenn die Herren St. Galler Kollegen hiergegen keine Einrede erheben.

Clubistische Lorbeeren sind nun da freilich nicht mehr zu holen: sämtliche Spitzen tragen Steinmannli, und in der Mappe des schweizerischen Generalstabes ist, dessen sind wir gewiß, auch der schmälste Paßübergang, die verborgenste Wegverbindung vorgemerkt.

Gleichwohl nehmen wir keinen Anstand, dem Bergfreunde, der sich nach kurzen, lohnenden Ausflügen umsieht, unsere Gruppe, der wir dann einerseits noch die blumige Frohnalp, anderseits das stolze Felsgerüste der Schächenthaler Windgelle hinzufügen, als ein Exkursionsgebiet zu empfehlen, das allen montanistischen Begehrlichkeiten genügen wird; der Bequeme mag, im hohen Gras liegend, von der Frohnalp oder dem Rophaien aus den trunkenen Blick zum grünen Urnersee hinuntersenken; der Rüstigere wird auf dem Roßstock, dem Kaiserstock oder dem Blumberg die herrliche Rundschau bewundern und von da aus zuschauen, wie sich der Kecke am Faulen und an der Windgelle die Zähne aus-beißt und den Hals bricht.

Bezüglich des Details erlaube ich mir, auf nachfolgend erwähnte Aufsätze und Publikationen hinzuweisen:

G. H. ( Georg Hoflfmann ). Wanderungen in der Gletscherwelt. ( Der Faulen. ) Zürich 1843.

Türler. Die Berge am Vierwaldstättersee. ( Rophaien, Diepen, Roßstock, Kaiserstock. ) Luzern 1888.

J. Bettschart. Die Liedernenstöcke. ( Kaiserstock, Blümberg. ) Jahrbuch S.A.C. XXIII, pag. 142.

C. Käslin. Roßstock. Alpina, Jahrg. III, pag. 167.

Emil Huber. Schächenthaler Windgelle. Jahrbuch S.A.C. XXVIII, pag. 349.

Über den Wasserberg entnehme ich einer gefl. Mitteilung des Herrn C. Strübin, Bibliothekar der Sektion Pilatus: „ Den Wasserberg habe ich wiederholt bestiegen; das erste Mal über „ Dreckloch"- und „ Kalberloch"-Alp. Von letzterer Alp aus gelangt man über eine sehr steile Grashalde auf den langgestreckten Grat oder Gipfel des Wasserberges.

Von der Südseite gelangt man über Träsmerenalp bequemer auf den Gipfel. Gefährlich ist der Aufstieg von keiner Seite. Trotz seines Namens ist das Wasser auf diesem Berge ein sehr gesuchter Artikel. Vor zwanzig Jahren wuchs daselbst massenhaft Edelweiß, ob heute noch, ist allerdings sehr fraglich.M. Stocker ( Sektion Pilatus ).

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